Sparen und Anlegen bei Direktbanken und gute Angebote

Sparen und Anlegen funktioniert bei Direktbanken im Prinzip wie bei anderen Geldinstituten auch. Sie haben eben nur keinen Berater, der Ihnen gegenübersitzt und mehr oder weniger von den Interessen seines Arbeitgebers gelenkte Vorschläge macht. Wer bei einer Direktbank in die Geldanlage einsteigt, sollte sich folglich zunächst dieselben Fragen stellen, die auch ein Filialbanken-Kunde beantworten müsste:

Was ist für mich bei der Geldanlage wichtig – möglichst viel Rendite oder größtmögliche Sicherheit?
Habe ich einen kurzfristigen oder eher einen langfristigen Anlagehorizont, das heißt, will ich mir nächstes Jahr ein neues Auto kaufen, in fünf Jahren eine Eigentumswohnung zulegen oder möchte ich für die Rente Vorsorgen? Bin ich über die Vor- und Nachteile bzw. die Risiken der verschiedenen Anlageformen ausreichend informiert, um sie wirklich beurteilen zu können?
Möchte ich einmalig einen großen Geldbetrag anlegen oder kann ich nur monatlich kleinere Beträge investieren, zum Beispiel in Form eines Sparplans?

Praxistipp:
Wenn Sie Informationen über die verschiedenen Anlageformen benötigen und Ihnen die Angaben auf den Websites der Direktbanken nicht ausreichen, können Sie sich zusätzlich in einschlägigen Zeitschriften und auf den Homepages verschiedenster Finanzinformationsdienste wie zum Beispiel Onvista, wallstreet-online o.ä. kundig machen. Natürlich können Sie auch ganz nonchalant zu einer Filialbank gehen und sich dort ausführlich informieren lassen. Es gibt aufgrund einer Beratung keinen Zwang, dort anzulegen. Die meisten Direktbanken bieten auf ihren Internetseiten die Möglichkeit, Musterdepots einzurichten, also gewissermaßen risikolos zu spielen. Dazu müssen Sie allerdings Kunde sein. Wenn Sie zum Beispiel bereits ein Girokonto bei einer Direktbank haben, können Sie – bevor Sie in die Geldanlage einsteigen – erst einmal ein solches Musterdepot anlegen und sehen, wie weit Sie mit Ihren Ideen kommen würden. Das kann man übrigens auch bei viele Finanzinformationsdiensten machen. Interessant ist es auch, sogenannte Watchlists zu führen. Darin können Sie zum Beispiel Aktien oder Fonds eintragen, die Sie beobachten möchten.

Beratung und MiFID
Über Ihre Geldanlage würden Sie normalerweise mit Ihrem Bankberater sprechen. Er ist nach neuen gesetzlichen Bestimmungen wie der MiFID verpflichtet, das ausführlich zu tun. Diese Regelung gilt generell auch für Direktbanken, allerdings mit Einschränkungen. MiFID ist das Kürzel für eine EU-Richtlinie: Markets in Financial Instruments Directive (Kurzform Finanzmarktrichtlinie). Sie trat EU-weit am 1. November 2007 in Kraft. In Deutschland wurde sie mit dem Finanzmarktrichtlinie-Umsetzungsgesetz (Frug) in nationales Recht übertragen. MiFID soll für mehr Transparenz bei der Anlageberatung sorgen. Sie verpflichtet die Bank dazu, „ehrlich, redlich und professionell im besten Interesse des Kunden zu handeln“. Das heißt zum Beispiel, dass die Banken erstmals die Kosten für Finanzdienstleistungen offenlegen müssen. Sogar die Provisionen müssen ausgewiesen werden. Doch auch vom Kunden wird mehr erwartet. Er muss Angaben über seinen Beruf, Informationsstand und seine Vermögensverhältnisse machen. Banken, Anlageberater und Vermögensverwalter sollen damit in die Lage versetzt werden, festzustellen, was der Kunde über Geldanlage weiß bzw. wissen kann und was sie ihm empfehlen können oder dürfen. Sie müssen sichergehen, dass der Kunde das Risiko bestimmter Anlageformen tatsächlich versteht und finanziell tragen kann. Das Beratungsgespräch muss dokumentiert werden.

Experten halten MiFID allerdings zumindest teilweise für einen zahnlosen Tiger. So ist etwa ein Wechsel der Einstufung, welche die Bank aufgrund der Kundenangaben vornimmt, auf ausdrücklichen Wunsch des Anlegers möglich. Auch die Vorgabe, dass Kundenaufträge „bestmöglich“ ausgeführt werden müssen, ist eine weiche Sache. Die Bank muss lediglich für jede Kategorie von Finanzinstrumenten Ausführungsgrundsätze formulieren, die im Durchschnitt der Orders ein bestmögliches Ergebnis sicherstellen. Dem Kunden muss zudem erläutert werden, nach welchen Kriterien die Handelsplätze ausgewählt werden. Diesen Ausführungsgrundsätzen muss der Kunde zustimmen oder andere Weisungen erteilen.

Direktbanken und MiFID
Auch Direktbanken beraten ihre Kunden, allerdings nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern eher von Telefonhörer zu Telefonhörer oder schriftlich auf der Internetseite. Manche Direktbanken, zum Beispiel CortalConsors, verfügen über Beratungsstellen oder Berater, die auf Wunsch direkt mit dem Kunden kommunizieren.

Auf der Flomepage der ING-DiBa findet sich ein Dokument mit dem Titel „Anlegerschutz bei der ING-DiBa nach MiFID“. Fazit der Ausführungen: Die Direktbank betreibt bereits aktiven Anlegerschutz, indem sie den Anleger auf ihren Internetseiten umfassend informiert, ihm Vergleiche der verschiedenen Fiandelsplätze ermöglicht und größtmögliche Transparenz schafft.
Die Direktbanken haben sich für das „Weisungsprinzip“ entschieden. Das bedeutet, der Kunde füllt bei einer Order den WpHG-Bogen aus (Fragebogen gemäß dem Wertpapierhandelsgesetz), die Bank spricht möglicherweise eine Warnung aus. Der Kunde kann sich explizit darüber hinwegsetzen und seine Order trotzdem platzieren. Das gilt für die Art der Anlageform und für die Ausführung. Eigentlich bleibt alles beim Alten. Dazu die ING- DiBa: „Der Anleger bleibt trotz der MiFID-Regelungen souverän und trifft selbstständig seine Anlageentscheidungen. Gleichzeitig erhält er von der ING-DiBa die bestmöglichen Entscheidungshilfen für seine Wertpapiergeschäfte.“

Die Non-and-near-Banks in Deutschland und ihre Angebote

Die Autoversicherung von Tchibo, den Ratenkredit von C&A, das Festgeldkonto von der Volkswagen-Bank und das Tagesgeldkonto von Lidl: Wer einfache Finanzdienstleistungen sucht, wird auch in fremden Branchen fündig und stößt mitunter auf recht günstige Offerten. Das zeigt ganz praktisch, dass Banken keineswegs unverzichtbar sind – zumindest wenn es sich um einfache Produkte handelt. Für die Kaffeeröster, Textilhäuser und Automobilhersteller bieten Finanzdienstleistungen einerseits die Chance auf ein Zusatzgeschäft, andererseits trägt es sicher zur Verkaufsförderung bei, wenn etwa die Bank eines Fahrzeugherstellers gleich die passende Finanzierung oder den Leasingvertrag vermittelt. Diese sogenannten „Non-and-near-Banks“ jagten den etablierten Kreditinstituten in den vergangenen Jahren deutliche Marktanteile ab, wobei allerdings anzumerken ist, dass so richtig erfolgreich eben nur einige Autobanken waren. Alle anderen Anbieter tun sich bisher schwer, neben Kaffee, Oberhemden und anderen Produkten auch noch Finanz- oder Versicherungsprodukte an den Mann oder die Frau zu bringen.

