Ihr persönliches Netzwerk im Job bauen – Karriereplanung Strategien

Stellen Sie sich vor, dass Sie vor ein paar Wochen – vielleicht auf einer Party oder auf der Konferenz eines Berufsverbandes oder zu Hause bei einem Freund – einer Dame vorgestellt wurden und im Verlauf des Gespräches sagte sie Ihnen, sie sei Website Designerin, die in der letzten Zeit eine Reihe von kleinen Beratungsfirmen behilflich war, ihren Internet-Auftritt einzurichten. Gehen Sie weiterhin davon aus. dass diese Frau auf Sie einen starken Eindruck machte, weil sie intelligent, höchst professionell und begeistert war – genau diese Art von Person, die Sie selbst engagieren würden, brauchten Sie jemanden, der sich um Ihre Webseiten kümmert. Und nun stellen Sie sich weiter vor, dass Sie gerade an diesem Morgen von einem Freund einen Anruf erhielten, der für eine kleine Beratungsfirma arbeitet und von Ihnen wissen will, ob Sie jemanden kennen, der dabei behilflich sein kann, für seine Firma eine Webseite zu entwickeln. Ich glaube Sie wissen, was ich meine. Dieser Artikel konzentriert sich auf einen Vorgang, der, hauptsächlich in den USA, unter dem Begriff Networking bekannt ist und am besten beschrieben wird, dass man berufliche Kontakte herstellt – Beziehungen zu Menschen herstellt – die Ihnen im Lauf Ihrer Karriere behilflich sein könnten. In diesem Artikel finden Sie die Grundregeln erfolgreichen Networkings. Sie erfahren, weshalb Networking heute mehr als wichtig ist, mehr als je zuvor, als Strategie des
Karrieremamagements (Hinweis: Wenn Leute heute unter einem solchen Druck sind, verlässliche Quellen zu finden, verlassen Sie sich immer mehr auf persönliche Empfehlungen).

Sie erhalten bewährte Ratschläge, wie Sie das Beste aus dem Networking machen, selbst wenn Sie nicht die Person sind, der es sehr leicht fällt, sich neuen Menschen vorzustellen. Außerdem erhalten Sie einige gute Hinweise zur Nutzung von Vereinigungen und anderen Organisationen, wo Sie die Bemühungen, Ihr Netzwerk ans Laufen zu bekommen, verwirklichen können. Wenn Sie dieses Artikel lesen, dann dürfen Sie den folgenden Vorbehalt nicht vergessen. Networking ist kein Euphemismus für sozialen Aufstieg oder das Ausnutzen von Menschen, und es ist auch keine Einbahnstraße. Wenn Sie sich am Networking beteiligen, dann geht es nicht darum, möglichst viele Namen zu sammeln, die Sie in Ihrem Organizer unterbringen können. Der wahre Zweck des Networking ist, Beziehungen zu entwickeln, von der Sie, aber auch die Person, zu der Sie eine Beziehung eingehen, profitieren. Das bedeutet, dass Sie bereit sein müssen, mindestens so viel zu geben, wie Sie erhalten und ebenso viel für andere tun, wie diese für Sie tun. Wenn Sie in Ihren Bemühungen um Networking diese Geisteshaltung annehmen, und dann Taten folgen lassen, die diese Denkweise reflektieren, dann haben Sie tatsächlich eine höchst erfolgreiche Networking-Strategie begründet.

Was ist Networking eigentlich?
Networking steht schon eine ganze Weile im Wirtschaftswörterbuch, doch das Konzept ist für einige Menschen immer noch sehr verwirrend. Einige Menschen sehen Networking beispielsweise fast ausschließlich als Strategie bei der Jobsuche an. Sie informieren möglichst viele Leute über die Art des Jobs, den Sie suchen und hoffen, dass diese – oder jemand, den sie wiederum kennen – von einer freien Stelle hört und Ihnen davon mittelt, bevor die Stelle wieder besetzt wurde. Fraglos, Networking kann eine höchst erfolgreiche Strategie sein einen Job zu finden, insbesondere wenn Sie in Betracht ziehen, dass viele gute Positionen niemals als Suchanzeige auf dem Stellenmarkt erscheinen, sondern durch persönliche Empfehlungen besetzt werden. Doch Networking kann auch eine wertvolle Strategie in der Entwicklung Ihrer Karriere sein – ebenso wie in der Stellensuche. Beispielsweise haben in einer jüngsten Untersuchung 80 Prozent von 1.400 Finanzvorständen, die in einer von Robert Half International in Auftrag gegebenen Untersuchung befragt wurden, angegeben, dass Networking mit anderen Berufstätigen ein wichtiger Faktor war, um in Ihrer Karriere voranzukommen. Diese Frage könnten Sie Berufstätigen in fast jedem Bereich stellen: Sie würden immer ein sehr ähnliches Ergebnis erhalten.

Betrachten Wir den Vorgang etwas genauer
Networking wird oft als eine Fertigkeit bezeichnet, doch wenn man Networking genauer definiert, ist es eher ein Vorgang. Sie benötigen nicht unbedingt hochentwickelte Fertigkeiten, und können doch den Kreis Ihrer beruflichen Kontakte erweitern. Es ist zwar richtig, dass man einigermaßen gut mit Menschen zurechtkommen muss-so gut, dass Sie keinen Knoten in die Zunge bekommen, wenn Sie jemandem vorgestellt werden. Doch sicherlich müssen Sie nicht unbedingt ein Partylöwe sein. Sie brauchen nur konzentriert, diszipliniert und vor allem ernsthaft sein, wenn Sie die Hilfe beschreiben, die Sie benötigen. Sie werden wahrscheinlich erstaunt sein – wenn Sie es noch nicht wissen – wie hilfreich Menschen sein können, die Sie noch nie zuvor gesehen haben, wenn:
✓ Sie in der richtigen Art und Weise auf sie zugehen
✓ Wenn Sie in der Lage sind, das, was Sie wollen, genau und ernsthaft zu artikulieren
✓ Ihr Wunsch vernünftig ist und ohne großen Aufwand an Zeit und Kraft erledigt werden kann
Das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, wenn Sie jemanden um Hilfe bitten, ist. dass derjenige Ihnen ein Nein zur Antwort gibt, vor dem Sie, wenn Sie genauer darüber nachdenken, keine Angst zu haben brauchen.

Legen sie sich eine Netzwerk-Strategie zurecht
Erfolgreiches Networking beinhaltet zwei unterschiedliche doch sich oft überschneidende Komponenten. Zum ersten gehört es, ein Netzwerk aufzubauen: in kurzen, treffenden und dauerhaften Beziehungen mit einem immer größer werdenden Kreis von Menschen. Die zweite Komponente besteht daraus, dass Sie die Vorteile aus den Kontakten mit Ihrem Netzwerk nutzen, wenn Sie ein bestimmtes Bedürfnis haben. Beispielsweise können Sie Ihr Netzwerk nutzen, wenn:
✓ Sie einen neuen Job suchen oder eine Tätigkeit als freiberuflicher Mitarbeiter und Sie wollen möglichst viele Menschen an der Suche beteiligen.
✓ Sie ein Unternehmen oder eine Person ausgemacht haben, an die Sie gern Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung verkaufen würden, die Sie gern um einen Job bitten würden und Sie suchen nach jemanden, der Ihnen einen Namen nennen kann, oder besser noch. Sie vorstellen kann.
✓ Sie jemanden suchen, der entweder eine freie Stelle besetzen oder einen Auftrag für sein Unternehmen vergeben, dabei sicher gehen will, und sich auf eine persönliche Empfehlung verlassen möchte.
✓ Sie versuchen, einem Freund oder einem Familienmitglied zu helfen, das nach einem Job sucht.
✓ Sie eine freie Stelle entdeckt haben, und nun nach Informationen aus erster Hand über das Unternehmen suchen oder über denjenigen, dem Sie bei einem Auswahlgespräch gegenüber sitzen.
✓ Sie denken über einen Berufswechsel nach und wollen mit Menschen sprechen, die in einem Bereich arbeiten, der Sie interessiert.
✓ Sie an Ihrem Arbeitsplatz ein Karriere-Problem haben und mit anderen sprechen wollen, die ähnliche Probleme hinter sich gebracht haben.

Die tatsächlichen Schritte, die Sie unternehmen, um jedes dieser Ziele über Networking zu erreichen, unterscheiden sich natürlich abhängig von Ihren Bedürfnissen und wie gut Sie die Person kennen, die Sie um Hilfe angehen. Manchmal bitten Sie Ihren Kontakt aus dem Netzwerk um Hilfe, die Sie suchen, während in anderen Situationen Sie ihn bitten müssen, Sie mit jemandem bekannt zu machen. Die Art und Weise, in der Sie mit ihnen kommunizieren – per Telefon, per Fax. per E-Mail oder persönlich – hängt davon ab. welchen speziellen Rat Sie brauchen. Wenn Sie über einen Be-rufswechsel nachdenken und mit jemandem sprechen wollen, der sich auf diesem Gebiet auskennt und dessen Erfahrungen erfragen wollen, dann sollten Sie ihn am besten zu einem Mittagessen einladen. so dass Sie mit dieser Person eine gute Zeit verbringen können. Achten Sie jedoch auf die für ihn verfügbare Zeit und bleiben Sie in Ihrem Gespräch bei der Sache. Es gibt keine Strategie, die in allen Fällen richtig ist. Hier müssen Sie flexibel sein. Selbst wenn Sie keinen speziellen Grund haben, Ihre Kontakte aus dem Netzwerk um Hilfe zu bitten, sollten Sie das Networking zu einem ständigen Prozess machen und mit einer hohen Priorität versehen. Einer der größten Fehler, die Sie beim Networking machen können – und leider kommt dieser Fehler sehr häufig vor – ist es, so lange zu warten, bis es einen gewichtigen Grund gibt, dass Sie nach Menschen suchen, die Ihnen helfen könnten. Dies bedeutet natürlich nicht, dass Sie davon besessen sind, jede Person, die Sie kennen lernen, zu einem Teil Ihres Netzwerks zum machen (nein, es gibt überhaupt keinen Grund, sich an eine Straßenecke zu stellen, und Ihre Visitenkarten zu verteilen). Es bedeutet lediglich, dass, wenn sich die Gelegenheit für neue berufliche Kontakte ergibt, Sie diese auch nutzen sollten. Viele Berufsberater sind von diesem Prinzip so überzeugt, dass sie ihren Schützlingen bestimmte Netzwerkziele setzen – etwa drei oder vier neue Kontakte je Monat. Der Grund hinter diesem Rat ist. dass Sie. je mehr Kontakte Sie entwickeln und kultivieren, es umso einfacher haben werden, die Art von Beistand zu finden, die Sie benötigen – wenn Sie ihn brauchen.

Bessere Entscheidungen im Ihrem neuen Job treffen – Karriereplan für Mitarbeiter

In ihrem Arbeitsalltag sind Entscheidungen eine so grundsätzliche Komponente, dass es oft vorkommt, die Fertigkeiten und Eigenschaften, die dazu erforderlich sind, zu unterschätzen. Ihre Fähigkeiten effektive Entscheidungen zu treffen, beeinflusst unausweichlich die Leistung in Ihrem Job, und deshalb ist es so wichtig, den Entscheidungsprozess verstehen zu können. In den folgenden Abschnitten spreche ich einige grundsätzliche Fragen an. die Sie immer bedenken sollten.

Geben Sie beim Sammeln Von Informationen sehr Vorsichtig vor Um eine gut begründete und informierte Entscheidung zu treffen, benötigen Sie auch gute Informationen. Dank des Internets ist es heute wesentlich einfacher, Informationen zu sammeln, als es früher war. Der verbesserte Zugang zu Informationen hat sich allerdings als zwiespältiger Segen erwiesen, denn sehr leicht verführt es dazu, von einer Woge von Informationen überflutet zu werden. Die Herausforderung ist es nun, bei der Sammlung von Informationen sehr diszipliniert vorzugehen. Entscheiden Sie schon am Anfang, was Sie finden wollen. Wenn Sie Recherchen anstellen um einen Automaten zur Bearbeitung der Post Ihres Unternehmens auszuwählen, legen Sie zuerst die Kriterien fest, die Sie bei Ihrer Entscheidung anwenden wollen. Welche Faktoren sind wichtig: der Preis, die Geschwindigkeit, die Reputation des Herstellers, die Vertrautheit mit Ihrem Geschäft? Wenn Sie diese Kriterien festgelegt haben, dann ordnen Sie diese entsprechend ihrer Bedeutung. Dann sind Sie in der Lage, die gesammelten Informationen effektiv zu bewerten und einzuordnen.

Werden Sie sich Ihrer Vorurteile bewusst
Ein Vorurteil ist eine bestehende Einstellung oder ein Urteil, das Ihre Fähigkeit einschränkt, Informationen objektiv zu bewerten. Hier ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, dass Sie vor zehn Jahren mit einem Computer, der von einem bestimmten Hersteller stammte, eine schreckliche Erfahrung machten und sich damals entschlossen, nie wieder ein Produkt dieses Unternehmens zu kaufen – außer die Sonne geht im Westen auf. Und nun nehmen wir weiter an. dass der Unternehmer die Probleme von damals überwunden hat und nun das beste Produkt am Markt herstellt. Für den Fall, dass Ihr Vorurteil stärker ist als diese Information, werden Sie nicht die beste Entscheidung treffen. Jeder Mensch hat Vorurteile. Der Trick ist allerdings, sich dieser bewusst zu sein, wenn es gilt. Entscheidungen zu treffen.

