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Zeitschriften und Fernsehen bei Kapitalanlage

Alle Nachrichten, die man drucken oder senden kann, werden von Zeitungen, Zeitschriften, r Newsletters und vom Fernsehen aufgegriffen und sie alle versuchen, Informationen zur Kapitalanlage zu veröffentlichen. In diesem Finanzportal möchte ich Ihnen erläutern, wonach Sie suchen sollen – und wovor Sie sich hüten sollen – wenn Sie diese Medien benutzen und hoffen, daraus zu erfahren, wie Sie Ihr Geld am besten anlegen.

Die Welt der Zeitungen und Zeitschriften
Ich habe schon viele Artikel über Kapitalanlage für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen verfasst. Dabei habe ich angenehme Erfahrungen gemacht, andere waren, sagen wir – in Ordnung, und wieder andere waren schlimm. Die besten Publikationen und Redakteure, für die ich geschrieben habe, nehmen ihre Verantwortung sehr ernst und bieten ihren Lesern qualifizierte Informationen und Ratschläge. In diesem Abschnitt möchte ich Sie auf die wichtigsten Probleme bei Beiträgen über Investments in Zeitschriften und Zeitungen hinweisen und ich möchte Ihnen helfen, die für Ihre Zwecke besten Veröffentlichungen zu finden.

Faden bei Anlageempfehlungen in Zeitschriften und Zeitungen
Besuchen Sie einmal einen Zeitschriftenhändler in einem der großen Bahnhöfe. Dort finden Sie viele Veröffentlichungen zur Kapitalanlage, aber auch etwas allgemeiner gehaltene Zeitschriften und Illustrierte, die eine Rubrik zur Kapitalanlage veröffentlichen. Hier die wichtigsten Mängel, die man in diesen Zeitschriften antreffen kann.

Vereinfachungen
Die Kürze der Artikel in Zeitungen und Zeitschriften kann Autoren dazu verführen, komplexe Themen zu stark zu vereinfachen. Beispielsweise konzentrieren sich viele Artikel über Investmentfonds auf die Gewinne und die Anlagephilosophie des Fonds und widmet den Risiken oder den steuerlichen Konsequenzen, wenn man in empfohlene Fonds investiert, nur sehr wenig Raum. Andere Artikel vereinfachen komplexe Themen so sehr, dass sie letztlich zu falschen Aussagen kommen.
Nehmen wir als Beispiel einen kurzen Artikel mit dem Titel Index-Fonds: die Größe bringt’s aus der Zeitschrift Time vom 12. Oktober 1998. In dem Artikel wird behauptet Wenn Sie in große Unternehmen investieren wollen, dann sollten Sie einen Index-Fonds mit geringem Ausgabeaufschlag kaufen. Wollen Sie jedoch in Aktien kleinerer Unternehmen investieren, dann sollten Sie etwas mehr ausgeben, und Sie erhalten dafür einen aktiven Fondsmanager.
Der Artikel in der Zeitschrift besagte, dass im Zeitraum von fünf Jahren (bis zum 31. August 1998) kein aktiv gemanagter Investmentfonds, der in große Unternehmen investierte, in der Lage war, den S&P 500 zu schlagen. Im Vergleich dazu, so der Artikel, gelang es 98 Prozent aller aktiv gemanagten Investmentfonds, die in kleinere Unternehmen investierten, den entsprechenden Marktindex zu schlagen – den Russell 2000. Diese Daten führen scheinbar zu dem Schluss, der in diesem Artikel gezogen wurde: Wollen Sie in Aktien großer Unternehmen investieren, dann sollten Sie Index-Fonds nutzen, diese jedoch meiden und aktiv gemanagte Fonds kaufen, wenn Sie in Aktien mit geringerer Marktkapitalisierung investieren wollen. Die Daten scheinen überzeugend zu sein.
Doch gibt es in diesem Artikel mit der Analyse der Daten ein großes Problem: Sie ist falsch. Wie so oft bei Artikeln in Zeitschriften, war dieser Artikel eine Aufarbeitung eines bereits veröffentlichten Artikels in der Zeitschrift Fundinvestor. Viele Redakteure, die heute über Kapitalanlagen schreiben sind entweder überlastet oder haben nicht genügend Kenntnisse über Finanzen, um einen Beitrag richtig verstehen zu können.
Der ursprüngliche Artikel, aus dem der Redakteur der Time abgeschrieben hatte, hatte jedoch eine ganz andere Intention. Er beschrieb, wie oft der durchschnittliche Gewinn eines Fonds in einer bestimmten Kategorie die Performance des entsprechenden Index übertraf. Das ist jedoch etwas ganz anderes.
Die Wirklichkeit sah so aus: Unter den Aktienfonds, die in große Unternehmen investierten, waren 17 Prozent, die besser abschnitten als der S&P 500 (das sind weitaus mehr als 0 Prozent). Unter den Fonds, die in Aktien kleiner Unternehmen anlegten, waren 50 Prozent besser als der Russell 2000 (was auch ein großer Unterschied ist zu den 98 Prozent, die in Time veröffentlicht wurden).
Sie sehen also, wie entweder Unwissenheit oder oberflächliche Arbeit eines Redakteurs zu falschen Aussagen führen kann. Vergleichen Sie das, was Sie lesen, immer mit dem, was Sie schon wissen. Wunder gibt es wirklich nur ganz selten, und wenn Sie sich über einen Bericht wundern, dann sollten Sie vorsichtshalber eine Plausibilitätsprüfung anstellen. Kann das denn wirklich sein? Falls der Artikel, bzw. der Inhalt für Sie wirklich wichtig ist, sollten Sie sich nicht scheuen, in der Redaktion der Zeitung oder Zeitschrift anzurufen. Verlangen Sie den maßgeblichen Redakteur und fragen Sie nach, ob Sie alles richtig verstanden haben. Die Telefonnummern finden Sie jeweils im Impressum.