Konzentrieren wir uns daher nachfolgend auf die Autobanken: Die wenigsten in Deutschland zugelassenen Neuwagen werden allein aus Ersparnissen finanziert. In 80 Prozent der Fälle schließen die Käufer Kredit- oder Leasingverträge ab. Ein lohnendes Geschäft für die Banken und Sparkassen. Das dachten sich auch die führenden Automobilhersteller und gründeten ihre eigenen Kreditinstitute. Dafür gab es in der Tat gute Gründe: Während die Margen im Kerngeschäft – also dem Verkauf von Fahrzeugen – rückläufig sind, verdient der Automobilkonzern an der Finanzierung. Vor allem Leasingverträge erweisen sich dabei als besonders lukrativ. Die Autobanken haben gegenüber den konventionellen Instituten einen entscheidenden Vorteil: Sie sind direkt am „Point of Sale“ präsent, also beim Händler. Entscheidet sich der Kunde, ein Fahrzeug der betreffenden Marke anzuschaffen, kann er beim Verkäufer gleich einen Kredit- oder Leasingantrag stellen. Das ist bequem, schnell und unproblematisch. Dennoch sollte sich der Kunde zunächst auch Finanzierungsangebote anderer, händlerunabhängiger Direktbanken einholen, denn die bieten mitunter noch etwas günstigere Konditionen.
Während sich die meisten Autobanken auf das Kredit- und Leasinggeschäft konzentrieren und allenfalls noch Automobilversicherungs-Policen vertreiben, entwickelten sich andere in den vergangenen Jahren in Richtung Universalbank. Das heißt, sie bieten traditionelle Finanzdienstleistungen wie Girokonten und Anlageprodukte an. Und damit sorgen sie unter den Filialbanken offenkundig zunehmend für Unruhe. Derzeit sind unter anderem die Volkswagen- Bank, die Mercedes-Benz-Bank (früher DaimlerChrysler-Bank), die Audi-Bank und die BMW Bank als Anbieter zusätzlicher Finanzdienstleistungen neben Krediten und Fahrzeugleasing am Markt. Zum Standardrepertoire dieser Institute gehören einfache Sparformen, wie zum Beispiel Tagesgeld oder Festgeld, ferner Kreditkarten und Fonds. Manche gehen noch weiter: Ihr Produkt- und Dienstleistungsportfolio umfasst zudem das Wertpapiergeschäft (Direkt-Brokerage), Konsumentenkredite und sogar Hypothekendarlehen zur Baufinanzierung. Damit kommen diese Institute dem an anderer Stelle definierten Direktbanken-Ansatz am nächsten.
Den Autobanken geht es allerdings nicht nur darum, mit ihren Finanzdienstleistungen die häufig nur noch schwachen Margen ihrer Mutterkonzerne aufzubessern. Sie wollen zudem Kunden für ihr Kerngeschäft gewinnen. Wer zum Beispiel mit den Leistungen seiner Autobank zufrieden ist, wird sich vielleicht beim nächsten Autokauf für ein Fahrzeug desselben Konzerns entscheiden.

Obwohl die Autobanken mit ihrem breiteren Produktportfolio in den vergangenen Jahren die Kundenzahlen deutlich erhöhen konnten, bleiben ihre Marktanteile bislang noch vergleichsweise überschaubar. Auch konnten sie bislang noch keine starke Marke ausprägen. Die Mehrzahl der Deutschen sieht in diesen Instituten offenbar nach wie vor in erster Linie Finanzierungspartner beim Kauf eines neuen Fahrzeugs.
Die Entwicklung der Direktbanken auf einen Blick
1965: Die Bank für Spareinlagen und Vermögensbildung wird gegründet (heute: ING-DiBa).
1966: Gründung der Absatz-Kreditbank (heute Augsburger Aktienbank)
Ende der 1980er Jahre: Die KKB-Bank (heute Citibank) führt Telefonbanking ein.
1990: Gründung der Quelle-Bank (später Entrium Direct Bankers, inzwischen fusioniert mit der ING-DiBa) VW gründet mit der Volkswagen-Bank die erste Direktbank eines deutschen Automobilkonzerns.
1994: Gründung der Direkt Anlage Bank (heute DAB Bank) – erster deutscher Direktbroker
Gründung Consors Discount Broker (heute CortalConsors)
Gründung der BMW Bank Gründung Santander Direkt Bank
Die Commerzbank gründet mit comdirect die erste direkte Vollbank.
1995: Die Deutsche Bank hebt die Bank24 aus der Taufe (einschließlich der Direktbroker-Einheit brokerage 24, die sich ab 2001 maxblue nannte). Gründung der Bank GiroTel als Tochter der Bankgesellschaft Berlin (1999 von der heutigen ING-DiBa übernommen)
1996: Die Bayerische Vereinsbank startet mit der Advance Bank (Direktbank „mit Beratung“).
Gründung von 1822direkt durch die Frankfurter Sparkasse 1997: Gründung von Fimatex (Broker der Société Générale) 1998: Die Dresdner Bank übernimmt die glücklos agierende Advance Bank. Consors, Entrium und DAB Bank gehen an die Börse.

1999: Die Bank 24 übernimmt Deutsche Bank-Filialen und wird „Deutsche Bank 24″.
Mit der Netbank (Tochter von Sparda-Banken) entsteht die erste reine Internetbank.
Die Postbank gründet den Direktbroker Easytrade.
2000: comdirect geht an die Börse.
Entrium wird an die italienische Bank Bipop-Carire verkauft.
2001: Insolvenz des Direktbrokers Systracom
Santander kommt mit dem Direktbroker Patagon an den Markt.
Der Direktbroker pulsiv*com (bis dahin HSBCT rinkhaus & Burkhardt) wird von den Sparkassen übernommen und heißt hinfort SBroker.
Die Deutsche Bank reintegriert Deutsche Bank 24.
SEB reintegriert SEB direct.
2002: Übernahme von Consors durch die französische Bank BNP Paribas (seither heißt sie CortalConsors)
Patagon wird eingestellt.
DaimlerChrysler gründet eigene Direktbank (seit 2008 Mercedes-Benz- Bank).
2003: Allianz und Dresdner Bank reintegrieren Advance Bank.
Die Postbank reintegriert Easytrade.
ING übernimmt Entrium und fusioniert die Bank mit der ING-DiBa.
Fusion von Santander Direkt Bank mit der CC-Bank
2006: Gründung Direktbroker flatex
2007:Tchibo, C&A sowie andere Handelskonzerne verkaufen Bank- und Versicherungsprodukte.
Die Fakten auf einen Blick
Das Direktbanking-Geschäft boomt seit Jahren in Deutschland. Auch viele Filialbanken gründen mittlerweile eigene Direktbanken.
Vor allem die im Privatkundengeschäft traditionell starken Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken spüren den Druck der filiallosen Konkurrenten.

