Erwerbspersonen, Erwerbspersonenpotenzial und Erwerbsquote – und was das bedeutet – Wirtschaftsbegriffe Liste

Erwerbspersonen
in der amtlichen Statistik alle Erwerbstätigen, d. h. alle Arbeitnehmer in einem Arbeitsverhältnis, die Selbstständigen und die Angehörigen der freien Berufe sowie die Erwerbslosen, d.h. die Arbeitslosen, die einen Arbeitsplatz suchen, unabhängig davon, ob sie beim Arbeitsamt gemeldet sind oder nicht. Auch kommt es weder auf die Bedeutung des Ertrags dieser Tätigkeit für den Lebensunterhalt noch auf die tatsächlich geleistete oder vertragsmäßig zu leistende Arbeitszeit an. Den Gegensatz bilden die Nichterwerbspersonen, die keinerlei auf Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben oder suchen, beispielsweise Kinder, Schüler, Studenten, ältere Personen und Frauen oder Männer, die ausschließlich im eigenen Haushalt tätig sind.

Erwerbspersonenpotenzial (Arbeitskräftepotenzial)
die Gesamtheit aller Erwerbspersonen einschließlich einer geschätzten stillen Reserve aus beim Arbeitsamt nicht registrierten Personen, die auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen können. Zum E. zählen somit alle Personen, die bei einer günstigen Arbeitsmarktsituation bereit, geeignet und nach den persönlichen Voraussetzungen wie Gesundheitszustand oder Ausbildung in der Lage sind, eine entsprechende Beschäftigung auszuüben.

Erwerbsquote
der Anteil der Erwerbspersonen an der Wohnbevölkerung in einer Volkswirtschaft. Die E. wird in Prozent ausgedrückt. In der amtlichen Statistik werden E. auch für bestimmte Bevölkerungsgruppen und Altersstufen berechnet.

EUREX

Deflator, Delkredere und Depot – und was das bedeutet – Wirtschaftsbegriffe Liste

Deflator
ein Maßstab für die Inflation, der das Verhältnis des nominalen Bruttoinlandsprodukts (Sozialprodukt) eines Jahres zum realen Bruttoinlandsprodukt darstellt. Er misst als Index Preissteigerungen und Inflationsraten über einen längeren Zeitraum, degressive Kosten: sinkende Kosten bzw. im Verhältnis zu einem steigenden Beschäftigungsgrad abnehmende Kostenbestandteile.

Delkredere
eine vertraglich übernommene Garantie für die Erfüllung einer Forderung bei Kommissionären und Handelsvertretern. Bei Handelsvertretern bedarf das D. der Schriftform. Das D. begründet einen zusätzlichen Anspruch auf die Delkredereprovision. Im Rechnungswesen ist das D. eine Wertberichtigung, die auf dem Delkrederekonto verbucht wird.

Depot (Wertpapierdepot)
Bankenbezeichnung für die Verwaltung und Verwahrung von Wertpapieren Dritter. Mindestens einmal im Jahr muss aufgrund gesetzlicher Bestimmungen das Kreditinstitut, das Wertpapiere in einem D. eines Kunden in Girosammelverwahrung oder Streifbandverwahrung verwahrt, dem Kunden eine detaillierte Aufstellung seines Depotkontos zukommen lassen. Bei den meisten Banken sind Depotgebühren für diese Dienstleistung zu zahlen, zu der auch die Einlösung von Dividenden- und Zinsscheinen zählt.

Deflation

Discountpolitik, Dispositionskredit und Distribution – und alles darüber – wichtige Wirtschaftsbegriffe

Diskontpolitik
das wichtigste geldpolitische Mittel der Deutschen Bundesbank bis zum 1. 1. 1999, als die Europäische Zentralbank (EZB) die Verantwortung für eine einheitliche Geldpolitik im Euro-Währungsraum übernommen hat. Die D. betrieb die Bundesbank durch die Veränderung des Diskontsatzes, der auch als Leitzins der Wirtschaft bezeichnet wurde. Eine Erhöhung des Diskontsatzes verteuerte die Geldbeschaffung der Banken, führte zu einem Anstieg des gesamten Zinsniveaus, dämpfte die Konjunktur und stabilisierte den Geldwert. Eine Diskontsatzsenkung dagegen verbilligte die Geldbeschaffung der Geschäftsbanken und deren Zinsen für Kredite gegenüber Unternehmen und den privaten Verbrauchern.