Sprechen Sie mit anderen
Solange Sie nicht zulassen, dass Diskussionen zu lange andauern, ist es sehr sinnvoll, sich Menschen auszusuchen, mit denen Sie sprechen, bevor Sie eine wichtige Entscheidung treffen. Betrachten Sie diesen Ansatz als eine Art. laut zu denken. Die Menschen, die Sie auswählen, sollten nicht nur genügend Wissen haben, um ein objektives Feedback zu liefern, sondern sie sollten auch sagen, was sie denken. Sie brauchen keine Berater, die Ihnen sagen, was Sie hören wollen. Wenn Sie ein professionelles Netzwerk aufgebaut haben, dann verfügen Sie auch über ein großes Reservoir kollektiver Weisheit, aus dem Sie schöpfen können – und in das Sie natürlich ebenfalls Beiträge leisten müssen.

Vertrauen Sie Ihren Instinkten – manchmal
Manchmal, wenn Sie Entscheidungen treffen, dann sagt Ihnen Ihre Logik, Sie sollten in eine Richtung gehen, doch Ihre Intuition sagt Ihnen etwas anderes. Intuition ist jeder Gedanke oder jede Meinung, die ganz einfach zu Ihnen passt. Intuition bildet sich ohne einen bewussten kognitiven Prozess. Viele erfolgreiche Unternehmer verlassen sich sehr stark auf ihre Intuition, ebenso wie auf Fakten. (Allerdings sollten Sie berücksichtigen, dass Intuition im Allgemeinen das Produkt jahrelanger Erfahrung mit Entscheidungsprozessen ist.) Der beste Rat: Zögern Sie nicht, während der Entscheidungsfindung auch Ihre Intuition zu berücksichtigen – doch lassen Sie nicht zu, dass Sie deshalb die Fakten nicht mehr beachten.

Bewerten Sie den Prozess und das Ergebnis
Werden Sie kein Opfer der weit verbreiteten Praxis, nach der die Effektivität einer Entscheidung auf der Basis des Ergebnisses beurteilt wird. Dazu ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, vor zwei Wochen haben Sie sich aufgemacht, um einen neuen Drucker zu kaufen und Ihre Wahl auf zwei Modelle eingegrenzt: den Megaprint und den Gloriprint. Gehen wir weiter davon aus, dass das Modell Megaprint einige zusätzliche Funktionen hatte, allerdings um 200 Euro teurer war. Sie haben darüber nachgedacht und entschieden, dass für Sie die zusätzlichen Funktionen keine 200 Euro wert waren (wer braucht schon einen Drucker, der einen Wiener Walzer spielen kann) und Sie entschieden sich, das Modell Gloriprint zu kaufen. Sie sind mit Ihrer Entscheidung solange zufrieden, bis Sie in der Zeitung lesen, dass der Hersteller von Megaprint den Preis um 250 Euro gesenkt hat.

Mit anderen Worten. Sie glauben nun, Sie hätten eine schlechte Entscheidung getroffen. Falsch! Es ist zwar natürlich, dass Sie annehmen, Sie hätten einen Fehler begangen, wenn etwas nicht so läuft, wie Sie es sich vorgestellt haben. Auf der Grundlage der Informationen, die Sie zum Zeitpunkt des Kaufs zur Verfügung hatten, und der Kriterien die Sie für Ihre Entscheidung anlegten, trafen Sie die richtige Entscheidung, das Modell Gloriprint zu kaufen. Ob eine Entscheidung richtig ist oder nicht, hängt davon ab, wie sorgfältig Sie bei der Entscheidungsfindung vorgegangen sind. Und nicht unbedingt vom Ergebnis. Niemand kann in die Zukunft sehen. Sie können jedoch auf der Grundlage der Ihnen zur Verfügung stehenden Informationen die bestmögliche Entscheidung treffen.

Aus Fehlern lernen
Eine gute Möglichkeit, Ihre Fähigkeiten bei der Entscheidungsfindung zu verbessern ist. zurück zu blicken und den Prozess zu analysieren. Hier sind einige Fragen, die Sie sich stellen könnten:
✓ Reichten, die Informationen aus? Hatte ich genügend Fakten zur Verfügung, um eine vernünftige Entscheidung treffen zu können? Falls nicht, wo lag mein Fehler?
✓ Waren die Informationen verlässlich? Traf ich meine Entscheidung auf der Basis falscher Informationen?
✓ Waren meine Annahmen richtig? Beruhten einige Annahmen auf Nachdenken oder waren Sie eher automatisch? Sind die falschen Annahmen auf falsche Informationen zurückzuführen? Oder habe ich bestimmte Informationen übersehen und ging deshalb von falschen Voraussetzungen aus?
✓ Kamen mir Vorurteile in die Quere? Welche Wirkung hatten Vorurteile auf meine Entscheidung? Was würde ich anders bewerten, könnte ich die Entscheidung noch einmal treffen?

Die richtige Personalauswahl im neuen Unternehmen – Karriereplanung für Mitarbeiter

Sie haben schon die halbe Miete eingefahren, wenn es Ihnen gelingt, die richtigen Leute zu finden, die Ihre Vision teilen, ebenso Ihre Bereitschaft Hervorragendes zu schaffen, und zusammen ein gemeinsames Ziel verfolgen. Sie benötigen viel Zeit, Geduld und Konzentration, um die besten Mitarbeiter einzustellen und zu halten. Es ist jedoch eine Investition, die die entscheidende Dividende liefert – und es ist eine Investition, die Sie gut vorbereitet tätigen müssen. In den folgenden Abschnitten finden Sie einige Vorschläge, wie Sie es machen könnten.

Denken Sie strategisch
Personalauswahl und Personaleinstellung ist etwas Anderes als nur eine freie Stelle zu besetzen. Konzentrieren Sie sich zunächst auf die strategischen Bedürfnisse Ihres Teams, Ihrer Abteilung oder Ihres Unternehmens. Dann fragen Sie sich, welche Kombination von Fertigkeiten und Sachkenntnis zur Behebung dieser Bedürfnisse erforderlich sind. Sie könnten dabei feststellen, dass die beste Lösung nicht in einer Person liegt, sondern in einer Kombination zweier Personen, die als Teilzeitkräfte eingestellt werden könnten (und jeweils unterschiedliche Stärken haben). Vielleicht müssen Sie aber auch die Arbeitsabläufe neu organisieren und für bestimmte Aufgaben einen freien Mitarbeiter (Freelancer) engagieren.

Die Arbeitsplatzbeschreibung muss genau sein
Wenn Sie Arbeitsplatzbeschreibungen entwickeln, dann sollten Sie klar und deutlich zwischen Verantwortungsbereichen und Qualifikationen unterscheiden. Verantwortungsbereiche sind die Aufgaben oder Pflichten, für die ein Mitarbeiter geradestehen muss. Qualifikation ist eine Kombination aus Wissen, Fertigkeit und Eigenschaften, die erforderlich sind, eine Arbeit gut zu erledigen. Überprüfen Sie, ob die Erfahrungen oder die Abschlüsse, die Sie als Qualifikation fordern, für diesen Job unbedingt erforderlich sind, oder ob Sie Standards fordern, die keinen Einfluss auf die Arbeitsleistung haben (beispielsweise, ob unbedingt ein Diplom erforderlich ist).

Werfen Sie das Netz weit aus
Jeder Personalsuche sollte eine disziplinierte, gut durchdachte Einstellungsstrategie zu Grunde liegen. Das Ziel dieser Strategie muss es sein, nicht nur viele Bewerber, sondern gute Bewerber anzusprechen. Einige Optionen sind es Wert, dass man darüber genauer nachdenkt.
✓ Empfehlungen von Firmenangehörigen: Bitten Sie Ihre Mitarbeiter, Freunde oder Verwandte zu empfehlen. Bieten Sie Anreize an. (Seien Sie jedoch vorsichtig, dass Sie die Einzelheiten des Belohnungssystems sehr genau darstellen.)
✓ Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk: Bitten Sie die Profis in Ihrem Netzwerk, Ihnen geeignete Kandidaten zu empfehlen. Schildern Sie ganz genau, wonach Sie suchen, und prüfen Sie ob Sie demjenigen vertrauen können, der Ihnen die Empfehlung gegeben hat.
✓ Internet: Auf alle Fälle sollten Sie auf der Homepage Ihrer Firma eine Rubrik Stellenangebote einrichten, aber auch auf den Websites der Personalberatungen und auf Messageboards.
✓ Kleinanzeigen in Zeitungen und Fachzeitschriften: Übersehen Sie keinesfalls die regionalen und überregionalen Zeitungen und Fachzeitschriften. Nehmen Sie sich die Zeit, ein ansprechendes Inserat zu erstellen, das den richtigen Kandidaten auffallen wird.
✓ Personalberatungen: Prüfen Sie die Personalagenturen persönlich und suchen Sie nach Agenturen, die sich auf die Talente und Fertigkeiten, die Sie suchen, spezialisiert haben,

Richten Sie ein Auswahlsystem ein
Die einfachste Möglichkeit, um die Bewerbungen der Kandidaten zu sortieren, ist zu entscheiden, wer ein kurzes Interview‘ verdient hat. das meist als Telefoninterview durchgeführt wird. Nachdem Sie die Kandidaten gesichtet haben, entscheiden Sie, Welche Kandidaten sich in der Firma vorstellen dürfen. Ihr Ziel muss es dabei sein, die Zahl der Bewerber nur auf solche zu begrenzen, die wirklich für den Job in Frage kommen.

Machen Sie das Beste aus den Vorstettungsgesprächen
Die wichtigsten Informationen und Erkenntnisse sind eine große Herausforderung – insbesondere dann, wenn routinierte Jobsuchende aus der Reihe tanzen und ihre Stärken in den Vordergrund stellen, während sie ihre Schwächen zu verbergen wissen. Machen Sie nicht den Fehler, die Schwierigkeit eines Vorstellungsgesprächs zu unterschätzen. Hier einige Vorschläge:
✓ Lassen Sie sich Zeit: Setzen Sie für jedes Interview mindestens 45 bis 60 Minuten an und sorgen Sie dafür, dass es während des Gesprächs möglichst keine Störungen gibt.
✓ Bereiten Sie sich gründlich vor: Machen Sie sich mit dem Hintergrund des Bewerbers vertraut. Entscheiden Sie schon vorab, auf welche Bereiche Sie sich im Gespräch konzentrieren wollen und welche Fragen Sie stellen wollen.
✓ Geben Sie den Kandidaten die Möglichkeit, sich vollkommen zu entspannen: Vergessen Sie alle Ratschläge, die besagen. Sie könnten über einen Bewerber am meisten erfahren, wenn Sie seine Reaktionen auf unbequeme Umstände betrachten. Solch ein Interview sagt mehr über Sie aus, als über den Bewerber. Wahrscheinlich erfahren Sie mehr über den Bewerber, wenn Sie eine lok- kere Atmosphäre schaffen.
✓ Stellen Sie offene Fragen: Stellen Sie Fragen, bei denen die Bewerber nicht nur mit ja oder nein zu antworten brauchen. Suchen Sie nach Erkenntnissen, wie der Bewerber denkt oder Probleme löst. Anstatt zu fragen: Sind Sie auch an den Details eines Projekts interessiert? sollten Sie fragen: Kön-nen Sie mir einige Beispiele nennen, in denen Ihre Beachtung von Kleinigkeiten einen wertvollen Beitrag zu einem Projekt leisteten? Stellen Sie sooft wie möglich Fragen, in denen der Kandidat sein Denken und Handeln offenbaren muss.
✓ Koordinieren Sie Ihre Fragen: Stellen Sie dem Kandidaten mehrere Fragen zu seinen Referenzen und zu seinen Zeugnissen. So können Sie die Antworten vergleichen. Wenn ein Arbeitszeugnis etwas anderes besagt als die Aussage des Kandidaten, dann bitten Sie den Kandidaten um eine Erklärung.

✓ Gehen Sie bei Ihrer Entscheidung systematisch vor. Unabhängig davon, ob Sie die letzte Entscheidung allein treffen oder zusammen mit anderen, gehen Sie dabei immer systematisch vor. Sie müssen die vermutlichen Stärken und Schwächen des Bewerbers im Zusammenhang mit den wichtigsten Anforderungen des Arbeitsplatzes bewerten. Das einfachste System ist, die Einsteilungskriterien nach ihrem Gewicht zu ordnen und dann die Bewerber mit einer Skala von 0 bis 5 in jedem Bereich zu bewerten. Bei einigen Jobs können Sie auch einen Test einsetzen, der Ihnen hilft, bestimmte Fertigkeiten zu bewerten. die für den Job wichtig sind.
✓ Prüfen Sie Referenzen und Arbeitszeugnisse selbst. Stimmt, es ist sicher ein wenig zeitraubend und oft auch frustrierend, bei früheren Arbeitgebern anzurufen. die Ihnen dann nicht mehr über den Kandidaten sagen als den Namen, seine Position und seine Sozialversicherungsnummer, doch lohnt sich diese Investition sehr oft. Normalerweise erhalten Sie bessere Ergebnisse, wenn Sie die Nachfrage selbst durchführen und sie nicht nur auf frühere Chefs begrenzen. Versuchen Sie die Mitarbeiter und Kollegen des Kandidaten aufzuspüren. Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie nach Informationen suchen, die Ihren Eindruck von dem Kandidaten bestätigen oder in Frage stellen.