Einige Direktbanken starteten als Nischenanbieter, offerieren heute aber die komplette Service- und Produktpalette einer Hausbank.
Unabhängige Marktforscher sagen dem Direktbanking noch signifikante Zuwächse voraus.
Onlinebanking ist lediglich ein Vertriebsweg von Filialbanken, Direktbanking hingegen ein alternatives Geschäftsmodell. Im dreibeinigen deutschen Bankensystem gehören die meisten Direktbanken zum privaten Sektor, doch wurden in den vergangenen Jahren auch im genossenschaftlichen sowie im öffentlich- rechtlichen Sektor filiallose Geldinstitute aus der Taufe gehoben. Die ersten Direktbanken gab es schon lange vor der kommerziellen Nutzung des Internet. Auch die Geldinstitute branchenfremder Unternehmen (zum Beispiel Autobanken) setzen auf Direktbanking.

Typologie für die unterschiedlichen Bankkunden

Wie gesagt, der eine wünscht mehr Komfort und zahlt hierfür einen höheren Preis, der andere mag’s günstig und verzichtet dafür bewusst auf individuelle Sonderleistungen seitens der Bank. Doch zwischen diesen beiden „Archetypen“ ist das Gros der Bankkunden angesiedelt, das seine differenzierten Wünsche bei unterschiedlichen Finanzdienstleistern befriedigt. So lassen sich die deutschen Bankkunden hinsichtlich ihrer Direktbanken-Affinität sechs Gruppen zuordnen. Entscheiden Sie selbst, wo Sie aktuell stehen.

Die Verweigerer
Diese Verbraucher gehören zu den treuesten Kunden der Filialbanken. Sie wünschen den persönlichen Kontakt mit ihrem Bankberater bzw. ihrer Bankberaterin und misstrauen der modernen Technik, weshalb sie selten oder gar nicht im Internet surfen. Sie sind verunsichert angesichts der in den Medien in regelmäßigen Abständen immer mal wieder thematisierten angeblichen Sicherheitslücken und lassen sich auch von dem Argument nicht überzeugen, dass sogar im herkömmlichen Bankgeschäft Risiken nie ausgeschlossen werden können (zum Beispiel gefälschte Überweisungsträger). Die Gruppe der Verweigerer rekrutiert sich in erster Linie aus älteren Bankkunden, die mit den neuen Kommunikationsmedien nicht zurechtkommen. Zwar bieten manche Banken Internetkurse für Senioren an, doch generell ist diese Kundengruppe bei den Filialbanken gut aufgehoben.

Die Skeptiker
Sie vertrauen zwar ebenfalls in erster Linie auf ihre Bank vor Ort, verfolgen aber durchaus die Aktivitäten der Direktbanken. Manche von ihnen unterhalten bei einem der filiallosen Institute sogar schon ein einfaches Produkt (zum Beispiel ein Tages- oder Festgeldkonto). Ihre Hausbank bleibt aber das lokal ansässige Kreditinstitut. Dort haben sie ihr Girokonto und ihr Depot, in dem meist Produkte der betreffenden Bank oder der jeweiligen Finanzgruppe zu finden sind. Wenn es um eine Baufinanzierung geht, vertrauen sich die Skeptiker zunächst ihrer Hausbank an. Sie können sich nicht so recht vorstellen, alle Bankgeschäfte auf Distanz abzuwickeln und vor Ort keinen persönlichen Ansprechpartner zu haben. Doch die Erfahrung zeigt: Mittel- bis längerfristig mutieren viele Skeptiker zu Direktbanken-Kunden. Vor allem dann, wenn sie – wie erwähnt – bereits einfache Dienstleistungen dieser Institute in Anspruch nehmen und sich ein persönliches Bild von deren Funktionsweise machen können. Immer wieder zeigt sich nämlich, dass die wirkungsvollste Werbung für Direktbanking der persönliche Umgang damit ist.

Die Schnäppchenjäger
Sie suchen die jeweils günstigsten Angebote, und zwar sowohl bei Filial- als auch bei Direktbanken. Die Loyalität zu ihren Hausbanken hält sich in engen Grenzen. Sobald sie sich einen Konditionenvorteil versprechen, wechseln die Schnäppchenjäger ihr Geldinstitut oder aber sie versuchen, bei ihrer Hausbank ein noch besseres Angebot zu erreichen. Ein typisches Beispiel: Ein angehender Häuslebauer holt sich bei einer Direktbank ein Angebot für die Finanzierung seiner eigenen vier Wände ein und präsentiert es seinem Bankberater vor Ort. Bietet die Filialbank ähnlich günstige Konditionen, dürfte der Schnäppchenjäger dort abschließen, ansonsten nimmt er eben die Offerte der Direktbank an. Solche Bankkunden reagieren meist schnell auf Zinsvorteile. Verspricht ein Institut höhere Tagesgeldzinsen, wechselt der Schnäppchenjäger kurzfristig die Bank, um sich immer die jeweils besten Konditionen zu sichern. Doch Vorsicht: Eine solche Strategie bringt nicht immer Renditevorteile, sie kann unter Umständen sogar Gefahren bergen.

Die Pragmatiker
Diese Kunden unterhalten meist zwei oder mehrere Bankverbindungen. Sie nehmen bereits viele Leistungen von Direktbanken in Anspruch (Wertpapierdepot, Sparkonten, Konsumentenkredit usw.), haben aber bei ihrer ortsansässigen Bank zumindest noch ihr Girokonto. Sie möchten auf der einen Seite von den günstigen Konditionen der Direktbanken profitieren, auf der anderen Seite aus Gründen der Bequemlichkeit das Girokonto aber bei ihrer ehemaligen Hausbank behalten. So scheuen sie zum Beispiel den Aufwand einer Kontoumstellung. Je mehr Einzugsermächtigungen erteilt wurden, desto ausgeprägter ist meist die Bereitschaft, diese Drehscheibe für die täglichen Bankgeschäfte bei der Hausbank zu belassen. Diese pragmatisch handelnden Kunden erfreuen sich bei den Filialbanken nicht der größten Sympathien, da sie die lukrativeren Geschäfte mit Direktbanken abwickeln und nur das kostenträchtige Girokonto bei ihrer Hausbank unterhalten.

Die Direktbanking-Fans
Diese Kunden haben sich bereits komplett von ihrer Filialbank verabschiedet und wickeln alle Bankgeschäfte über ein filialloses Geldinstitut ab. Das heißt, sie unterhalten auch ihre Girokonten bei einer Direktbank. Meist haben solche Kunden schon recht lange Erfahrungen im Umgang mit Direktbanking gesammelt und verabschiedeten sich peu ä peu von ihrem bisherigen Geldinstitut. Diese Kundengruppe wird in den kommenden Jahren wachsen, da der Umgang mit modernen Kommunikationstechnologien immer mehr zur Selbstverständlichkeit wird und Befürchtungen, die heute noch manchen davon abhalten, komplett zu einer Direktbank zu wechseln, dann der Vergangenheit angehören dürften.