Dispositionskredit
ein Kredit in laufender Rechnung (Kontokorrentkredit), der Inhabern von Privatgirokonten bis zu einer bestimmten Höhe – z.B. doppelte Höhe des monatlichen Nettoeinkommens – ohne besondere Formalitäten und Sicherheiten eingeräumt wird. Er ist nicht an feste Rückzahlungsvereinbarungen und bestimmte Verwendungszwecke gebunden. Der Zinssatz liegt deutlich höher als der bei abgesicherten Krediten mit fester Laufzeit.

Distribution
aus volkswirtschaftlicher Sicht die Verteilung von Einkommen und Vermögen auf verschiedene Wirtschaftsbereiche oder Personen bzw. Personengruppen. In Deutschland werden dabei in erster Linie soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit auch der nicht am Wirtschaftsprozess aktiv beteiligten Gruppen wie Rentner, Sozialhilfeempfänger oder Arbeitslose sowie der sozial Schwachen durch staatliche Maßnahmen der Umverteilung angestrebt.

Fluktuation, F.D.E und Fördergebiet – und alles darüber – wichtige Wirtschaftsbegriffe

Fluktuation
im weiteren Sinn alle zwischenbetrieblichen Arbeitsplatzwechsel, im engeren Sinn der Arbeitsplatzwechsel innerhalb eines Unternehmens. Ein Teil der F. entsteht durch Tod, Ruhestand oder Umzug aus besonderen Gründen. Bei besonders hoher F. in einem Unternehmen ist nach den Gründen, z.B. schlechtes Betriebsklima, zu forschen, da hohe Arbeitsnebenkosten (Stellenanzeigen, Bewerberauswahl, Einarbeitung usw.) anfallen,

Fonds Deutsche Einheit
nach einem Beschluss von Bund und Ländern 1990 gebildetes Sondervermögen. Der F. D. E. hatte eine Laufzeit vom 1. 7. 1990 bis zum 31. 12. 1994, ein Volumen von über 160 Mrd. DM und diente anfangs der Finanzierung der Zuschüsse der Bundesrepublik zum DDR-Staatshaushalt, die im deutsch-deutschen Staatsvertrag beschlossen worden waren. Nach Vollendung der Einheit wurden aus dem Fonds Mittel für die neuen Bundesländer bereitgestellt.

Fördergebiet
strukturschwache Region, die im Rahmen der Regionalpolitik wirtschaftlich besonders gefördert wird, um gleiche Lebensverhältnisse für die Bevölkerung in allen Teilen Deutschlands zu erreichen. Regionen, denen eine besondere Förderung zuteil wird, sind z.B. die neuen Bundesländer oder die Küstengebiete von Nord- und Ostsee. Auch in der EU gibt es F., die Gelder aus den Programmen der Europäischen Strukturfonds erhalten.

ESZB, Europäische Strukturfonds und EWI – und alles darüber – wichtige Wirtschaftsbegriffe

Europäisches System der Zentralbanken, ESZB
das aus der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken bestehende Zentralbanksystem im Rahmen der Europäischen Währungsunion. Das ESZB ähnelt durch seinen zweistufigen Aufbau dem deutschen Zentralbanksystem.

Europäische Strukturfonds
Oberbegriff für verschiedene Programme zur Abschwächung des wirtschaftlichen und sozialen Gefälles zwischen hoch entwickelten und benachteiligten Regionen bzw. zwischen den Lebensbedingungen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen innerhalb der EU. Es sind dies der Europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL), der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Europäische Sozialfonds (ESF) sowie der Fonds im Bereich der Fischerei (FIAF). Der Kohäsionsfonds unterstützt die strukturpolitischen Ziele der Gemeinschaft. Für den Zeitraum 2000 bis 2006 stehen den E. S. 195 Mrd. € (ein Drittel des Gesamthaushalts der EU) zur Verfügung.

Europäisches Währungsinstitut, EWI
institutioneller Vorgänger der Europäischen Zentralbank. Das EWI begleitete zwischen 1994 und 1998 die zweite Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.

Fragerecht des Arbeitgebers und Franchising – und die Bedeutung davon – Wirtschaftsbegriffe Übersicht

Fragerecht des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber darf dem Bewerber beim Einstellungsgespräch nur Fragen stellen, die mit der vorgesehenen Tätigkeit direkt zu tun haben, z. B. Fragen nach Ausbildung und beruflichem Werdegang. Die Fragen dürfen Persönlichkeit und Würde des Bewerbers nicht verletzen; unzulässig sind insbesondere Fragen nach Partei- und Gewerkschaftszugehörigkeit, Religionsgemeinschaft, Familienplanung (Schwangerschaft, Kinder) und Vermögensverhältnissen. Der Bewerber hat dem Arbeitgeber ungefragt persönliche Umstände mitzuteilen, die ihn an der vollen Entfaltung seiner Arbeitskraft hindern. Wird einem Bewerber eine unzulässige Frage gestellt, kann er die Antwort mit oder ohne Begründung ausdrücklich verweigern, er kann sie aber auch unrichtig beantworten, ohne spätere Konsequenzen zu befürchten.