Übertreibung und Schreckensgeschichten
Immer wenn der Aktienmarkt einen deutlichen Rückschlag erleidet, herrscht darüber in vielen Medien Weltuntergangsstimmung. Die Schlagzeilen lauten dann beispielsweise Der Anfang vom Ende und verunsichern Anleger, die nicht wissen, ob sie ihre Aktien behalten sollen.
Hier wäre allerdings Besonnenheit und wirklich guter Rat wesentlich sinnvoller. Horrorgeschichten bringen unerfahrene Anleger dazu, sich eilends von ihren Aktien zu trennen (oft mit hohem Verlust) und machen die Situation nur noch schlimmer. Jede Krise ist auch eine neue Chance. In einer solchen Situation sollten Anleger nach Schnäppchen Ausschau halten und sich stärker engagieren. Selbst nach dem Crash vom Herbst 1987 erholte sich der Aktienmarkt bis zum Jahresende, und diejenigen, die in Panik verkauft hatten, waren nicht mehr dabei, als die Börse auch in diesem Jahr, insgesamt gesehen, Gewinne zu verzeichnen hatte.
Lassen Sie sich nie in Panik versetzen. Halten Sie sich an das, was Sie wissen (Aktien werfen im Durchschnitt eine Rendite von 10 % jährlich ab). Schlagzeilen, die Panik verbreiten, dienen den Zeitungen und Zeitschriften, weil mit Horror und Übertreibungen eine höhere Auflage verkauft werden kann.

Schlechte Beratung
Hüten Sie sich auch vor Zeitschriften, die ihre Anlageberatung mit Schlagzeilen aufmachen wie dieser Wo Sie sicherere und hohe Erträge erzielen. Die Schlagzeile selbst sollte schon eine Warnung sein. Es gibt keine sicheren und hohen Erträge. Um hohe Erträge zu erzielen, müssen Sie bereit sein, ein höheres Risiko einzugehen. Wenn dann drei von fünf empfohlenen Kapitalanlagen Limited Partnerships sind, an denen in erster Linie die Verkäufer von der Provision profitieren, in zweiter Linie die Organisatoren, die hohe laufende Gebühren verlangen, dann kann für den Anleger nicht mehr viel übrig bleiben.
Wenn der zugehörige Beitrag den Anlegern versichert, man könne jährliche Gewinne von 18 Prozent erzielen, dann halte ich das für bewusste Irreführung. Schließlich wissen alle, dass selbst die besten Anlagen in Aktien und Immobilien langfristig nicht mehr als 10 bis 12 Prozent Gewinn bringen. Mehr zu erwarten ist unrealistisch.
Der Autor dieser Artikels veröffentlichte vier Jahre später ein Buch. Darin schrieb er: Für die meisten Anleger, die nicht die Fähigkeit und die Möglichkeit haben, sich umfassend zu informieren, sind Limited Partnerships zu riskant. Diese späte Einsicht ehrt den Autor, aber wiederum lag er daneben. Limited Partnerships sind, so wie Investmentfonds, nur so riskant wie die einzelnen Komponenten, in die sie anlegen. Das wichtigste Thema sind die Kosten. Und hier sind Limited Partnerships tatsächlich Spitze.