Praxistipp:
Sie kennen das: Ob in der Fernsehwerbung, in der Tagespresse oder in Anlegermagazinen – die neuesten Zinsschnäppchen springen Ihnen Tag fürTag geradezu ins Gesicht. Immer noch ein paar Zehntelprozentpunkte mehr auf das Tagesgeldkonto, hier und da noch ein kleines Extra für ein neues Festgeldkonto. Da der Mensch ein „homo oeconomicus“ ist und nach dem bestmöglichen Ertrag für sein Sparguthaben sucht, erweist er sich als empfänglich für solche frohen Botschaften. Manche wechseln mehrfach pro Jahr die Bank, um jeweils von den Zinsen der aktuell besten Anbieter zu profitieren. Doch dieses Kalkül geht nicht immer auf: Zum einen handelt es sich in vielen Fällen um kurzfristige Lockvogelangebote zur Neukundengewinnung. War die Aktion erfolgreich, sinken die Zinsen oft deutlich. Bei Tagesgeldkonten sind solche Anpassungen jederzeit möglich.
Unabhängige Untersuchungen zeigten darüber hinaus, dass sich „Bank- Flopping“ in den wenigsten Fällen wirklich rechnet. Grund: Bei mehreren Überweisungsvorgängen pro Jahr ist das Geld mehrere Tage unterwegs – es wird mithin nicht verzinst. Hinzu kommt der Zeitaufwand für die Eröffnung neuer und die Kündigung alter Konten sowie die dann notwendige Einrichtung bzw. Löschung der steuerlichen Freistellungsaufträge. Eine realistische Kalkulation zeigt, dass eine überdurchschnittlich gute und dauerhafte Verzinsung ohne Unterbrechung durch Überweisungsvorgänge unter dem Strich nicht weniger Ertrag einbringt als der ständige Wechsel zum jeweils besten Anbieter.
Auch vor einer anderen vermeintlich cleveren Strategie sei gewarnt. Dass Bauherren und Immobilienkäufer bei der für viele größten Investition ihres Lebens mehrere Angebote einholen, macht ohne Frage Sinn. Denn Zinsvorteile von wenigen Zehntelprozentpunkten addieren sich über die lange Laufzeit eines Hypothekendarlehens schnell auf mehrere tausend Euro. Selbstverständlich können Sie bei beliebig vielen Banken, Sparkassen und Direktbanken Angebote unverbindlich abrufen. Doch Vorsicht: Wenn Sie bereits einem Institut zugesagt haben und Ihnen ein unterschriftsreifer Darlehensvertrag vorliegt, sollten Sie nicht allzu oft einen Rückzieher machen. Rechtlich können Sie natürlich auch in diesem Stadium noch absagen und bei einem günstigeren Institut abschließen. Aber Sie laufen dabei Gefahr, Ihr Bonitätsrating bei der Schufa zu verschlechtern. Denn ein nicht angenommener Darlehensvertrag gilt als abgelehnter Vertrag. Und das wirkt nicht eben imagefördernd.

Schuldner zwischen Schufa und Scoring

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (kurz Schufa) hat nicht eben das beste Image – um es freundlich auszudrücken. In der Wahrnehmung vieler Kreditkunden handelt es sich dabei bis heute um eine intransparente Organisation, die nach zum Teil eher fragwürdigen Kriterien die Bonität von Millionen Kunden beurteilt, gigantische Mengen an Daten sammelt und letztlich darüber entscheidet, ob man eine Kreditkarte, einen Leasingvertrag oder ein Girokonto bekommt. Tatsächlich verfügt die Schufa über 384 Millionen Einzeldaten von 63 Millionen Bürgern. Sieben von zehn Deutschen sind von der Schutzgemeinschaft erfasst. Jahr für Jahr bearbeiten die über 700 Mitarbeiter der Schufa nicht weniger als 77 Millionen Anfragen. In jüngster Vergangenheit unternahm die Schutzgemeinschaft erhebliche Anstrengungen zur Imageförderung. Die Schufa kommuniziert heute offener und bemüht sich um Transparenz. Vor allem ihr Internetauftritt gilt mittlerweile als vorbildlich. Künftig haben die Bürger zudem die Möglichkeit, einmal pro Jahr kostenlos die bei der Schufa gespeicherten Daten und Ihren Basiscore abzurufen.
Manche fragwürdigen Gepflogenheiten verstärkten in den vergangenen Jahren den Eindruck der Intransparenz. So floss bis zum Jahr 2001 das Einholen einer Eigenauskunft als negatives Merkmal in das Scoring mit ein. Es entstand der fatale Eindruck, dass Bürger, die ein legitimes Interesse an Auskünften über die von ihnen gesammelten Daten haben, für ihre Anfrage mit Bonitätsabschlägen bestraft und dafür noch zur Kasse gebeten wurden. Diese Praxis hat die Schufa mittlerweile nach heftiger Kritik eingestellt.

Die Geschäftspartner der Schufa
•A-Vertragspartner. Dazu gehören Kreditkartenunternehmen, Kreditinstitute und Leasinggesellschaften. Diese Partner erhalten auf Anfrage Positiv- und Negativmerkmale.
•B-Vertragspartner. In dieser Gruppe sind alle Nicht-Banken zusammengefasst, also zum Beispiel Handel, Versandhandel, Telekommunikations- und sonstige Unternehmen, die Leistungen und Lieferungen gegen Kredit gewähren.
•F-Vertragspartner. Dazu zählen Inkassounternehmen, die von der Schufa Adressdaten erhalten, aber nur wenn die betreffenden Personen bei einem Vertragsabschluss auch in die Schufa-Klausel eingewilligt haben.

Wem gehört die Schufa?
•Gesellschafter der Schufa Holding AG sind:
•Spezialkreditinstitute (33,3 Prozent der Anteile)
•Sparkassen (24,7 Prozent)
•Privatbanken (19,5 Prozent)
•Genossenschaftsbanken (7,4 Prozent)
•Handel und andere Unternehmen (15,3 Prozent)

Was verbirgt sich hinter dem ominösen Scoringverfahren? Wenn Sie sich schon etwas intensiver mit der Welt der Finanzen befasst haben, dann werden Ihnen mit Sicherheit die Bonitätsratings von großen Unternehmen und Staaten begegnet sein. Sie gleichen Noten und lassen Rückschlüsse auf die jeweilige Bonität zu. Anleihen eines Unternehmens mit dem Rating AAA gelten als grundsolide, das Ausfallrisiko erscheint denkbar gering. Bringt es ein Unternehmen nur auf BB oder steht sogar ein C am Anfang, ist größte Vorsicht angebracht. Firmen und Staaten mit solchen Ratings bekommen auf den Kapitalmärkten nur Geld, wenn sie überdurchschnittlich hohe Zinsen zahlen – eben die an anderer Stelle bereits erwähnte „Zitterprämie“.
Der Basisscore ist ebenfalls eine solche Bonitätsnote. Er gibt, vereinfacht ausgedrückt, an, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine bestimmte Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt und ihre Kredite innerhalb der vereinbarten Frist zurückführt. Der beste Score-Wert wäre demnach 100 Prozent, denn dies entspräche einem Ausfallrisiko von 0 Prozent. Aber wie Sie wissen, gibt es eine hundertprozentige Sicherheit fast nie im Leben und daher liegen selbst solvente Bürger leicht unter dieser Marke.
Wie der Score-Wert im Detail berechnet wird, ist nicht bekannt. Die genaue Methode hat die Schufa bislang nicht offengelegt. Jedoch fließen alle gespeicherten Daten in diese Bonitätsnote ein, darunter Positivmerkmale, wie die vertragsgemäße Abwicklung von Geschäftsbeziehungen, sowie Negativmerkmale, wie etwa nicht vertragsgemäßes Verhalten und gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen.
Verbraucher- und Datenschützer kritisieren nach wie vor manche Praxis der Schufa, doch sollte man fairerweise die positiven Effekte nicht übersehen:
Gläubiger und Banken werden vor insolventen Kunden geschützt (niemand kann Interesse an schwachen Geldinstituten haben).
Die Schufa leistet überdies einen Beitrag, die Bürger vor Überschuldung zu bewahren.