Einstellen oder nicht?
Vermeiden Sie folgende Fallen, wenn Sie die endgültige Entscheidung treffen.
✓ Sorglosigkeit: Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Gedächtnis. Machen Sie während des Interviews ausführliche Notizen, so dass Sie diese noch einmal ansehen können, bevor Sie sich entscheiden.
✓ Fehlende Perspektiven: Versuchen Sie, dem Auftritt des Kandidaten im Vorstellungsgespräch keine zu große Bedeutung zuzumessen. (Denken Sie immer daran, dass routinierte Bewerber genau wissen, wie man seine Schwächen verbergen kann.)
✓ Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung der Begeisterung: Wenn ein Kandidat während des Vorstellungsgesprächs keine Begeisterung zeigen kann, dann sollten Sie nicht den Fehler begehen zu glauben, er könne die Begeisterung am Arbeitsplatz entwickeln.
✓ Der Hallo-Effekt: Lassen Sie nicht zu, dass ein ganz bestimmter Aspekt in der Vergangenheit eines Kandidaten (beispielsweise, dass er eine Elite-Uni besuchte, oder genau wie Sie eine Boa Konstriktor als Haustier hält) Sie blind macht für alle Hinweise, dass er nicht der geeignete Bewerber ist.
✓ Zu viele Chefs: Es ist schon richtig, wenn Sie sich aus relevanten Quellen informieren, doch versuchen Sie die Zahl der Personen zu begrenzen, die Einfluss auf die letzte Entscheidung nehmen können. Es wäre nämlich möglich, dass Sie dann nicht den besten Bewerber einstellen, sondern denjenigen, gegen den kaum jemand Einwände hatte.

Präsentationen in Ihrem neuen Job – Karriereplanung Strategien

Je weiter Sie in Ihrer Karriere vorankommen, umso wahrscheinlicher wird es sein, dass man Sie auffordert, das Ergebnis einer Arbeitsgruppe vorzutragen, entweder für externe Kunden oder für Manager aus Ihrer eigenen Firma. Die gute Nachricht ist, dass die grundlegenden Regeln der Kommunikation sich nicht deshalb ändern, weil Sie nun zahlreiche Zuhörer haben. Doch müssen Sie möglicherweise gewisse Ängste überwinden – und die meisten Menschen haben diese Ängste – wenn Sie vor einer größeren Gruppe sprechen sollen. Außerdem könnte es sein, dass sich alle Mitglieder aus Ihrer Gruppe an der Präsentation beteiligen sollen. Viele große Unternehmen bieten ihren Managern Seminare zur Präsentation an. Wenn Sie diese Gelegenheit nicht haben, sollten Sie darüber nachdenken, dem örtlichen Rotary Club oder dem Lions Club beizutreten, wo Sie oft Gelegenheit haben werden, guten Rednern zuzuhören oder selbst zu sprechen. Dort haben Sie meist Gelegenheit mit Kommunikationsprofis zu sprechen, die Ihnen hilfreiches Feedback und Vorschläge bieten können. Und mit der Hilfe von Video- Aufzeichnungen können Sie bestimmte Aspekte in Ihrer Präsentation – beispielsweise Haltung, Gesten oder Stimmlage – kritisch betrachten und möglicherweise auch verbessern. In der Zwischenzeit möchte ich Ihnen in den folgenden Abschnitten eine Zusammenfassung der Grundregeln geben, die in den meisten Kommunikationsseminaren angesprochen werden.

Wie Sie mit der Angst umgehen
Wenn Sie nicht jahrelange Erfahrung mit Reden vor großen Gruppen haben, dann kann die Aussicht auf eine Präsentation sehr nervig sein. Selbst wenn Sie die Menschen unter Ihren Zuhörern kennen und mögen, könnten Sie leicht nervös werden. Das ist eine völlig normale Situation. Die meisten Menschen haben ein ähnliches Gefühl. Allerdings gibt es hierfür keine narrensichere Lösung. Wenn Sie von Natur aus introvertiert sind, dann werden Sie sich vor einer Gruppe von Menschen nie so zwanglos fühlen wie jemand, der extrovertiert ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie keine effektiven Präsentationen abliefern können. Sie müssen nur eine Möglichkeit finden, die ersten Präsentationen heil zu überstehen, um Selbstvertrauen zu gewinnen und diese wichtige Fähigkeit weiter zu entwickeln.

Hier einige Tipps wie Sie damit beginnen können:
✓ Sachkunde muss sein. Stellen Sie sicher, dass Sie das, was Sie vortragen werden, in- und auswendig kennen. Je mehr Vertrauen Sie in Ihre Präsentation haben, umso weniger brauchen Sie sich darüber Gedanken zu machen, etwas Dummes zu sagen, weswegen so viele Menschen es vermeiden, in der Öffentlichkeit zu sprechen.
✓ Lassen Sie Nervosität zu (Lampenfieber). Anstatt zu versuchen, Ihre Angst völlig zu unterdrücken, sollten Sie die Schmetterlinge im Bauch als Teil des Spiels akzeptieren und versuchen, die durch Nervosität freigesetzte Energie in Ihrer Präsentation zu nutzen.
✓ Üben, üben, üben. Nutzen Sie jede mögliche Gelegenheit, um Ihre Präsentationsfertigkeiten zu trainieren und Selbstvertrauen aufzubauen, wenn Sie vor kleineren Gruppen, vor denen Sie sich locker fühlen, eine kleine Rede halten (Beispielsweise vor Ihrer Familie oder guten Freunden. Vielleicht sollten Sie die Dias aus Ihrem letzten Urlaub kommentieren.).
✓ Behalten Sie die Übersicht. Denken Sie daran, dass die Nervosität, die Sie fühlen, von den Zuhörern nie so stark wahrgenommen wird, wie sie von Ihnen empfunden wird.
Und außerdem: Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie wie Hans Joachim Kulenkampff, Harald Schmidt oder Thomas Gottschalk auftreten.

Das sollten Sie im Büro nie Versuchen
Hier sind sechs bombensichere Möglichkeiten, Ihre Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass Sie nicht im Geringsten daran interessiert sind, was sie zu sagen haben:
✓ Beenden Sie die Sätze für sie (Sie werden Ihnen für diese Hilfe dankbar sein!).
✓ Denken Sie über Ihre Antwort nach, bevor Ihr Gesprächspartner zu Ende gesprochen hat. (Wahrscheinlich ist Ihre Antwort ohnehin wesentlich interessanter als seine Aussage.)
✓ Probieren Sie einmal aus. wie viele andere Betätigungen Sie neben einem Telefongespräch ausführen können (prüfen Sie Ihre Kontoauszüge, lösen Sie ein Kreuzworträtsel, lesen Sie die Sportnachrichten in der Zeitung und so weiter).
✓ Wenn Sie mit Ihrem Gesprächspartner in einem Restaurant zu Abend essen, sollten Sie sich immer so setzen, dass Sie die Tür im Auge behalten können und sehen, wer kommt und wer geht. Sinnvoll ist es natürlich auch zu beobachten, was die anderen Gäste serviert bekommen.
✓ Trommeln Sie mit Ihren Fingern auf den Tisch, rollen Sie mit den Augen und schauen Sie so oft wie möglich auf Ihre Armbanduhr.
✓ Wenn Sie in Ihrem im Büro eine Besprechung haben, dann sollten Sie nebenbei einmal im Internet nachsehen, welche Wettervorhersage für das kommende Wochenende getroffen wurde.

Bereiten Sie sich auf die Veranstaltung Vor
Das letzte, was Sie brauchen können, wenn Sie eine Präsentation durchführen, ist eine Über-raschung! Um sicher zu gehen, sollten Sie alle Aspekte der Veranstaltung schon lange im Voraus untersuchen. Hier eine Liste von Fragen, mit denen Sie beginnen können:
✓ Was ist der Sinn des Gespräches?
✓ Wer wird unter den Zuhörern sein und was werden die Zuhörer erwarten?
✓ Wie viel Zeit habe ich?
✓ Wo wird die Präsentation stattfinden?
Welche audiovisuelle Ausrüstung ist vorhanden (wenn überhaupt)?
Ist noch Zeit für Fragen und Antworten?
✓ Wie wird die Sitzordnung sein: eine Anordnung wie in Konferenzen oder als Auditorium?
Am Tag der Präsentation sollten Sie ebenfalls überflüssige Überraschungen vermeiden. Hier einige weitere Tipps:
✓ Wenn Sie sich auf elektronisch gespeicherte Informationen verlassen, dann sollten Sie unbedingt eine Diskette mit einem Back up bereithalten.
✓ Erstellen Sie einen Notfall-Plan. Wenn Sie beispielsweise einen Computer benutzen, halten Sie auch eine Reihe normaler Overhead-Folien bereit, nur für den Fall, dass etwas schief läuft.
✓ Kommen Sie so rechtzeitig, dass Sie die Audio- und Videoausrüstung überprüfen können. Außerdem sollten Sie die Beleuchtung, die Heizung und die Klimaanlage überprüfen. Nehmen Sie sich die Zeit. Ihre Präsentation vor Ihrem geistigen Auge ablaufen zu lassen.

Denken Sie strategisch
Sobald Sie eine allgemeine Vorstellung des Ereignisses haben, und wissen, was von Ihnen erwartet wird, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die strategischen Aspekte der Präsentation. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Ziel in vielen Präsentationen nicht darauf begrenzt ist, Informationen zu vermitteln – es könnte sein, dass Sie auch Zuhörer davon überzeugen müssen, zu handeln. Bevor Sie also beginnen, den Inhalt der Präsentation vorzubereiten, konzentrieren Sie sich auf die folgenden Fragen:
✓ Was sollen die Zuhörer tun, nachdem sie meine Präsentation verfolgt haben?
✓ Mit welchen Gedanken sollen die Zuhörer nach Hause gehen, um wie gewünscht zu reagieren?
✓ Welche Vorstellungen oder Einstellungen könnten unter den Zuhörern bereits bestehen, die es erschweren, meine Botschaft zu vermitteln?
✓ Wie viel wissen die Zuhörer über den Gegenstand meiner Repräsentation?
✓ Welche Beziehung habe ich zu den Leuten, die unter den Zuhörern sein werden? Kennen sie mich gut oder sehen und hören sie mich zum ersten Mal? Wie wichtig ist es für mich, meine Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen?

Die maßgeschneiderte Präsentation
Die gleiche Botschaft, die in genau der gleichen Art und Weise von der gleichen Person an zwei verschiedene Gruppen vermittelt wird, kann völlig unterschiedliche Reaktionen auslösen, abhängig von der Zusammensetzung des Publikums. Wenn Sie also Ihre Präsentation zusammenstellen, müssen Sie den Hintergrund, die Interessen und die Ziele der Zuhörer in Ihre Überlegungen einbeziehen. Wenn beispielsweise unter den Zuhörern auch Kollegen sind, die sich in Ihrem Spezialgebiet nicht so gut auskennen, dann sollten Sie auf alle Fälle Fach Terminologie und Abkürzungen vermeiden, die sie möglicherweise nicht kennen. Wenn Sie Ihre Präsentation vor der Geschäftsleitung abhalten, dann sollten Sie so gut wie möglich erklären, wie Ihre Vorstellungen zum Geschäftserfolg des Unternehmens beitragen oder ihn beeinflussen.

Legen Sie los!
Innerhalb der ersten 30 Sekunden Ihrer Einleitung sollten die Zuhörer zwei Dinge erfahren:
✓ Was Sie sagen werden
✓ Weshalb es für sie so wichtig ist

Wenn möglich, sollten Sie Ihre Präsentation mit einer Anekdote oder mit Hintergrundinformationen beginnen, die das Eis brechen und Rapport herstellen. Doch sollten Sie keine plumpen Witze erzählen oder die Einführung zu sehr in die Länge ziehen. Nicht falsch ist es, wenn Sie die Präsentation mit der Vorstellung Ihrer Person beginnen, wenn Sie Ihre Absicht darlegen und die Zuhörer wissen lassen, was sie Ihrer Meinung nach aus der Präsentation mit nach Hause nehmen sollten.

