Worauf Sie beim Gleitzins achten müssen

Die Auswahl einer Hypothek mit Gleitzins hat viel gemeinsam mit der Auswahl eines Hauses, das Sie kaufen wollen. Sie müssen Abstriche und Kompromisse machen. Hypotheken mit Gleitzinsen gibt es in verschiedenen Ausführungen und mit vielen Optionen – Kappungsgrenzen, Indizes und Anpassungszeiträume – die es bei Hypotheken mit einem Festzins nicht gibt.

Anfangszins
Wie der Name schon sagt, ist dies der Zinssatz, mit dem Ihre Hypothek beginnt. Beurteilen Sie ein Darlehen nicht nur nach diesem Zinssatz. Wahrscheinlich werden Sie diesen niedrigeren Zinssatz nicht lange haben. Die Zinsen bei Gleitzinshypotheken steigen in der Regel, sobald es die Vertragsbedingungen erlauben.

Zusätzliche Kreditkosten
Bei der Beantragung einer Hypothek gibt es eine ganze Reihe von Kosten und Gebühren, die Sie auch berücksichtigten sollten.
✓Gebühren für die Antragsbearbeitung. Die meisten Kreditgeber verlangen von Ihnen ein paar Hundert Euro allein dafür, dass man bereit ist, Ihren Kreditantrag zu prüfen und den Schreibkram zu erledigen.
✓Bonitätsprüfung. Eigentlich ist das Sache der Kreditgeber, doch häufig werden diese Kosten auch an Sie weitergegeben. Die Auskunft bei der SCHUFA soll Ihre Kreditwürdigkeit bestätigen.
✓Wertgutachten. Der Kreditgeber möchte natürlich auf Nummer sicher gehen. Er lässt sich vorrangig im Grundbuch eintragen und möchte natürlich wissen, ob Sie für Ihr Objekt nicht einen Mondpreis bezahlt haben, den Sie nun finanziert haben wollen. Sollten Sie nämlich zahlungsunfähig werden, dann könnte die Bank sich nicht aus dem Grundbesitz befriedigen, weil selbst bei einer Zwangsversteigerung der geschuldete Betrag kaum aufgebracht werden könnte. Deshalb bestehen die Banken auf einem Wertgutachten, damit sie wissen, dass sie im Notfall an ihr Geld kommen.

Gehen Sie davon aus, dass der anfängliche Zinssatz ein Lockvogelangebot ist – der anfängliche Zinssatz wird künstlich niedrig gehalten, damit Sie davon angelockt werden. Mit anderen Worten, selbst wenn sich der Marktzins nicht verändert, wird der Gleitzinssatz normalerweise steigen. Eine Zunahme von ein oder zwei Prozentpunkten ist durchaus üblich. Die Formel mit der die künftigen Zinssätze bei einer Hypothek mit gleitendem Zinssatz festgelegt werden und die Kappungsgrenze sind weitaus wichtiger, wenn Sie feststellen wollen, welche Hypothek für Sie langfristig am günstigsten ist.

Der künftige Zinssatz
Die erste Frage, die Sie einem Kreditgeber über den Gleitzins stellen sollten, ist die Frage nach der Formel, nach der der künftige Zinssatz des Darlehens bestimmt wird. Sie müssen genau wissen, wie der Kreditgeber die Zinsveränderungen berechnet. Alle Gleitzinsen beruhen auf der folgenden Formel, mit der der Zinssatz für Ihr Darlehen in der Zukunft festgelegt wird:

Index + Spanne = Zinssatz

Der Index gibt den allgemeinen Zinssatz an, den der Kreditgeber als Vergleichsmaßstab für Ihr Darlehen heranzieht. Indizes werden in der Regel in der Finanzpresse veröffentlicht. Nehmen Sie beispielsweise an, dass der aktuelle Index für eine Schatzanweisung mit sechsmonatiger Laufzeit bei 5 Prozent liegt. Die Spanne ist der Betrag, der auf den Index aufgeschlagen wird, um den Zinssatz für Ihr Darlehen zu ermitteln. Bei den meisten Darlehen liegt die Spanne bei etwa 2,5 Prozent. Deshalb liegt der Zinssatz für eine Hypothek, die auf die folgende Formel zurückgeht, bei 7,5 Prozent:

Zinssatz für Schatzanweisungen mit sechs Monaten Laufzeit + 2,5 Prozent 5 + 2,5 = 7,5 Prozent

Diese Zahl nennt man den voll indizierten Zinssatz. Wenn dieses Darlehen mit nur fünf Prozent beginnt, dann wissen Sie, dass, wenn der Index (Schatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit) auf der gleichen Höhe bleibt, Ihr Kreditzins auf 7,5 Prozent steigen kann. Vergleichen Sie den vollindizierten Zinssatz mit dem augenblicklichen Zinssatz für Hypotheken mit Festzins. Vielleicht sind Sie überrascht, wenn Sie herausfinden, dass der Festzins ebenso hoch ist oder sogar noch ein ganz klein wenig geringer. Diese Erkenntnis könnte Sie dazu bringen, Ihre Entscheidung, eine Gleitzinshypothek zu wählen, neu zu überdenken, weil die in der Zukunft sogar noch steigen kann.

Häufig gewählte Vergleichsindices
Die verschiedenen Indizes unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie schnell Sie auf die Zinsveränderungen, reagieren. Schatzanweisungen sind Anleihen, die von der Regierung ausgegeben werden. Die meisten Gleitzinsen sind an den Zinssatz einer Schatzanweisung mit einer Laufzeit von 6 oder 12 Monaten gebunden.
Wenn Sie eine Gleitzinshypothek wählen, die an einen Index gebunden sind, der schneller reagiert, dann gehen Sie ein größeres Risiko ein, dass die nächste Anpassung Zinssteigerungen reflektiert. Weil Sie damit ein höheres Risiko eingehen, dass die Zinsen steigen, bieten Ihnen die Kreditgeber andere Möglichkeiten, Vorteile zu nutzen, beispielsweise eine niedrigere Kappungsgrenze oder sie verzichten auf ein Disagio.
Wollen Sie die Sicherheit einer Gleitzinshypothek, die an einen langsameren Index gebunden ist, müssen Sie für diese Sicherheit in irgendeiner anderen Form bezahlen, beispielsweise mit einem höheren Anfangszins, einer höheren Kappungsgrenze, einer hören Spanne. Sie könnten aber auch auf eine andere, nicht so offensichtliche Art und Weise für die Sicherheit bezahlen. Ein langsamerer Index hinkt hinter den Marktzinsen immer ein wenig her und so steigt er ein wenig später als die allgemeinen Zinsen und fällt allerdings auch später, nachdem die allgemeinen Zinsen schon gesunken sind.
Der Versuch, den Weg der Zinsen vorherzusehen, ist ein gefährliches Spiel. Bei der Auswahl einer Hypothek ist es wesentlich wichtiger, die eigene finanzielle Situation im Auge zu behalten.

Anpassungen
Ist ein Anfangszins ausgelaufen, dann schwankt der Zinssatz einer Gleitzinshypothek entsprechend der Kreditformel. Die meisten Gleitzinsen werden alle 6 oder 12 Monate angepasst, es gibt aber auch einige, die monatlich angepasst werden. Vor jeder Anpassung erhalten Sie vom Kreditgeber eine Nachricht über Ihren neuen Zinssatz. Kontrollieren Sie die Anpassungen, weil auch Kreditgebern Fehler unterlaufen können.
Wenn alle anderen Fakten gleich sind, dann bietet Ihnen ein Zinssatz, der weniger häufig angepasst wird, ein wenig mehr Sicherheit. Allerdings beginnen solche Zinssätze meist auf einer höheren Ebene.
Fast alle Gleitzinssätze haben eine Kappungsgrenze, das heißt, die Zinsveränderung (aufwärts oder abwärts) ist begrenzt. Bei Krediten, deren Zinsen alle sechs Monate angepasst werden, liegt die Kappungsgrenze in der Regel bei 1 Prozent. Mit anderen Worten, der Zinssatz kann in einem bestimmten Zeitraum nicht mehr als 1 Prozent steigen oder fallen.
Lassen Sie sich niemals auf einen Gleitzins ein, bei dem keine Kappungsgrenze vereinbart ist! Wenn Sie das tun, ist es schlimmer, als würden Sie Ihrem 16-jährigen Sohn eine Kreditkarte ohne Kreditlinie für das Wochenende geben – holen Sie sich die Kreditkarte spätestens am Montag zurück!
Wenn Sie einen Gleitzins vereinbaren wollen, müssen Sie unbedingt die höchstmögliche Zahlung beachten, die Sie noch leisten können. Wenn Sie eine Zahlung mit 10 oder 11 Prozent Zinsen nicht leisten können, dann sollten Sie sich nach einer Hypothek mit gleitenden Zinsen umsehen, die nicht so hoch steigen kann.