Telefonbanking ersetzt das Briefbanking

Das Briefbanking der ersten Stunde wies einen entscheidenden Nachteil auf: Es war umständlich und recht langsam. Bedingt durch die mitunter langen Postversandzeiten konnte es schon mal zwei bis drei Tage dauern, bis ein Auftrag ausgeführt wurde. Solange der Kunde – wie etwa bei einfachen Spareinlagen – pro Jahr nur wenige Verfügungen traf, war dieser Nachteil akzeptabel, zumal die Gegenleistung der Briefbank in vergleichsweise günstigen Konditionen bestand, mit denen die der Filialbanken nicht konkurrieren konnten. Dennoch, die Briefbanken konnten (und wollten) die „klassische“ Hausbank nicht ersetzen. Ob beruflich oder privat – in den 1970er- und 1980er-Jahren änderte sich das Kommunikationsverhalten der Bundesbürger grundlegend. Hatte das eigene Telefon zehn Jahre zuvor noch als Luxus gegolten, so verfügte nun fast jeder Haushalt über einen eigenen Anschluss. Immer stärker nutzten die Verbraucher diesen schnellen Weg, um Waren zu bestellen oder Dienstleistungen anzufordern. Briefe wurden nur noch geschrieben, wenn größere Geschäfte abgewickelt werden sollten.
Ende der 1980er-Jahre entdeckte auch die Finanzdienstleistungsbranche das Telefon zunehmend als direkten Draht zu ihren Kunden. Die US-amerikanische Citibank, die zuvor die damalige Düsseldorfer Teilzahlungsbank KKB übernommen hatte, führte 1989 als erstes Institut in großem Umfang und mit enormem Marketingaufwand das Telefonbanking ein. Fortan konnten die Kunden von jedem Telefonapparat aus und auch außerhalb der Schalteröffnungszeiten ihre Geldgeschäfte tätigen. Um aber einen reibungslosen Telefonservice bieten zu können, mussten die Banken in technisch aufwendige Callcenter investieren. Schließlich verlangt der Kunde bei Bankgeschäften ein anderes Serviceniveau als bei der telefonischen Fahrplanauskunft der Bahn.
Trotz mancher Anlaufschwierigkeiten, zum Beispiel bisweilen eingeschränkte Erreichbarkeit, stieg das Interesse der Bankkunden am Telefonbanking ständig. Bereits acht Jahre nach Einführung dieses Angebots nutzten nach Angaben der Citibank rund 90 Prozent ihrer Girokonteninhaber den telefonischen Zugang zu ihrem Geldinstitut. Andere Direktbanken, aber auch Filialbanken und Sparkassen, zogen rasch nach und führten ebenfalls den bequemen Telefonkontakt zu den Kunden ein. Fast zeitgleich wurden weitere Formen der Kommunikation für viele Verbraucher nutzbar. Faxgeräte etwa, die angesichts der anfangs sehr hohen Anschaffungskosten zunächst überwiegend in Betrieben zu finden waren, kamen immer günstiger in den Handel und eroberten dadurch zunehmend die privaten Haushalte. Somit war es möglich, schriftliche Aufträge in Sekundenschnelle zu übermitteln. Allerdings: Immer dann, wenn es einer Originalunterschrift bedarf, reicht bis heute eine Übermittlung per Telefax nicht aus. In diesen Fällen muss der Kunde nach wie vor die Unterlagen per Post senden.

Ab dem Jahr 1992 begann schließlich der Siegeszug der Mobiltelefone. Viele von Ihnen werden sich noch an die reichlich unhandlichen Geräte der ersten Stunde erinnern. „Knochen“ wurden sie liebevoll genannt, und wer sich ein solches Gerät zulegen wollte, musste damals umgerechnet über 500 Euro zahlen. Auch Flatrates waren noch nicht bekannt. Das mobile Telefonieren erschien zunächst als Luxus, den sich nur Besserverdiener leisten konnten. Dank des stark zunehmenden Wettbewerbs setzte aber schon wenige Jahre später ein drastischer Preisverfall ein, sodass bald sogar Schüler wie selbstverständlich mit dem Handy telefonieren und elektronische Kurzmitteilungen (SMS) verschicken konnten.
Als direkte Folge des Handybooms wurde das Telefonbanking „mobil“. Seither kann der Bankkunde auch unterwegs seine Bankgeschäfte erledigen. Ob im Zug oder im Flughafen, im Restaurant oder im Hotel – der schnelle Zugang zum Bankkonto ist immer gewährleistet. Dennoch blieb dem „Handybanking“ der große Durchbruch versagt.
Das Telefon öffnet dem Kunden darüber hinaus einen zweiten Zugangsweg zu seinem Konto. Wer Standardaufträge wie etwa Überweisungen erteilen möchte und nicht unbedingt Wert auf den direkten Kontakt mit einem Callcenter-Mitarbeiter legt, kann bei vielen Direktbanken den Telefoncomputer benutzen (Telebanking). Da bei wird der Kunde von einer virtuellen Stimme durch das Menü geführt und kann seine Aufträge entweder mithilfe seiner Telefontastatur oder über die Spracherkennung auch mündlich eingeben. Dieses Verfahren ist für den Kunden besonders schnell und preiswert. Wartezeiten, die beim Anruf im Callcenter in Spitzenzeiten nicht auszuschließen sind, entstehen beim Kontakt mit dem Sprach Computer nicht. Das Telebanking-System ist allerdings nur für einfache Bankgeschäfte geeignet. Außerdem erscheint vor allem älteren Kunden der „Dialog“ mit dem Telefoncomputer doch etwas zu unpersönlich. Generell aber wird dieser Kommunikationskanal immer stärker genutzt.

Beim Fondskaufbares Geld sparen und weitere Angebote

Wer Anteile an Fonds erwirbt, muss in der Regel Ausgabeaufschläge zahlen. Das sind meistens zwischen 4 und 5 Prozent, falls Sie bei einer Filialbank kaufen. Für die hauseigenen Produkte wird mitunter ein Rabatt gewährt, sodass Sie nur auf 2,5 oder 3 Prozent kommen. Hier bieten Ihnen Direktbanken einen unbestreitbaren Vorteil, denn diese Institute berechnen deutlich geringere oder gar keine Ausgabeaufschläge. Bei manchen Banken gibt es „Fonds des Monats“ zu besonders günstigen Konditionen oder ähnliche Rabattaktionen.
Es lohnt sich, hier zu vergleichen. Kostenlose Depotführung und -Verwaltung ist nahezu Standard. Nach den anderen Gebühren sollten Sie sich ebenfalls erkundigen, aber normalerweise bieten die Direktbanken heute ein günstig verzinstes und gebührenfreies Verrechnungskonto, kostenlose Echtzeit-Kurse sowie günstige Konditionen für die Orders an.