Bauen Sie eine persönliche Beziehung auf
Die beste und einfachste Möglichkeit Rapport zu ihren Zuhörern herzustellen, ist es. dass Sie sich ganz natürlich geben, solange Sie Enthusiasmus und Energie ausstrahlen. Versuchen Sie sich vorzustellen, dass Sie sich mit den Leuten unterhalten, und keine Rede halten.
Hier einige weitere Tipps :
✓ Bewegen Sie sich auf der Bühne, auf dem Podium oder vor den Zuhörern ganz locker und gelöst.
✓ Lächeln Sie.
✓ Stellen Sie während der Präsentation mit möglichst vielen Zuhörern Augen Kontakt her.
✓ Lächeln Sie.
✓ Wenn es angebracht und relevant ist, dann sollten Sie Beispiele aus Ihrer Erfahrung erzählen um wichtige Punkte zu verstärken und den Zuhörern Ihre Botschaft eindringlicher zu vermitteln.
✓ Lächeln Sie.
✓ Die wichtigsten Punkte Ihrer Präsentation sollten Sie an den Zuhörern aus- richten. Wenn Sie wichtige Gesichtspunkte und Informationen darstellen, lassen Sie Ihre Zuhörer wissen, weshalb diese Aspekte für sie von Vorteil sind. Anstatt zu sagen Die neue Software wird Ihre Produktivität erhöhen. sollten Sie sagen Mit dieser neuen Software können Sie in der gleichen Zeit doppelt so viele Rechnungen ausstellen.
✓ Lächeln Sie.

Konzentrieren Sie sich auf unfeine Schlüsselpunkte
Der Erfolg Ihrer Präsentation ist nicht abhängig von der Menge der Informationen, sondern von Ihrer Fähigkeit, die Information zu zwei oder drei Punkten zusammenzufassen, an die man sich leicht erinnern kann. Stellen Sie sich die Frage: An welche zwei oder drei Vorstellungen sollen sich die Zuhörer nach der Präsentation noch erinnern können? Der größte Teil der Informationen sollte sich auf diese Punkte beziehen.

Hatten Sie die Visuellen Hilfsmittel einfach
Dank der Vielseitigkeit und der Stärke der Präsentations-Software brauchen Sie keinen externen Spezialisten mehr zu engagieren, um visuelle Hilfen herzustellen, die Eindruck machen und Interesse wecken. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht übertreiben. Nur weil die Software-Pakete Ihnen die Auswahl von 700 verschiedenen Schriftarten anbieten und doppelt so viele Grafiksymbole, heißt das noch lange nicht, dass Sie alle in einer Präsentation verwenden müssen. Wenn Sie Ihre eigenen Bilder herstellen, achten Sie darauf, dass sie einfach sind. Benutzen Sie ein oder zwei Schriftarten und stopfen Sie ein Bild nicht mit zu vielen Wörtern oder Abbildungen voll. Wenn Sie sich auf diesem Gebiet Ihrer Sache nicht sicher sind, dann sollten Sie jemanden aus Ihrer Firma fragen, der Ahnung von grafischem Design hat.

Fassen Sie zusammen
Die ersten 30 Sekunden Ihrer Präsentation sind der wichtigste Teil, die letzte Minute ist fast so wichtig. Organisieren Sie Ihren Vortrag so, dass Sie den formellen Teil Ihrer Präsentation mindestens 10 Minuten vor der geplanten Zeit beenden. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, etwas Zeit auf die Zusammenfassung der wichtigsten Punkte zu verwenden und die Zuhörer zu Fragen zu ermuntern. Die Zuhörer werden mehr Informationen aus Ihrer Präsentation behalten können, weil sie nicht nervös auf ihre Uhr sehen, während Sie sich beeilen, Ihren Vortrag zum Ende zu bringen.

Machen sie das Beste aus Overhead-Folien
Erstellen Sie die Overhead-Folien für Ihre Präsentationen selbst? Großartig! Sie müssen nicht Michelangelo sein, um eine vernünftige Folie zu erstellen, doch brauchen Sie einige Grundfertigkeiten und ein gutes Auge. Bedenken Sie die folgenden Punkte, wenn Sie mit der gebräuchlichsten Präsentations-Software arbeiten:
✓ Erstellen Sie eine Master-Folie mit dem Hintergrund und den Grundfarben. Damit schaffen Sie für jede Folie ein gemeinsames Layout.
✓ Verlassen Sie sich auf kurze Headlines und Bullets. Vermeiden Sie lange Texte. Das Publikumsoll die Folie nicht lesen; es soll Ihnen zuhören.
✓ Begrenzen Sie die Zahl der Fonts (Schriftarten) auf zwei oder maximal drei. Eine Schriftart reservieren Sie für die Headlines, die andere für die Texte. Das sollten Sie auf jeder Folie durchhalten.
✓ Die Schriftgröße sollte groß genug sein, damit sie vom Publikum gelesen werden kann. In der Regel sollte die Schriftgröße 24 Punkt ausmachen.
✓ Haben Sie kein Vertrauen in Ihre Gestaltungskünste, lassen Sie sich von einem Grafikdesigner helfen.

Präsentieren Sie stilvoll
Wie Sie sich selbst präsentieren, ist ebenso wichtig wie die Darstellung der Informationen. Ihre Gesten, Ihr Gesichtsausdruck. Ihre Stimme – alles beeinflusst die Wirkung Ihrer Botschaft und das Interesse der Zuhörer. Die beste Möglichkeit, Ihren Präsentationsstil zu verbessern ist Praxis, Praxis und noch mehr Praxis. Vielleicht sollten Sie sich überlegen, einen Kurs zu besuchen, bei dem Sie sich selbst auf einem Video betrachten können, so dass Sie zu diesen Punkten ein Feedback haben und wissen, ob Sie an Ihrem Präsentationsstil noch arbeiten müssen.
Wenn Sie sich keinen Coach und kein Seminar leisten können, dann sollten Sie sich von einem Freund oder einem Mitglied Ihrer Familie per Videokamera aufzeichnen lassen. Hier sind nun ein paar Fragen, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie sich die Aufzeichnung ansehen:
✓ Positur: Hielten Sie während der Präsentation eine gute Positur aufrecht? (Oder traten Sie ständig von einem Fuß auf den anderen?)
✓ Äugen Kontakt: Hatten Sie mit den meisten Leuten unter Ihren Zuhörern Augenkontakt (oder starrten Sie während Ihres Vortrags immer nur auf einen imaginären Punkt an der Decke, hatten Sie die ganze Zeit die Augen niedergeschlagen oder hatten Sie nur mit ein oder zwei Zuhörern Augenkontakt?)
✓ Handbewegungen: Sahen Ihre Handbewegungen ganz natürlich und locker aus, ohne dass Sie ständig in der Luft herumfuchtelten oder gar mit dem Finger auf Zuhörer zeigten?
✓ Ihre Stimme: Drückte Ihre Stimme Sicherheit, Kraft und Begeisterung aus? Veränderten Sie die Tonlage oder hörte sich Ihre Stimme eher monoton an?
✓ Gesichtsausdruck: Lächelten Sie und sahen Sie entspannt aus?

Konferenz mit Effizienz führen – Karriereplanung für das Management

Hier eine kleine Denkaufgabe für Sie. Denken Sie an die letzten zwei oder drei Konferenzen zurück, an denen Sie teilgenommen haben. Als Teilnehmer, und nicht als Konferenzleiter. Und dann beantworten Sie bitte die folgenden Fragen:
✓ War es wirklich notwendig, dass Sie an der Konferenz teilgenommen haben?
✓ War es für Sie einfach, Ihr Interesse wach zu halten, oder hatte der größte Teil der Diskussion nichts mit Ihrem Job zu tun?
✓ Hatten Sie Gelegenheit etwas zu sagen, wenn Sie etwas sagen wollten und hörte man Ihnen aufmerksam zu?
✓ Hatten Sie nach der Konferenz das Gefühl, sie sei den Zeitaufwand wert gewesen?
Versetzen Sie sich nun in die Situation der Mitarbeiter, die an Konferenzen teilnehmen, die Sie leiten. Fragen Sie sich, was Ihre Mitarbeiter sagen würden, stellte man ihnen die gleichen Fragen. Wenn Sie sich der Antworten nicht sicher sind, dann finden Sie nun zehn Vorschläge:
✓ Werten Sie die Konferenz auf. Gibt es keinen wichtigen Grund für eine Konferenz. dann sollten Sie sie gar nicht erst anberaumen. Jede Konferenz muss einen Zweck verfolgen, der jeden der Beteiligten betrifft und zu dem jeder beitragen kann – auch wenn es nur um das schon altmodische Brainstorming geht.
✓ Halten Sie die Konferenz an einem geeigneten Ort ab. Der Konferenzraum in der Firma ist vielleicht nicht immer der geeignete Ort für jede Konferenz. Suchen Sie einen Tagungsraum aus, der gut beleuchtet ist, viel Raum bietet und gut mit Konferenztechnik ausgestattet ist. Wenn es jedoch darum geht, mit einem Brainstorming eine Sofortlösung für ein spezielles Problem zu finden, dann sollten Sie in Erwägung ziehen, außerhalb des Firmengeländes zu tagen, um eine kreativere Umgebung zu schaffen. Für besondere Anlässe sollten Sie auch besondere Tagungsorte auswählen.
✓ Begrenzen Sie die Zahl der Teilnehmer. Wenn Sie entscheiden, wer an der Konferenz teilnehmen sollte, dann sollten Sie sich die folgenden Fragen stellen:
• Wessen Job oder besonderes Fachwissen wird durch die Tagesordnung berührt? (Bei dieser Entscheidung sollten Sie nicht zu kleinlich sein.)
• Gibt es jemanden, der mit seiner Fachkenntnis, Erfahrung oder seinem Wissen (unabhängig von seinem Rang) wichtige Anregungen geben könnte?
Allerdings sollten Sie bei der Auswahl der Konferenzteilnehmer sehr sensibel sein, denn ganz schnell könnte jemand beleidigt sein, weil er nicht eingeladen wurde. Wenn jemand aus Ihrem Team oder Ihrer .Abteilung nicht den Auswahlkriterien entspricht, aber leicht eingeschnappt sein könnte, dann erklären Sie ihm den Sinn und Zweck der Konferenz und lassen ihn entscheiden, ob er teilnehmen möchte.

✓ Legen Sie eine schriftliche Tagesordnung vor. Die Tagesordnung soll ganz grob die geplante Diskussion vorgeben und ist sehr hilfreich, wenn drei oder mehr Themen diskutiert werden sollen. Achten Sie bei der Tagesordnung auf die Schwerpunkte und beginnen Sie mit dem wichtigsten Thema. Damit stellen Sie sicher, dass den weniger wichtigen Themen nicht zu viel Zeit gewidmet wird.
✓ Beginnen und beenden Sie die Konferenz pünktlich. Wenn es nicht einen sehr guten Grund gibt, anders zu verfahren (vielleicht ein Stromausfall), sollten Sie die Konferenz pünktlich beginnen. Wenn Teilnehmer eine Viertelstunde später kommen und die Konferenz hat noch nicht begonnen, dann gibt es für sie bei weiteren Konferenzen keinen Grund rechtzeitig zu erscheinen. Ebenso wichtig ist, die Konferenz auch zur geplanten Zeit zu beenden. Wenn wichtige Themen noch nicht behandelt wurden, dann sollten die Teilnehmer mehrheitlich darüber entscheiden, ob die Konferenz mit den Teilnehmern, die noch
bleiben können, fortgesetzt werden soll oder für alle Teilnehmer ein neuer Termin anberaumt werden soll.
✓ Ermutigen Sie zur aktiven Teilnahme. Nicht jeder ist so beredt und kann sich auf Konferenzen gut ausdrücken. Nun liegt es an Ihnen als Konferenzleiter, die Diskussion zu führen und auch die zu Worte kommen zu lassen, die ansonsten geschwiegen hätten.
✓ Achten Sie darauf dass alle zum Thema sprechen. Es ist schon schwierig, ein sehr kreatives Team immer an der Tagesordnung zu halten. Falls neue Ideen aufkommen, die erheblichen Diskussionsbedarf haben, dann können Sie diesen Funkt in einer weiteren Konferenz behandeln. Natürlich sollen Sie keinesfalls Kreativität im Keim ersticken, aber Sie wollen schließlich alle Punkte behandeln, die auf der Tagesordnung stehen.
✓ Machen Sie sich Notizen. Bestimmen Sie jemanden, der während der Konferenz ein Protokoll führt. Besonders wichtig sind die Punkte, bei denen es zu einer Entscheidung kam. Protokolle sind eine Erinnerung an das, was erledigt werden muss, aber auch eine Zusammenfassung dessen, was diskutiert wurde für diejenigen, die an der Konferenz nicht teilnehmen konnten.
✓ Verfolgen Sie den Erfolg. Sagen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie ein Feedback wünschen, wie Konferenzen noch effektiver gestaltet werden könnten. Akzeptieren Sie bereitwillig die Möglichkeit, dass das. was früher funktionierte, unter veränderten Bedingungen nicht klappt.
✓ Achten Sie auf Gruppenprozesse. Beobachten Sie genau, wie die Gruppe reagiert und vorankommt. Ist jemand irritiert, wie die Diskussion eine bestimmte Richtung nimmt, sollten Sie mit diesem Mitarbeiter eine vertrauliche Unterredung führen, um mit ihm seine Bedenken zu besprechen. Sind Sie aber mit der Gruppendynamik insgesamt nicht zufrieden, dann sollten Sie überlegen, ob ein außenstehender Moderator als Konferenzleiter eingeladen werden soll. Möglicherweise bringt er neue Ideen mit und kann Konflikte leichter ausräumen.