Zitate Von Experten
Wollen Journalisten ihre Wissenslücken verbergen, dann führen sie Interviews mit Finanzexperten oder zitieren sie. Obwohl dies der Qualität eines Beitrags dienen kann, haben Journalisten, die nicht selbst Experten sind, Schwierigkeiten, wirkliche Experten von selbst ernannten Experten zu unterscheiden. Ich bin oft darüber erstaunt, wie häufig Newsletters zitiert werden, obwohl deren Seriosität oft bezweifelt werden kann.

Nebengeräusche im Minutentakt
Täglich und wöchentlich erscheinende Publikationen verführen Anleger zur Kurzsichtigkeit, ln täglich erscheinenden Zeitungen werden Tages-Charts abgedruckt, die Kursbewegungen einer Aktie oder eines Index im 5-Minuten-Takt dokumentieren. Das sind in der Regel Nebengeräusche, denn die Musik spielt erst dann, wenn es um langfristig erzielbare Gewinne geht. Die Kurzsichtigkeit in der Berichterstattung führt dazu, dass auch die Leser das große Bild aus den Augen verlieren und oft schon bei geringfügigen Kursausschlägen kaufen oder verkaufen. Das nützt allerdings in erster Linie den Banken, die Transaktionskosten berechnen können und den Finanzämtern, die sich über die Besteuerung realisierter Gewinne freuen, wenn das Wertpapier nicht mindestens ein Jahr lang gehalten wird. Werden Gewinne erst nach einem Jahr realisiert, dann geht das Finanzamt leer aus. Lassen Sie sich nicht von Nebengeräuschen ablenken, sondern konzentrieren Sie sich auf die große Sinfonie.

Machen Sie das Beste aus Zeitungen und Zeitschriften
Was sollten Sie also tun, wenn Sie mehr über die Kapitalanlage erfahren wollen, jedoch mit Informationen nicht zugeschüttet werden wollen? Bilden Sie sich weiter und seien Sie wählerisch. Haben Sie vor, eine Finanzzeitschrift zu abonnieren, dann lesen Sie zuerst einmal einige alte Ausgaben. Waren die Informationen und die Beratung nützlich und fehlerfrei? Je mehr Sie selbst wissen, umso leichter ist es für Sie, den Weizen von der Spreu zu trennen. Vermeiden Sie Zeitschriften, die vorgeben, die Zukunft vorhersehen zu können – dass können nur wenige Leute, und die es wirklich können, haben in der Regel viel zu tun, um ihr eigenes Geld zu managen.
Lesen Sie die Biographie der einzelnen Autoren und versuchen Sie, die Stärken und Schwächen herauszufinden. Das gilt für die gesamte Zeitschrift. Jeder Autor oder Verleger kann Fehler machen. Manche jedoch machen mehr Fehler als andere – und folgen Sie deren Rat, dann geschieht das auf eigene Gefahr. Fangen Sie bei der Bewertung der Beratung in den Bereichen an, in denen Sie sich am besten auskennen. Wenn Sie beispielsweise daran interessiert sind, in Microsoft oder Intel zu investieren und sich in der Computerbranche einigermaßen gut auskennen, dann sollten Sie nachsehen, was die Zeitschriften über Investments in Technologie-Aktien sagen. Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit dem Versuch, besser sein zu wollen als der gesamte Markt, denn die Finanzmärkte sind relativ effizient. Nutzen Sie Ihre Zeit, um sich zu informieren und suchen Sie nach Ratschlägen, die Ihnen behilflich sind, Ihre Ziele zu formulieren und einen Plan zu entwickeln.

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