Die Fakten auf einen Blick
Tagesgeld- und Festgeldkonten sind sichere und bequeme Formen der Geldanlage und eine interessante Alternative zu den traditionellen Sparbüchern.
Je höher die Renditechancen einer Geldanlage, desto höher das Risiko.
Überlegen Sie sich genau, welches Risiko Sie persönlich eingehen möchten – in welchem Verhältnis bei Ihnen Rendite und Sicherheit stehen sollen.
Investieren Sie niemals Geld in risikoreiche Anlagen, das Sie brauchen. Nehmen Sie dafür nur Geld, auf das Sie nicht angewiesen sind.
Streuen Sie Ihr Kapital. Setzen Sie nicht alles auf eine Karte. Schaffen Sie sich, ein ausgewogenes Portfolio mit verschiedenen Produkten und überprüfen Sie regelmäßig, ob alles noch stimmig ist und zu Ihrer Lebenssituation passt.
Halten Sie eine Liquiditätsreserve bereit, zum Beispiel in Form von Tagesgeld.
Bedenken Sie, dass Aktien eine langfristige Anlage sind. Der Anlagehorizont sollte (abgesehen von Spekulationen) mindestens fünf Jahre betragen.

Lassen Sie sich keine Schnäppchen oder „todsicheren Tipps“ aufschwatzen. Egal, worin Sie investieren, schauen Sie sich das Produkt genau an, informieren Sie sich umfassend. Nutzen Sie die Informationen und Instrumente, die Ihnen die Direktbanken zur Verfügung stellen.
Investieren Sie an der Börse antizyklisch: Kaufen Sie, wenn die Preise niedrig sind bzw. fallen, und verkaufen Sie, wenn sie steigen.
Halten Sie im Aktienbereich nicht an permanenten Verlierern fest. Trennen Sie sich, bevor es zu spät ist.

Haupt- oder Zweitbankverbindung, Angebote

Angenommen, Sie haben sich für die Zusammenarbeit mit einer Direktbank entschieden. Nun stellt sich die weitergehende Frage: Möchten Sie nur ganz bestimmte Dienstleistungen des Geldinstituts in Anspruch nehmen oder haben Sie sich vorgenommen, Ihrer bisherigen Hausbank voll und ganz den Rücken zu kehren? Gehen wir zunächst davon aus, dass Sie sich nur für ganz bestimmte Dienstleistungen der filiallosen Bank entscheiden, zum Beispiel für ein Festgeldkonto, ein Wertpapierdepot oder eine Baufinanzierung. In diesem Fall müssen Sie bei Ihrer bisherigen Bank weiterhin ein Girokonto unterhalten, das hinfort als sogenanntes Referenzkonto fungiert, über das auch alle Geschäfte mit der Direktbank abgewickelt werden.

Praxisbeispiel 1:
Sie lassen bei einer Direktbank einen Sparplan einrichten, In den Sie monatlich 100 Euro einzahlen. Diesen Betrag bucht das Institut zum vereinbarten Zeitpunkt vom Girokonto bei Ihrer Hausbank ab und schreibt es Ihrem Sparplan gut. Am Ende der Laufzeit möchten Sie über den angesparten Betrag verfügen. In diesem Fall überweist die Direktbank das Geld wieder auf Ihr Girokonto. Ähnlich sind die Abläufe, wenn Sie sich für ein Tagesgeldkonto entscheiden, um Ihre überschüssige Liquidität gut verzinst anzulegen. Sie überweisen das Geld von Ihrem Girokonto bei einer Filialbank auf das kostenlose Tagesgeldkonto der Direktbank. Sollten Sie über Ihr Guthaben oder Teile davon verfügen wollen, wird Ihnen der Betrag meist innerhalb von 24 Stunden auf Ihr Girokonto überwiesen.

Praxisbeispiel 2:
Sie entscheiden sich für ein kostenloses Wertpapierdepot bei einer Direktbank und ordern Ihre Aktien, Rentenpapiere, Zertifikate oder Fondsanteile fortan online oder telefonisch. Mit Eröffnung des Depots erhalten Sie ein Transaktionskonto, über das Ihre Wertpapierkäufe und -Verkäufe abgewickelt werden. Auf dieses Konto werden Ihnen ferner Zinsen, Dividenden und andere Kapitalerträge überwiesen. Tipp: Erkundigen Sie sich nach der Verzinsung auf diesem Transaktionskonto. Sie ist in den meisten Fällen äußerst gering. Faire Direktbanken bieten Ihnen ein besser verzinstes Tagesgeldkonto als Transaktionsplattform an. Das macht sich spätestens dann positiv bemerkbar, wenn Sie sich in unsicheren Börsenzeiten mit Käufen zurückhalten und Ihr Kapital für einige Wochen auf diesem Transaktionskonto „parken“. Wenn Sie nun Wertpapiere verkaufen und über die Erträge verfügen wollen, müssen Sie sich das Geld vom Transaktionskonto auf das Girokonto bei Ihrer Hausbank überweisen lassen.
Falls Sie also nur bestimmte Dienstleistungen eines filiallosen Geldinstituts in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie die Geschäftsbeziehung zu Ihrer Hausbank aufrechterhalten. Insbesondere wenn Sie häufig größere Bareinzahlungen oder -auszahlungen wünschen, erweist sich das Girokonto bei der Bank vor Ort als Vorteil. Allerdings gibt es längst noch nicht alle Girokonten zum Nulltarif. Vor allem die Sparkassen und Genossenschaftsbanken langen in dieser Hinsicht mitunter kräftig zu. Doch der Trend geht eindeutig zum gebührenfreien Girokonto.

Grundsätzlich gilt aber: Je mehr Bankverbindungen Sie unterhalten, desto schwieriger wird es, den Überblick nicht zu verlieren. Erhalten Sie von mehreren Instituten Kapitalerträge (zum Beispiel Dividenden von Ihrem Direktbroker und Zinsen vom Sparbuch Ihrer Volksbank), so müssen Sie beiden Instituten einen Freistellungsauftrag erteilen, um Ihren Sparerfreibetrag voll ausschöpfen zu können. Die Summe der erteilten Freistellungsaufträge darf jedoch die Höchstbeträge (801 Euro bei Singles, 1602 Euro bei Verheirateten) nicht überschreiten, sonst droht früher oder später unangenehme Post vom Finanzamt. Falls Sie also Wert legen auf Bequemlichkeit und gleichzeitig Gebühren für das Girokonto bei Ihrer Filialbank sparen möchten, machen Sie einfach die Direktbank zu Ihrer Hausbank und eröffnen Sie dort auch Ihr Girokonto. Worauf Sie dabei unbedingt achten sollen, verraten wir Ihnen später noch im Detail.