Was Sie von Spitzenkräften fernen können – Karriereplan für Mitarbeiter

Wie überall, so auch im Geschäftsleben, hängt Ihre Fähigkeit zu brillieren, nicht nur von der Begabung, den Fertigkeiten und dem Wissen ab. Wesentlich ist, dass Ihre Art zu arbeiten das Beste aus Ihren Eigenschaften machen kann. Dieser Artikel gibt uns die Möglichkeit, uns auf die Grundlagen der Alltagsarbeit zu konzentrieren. Wir sehen uns die Eigenschaften – außer Begabung, Wissen und Fertigkeiten – die Spitzenkräfte von allen anderen in ihren jeweiligen Berufen unterscheiden. Außerdem biete ich Ihnen einige Ratschläge, wie Sie die mentale Einstellung einer Spitzenkraft adaptieren können. Später gehen wir noch auf das Zeitmanagement und das Treffen von Entscheidungen ein.

In jedem Bereich, von der Wirtschaft über Musik zu Sport, gibt es eine Elite – die Spitzenkräfte, die in der Lage sind, ständig Bestleistungen zu erbringen. Und das gelingt Ihnen, ohne sich dabei zu überfordern und auch nicht die Menschen, mit denen sie leben und arbeiten. Wenn ich Spitzenkräfte sage, dann fallen Ihnen sicherlich einige Personen ein: Schauspieler, Entertainer oder Sportler, beispielsweise Götz George und Iris Berben, Hans Joachim Kulenkampff und Harald Juhnke, Franz Beckenbauer und Boris Becker. Doch die meisten Spitzenkräfte sind weder Schauspieler noch Entertainer noch Sportler. Es sind Geschäftsleute, Rechtsanwälte, Lehrer, Ärzte, Wissenschaftler, Designer, Journalisten, Verkäufer und Politiker, die, trotz aller Unterschiede, eines gemeinsam haben: Sie schaffen mehr – in kürzerer Zeit – als der normale arbeitende Mensch. Was unterscheidet diese Menschen von allen anderen? Diese Frage stellten sich Verhaltensforscher fast 20 Jahre lang. Charles Garfield, ein Psychologe brachte den Stein in den 80er Jahren mit seinem Buch Peak Performers (Spitzenkräfte) ins Rollen, doch seither wurden sehr viele weitere Bücher und Studien veröffentlicht. Die Anstrengungen, die unternommen wurden, um mehr darüber herauszufinden, das führte zu einem System, das in Fachkreisen als Competence Modellig bezeichnet wird. Dabei werden Einstellungskriterien, basierend auf den Fertigkeiten und Eigenschaften der Erfolgreichsten in ihrem jeweiligen Job, erstellt. Bedauerlich ist, dass diese Forschung bisher noch keine wissenschaftlich begründeten Hinweise ergeben haben, die Spitzenkräfte definieren könnten. Nicht alle Forscher kamen zu gleichen Ergebnissen oder benutzten die gleiche Terminologie zur Beschreibung der speziellen Eigenschaften. Dennoch ergaben sich aus diesen Untersuchungen bestimmte Verhaltensmuster, die alle Spitzenkräfte aufwiesen. Folgend beschreibe ich ganz kurz sechs verschiedene Eigenschaften, die bei allen Spitzenkräften zu beobachten waren, zwar in Unterschiedlicher Ausprägung, doch immerhin ein Anfang. Wenn Sie die folgenden Beschreibungen lesen, fragen Sie sich selbst, ob und in welcher Ausprägung diese Eigenschaften bei Ihnen vorhanden sind. Denken Sie aber daran, dass Spitzenkräfte nicht nur in ein oder zwei dieser Kategorien her- ausragend sind, sondern in allen aufgeführten Kategorien.

✓ Sie konzentrieren sich auf ein Ziel. Alle Spitzenkräfte haben das, was Charles Garfield in den 80er Jahren zuerst als ein Bild eines erwünschten Zustands bezeichnet, das Aktionen geradezu herausfordert. Mit anderen Worten: Sie sind zielorientiert. Sie haben eine klar definierte und gut durchdachte Vision davon, wohin sie in Ihrem Leben kommen wollen, und ihre alltäglichen Handlungen haben ihre Wurzeln in klar definierten Werten. Diese Klarheit in der Visionen ist der wichtigste Grund dafür, dass Spitzenkräfte in der Regel Ihre Zeit sehr effektiv einteilen. Sie sind ständig auf ihre Prioritäten und Werte ausgerichtet, sie haben wenig Schwierigkeiten, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Während also die Spitzenkräfte nicht unbedingt so hart und so lange wie andere arbeiten, konzentrieren sie sich unweigerlich auf die richtigen Aufgaben und ma-chen das Beste aus ihrem Einsatz.
✓ Sie wollen es zur persönlichen Meisterschaft bringen. Ob sie nun ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie Basketbälle werfen, Musik komponieren, Programme schreiben oder Mathematik lehren: Spitzenkräfte verpflichten sich zu Spitzenleistungen, sie erleben ein Bedürfnis nach herausragenden Leistungen, das von innen kommt. Auch wenn sie öffentliche Anerkennung genießen und andere äußerliche Belohnungen für ihren Erfolg erhalten, beurteilen Spitzenkräfte in der Regel die Qualität ihrer Arbeit nach eigenen Standards der Exzellenz – Standards, die immer höher liegen als die Norm.
✓ Sie denken positiv. Spitzenkräfte sind in der Regel Optimisten. Das Glas ist immer halb voll, nie halb leer. Ob dieser Optimismus im Erfolg, den Sie schon hatten, begründet ist – oder umgekehrt – ist etwas, das man mit dem Rätsel vergleichen könnte: Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? So viel ist allerdings klar. Spitzenkräfte sind keine Träumer. Weder ignorieren sie Probleme, noch nehmen sie sie auf die leichte Schulter. Sie lassen sich durch Probleme nicht verunsichern. Probleme sind da. um gelöst zu werden, nicht nur um darüber zu brüten. Rückschläge sind eine Möglichkeit zu lernen und beim nächsten Mal besser zu sein. Schlechter Laune zu sein, ist nicht erlaubt. Ihr Optimismus erklärt weitgehend, weshalb Spitzenkräfte nach Rückschlägen so schnell wieder zurückkommen. (Uber die Basketball-Legende Michael Jordan wurde gesagt, dass er in jedem Spiel, das einem Spiel folgte, indem er nicht besonders gut war, besonders gefährlich war.

✓ Jeder weiß, dass er sich auf die nahe liegende Aufgaben konzentrieren muss. Spitzenkräfte haben zweifellos die Fähigkeit, ihre Aufmerksamkeit auf die gerade anstehende Aufgabe zu konzentrieren, ganz gleich wie viel Chaos um sie herum sein mag. Manche nennen diese Eigenschaft die Fähigkeit sich abzuschotten. Doch ganz gleich wie man es nennt, es ist eine Eigenschaft, die nicht von Natur aus da ist und die man kaum antrainieren kann. Einer der Schlüssel, sich völlig auf eine anstehende Aufgabe konzentrieren zu können, ist die Motivation: Man muss wissen, weshalb man etwas tut und weshalb es wichtig ist. Doch andere Faktoren – viele von ihnen überraschend routinemäßig – können auch ihre Auswirkungen haben. Beispielsweise die körperliche Verfassung – ganz einfach gut in Form zu sein – kann sie weitestgehend mental wachsam halten. Ihre Essgewohnheiten. Schlaf-gewohnheiten und der allgemeine Lebensstil sind ebenfalls wichtig.
✓ Sie suchen – und erhalten – die Hilfe anderer. Im Gegensatz zu den vielen Mythen, sind Spitzenkräfte in der Regel kein Superman und kein einsamer Cowboy, die keine Hilfe brauchen und Sie auch nicht suchen. Im Gegenteil, sie können das praktizieren, was als kreative Kooperation beschrieben wird. Spitzenkräfte kennen in der Regel nicht nur ihre Stärken, sondern auch ihre Schwächen. Sie wissen genau, wie man die Hilfe von Mitarbeitern, Team-Mitgliedern, der Familie und Freunde erbittet – und Sie erhalten Hilfen. Außerdem wissen sie genau, dass Hilfe keine Einbahnstraße ist: Wenn man Hilfe erhält, muss man auch anderen helfen.
✓ Sie sind emotional sehr ausgeglichen. Verhaltensforscher, die Spitzenkräfte studieren, beschreiben diese Qualität auf unterschiedliche Art und Weise. Einige nennen es auf sich bezogen. In letzter Zeit wurde diese Eigenschaft als emotionale Intelligenz beschrieben. Doch gleich, wie Sie es nennen, die Auswirkungen sind dieselben. Spitzenkräfte können ihre Emotionen gut beherrschen. Sie sind auf sich bezogen. Sie können leidenschaftlich sein, ohne die Kontrolle über sich zu verlieren. Sie können hellwach sein ohne besessen zu sein. Sie können wachsam sein ohne sich zu fürchten. Ob diese Fähigkeit, emotionale Energie produktiv und positiv einzusetzen angeboren ist oder ob es eine Eigenschaft ist, die Spitzenkräfte im Lauf der Zeit entwickelt haben, wird gerade diskutiert. Doch allge-mein stimmt man darin überein, dass dieses spezielle Attribut – emotionale Ausgeglichenheit – die wichtigste Eigenschaft der Spitzenkräfte ist.

Die oben genannten Qualitäten sind eng miteinander verwoben. Je klarer Ihre Ziele definiert sind, umso wahrscheinlicher ist es beispielsweise, dass Sie Ihre Zeit und Ihre Energie, derer es bedarf, um persönliche Meisterschaft zu erreichen, auch wirklich einsetzen. Je emotional ausgeglichener Sie sind, umso leichter wird es für Sie, das Beste aus Ihrer Fähigkeit sich konzentrieren zu können, machen und damit Ihren Alltag positiv zu gestalten.

Tragen Sie Ihr Anliegen Ihrem Boss vor – Job mit flexiblen Arbeitszeiten

Die Entscheidung, Ihre Arbeitsbedingungen zu verändern ist nur eine Seite der Gleichung. Die andere – und in gewisser Hinsicht schwierigere – Seite ist, die Genehmigung Ihres Chefs zu bekommen. Wie sie sicherlich schon ahnen, gibt es eine Reihe von Faktoren, die dessen Entscheidung beeinflussen. Bestimmte Arrangements (beispielsweise Gleitzeit) sind leichter durchzusetzen als andere (Telearbeit), ganz einfach, weil diese geringere direkte Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe haben.

Betrachten Sie die Situation aus der anderen Perspektive
Allein die Tatsache, dass Sie um eine Änderung der Arbeitszeitregelung bitten, impliziert, dass diese Änderung für Sie einen Vorteil bietet. Deshalb sollten Sie bei der Anfrage nicht die Vorteile betonen, die Sie haben (Mein Hund braucht mich unbedingt. Wenn ich nicht zuhause bin, zerlegt er die ganze Wohnung.), sondern das in den Vordergrund stellen, was der Firma nützt, und in welchem Umfang Arbeitsabläufe tangiert werden, Suchen Sie also nach Vorteilen für die Firma. Vielleicht verbessert Ihre neue Arbeitszeit den Kundenservice? Es ist auch möglich, dass Sie, wenn Sie einige Tage in der Woche zuhause arbeiten zusätzlichen Büroraum zur Verfügung stellen, der dann von anderen Mitarbeitern genutzt werden kann. Dennoch sollten Sie vorsichtig sein. Meistens überwiegen die Vorteile für den Arbeitnehmer und die Firma hat insgesamt eher Nachteile zu verzeichnen. Sie sollten sicher sein, dass Sie Ihren Vorgesetzten davon überzeugen können, dass die Veränderungen keinen Einfluss auf die strategischen Ziele der Firma haben werden.

Warten auf Godot7 Nein, auf den richtigen Zeitpunkt
Wenn es möglich ist, sollten Sie mit Ihrer Bitte warten, bis Sie sich als wertvoller und produktiver Mitarbeiter bewährt haben. Allerdings gibt es zu dieser Regel auch eine Ausnahme: Wenn man Sie wegen Ihrer guten Leistungen aus einer anderen Firma abgeworben hat, dann sind Sie in einer starken Position und können schon von Anfang an auf einer Ihnen genehmen Arbeitszeitregelung bestehen. Ansonsten sollten Sie sich die Zeit nehmen, bis Sie Ihren Job gut ausfüllen, Vertrauen aufgebaut haben und sich selbst als wertvoller Mitarbeiter etabliert haben. Je wertvoller Sie sind, umso länger ist der Hebel an dem Sie sitzen, wenn Sie über Ihr Arbeitszeitmodell verhandeln.