Franchising
eine vertraglich geregelte Lizenzpartnerschaft (Vertriebssystem) zwischen zwei rechtlich selbstständigen Unternehmen, dem Franchisegeber (Hersteller) und dem Franchisenehmer (Händler). Dieses System, etwa bei McDonalds, Eismann oder Benetton, ist vom arbeitsteiligen Programm der Vertragspartner geprägt. Der Franchisegeber bietet dem Franchisenehmer ein Beschaffungs-, Absatz- und Organisationskonzept, verschafft ihm das Nutzungsrecht für eine Marke oder einen Firmennamen, bildet den Franchisenehmer aus und übernimmt die Verpflichtung, ihn aktiv und laufend zu unterstützen (z.B. bei der Werbung) und das Konzept ständig weiterzuentwickeln (z.B. durch die Sortimentspolitik). Der Franchisenehmer ist im eigenen Namen und für eigene Rechnung tätig. Er hat das Recht und die Pflicht, das angebotene Franchisepaket gegen Entgelt zu nutzen. Dazu hat er Arbeitskräfte und Kapital zu stellen. franchise-net*de

Forderung, Forderungsabtretung und Forfaitierung – und was das bedeutet – Wirtschaftsbegriffe Liste

Forderung
Anspruch eines Unternehmens gegenüber Geschäftspartnern. Zum Forderungsbestand zählen z.B. geleistete Anzahlungen, Ausleihungen, Wertpapiere, F. gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ferner v. a. die F. aus Lieferungen und Leistungen (Außenstände, in der Buchhaltung Debitoren genannt). Aufgrund der Rechnung besteht bei diesen ein Guthaben gegenüber dem Kunden, sodass das Forderungskonto als Aktivkonto erscheint. Zweifelhafte oder dubiose Forderungen sind in der Buchhaltung nach ihrem wahrscheinlichen Wert anzusetzen. Die Abschreibung auf F. bewertet die uneinbringlichen Forderungen.

Forderungsabtretung
die Überlassung (Abtretung) von Forderungen aus Warenlieferungen vom Kreditnehmer auf den Kreditgeber (Bank) zur Sicherung seines Kredits. Dazu schließen Kreditgeber und Kreditnehmer einen Abtretungsvertrag (Zession) ab, der den Kreditgeber zum Gläubiger macht.

Forfaitierung
eine Art der Exportfinanzierung, bei der ein Exporteur Forderungen aus einem Exportgeschäft an ein Kreditinstitut (Forfaiteur) verkauft. Durch Ausschluss des Rückgriffs auf den Exporteur geht das Risiko auf den Forfaiteur über, der Exporteur haftet nur noch für den Bestand der Forderung. Die Kosten dieser Finanzierung bestehen aus den Geldkosten und dem Kompensationssatz für politische und währungstechnische Risiken, die als Vorausdiskont gleich von der Forderung abgezogen werden.

DAI, DSW und Deutschland AG – und die Bedeutung davon – Wirtschaftsbegriffe Übersicht

Deutsches Aktieninstitut DAI
Verband der börsennotierten oder in deren Umfeld tätigen Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main. Hauptaufgabe des DAI ist die Förderung der Aktie als Finanzierungsinstrument und als Investment in Deutschland. dai*de

Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW
mitgliederstärkster Interessenverband von privaten Anlegern in Deutschland mit Sitz in Düsseldorf. Die DSW vertritt z.B. die privaten Aktionäre auf Hauptversammlungen, leistet Rechtsberatung und beteiligt sich an der Diskussion über Gesetzesvorhaben im Börsenwesen. dsw-info*de

Deutschland AG
medienwirksame Bezeichnung für die gegenseitige Kapital-beteiligung großer deutscher Aktiengesellschaften. Dieses System wechselseitiger Kapitalbeteiligungen hat zu einem feinmaschigen Netz finanzieller Abhängigkeiten und gegenseitiger Einflussnahme durch die gezielte Besetzung von Vorstandspositionen und Aufsichtsratssitzen geführt.