Tagesgeldkonten als Bestseller, launische Geldmarktfonds und Angebote

Kostenlose Tagesgeldkonten gehören – wie erwähnt – zu den Bestsellern der Direktbanken. Sie sind für jeden Sparer und Anleger vorteilhaft. Der Kleinsparer kann auf diesen Konten Geld ansammeln für besondere Anschaffungen oder Steuernachzahlungen, der Investor kann sich auf das Tagesgeldkonto ein risikoloses Sicherheitspolster legen. Solche Konten bietet eigentlich jedes Geldinstitut an, aber bei den Direktbanken sind die Konditionen in der Regel günstiger als bei den Filialbanken. Allerdings sollte man sich nicht nur von den guten Zinsen und der kostenlosen Kontoeinrichtung und füh-rung blenden lassen, sondern auf jeden Fall die Konditionen vergleichen, besonders die zwischen den Direktbanken. Die Zinsen auf Tagesgeldkonten erweisen sich nämlich oft als Lockvögel für Neukunden. Wenn man sich diese Angebote genauer anschaut, entdeckt man fast immer den einen oder anderen Haken. Sehr gute Zinsen aufs Tagesgeld werden oft nur für einen begrenzten Zeitraum gewährt oder nur für eine bestimmte Summe. Nach Ablauf einer Frist von beispielsweise sechs Monaten erhält der Neukunde dann eine niedrigeren Zins, den auch die bisherigen Kunden bekommen.

Täglich verfügbar
Das große Plus eines Tagesgeldkontos ist seine Verfügbarkeit. Geld auf dem Tagesgeldkonto kann jederzeit benutzt bzw. abgehoben oder überwiesen werden. Das verleiht dem Anleger eine extrem hohe Flexibilität. Allerdings kann die Verzinsung dieser Konten von einem Tag auf den anderen angepasst werden.

Launische Geldmarktfonds
In Zeiten steigender Zinsen oder schlecht laufender Börsen stellen für viele Anleger Geldmarktfonds eine Alternative dar, um zum Beispiel Geld „zu parken“. Geldmarktfonds haben dabei in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Diese Entwicklung ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten. Auf Tagesgeldkonten können Banken attraktive Sonderkonditionen gewähren, so wie es die Direktbanken zur Neukundengewinnung machen. Bei Geldmarktfonds ist das nicht möglich. Sie bilden die tatsächlich am Markt erzielbare Rendite ab. Im Jahr 2005 zum Beispiel erzielten 135 Geldmarktfonds nach Berechnungen von Standard & Poor’s im Durchschnitt eine Rendite von gerade einmal 1,7 Prozent. Die bundesweit tätigen Direkt- und Spezialbanken kamen während dieser Zeit mit der Rendite ihrer Tagesgeldkonten niemals unter die Zwei-Prozent-Marke. Hinzu kommt, dass zwar die meisten Geldmarktfonds ohne Ausgabeaufschläge arbeiten, aber die Verwaltungsgebühren, die zwischen 0,3 und 0,7 Prozent liegen, auch erst einmal verdient werden müssen.

Die eigene Wohnung direkt finanzieren

Als angehender Bauherr oder Wohnungskäufer haben Sie die Wahl: Bei guter Bonität und einem realistischen Finanzierungskonzept sind Sie überall ein gern gesehener Kunde. Bei allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen wird man Ihnen zu Diensten sein. Und natürlich auch bei Direktbanken. Der Wettbewerb unter den Baufinanzierern verschärfte sich in den vergangenen Jahren erheblich. Zum einen, weil die Zahl der Baugenehmigungen nach Abschaffung der Eigenheimzulage zumindest vorübergehend gesunken ist, was das Baufinanzierungsvolumen insgesamt reduzierte. Zum zweiten wegen der gestiegenen Markttransparenz. Früher holte sich der Kunde drei oder vier Finanzierungsangebote bei Kreditinstituten aus seiner Region ein, heute genügt ein Blick ins Internet, um einen aktuellen Überblick über die Konditionen von mehreren Dutzend Banken zu erhalten. Darüber hinaus kamen neue Anbieter hinzu: Direktbanken, ausländische Institute sowie virtuelle Vermittler, wie etwa Kreditportale im Internet. Das heißt für Sie: Als Kunde werden Sie regelrecht umworben. Und genau diesen Vorteil sollten Sie ausspielen, um möglichst günstige Konditionen durchzusetzen.
Die Höhe der Zinsen ist natürlich nur ein – wenngleich sehr wichtiges – Entscheidungskriterium bei der Wahl des passenden Finanzierungspartners. Hinzu kommen sollte – gerade bei Erstfinanzieren eine faire Beratungskompetenz seitens der Bank. Manche Kunden wünschen zudem den persönlichen Kontakt, weshalb sie sich für die regionalen Kreditinstitute entscheiden und auch noch so günstige Angebote von filiallosen Direktbanken nicht annehmen. Doch muss es tatsächlich die Bank vor Ort sein? Wie funktioniert eine Baufinanzierung bei einer Direktbank? Wann lohnen sich Darlehen von einer Hypothekenbank? Ist das Bausparen – das in Deutschland beliebteste Finanzierungskonzept – noch zeitgemäß? Um diese Fragen zu beantworten, wollen wir Ihnen die unterschiedlichen Gruppen der Baufinanzierer und ihre Instrumente kurz vorstellen.
Doch gestatten Sie, dass wir an dieser Stelle vier Thesen formulieren, von denen wir fest überzeugt sind:

„Immobil“ ist nur das Objekt, nicht aber die Finanzierung. Das heißt, es gibt keinen überzeugenden wirtschaftlichen Grund, weshalb die finanzierende Bank vor Ort sein muss.
Bausparen wird in Zeiten sinkender staatlicher Zuschüsse an Attraktivität einbüßen.
Baudarlehen von Versicherungen sind für die Eigentümer von selbst genutzten Immobilien nicht sinnvoll, sofern keine stetige Tilgung erfolgt und die Schuldsumme erst bei Auszahlung der Versicherungsleistung beglichen wird.
Das klassische Annuitätendarlehen (Sie zahlen im Voraus festgeschriebene Raten, die sich aus Tilgung und Zinsen zusammensetzen) bleibt die aus Sicht des Kunden beste Form der Baufinanzierung.