Und nun alles in eine Reihe!
Wenn Sie die Grundlagen vorbereiten, bevor Sie Ihrem Vorgesetzten Ihre Vorstellungen erläutern, dann erhöht das Ihre Chancen zu bekommen, was Sie wollen. Interessieren Sie sich für Job Sharing, dann sehen Sie sich zuerst auf dem Stellenmarkt um. Wenn gute Partner nicht zu finden sind, kann es sein, dass Sie Job Sharing abschreiben müssen. Wollen Sie zuhause arbeiten oder von Vollzeit auf Teilzeit umsteigen, dann sollten Sie überlegen, wie Sie Projekte, die Sie als Vollzeitkraft abgewickelt haben, als Teilzeitkraft schaffen können. So sind Sie besser vorbereitet, wenn Sie Ihrem Vorgesetzten Ihren Wunsch vortragen und er Bedenken äußert.

Stellen Sie den Antrag schriftlich
Die Chancen, dass Sie Ihr Arbeitszeit-Arrangement ändern können, sind fast immer besser, wenn Sie Ihren Wunsch schriftlich äußern. Und deshalb ist es eine gute Idee, die Bitte schriftlich vorzutragen:
✓ Es ist gründlicher. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, Ihren Antrag aufzuschreiben, dann müssen Sie die Angelegenheit durchdenken und von Anfang bis Ende erläutern.
✓ Es ist ernsthafter. Wenn Sie Ihren Antrag schriftlich stellen, dann erhält er mehr Gewicht.
✓ Es ist dokumentiert. Ihr Vorgesetzter erhält greifbare Informationen, die er, falls erforderlich, auch auf der nächsthöheren Managementebene vorlegen kann.

Haben Sie kein Vertrauen in Ihre Fähigkeit, einen wirkungsvollen Antrag verfassen zu können, dann sollten Sie einen Freund um Hilfe bitten, der sich schriftlich gut ausdrücken kann. Lassen Sie sich viel Zeit, um einen Antrag zu stellen, der klar, deutlich und überzeugend wirkt.

Bewerten Sie, wie lang Ihr Hebet ist
Wie lang der Hebel ist, an dem Sie sitzen, wenn Sie in Diskussionen über alternative Arbeitszeit-Arrangements gehen, hängt immer auch davon ab, welchen Wert das Unternehmen Ihrer Arbeit und Ihren Ideen zumisst. Kennt man Sie als Spitzenkraft und Ihre Talente sind auf dem Arbeitsmarkt kaum zu bekommen, dann sind Sie vermutlich in einer starken Verhandlungsposition. Wie bei allen Verhandlungen, sollten Sie nichts erzwingen wollen. Und weil Sie Ihren Vorgesetzten auf alle Fälle behalten (außer Sie drohen mit einer Kündigung und müssen im ungünstigsten Fall auch dazu stehen), sollten Sie keinesfalls eine feindliche Haltung einnehmen. Niemand gewinnt, wenn Verhandlungen mit einem bitteren Nachgeschmack enden.

Geben Sie Ihrem Vorgesetzten Bedenkzeit
Auch wenn Sie möglichst schnell unter veränderten Bedingungen arbeiten wollen, sollten Sie Ihrem Vorgesetzten die Zeit geben, über Ihren Wunsch nachzudenken oder mit seinem Vorgesetzten darüber zu sprechen. Es ist gut, wenn Sie einen bestimmten Termin vorgeben, doch sollten Sie flexibel bleiben: Die Entscheidungsfindung könnte mehrere Faktoren umfassen, und wenn Sie auf eine schnelle Antwort drängen, könnte sich das kontraproduktiv auswirken.

Haben Sie etwas zu bieten?
Ihre Chancen, eine für Sie günstige Vereinbarung mit Ihrem Vorgesetzten zu treffen, sind immer dann besser, wenn Sie zu verhandeln bereit sind. Bei jeder Verhandlung muss man etwas geben, um das zu bekommen, was man gern hätte. Bieten Sie beispielsweise an. einige Stunden im Monat unentgeltlich zu arbeiten, um Ihrem Verhandlungspartner etwas geben zu können. Wenn Sie beispielsweise zu Beginn des neuen Arrangements eine Stunde früher kommen und eine Stunde später gehen, dann können Sie beobachten, ob auch ohne Sie alles reibungslos läuft.

Ihre Arbeitsumgebung und die Etiketten Teil II – Diplomatie am Arbeitsplatz

Schützen Sie Ihre Glaubwürdigkeit
Außer Ihrer Leistung am Arbeitsplatz hat nichts so viel Bedeutung für Ihr Ansehen oder Ihren Einfluss in der Firma wie Ihre Reputation und Ihre Aufrichtigkeit. Es mag zuweilen recht schwierig sein, doch widerstehen Sie der Versuchung, irgendwas zu tun, was Ihren Ruf als aufrichtiger Mensch in Frage stellen könnte.

Hier einige Vorschläge:
✓ Seien Sie ehrlich. Wenn Sie die Antwort auf eine Frage nicht kennen, dann sollten Sie das zugeben – auch dann, wenn Sie die Antwort eigentlich kennen sollten.
✓ Stehen Sie zu Ihrem Wort. Machen Sie nie Versprechungen, die Sie später nicht einhalten können.
✓ Halten Sie Termine ein. Wenn Sie einen bestimmten Termin nicht einhalten können, dann sollten Sie es Ihren Vorgesetzten und Ihre Kollegen wissen lassen.
✓ Gestehen Sie Fehler ein. Wenn Sie einen Fehler machen, dann stehen Sie dazu und lassen Sie alle wissen, dass Sie den Fehler korrigieren werden. Und wenn der Fehler nicht bei Ihnen liegt, sollten Sie die Schuld nicht auf andere schieben.

Achten Sie auf das, Was hinter Ihrem Rücken passiert
Es ist gang gleichgültig, wie weit es Ihnen gelungen ist, sich von den Machenschaften in ihrer Firma zu distanzieren, es ist immer möglich, dass es irgendjemand im Betrieb gibt – vielleicht haben Sie ihn sogar als Verbündeten angesehen der Sie als Bedrohung betrachtet (oder Ihre Nase gefällt ihm nicht). Dieser könnte beginnen, Ihre Reputation und Ihre Effektivität zu unterminieren.
Sie müssen natürlich vorsichtig sein, und dürfen keine voreiligen Schlüsse ziehen. Allerdings sollten Sie auch nicht naiv sein. Haben Sie den Verdacht, dass es jemanden gibt, der Ihre Bemühungen sabotiert, dann sollten Sie nicht in Passivität verharren. Am besten, Sie besprechen die Situation mit dem Verdächtigen. Doch sollten Sie sehr vorsichtig sein. Geschickte Manipulatoren wissen, wie man Spuren beseitigt. Achten Sie darauf, dass Sie jeden Verdacht mit harten Fakten belegen können.
Zwischenzeitlich seien Sie auf der Hut, wenn Sie es mit jemandem zu tun haben, der
✓ Negatives spricht-. Hüten Sie sich vor allzu spitzen Zungen – insbesondere dann, wenn Sie angestiftet werden. Negatives über jemanden in der Firma oder die Firma selbst zu sagen.
✓ Ideen klaut: Hüten Sie sich vor Kollegen, die sehr häufig kommen und Ihre Ideen aufnehmen, aber nie auf Ihre Verdienste verweisen, wenn sie ihre (oder Ihre) Ideen der Geschäftsleitung präsentieren.
✓ Versprechen nicht hält: Halten Sie sich fern von Menschen, die große Versprechungen machen und erst in allerletzter Minute zugeben, dass sie ihr Versprechen nicht halten können. Dadurch könnten Sie bei anderen leicht in Misskredit geraten.

Teilen Sie Verdienste
Eine fast todsichere Möglichkeit sich im Betrieb Feinde zu machen ist, möglichst alles Lob für Verdienste selbst einzustecken, obwohl an einem bestimmten Projekt auch andere beteiligt waren. Selbst wenn wir für den Augenblick den unethischen .Aspekt vernachlässigen, schaden Sie sich langfristig, wenn Sie das Lob einstecken, das eigentlich anderen gebührt. Außer, dass Sie Gegenmaßnahmen auslösen, werden Sie nun nur noch sehr schwierig an Informationen und Hilfestellungen kommen, selbst bei Leuten, auf die Sie sich früher verlassen konnten. Tragen Sie die Ergebnisse eines Projekts vor, an dem mehrere beteiligt waren, so sprechen Sie immer wir und nicht ich. Das gilt sowohl für den mündlichen Vortrag als auch für den schriftlichen Bericht. Auch wenn Sie der Leiter des Teams sind, sollten Sie die Beiträge der anderen Teammitglieder deutlich herausstellen. Es gibt allerdings auch die Kehrseite der Medaille: Verteilen Sie bei Fehlleistungen nicht alle Verantwortlichkeiten auf andere Teammitglieder.

Konflikte lösen
Wenn Sie, trotz aller Bemühungen mit einem Kollegen im Clinch liegen (und im Augenblick achten wir nicht darauf, wer Schuld hat), versuchen Sie trotzdem alles Mögliche, um den Konflikt informell aus der Welt zu schaffen – ohne dass Ihr Vorgesetzter oder der Vorgesetzte des anderen eingeschaltet wird. Vielleicht haben Sie kein gutes Gefühl dabei, mit jemandem, mit dem Sie nicht auskommen, eine Sache von Angesicht zu Angesicht zu bereinigen. Konflikte am Arbeitsplatz zu lösen wurde zu einer entscheidenden Fähigkeit, und ist bei weitem keine so große Herausforderung, wie Sie vielleicht glauben mögen. Es geht eigentlich nur um die Bereitschaft, einige Dinge zu klären – selbst schwierige Themen können mit ein wenig Vorbereitung und Nachdenklichkeit einvernehmlich und freundschaftlich bereinigt werden.

Hier einige zusätzliche Vorschläge, wie man Konflikte mit Kollegen lösen kann:
✓ Gehen Sie den ersten Schritt. Wahrscheinlich fühlt sich Ihr Gegenpart ebenso wenig wohl in seiner Haut wie Sie. Er wird deshalb Ihr Friedensangebot gern annehmen.
✓ Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt. Suchen Sie die Unterredung in einer etwas ruhigeren Zeit, vielleicht kurz vor Feierabend und. wichtig, setzen Sie sich einander gegenüber.
✓ Gehen Sie gelassen in diese Unterredung. Vergessen Sie nicht, der Zweck dieses Treffens ist es,, den Konflikt zu lösen und nicht Dampf abzulassen.
✓ Übernehmen Sie Ihren Teil an diesem Konflikt. Erkennen Sie, dass Sie seihst in einer Weise agieren, die den Konflikt weiter anheizen könnte.
Kann eine Unterredung das Problem nicht beseitigen, schlagen Sie vor, dass man
sich mit einem Dritten zusammensetzt. Dies sollte eine gemeinsame Entscheidung sein, und außerdem müssen Sie sich einigen, wer der Dritte sein soll.

Setzen Sie Grenzen
Freiwillige Arbeit an Projekten, die eigentlich außerhalb Ihres Verantwortungsbereichs liegen, ist normalerweise ein kluger Schachzug hinsichtlich Ihrer Karriere, insbesondere, wenn diese Abordnungen dazu beitragen können neue Fertigkeiten zu entwickeln oder neue Kontakte zu knüpfen. Doch lassen Sie es nicht zu, dass man Sie immer dorthin abordnet, wo kein anderer hin will. Sicherlich, es ist sehr zuvorkommend, wenn man in einer Notsituation einspringt. solange Ihr Altruismus Sie nicht daran hindert, Ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Abteilung die anstehende Aufgabe vielleicht doch nicht erfüllen kann, dann sollten Sie Ihre Zweifel möglichst diplomatisch artikulieren, jedoch darauf achten, dass dies in der entsprechenden Umgebung geschieht. Sollten Sie einen Vorgesetzten haben (der Himmel bewahre Sie davor), der Ihnen ständig einfache Aufträge erteilt, die auch nicht der Arbeitsplatzbeschreibung entsprechen (und schlimmer noch, nichts mit den Fähigkeiten zu tun haben, wegen derer Sie eingestellt wurden), dann sollten Sie das Gespräch mit ihm suchen, in dem Sie mit ihm über die Prioritäten einig werden. Das Gleiche gilt, wenn Sie der Einzige aus Ihrem Team sind, der ständig die Drecksarbeit erledigen muss: Scheuen Sie sich nicht, dieses Thema mit dem Vorarbeiter oder dem Vorgesetzten zu besprechen.

Sie brauchen ein dickes Fell
Es kommt schon einmal vor, dass Kollegen oder Mitarbeiter – ohne Ihnen böse zu wollen – in der Hitze des Gefechts Dinge tun und sagen, die äußerst gefühllos und verletzend sind. Natürlich dürfen auch Sie Ihren Gefühlen freien Lauf lassen, und es gibt keinen Grund, sich alles gefallen zu lassen. Vergessen Sie jedoch nicht, dass vieles, was Menschen im Stress sagen, nicht direkt auf Sie gemünzt ist, sondern auf die gesamte Situation. Gram und Wut in sich zu tragen, hilft niemandem.

Tipps für den Umgang mit problematischen Chefs – Karriereplanung für Mitarbeiter

Geht man von der Zahl der Bücher und Beiträge in Zeitschriften aus, die über problematische Chefs geschrieben wurden, dann könnte man zu der Auffassung kommen, die Arbeitsplätze seien heute von Vorgesetzten überschwemmt, die anmaßend, gefühllos, kleinlich, unentschlossen, bestechlich und insgesamt unzivilisiert sind.