Vertragsabschluss beim Immobilienkauf

Haben Sie ein Objekt gefunden, das Sie gern kaufen würden, und wissen Sie, was Sie sich finanziell leisten können, dann beginnt der Spaß erst richtig. Nun müssen Sie das Geschäft abschließen. Die folgenden Abschnitte sage Ihnen etwas über die wichtigsten Dinge, die Sie dabei beachten sollten.
Arbeiten Sie mit einem Immobilienmakler zusammen, dann übernimmt er in der Regel die Last der Verhandlungen. Doch auch, wenn Sie die Verantwortung für die Verhandlungen an Ihren Makler delegieren, benötigen Sie immer noch einen Plan und eine Strategie. Ansonsten ist es leicht möglich, dass Sie für ein Objekt zu viel bezahlen.

Informieren Sie sich über das Objekt und den Eigentümer, bevor Sie ein Angebot machen. Wie lange ist dieses Objekt schon auf dem Markt? Gibt es irgendwelche Mängel? Weshalb verkauft der Eigentümer? Je mehr Sie über das Objekt wissen und die Gründe dafür kennen, dass der Eigentümer verkaufen will, umso eher sind Sie in der Lage, ein Angebot zu machen, das den Bedürfnissen aller Beteiligten entspricht. Einige Makler plaudern gern und werden Ihnen den Lebenslauf des Verkäufers erzählen. Versuchen Sie vom Makler des Verkäufers möglichst viele Informationen über den Verkäufer zu erlangen.
Außerdem sollten Sie Fakten auf den Verhandlungstisch legen. Besorgen Sie sich die Daten vergleichbarer Verkäufe, um Ihren Angebotspreis zu bekräftigen. Allzu oft kommt es vor, dass Käufer und ihre Makler irgendeine Zahl nennen, wenn Sie ein Angebot machen. Wären Sie der Verkäufer, könnte man Sie überreden, Ihren Preis zu senken? Wenn Sie aber auf vergleichbare Verkäufe in der letzten Zeit verweisen können, die Ihr Angebot berechtigt erscheinen lassen, dann stärkt das Ihre Position.
Denken Sie daran, dass der Preis nur einer von mehreren Punkten ist, der verhandelt werden kann. Manchmal sind Verkäufer darauf fixiert, Ihr Eigenheim für einen bestimmten Betrag zu verkaufen. Vielleicht wollen sie mindestens das haben, was sie selbst vor mehreren Jahren bezahlt haben. Vielleicht gelingt es Ihnen zu vereinbaren, dass der Verkäufer vor dem Vertragsabschluss noch bestimmte Reparaturen und Renovierungen durchführen lässt. Sie sollten aber auch wissen, dass die Zeit, in der Sie den Vertrag abschließen, auch Einfluss auf die Verhandlungen hat. Manche Verkäufer benötigen das Geld sehr dringend und sind deshalb bereit Zugeständnisse zu machen, wenn Sie den Vertrag schnell unterschreiben. Außerdem können Sie auch über die Provision des Maklers verhandeln. Versuchen Sie, die Maklerprovision auf den Verkäufer abzuwälzen.

Schließlich sollten Sie versuchen, bei einem Immobilienkauf keine Emotionen zu zeigen. Das ist einfacher gesagt als getan, insbesondere dann, wenn Sie ein Haus kaufen, in dem Sie selbst wohnen wollen. Versuchen Sie, sich nicht in ein Objekt zu verlieben. Suchen Sie weiter nach anderen Objekten, denn selbst wenn Sie ein Angebot machen, könnten Sie es mit einem Verkäufer zu tun haben, der keine Kompromisse eingehen wird.