Ausblick Direktbanken und weitere Angebote

Es ist eine einfache Erkenntnis, die sich aber oft bestätigt: Vielen Trends wohnen bereits Gegentrends inne. So erscheint die Frage durchaus berechtigt, ob dem Direktbanking tatsächlich die Zukunft gehört oder ob diese Form der Finanzdienstleistung allmählich an ihre Grenzen stößt und das Filialbankengeschäft in den nächsten Jahren eine unverhoffte Renaissance erleben könnte. Manche Banken und Sparkassen glauben an ein Comeback der Geschäftsstellen und investieren ansehnliche Summen in die Niederlassungen vor Ort. Zwar werden nach wie vor Filialen geschlossen, doch die verbleibenden sollen ganz besonders einladend auf die Kunden wirken. Komfortable Sitzgarnituren mit anspruchsvollem Lesestoff, um eventuelle Wartezeiten angenehm überbrücken zu können, diskrete, edel eingerichtete und mit modernstem elektronischem Equipment ausgestattete Besprechungsräume, Spielecken für die Kinder, ein angeschlossenes Café, in dem man nach den Bankgeschäften noch in Ruhe einen Cappuccino genießen kann – und vor allen Dingen: freundliche und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Kunden ganz persönlich und mit großen Charme beraten. Sieht so das Bankgeschäft der Zukunft aus?
Manchen Bankern und deren Beratern schweben gleichsam Flagshipstores vor, wie sie die renommierten Luxusgüterproduzenten in kaufkraftstarken Metropolen unterhalten. Aber lässt sich eine Volksbank wirklich mit Louis Vuitton vergleichen, eine Sparkasse mit Prada? Wohl kaum. Bankprodukten fehlt jede Emotionalität. Wer hat sich schon je in einen Riester-Sparplan verliebt? Wann hat schon jemand lustbetont ein Festgeldkonto eröffnet? Eben weil es den Bankprodukten an Exklusivität und Emotionalität mangelt, werden sie regelmäßig über Marketing-Vehikel verkauft. Entweder man verknüpft sie mit bestimmten emotionalen Themen (zum Beispiel dem Sport) oder sie werden als Mittel zum Zweck dargestellt („Mein Haus, mein Auto, mein Boot“).
Nur die wenigsten Bankkunden dürften den Wunsch verspüren, nach dem kurzen Gespräch mit dem Berater unbedingt noch einen Kaffee zu trinken. Und das weiche Designersofa wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit ebenso wenig als probates Kundenbindungsprogramm erweisen. Wo sich früher manche Kunden über die „Protz-Paläste“ ihrer Bank mokierten, wird man künftig auch Lifestyle-Oasen nicht goutieren, wenn die Konditionen nicht stimmen.
Wer über die Bank von morgen diskutiert, muss sich daher zunächst über die Kunden der Zukunft Gedanken machen. Wovon müssen die Finanzdienstleister also ausgehen?
Die Preissensibilität wird weiter zunehmen. Zum einen, weil es noch nie so einfach war, die Konditionen grenzüberschreitend zu vergleichen. Es dauert nur wenige Sekunden, bis der Verbraucher im Internet die gewünschten Informationen erhält. Und zum anderen, weil die Banken ihre Kunden mit Rabatt- und Bonusaktionen quasi zur Preissensibilität erzogen haben.
Die ohnehin schon hohe Quote der Internetnutzer wird weiter wachsen. In 10 bis 15 Jahren werden Menschen in den Ruhestand treten, für die der Umgang mit modernen Technologien im Gegensatz zu vielen Senioren von heute kein Problem mehr darstellt. Die „Silver-Surfer“ werden keine in den Medien herausgestellten Ausnahmen mehr sein, sondern die Regel.
Die Verbraucher werden kritischer und sind dank der Medien immer besser informiert. Sie entscheiden autonom und misstrauen einseitiger Beratung.
Bankkunden nehmen Rabatt- und Bonusaktionen zwar gern an, reagieren aber verärgert, wenn es sich um kurzfristige Lockangebote handelt. Schlechte Voraussetzungen für das Cross-Selling- Geschäft, also den Versuch, dem Kunden weitere Produkte der Bank zu verkaufen.

Die Kunden wünschen sich transparente Produkte. Auf Angebote mit viel Bürokratie (Beispiel Riester-Rente) reagieren sie zurückhaltend.

Gefragt ist Banking „rund um die Uhr“ – auch spät am Abend und an Feiertagen. Der Besuch des Bankberaters beim Kunden zu Hause jedoch erfreut sich keiner allzu großen Beliebtheit.
Das Direktbanken-Modell kommt diesem Anforderungsprofil sehr nahe. Dank günstiger Kostenstrukturen und einer großen Zahl von Kunden sind diese Geldinstitute in der Lage, nachhaltig überdurchschnittlich günstige Konditionen zu bieten. Filialbanken, die vergleichbare Angebote machen, halten diese meist nur ein paar Wochen durch – oder sie bekommen auf Dauer ein ernsthaftes Ertragsproblem. Zudem kann der Kunde selbst entscheiden, wann er seine Bankgeschäfte erledigt. Per Internet oder Callcenter erreicht er sein Geldinstitut rund um die Uhr. Schließlich bieten Direktbanken ein überschaubares Produktportfolio an, in dem der Kunde aber dennoch alles findet, was er für seine Geld- und Vorsorgegeschäfte braucht.

Fest steht auch: Die Preise und Konditionen allein entscheiden nicht über den dauerhaften Erfolg. Die Verbraucher erwarten gerade bei Finanzgeschäften darüber hinaus ein akzeptables Maß an Qualität und Verlässlichkeit. Direktbanken, die ihre Kunden zwangsläufig aus der geografischen Distanz bedienen, müssen in besonderer Weise Vertrauen aufbauen. Von einer echten Hausbank erwarten die Verbraucher nämlich mehr als nur Massenmanagement.
Insgesamt nehmen sich die Rahmenbedingungen für die Wachstumsaussichten der Direktbanken somit recht positiv aus. Doch inwieweit könnten die auch künftig nicht verstummenden Diskussionen über die Sicherheit von Onlinebanking die weitere Entwicklung bremsen?
Realistisch betrachtet, kann es eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben – weder bei Filial- noch bei Direktbanken. Wir erinnern uns: Anfang des Jahres 2008 erlebte die entsetzte Öffentlichkeit in Deutschland einen Steuerskandal, der weite Kreise zog. Ausgangs punkt der Affäre waren geheime Daten, die ein Krimineller bei einer Liechtensteiner Bank gestohlen hatte. Bei einer Bank immerhin, die bis dahin als so sicher galt wie Fort Knox, und in einem Land, das normalerweise größten Wert auf Diskretion und die Wahrung des Bankgeheimnisses legt. Das zeigt: Absolute Sicherheit gibt es nirgends. Dennoch stehen die Direktbanken weiterhin vor der Herausforderung, gerade im Hinblick auf die Möglichkeiten von Web 2.0 ihre IT- Sicherheit ständig zu optimieren und damit spektakuläre Schadenfälle zu verhindern. Denn die hätten direkt negative Auswirkungen auf die Akzeptanz von Onlinebanking seitens der Kunden.
In der Vergangenheit wurde über die Zukunft des Finanzdienstleistungssektors häufig in voreiligen „Entweder-oder“-Kategorien diskutiert. Zunächst glaubte keiner so recht an einen dauerhaften Erfolg der Direktbanken. Dann wurde ebenso undifferenziert das baldige Ende der Bankfiliale prognostiziert. Und obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche Filialen dem Rotstift zum Opfer fielen, wird das Geldinstitut vor Ort erhalten bleiben – allerdings nicht mehr für das Standardgeschäft, das die Kunden schon heute überwiegend im Onlineverfahren oder an Automaten abwickeln. Die Filiale der Zukunft wird ein echtes Kompetenz-Center für eine sehr spezielle und individuelle Beratung sein. Die Frage bleibt indessen, ob die Kunden bereit sind, für einen solchen Service einen angemessenen Preis zu zahlen. Denn private Banking-Betreuung zu Direktbanken-Konditionen kann es ebenso wenig geben wie einen Flug im Privatjet zu Ryanair-Preisen. Der Kunde allein entscheidet, welche Art von Finanzdienstleistung er wünscht. Direktbanken stellen ein Angebot dar, von dem in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Menschen in Deutschland und in anderen Staaten Gebrauch machten. Selbst wenn die Zeiten des ungestümen Wachstums vorüber sein sollten (schließlich lässt sich ein Markt nicht beliebig vergrößern), so wird die Zahl der Direktbanking-Kunden weiter wachsen. Nicht von ungefähr sind etablierte Banken, die von einer angeblichen Renaissance der Filialen sprechen, seit einiger Zeit dabei, das Direktbanken-Systeme zu kopieren. Auslaufmodelle aber würde man wohl kaum nachahmen.