Das ist sicherlich eine Übertreibung. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass es durchaus einige Manager gibt, mit denen man nur sehr schwierig Zusammenarbeiten kann. In den folgenden Abschnitten gebe ich eine kurze Beschreibung der häufigsten Beschwerden über Vorgesetzte. Außerdem finden Sie einige Vorschläge, wie man aus einer solchen Situation das Beste macht. Wenn Sie diesen Abschnitt lesen, dann dürfen Sie nicht vergessen, dass die Ratschläge nur sehr allgemein gefasst sein können. Die Dynamik der Beziehung zwischen Vorgesetzten und Untergebenen kann äußerst komplex sein, und was in einer Situation funktioniert, muss für Sie nicht unbedingt die Weisheit letzter Schluss sein. Außerdem dürfen Sie nicht vergessen, dass, wenn die Probleme, die Sie mit einem Vorgesetzten haben, weit über das hinausgehen, was man generell als Peanuts bezeichnet, die einzige Lösung ein anderer Job in der gleichen Firma oder auch die Kündigung sein kann. Auf alle Fälle sollten Sie jedoch alles unternehmen, damit die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Chef funktioniert.

Mein Chef ist zu beherrschend
Für manche Manager ist es sehr schwierig, los zu lassen. Sie kennen diesen Typus: Sie sind nicht zufrieden, bis sie alles wissen – absolut alles! was um sie herum vorgeht und sie wollen in jede Entscheidung einbezogen werden, ganz gleich, ob sie wichtig oder unwichtig ist. Könnten sie. wie sie wollten, dann würden sie Ihnen wahrscheinlich vorschreiben, wie oft sie mit den Augen zwinkern dürfen, während Sie an Ihrem Computer arbeiten. Die gute Nachricht ist, ganz gleich welche Fehler ihnen anhaften mögen, dass Manager, die immer versuchen, sehr viel Kontrolle auszuüben, in der Regel leicht zugänglich und besorgt sind – und sehr oft äußerst kompetent. Sie könnten von diesem Vorgesetzten sehr viel lernen – wenn man Ihnen nur genügend Möglichkeiten gäbe, etwas auf Ihre Art und Weise zu lernen. Es ist unmöglich, dass Sie Ihre beste Arbeitsleistung erbringen, wenn jemand ständig hinter Ihnen steht und Ihnen über die Schulter schaut oder bei jeder Entscheidung zu Rate gezogen werden will. So können Sie reagieren: Das Wichtigste, woran Sie bei diesem Typus eines Chefs denken müssen, ist, dass die meisten von ihnen gar nicht anders können. Sie hatten die Dinge in den verschiedensten Lebensbereichen schon so lange unter Kontrolle, dass sich dieses Verhalten geradezu in sie eingegraben hat. Sie haben wahrscheinlich Angst, dass sie selbst scheitern könnten, wenn sie nicht die Fehler ihrer Mitarbeiter verhindern, bevor sie entstanden sind. Fortschritte können Sie mit einem solchen Chef immer nur Stückchen für Stückchen erzielen.

Vielleicht sollten Sie es einmal mit dieser Strategie versuchen:
1. Wenn Sie das nächste Mal eine Aufgabe übertragen bekommen, teilen Sie diese in einzelne kleine Teilaufgaben auf, und konzentrieren sich dann auf ein oder zwei dieser Teile, die Ihnen relativ einfach zu bewältigen scheinen und bei denen Sie sicher sind, diese ohne fremde Hilfe bewältigen zu können.
2. Gehen Sie dann zu Ihrem Chef und bitten ihn sehr taktvoll, für diese beiden Teilaufgaben die Verantwortung übernehmen zu dürfen.
Versichern Sie Ihrem Chef, dass Sie alles so tun würden, wie er es haben will, und dass immer noch reichlich Zeit für Korrekturen bleibt, wenn es nicht wie erwartet klappen sollte.
3. Nachdem Sie sich in diesen Bereichen bewährt haben, können Sie die gleiche Strategie auch bei nachfolgenden Aufgaben anwenden und damit Ihren Verantwortungsbereich ausdehnen.
Dies ist eine hervorragende Strategie, die Sie anwenden können, wenn Ihr Job Ihnen Spaß macht und es den Anschein hat, als würden Sie noch ziemlich lange für diesen Chef arbeiten. Der Erfolg hängt allerdings von Ihrer Fähigkeit ab, die Versprechungen auch wirklich einhalten zu können. Machen Sie auch nur einen Fehler, dann wird dies die Haltung Ihres Chefs nur noch bestärken.

Mein Chef ist zu kraftlos
Beschwerden, der Vorgesetzte sei zu kraftlos, lassen sich meist auf folgende Verhaltensweisen zurückführen:
✓ Fehlende Entschlusskraft: Eine widerwillige Entscheidungen zu treffen, kann außerordentlich frustrierend sein, wenn von der fehlenden Entscheidung die fristgerechte Erfüllung eines Auftrags abhängt.
✓ Zögern: Der Chef ist zu langsam und bezieht nicht sofort Stellung, wenn seine Abteilung oder sein Team unfair kritisiert oder vom Topmanagement über Gebühr belastet wird.
✓ Fehlende Unterstützung: Er ist nicht bereit für Sie in die Bresche zu springen, wenn Sie sich um eine Beförderung bemühen oder einen Wunsch äußern (beispielsweise Telearbeit beantragen), dem nicht schnell stattgegeben werden kann.
✓ Unsicherheit: Der Manager ist nicht in der Lage, Ziele eindeutig zu definieren oder eindeutige Fristen zu setzen. Außerdem hat er Schwierigkeiten. Ihnen ein spezifisches und konstruktives Feedback zu Ihren Leistungen am Arbeitsplatz zukommen zu lassen.

So können Sie reagieren: Das Gute an einem unentschlossenen Chef ist, dass er Sie nicht allzu sehr unter Druck setzt – jedenfalls nicht direkt. Dennoch ist es schwierig, für solche Chefs zu arbeiten, völlig unabhängig davon, wie intelligent und umgänglich er ist. Sein fehlendes Rückgrat kann dazu führen, dass Sie Ihre Aufgaben nicht optimal lösen. Bevor Sie jedoch eine spezielle Strategie verfolgen, um Ihrem unentschlossenen Chef Feuer unter dem Hintern zu machen, sollten Sie sicher sein, dass er die Kompetenz hat, die Entscheidung zu treffen oder die von Ihnen benötigten Informationen bereitzustellen. Ansonsten verschwenden Sie nur Ihre Zeit. Falls sich heraussteilen sollte, dass Ihr Vorgesetzter zwar die Kompetenz hat, sie jedoch nicht wahrnimmt, dann sollten Sie die folgenden drei Punkte beachten:
✓ Rieten Sie vertrauensvoll Empfehlungen an. Immer, wenn Ihr Boss eine Entscheidung treffen muss – insbesondere dann, wenn sie schwierig oder sehr komplex ist – sollten Sie ihm mehrere Alternativen mit Empfehlungen anbieten. Fragen Sie nicht, was Sie tun sollen, sondern sagen Sie: Es gibt die drei Möglichkeiten A, B und C. Ich würde Ihnen die Lösung B vorschlagen, weil… (und hier erläutern Sie Ihre Überlegungen). Sind Sie damit einverstanden? Versichern Sie Ihrem Chef, dass Sie sich Ihrer Empfehlung sehr sicher sind und dass Sie sich das gut überlegt hätten.
✓ Bitten Sie um konstruktives Feedback: Falls Sie von Ihrem Chef nie ein negatives Feedback erhalten, dann nicht unbedingt, weil Sie großartige Arbeit verrichten. Vielleicht fürchtet er nur, Ihre Gefühle zu verletzen und damit die Qualität Ihrer Arbeit negativ beeinflussen. Falls Sie vermuten, dass dies zutreffen könnte, dann sprechen Sie mit Ihrem Chef und erklären ihm, dass Sie konstruktive Kritik durchaus vertragen könnten. Wenn Sie diese Strategie verfolgen, dann sollten Sie aber auch nicht beleidigt sein, falls Ihr Chef kein negatives Feedback formulieren kann.
✓ Nennen Sie Termine. In vielen Fällen (wenn auch nicht immer) können Sie unentschlossene Manager zur Aktion veranlassen, indem Sie ihnen Fristen setzen, bis wann Sie die Entscheidung brauchen.

Wenn Sie diese Strategie wählen, gilt es vorsichtig zu sein. Drängeln Sie nicht zu sehr. Leichter Druck hat zuweilen bei unentschlossenen Managern gute Chancen, so lange Sie ansonsten gut miteinander auskommen. Wenn Ihr Druck jedoch zu stark wird oder Sie ihn zu vielen Entscheidungen gleichzeitig zwingen, dann gehen Sie das Risiko ein. Ihr gutes Verhältnis zu trüben.

Mein Boss stellt unangemessene Forderungen
Bevor Sie sich eine Strategie ausdenken, mit der Sie einem Chef beikommen können, der, Ihrer Meinung nach unangemessene Forderungen stellt, sollten Sie diese Forderungen eingehend untersuchen, um sicher zu sein, dass sie wirklich unangemessen oder unvernünftig sind. Haben die Forderungen direkt etwas mit Ihrem Job zu tun ist es am besten – jedoch nicht unbedingt am leichtesten – sich mit ihm zusammenzusetzen und Leistungsziele zu formulieren, als Dinge definieren, die Sie können müssen. Wenn Sie danach noch sehen, dass zwischen dem, was man von Ihnen verlangt, und dem, was Sie zu können glauben, eine große Lücke klafft, dann sollten Sie dies auch sagen und zusätzliche Hilfe erbitten, beispielsweise eine Aushilfskraft, wenn die Arbeit für Sie allein zu viel wird. Eine gute Möglichkeit, Ihren Standpunkt zu stärken, bevor Sie in die Unterredung gehen, ist es, beispielsweise für zwei Wochen einen detaillierten Tätigkeitsbericht zu erstellen.

Diese Dokumentation dient als starkes Anschauungsmittel dafür, dass Sie einfach nicht genug Zeit hatten, um alle übertragenen Aufgaben erfüllen zu können. Forderungen, die außerhalb Ihrer formalen Arbeitsplatzbeschreibung liegen, sind etwas schwieriger zu behandeln. Einige Chef sehen nichts Falsches daran, ihre Angestellten auf Botengänge zu schicken und kennen auch keine Hemmungen, Sie zu Hause anzurufen – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit – mit Wünschen, die leicht während der regulären Arbeitszeit geregelt werden könnten. Sind solche Bitten unvernünftig? Das ist schwierig zu sagen. Es hängt davon ab, welchen Job Sie haben, von Ihrer Beziehung zu Ihrem Vorgesetzten, auf die Häufigkeit solcher Bitten und wie sehr diese Sonderwünsche Sie von der Erfüllung Ihrer nor-malen Aufgaben abhalten. Letztlich müssen Sie selbst entscheiden, ob man Sie ausnutzt.

Auch in diesem Fall könnte es sein, dass ein Tätigkeitsbericht hilfreich ist. Dokumentieren Sie die unangemessenen Wünsche, notieren Sie auch, wie viel Zeit Sie dafür brauchten und welche Folgen für Ihre normale Arbeit dies hatte. Notieren Sie diese Sonderwünsche über einen Monat hinweg, dann haben Sie starke Argumente, wenn Sie diese Situation mit Ihrem Chef besprechen. Im Geschäftsleben kommt es oft nicht so sehr darauf an, was Sie sagen, sondern wie Sie es sagen, und das macht dann auch den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus. Wichtig ist an dieser Stelle vor allem, dass Sie nicht alles zu eng sehen. Bitten, die in einer Umgebung als unangemessen erscheinen, könnten in einer anderen Firma durchaus als normal angesehen werden. Sie müssen wissen, was in Ihrer Firma üblich ist. und entscheiden, ob Sie damit leben können.

Mein Boss ist ein Tyrann
Die gute Nachricht zuerst: Manager, die ein oft feindliches und aggressives Verhalten an den Tag legen, gehören inzwischen zu einer aussterbenden Rasse. (Heute kennt man sie als Dinosaurier.) Es stimmt, in speziellen Branchen – insbesondere im Show Business – geht man einfach davon aus. dass Sie, wenn Sie für bestimmte mächtige und äußerst talentierte Personen arbeiten, auch mit dem Temperament dieser Menschen zurechtkommen (auch wenn, Sie manchmal für das Privileg, für sie arbeiten zu dürfen und sich in ihrem Ruhm baden zu können, fürstlich entlohnt werden). Ganz allgemein jedoch, werden nur wenige Firmen solches Verhalten dulden. (Sie können es sich auch nicht mehr leisten.) Und nun zur schlechten Nachricht: Sind Sie mit einem Vorgesetzten geschlagen, der zur Tyrannei neigt, zu Wutbrüchen oder anderen Formen unvertretbaren Verhaltens, dann haben Sie nur wenige Möglichkeiten, dies zu ändern. Sie können versuchen, diese Dinge mit Ihrem Vorgesetzten zu besprechen (siehe auch den folgenden Kasten) und ihn wissen lassen, dass Sie es überhaupt nicht schätzen, wie Sie behandelt werden. Doch Menschen – insbesondere äußerst erfolgreiche Menschen – die sich irrational verhalten, sind möglicherweise für solche Gespräche über ihre Fehler nicht besonders zugänglich. (Und genau das ist ein Grund dafür, dass sie so schwierig sind.) Sie könnten sich vielleicht auf der Vorstandsetage über einen solchen Vorgesetzten beschweren und um eine Versetzung in eine andere Abteilung bitten. Doch dies könnte auch ein Rohrkrepierer werden, wenn das Topmanagement nichts ändert und Ihr Chef von Ihrer Beschwerde erfährt. Dann wird sich sein tyrannisches Verhalten eher verstärken, als abnehmen.

Um zu einem Ergebnis zu kommen, sollten Sie über die folgenden zwei Fragen nachdenken.
✓ Was haben Sie zu gewinnen, wenn Sie weiterhin in dieser Firma bleiben? Es könnte vielleicht das Geld sein, das Sie verdienen (unter Umständen mehr als Sie anderswo, bei einem verständnisvollen Chef, bekommen würden). Es könnte auch die Gelegenheit sein, eine einzigartige Aufgabe zu haben, oder mit jemandem zusammenzuarbeiten von dem (vergessen wir einmal, dass es ein fieser Kerl ist) man sehr viel lernen kann. Vielleicht bleiben Sie auch, weil Sie eine Referenz benötigen, um Ihren Karriereplan einhalten zu können. Sind diese Ziele für Sie wichtig und können Sie diese nicht in einer anderen Firma erreichen, dann könnte es sich lohnen, zumindest vorerst, dennoch in der Firma zu bleiben. Allein diese Feststellung könnte Ihnen helfen, den ganzen Druck besser zu ertragen.
✓ Können Sie sich so weit beherrschen, dass Sie auch noch härtere Situationen durchstehen? Natürlich brauchen Sie ein dickes Fell, wenn Sie mit einem so hartgesottenen Chef arbeiten müssen. Das bedeutet aber auch, dass Sie es nicht persönlich nehmen dürfen, wenn Ihr Chef wieder einmal richtig Dampf ablässt. Humor ist in solchen Situationen sehr hilfreich (Stellen Sie sich dann vor, dass er nur Unterhosen an hat). Wichtiger noch ist, dass Sie die Stimmungsschwankungen Ihres Chefs kennen und Ihr Verhalten entsprechend einrichten können.

Am Ende jedoch, hängt es von Ihrer Persönlichkeit und Ihrer Toleranzschwelle ab, ob Sie mit solch einem Vorgesetzten Zusammenarbeiten können. Ein kleiner Test: Für den Fall, dass Sie einen Knoten in der Magengegend verspüren, sobald Sie die Firma betreten, dann ist es sicherlich gesünder, einen anderen Arbeitsplatz zu suchen, ganz gleich, wie viel Geld Sie verdienen und wie viel Sie lernen können.

Sprechen Sie mit Ihrem Chef
Ganz gleich, wie viele Schwierigkeiten Sie am Arbeitsplatz mit Ihrem Vorgesetzten haben, Sie haben immer die Möglichkeit, über ein Gespräch das Verhältnis etwas herzlicher zu gestalten. Wenn Sie es nicht gelernt haben (und selbst wenn Sie darin geübt sind, ist es selten einfach), kann eine Aussprache sehr schwierig werden. Und wenn derjenige, mit dem Sie diese Aussprache haben auch noch Ihr Chef ist, dann steht noch mehr auf dem Spiel – und auch die Schwierigkeiten werden größer.
Sich zu einer Aussprache mit seinem Chef zu treffen, ist keine Kleinigkeit. Diese Entscheidung sollten Sie sehr überlegt treffen und immer bedenken, dass Sie, falls Sie Ihr Ziel damit nicht erreichen, die Situation nur noch verschlechtern. Wenn Sie es dennoch wagen wollen und glauben, es gibt eine Chance, die Differenzen auszuräumen, dann will ich Ihnen einige Vorschläge machen,
✓ Sorgen Sie für gute Stimmung. Wahrscheinlich kommen Sie nicht weit, wenn die Aussprache mit Ihrem Vorgesetzten der einzige Grund für dieses Treffen ist, und Sie alles ansprechen wollen, was Ihr Verhältnis so sehr beeinträchtigt. Besser ist es, zu-
nächst einmal nicht daran zu denken, wer im Recht ist und wer nicht. Konzentrieren Sie sich stattdessen allein auf die Fakten: Wie weit wird Ihre Arbeit beeinträchtigt und was kann man tun, um die Situation zu verbessern.
✓ Die Ziele verdeutlichen. Nachdem Sie die Begrüßung hinter sich gebracht haben, kommen Sie so schnell wie möglich auf den Punkt Sagen Sie Ihrem Chef, was Sie sich von der Aussprache versprechen: Eine Verbesserung des Verhältnisses. Betonen Sie, dass Sie nicht nur einfach Dampf ablassen wollen oder Kritik üben. Ihr Ziel ist es, Möglichkeiten zu finden, harmonischer und produktiver zusammen zu arbeiten.
✓ Betonen Sie das Positive. Bevor Sie auf die Punkte kommen, die Ihrer Ansicht nach verbesserungswürdig sind, sollten Sie zuerst die Dinge ansprechen, die in Ihrer Beziehung zu Ihrem Chef funktionieren. Vielleicht beginnen Sie so: Ich freue mich über das Interesse, mit dem Sie meine Arbeit verfolgen, und ich bin sicher, dass Sie bemerkt haben, dass ich meine Sache gut mache. Haben Sie mit etwas Positivem begonnen, ist es leichter, nun über die etwas delikateren Dinge zu sprechen.

✓ Nehmen Sie ein wenig Schuld auf sich. Selbst wenn Sie überzeugt sind, dass Sie selbst alles Menschenmögliche unternommen haben, um ein guter Mitarbeiter zu sein, sollten Sie einräumen können, selbst Ihren Teil zu der nun schwierigen Situation beigetragen zu haben. Gestehen Sie Ihrem Vorgesetzten zu, dass ihm einige Dinge an Ihnen nicht gefallen und seien Sie bereit, auch darüber zu sprechen.
✓ Sagen Sie, was Sie wollen. Anstatt auf dem Verhalten und den Eigenschaften herumzureiten, sollten Sie zur Sprache bringen, was Sie brauchen – und was Sie zurzeit nicht haben – um seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Richten Sie sich darauf ein, alle Behauptungen auch belegen zu können, insbesondere wie die Belange der Firma durch die Mängel in Ihrer Beziehung tangiert werden. Sprechen Sie darüber, was Sie erreichen könnten, würde die Situation anders sein. Vermeiden Sie jedoch über das zu jammern, was Sie zurzeit nicht tun können.
✓ Üben Sie sich in Geduld. Ganz gleich, wie gut das Gespräch verlaufen ist, erwarten Sie nicht, dass Sie nach dem Gipfeltreffen mit Ihrem Boss sofort Wunderdinge erleben werden. Und wenn nur die Grundlage für künftige Besprechungen gelegt wurde und die Kommunikation verbessert wird, dann ist das schon ein Erfolg. Gut Ding will Weile haben. Richten Sie sich aber auch auf die Möglichkeit ein, dass Ihr Chef nicht einsichtig ist, und ärgerlich reagiert. Bleiben Sie immer vorsichtig und taktvoll, dann können Sie wahrscheinlich verhindern, dass dies geschieht. Wenn Ihr Boss aber ärgerlich wird, dann wissen Sie wenigstens, dass Sie Ihr Bestes gegeben haben. Mehr geht nicht (Rien ne vas plus!).

Gewöhnen Sie sich am neuen Job mit flexiblen Arbeitszeiten – Karriereplan für Mitarbeiter

Nehmen wir einmal an, Ihrer Bitte um ein neues Arbeitszeit-Arrangement wurde zugestimmt, dann ist die nächste Herausforderung ein glatter Übergang von der alten zur neuen Regelung. Übernehmen Sie die Initiative und sorgen Sie dafür, dass die neue Regelung funktioniert. Es gibt keinen bombensicheren Formeln, die den Erfolg garantieren, doch die Hilfen in den folgenden Abschnitten sollten einen guten Start ermöglichen.

Entwickeln Sie eine Übergangsstrategie
Geben Sie sich und den Leuten, mit denen Sie Zusammenarbeiten mindestens zwei bis drei Wochen Zeit, um sich an die veränderte Situation anzupassen. Vollziehen Sie den Wechsel scheibchenweise. Wollen Sie beispielsweise auf Job Sharing umsteigen, dann sollten Sie mindestens eine Woche lang mit Ihrem Partner zusammenarbeiten, um ihn einzuweisen. Steigen Sie auf Telearbeit um, dann sollten Sie es so einrichten, dass Sie wenigstens für ein paar Stunden ins Büro kommen, auch an einem Telearbeitstag. Gehen Sie zur Gleitzeit über, sollten Sie zuerst ein paar Überstunden machen. All diese Ratschläge sollten Sie als Versicherung für den Erfolg der neuen Regelung auffassen.

Verhindern Sie Probleme
Machen Sie sich nicht selbst verrückt, doch seien Sie in den ersten Wochen besonders wachsam, es könnte sein, dass Probleme oder unerwartete Veränderungen auftauchen. Denken Sie daran, dass sich jedes kleine Problem zu einer heftigen Krise ausweiten kann, wenn man nicht aufpasst. Achten Sie sowohl auf Ihre Produktivität als auch auf die Ihrer Mitarbeiter. Bemerken Sie einen signifikanten Qualitätsverlust, versuchen Sie das Problem so bald wie möglich an der Wurzel zu packen und es zu lösen. Achten Sie auf ein verändertes Verhalten Ihres Vorgesetzten. Bitten Sie um ein Feedback Ihres Vorgesetzten, was die Veränderung Ihrer Arbeitszeit anbelangt. Zeigen Sie anfangs Ihre Bereitschaft zur Feinabstimmung, das wird sich in der Zukunft für Sie auszahlen.

Bleiben Sie am Ball
Achten Sie darauf, dass Sie nicht vom Informationsfluss in der Firma abgeschnitten werden. Von Beginn an sollten Sie, wenn Sie im Büro sind, mit Ihren Mitarbeitern und Kollegen über die neuesten Entwicklungen sprechen. Planen Sie immer ein wenig Zeit ein, um per E-Mail oder Telefon die Kommunikation aufrecht zu erhalten.

Hausaufgaben: So arbeiten Sie auch zuhause effektiv
Entscheidend für den Erfolg der Telearbeit ist ein gut ausgerüstetes Büro zuhause. Hier zehn Hinweise, die Ihnen möglicherweise helfen können:
✓ Richten Sie Ihr Büro, wenn möglich, in einem eigenen Zimmer ein. Wählen Sie ein ruhiges Plätzchen in Ihrem Heim, so dass Sie von den alltäglichen Ablenkungen nicht betroffen werden.
✓ Richten Sie Ihr eigenes Telefon mit einem Anrufbeantworter ein. Niemand außer Ihnen darf an diesen Apparat gehen. Können Sie den Anruf nicht entgegennehmen, dann meldet sich eben der Anrufbeantworter und nicht Ihre vierjährige Tochter, die dem Anrufer begeistert erklärt, Papi könne nicht telefonieren, weil er gerade in der Badewanne liegt.
✓ Reparaturen oder Kundendienste sollten Sie nicht gerade dann durchgeführt werden, wenn Sie Hochbetrieb haben.
✓ Überlegen Sie, ob Sie Ihr Büro im eigenen Heim nicht abschließen sollten? Zumindest sollten Sie alles Wichtige – Schriftwechsel, Aktenordner, Disketten und so weiter – für Kinder unzugänglich machen.
✓ Sichern Sie regelmäßig Ihre Dateien. Am einfachsten ist ein Zip-Laufwerk. Auf den • Zip-Disketten können Sie mehr als 100 MB speichern.

✓ Ihr Computer sollte ausschließlich Ihrer Arbeit dienen. Benötigen andere in der Familie einen Computer, dann sollten Sie lieber einen zweiter Computer kaufen, als dass für Sie wichtige Dateien versehentlich gelöscht werden.
✓ Entwickeln Sie einen Arbeitsrhythmus und halten Sie sich daran. Vermischen Sie keinesfalls die Arbeitszeit mit der Zeit, in der Sie der Familie gehören.
✓ Richten Sie das Büro professionell ein. Notieren Sie die Kosten entweder weil die Firma die Auslagen ersetzt oder Sie die Kosten steuerlich geltend machen können.
✓ Sorgen Sie rechtzeitig für die richtigen Adressen, wenn einmal ein Bürogerät defekt ist.
✓ Planen Sie Ihr Telefonsystem sehr sorgfältig. Abhängig davon, wie häufig Sie telefonieren, Faxe versenden, ins Internet gehen, sollten Sie zumindest einen ISDN- Anschluss (besser noch einen DSL-Anschluss) haben.