Dank Echtzeitkursen noch besser in Aktien investieren

Dank Echtzeitkursen noch besser in Aktien investieren
Wer sein Geld mit besten Gewinnchancen anlegen möchte weiß, wie sehr es auf den richtigen Zeitpunkt von An- und Verkauf der Wertpapiere geht. Ganz egal, ob es sich um Aktien, Fonds, Devisen oder Rohstoffe handelt, in unseren nicht nur wirtschaftlich schnelllebigen Zeiten gilt ganz besonders, dass Zeit pures Geld wert ist. Das haben auch Onlinebroker wie Benchmark erkannt, die ihren Kunden ein breites Portfolio an Anlagemöglichkeiten offerieren, die mit nur wenigen Klicks in Echtzeit gehandelt werden können.

Der große Vorteil der Onlineanbieter gegenüber herkömmlichen Banken ist, dass die Trades im Internet von jedem Ort aus und zu jedem beliebigen Zeitpunkt getätigt werden können. Das ist besonders wichtig für aktive Investoren, die ihr Anlageportfolio selbst managen und sich täglich um dessen Optimierung kümmern. Zwar lohnen insbesondere bei den Aktienschwergewichten und Aktienfonds langfristige Investments, sodass in diesem Bereich nur wenig Bedarf an täglicher Aktivität besteht. Doch wer darüber hinaus spekulativere Aktien hält, in sich entwickelnde Märkte, Devisen oder Rohstoffe investiert, sollte kontinuierlich die Entwicklung seiner Positionen verfolgen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Mit einem Konto bei der Benchmark-Plattform ist dies derzeit möglich, sodass auch im Falle einer spontanen Neuigkeit mit Relevanz für die eigenen Anlagen schnell reagiert werden kann.

Eine kurze Reaktionszeit ist heutzutage von unermesslichem Wert, wenn Politiker wie der US-Präsident ganze Branchen und Volkswirtschaften mit einem einzigen abgesetzten Tweet in Unruhe versetzen können. Auch wenn plötzlich die Gewinnwarnung eines Unternehmens eintrifft, ist mitunter schnelles Handeln gefragt. Um die Kurse dafür jederzeit im Auge behalten zu können, bietet Benchmark Echtzeitkurse auf seiner Seite an, anhand derer sich jeder Investor umfassend informieren kann. Der Service geht dabei über die Darstellung aktueller Entwicklungen bei den Aktienwerten weit hinaus. Daneben gewähren die Charts neueste Informationen zu Währungen, Rohstoffen der Indizes. Auch ETFs werden in Echtzeit abgebildet und sogar zu den immer wichtiger werdenden Kryptowährungen bietet Benchmark sekundengenaue Daten. Besonders Letzteres dürfte immer mehr Anleger interessieren, denn den auf der Blockchain-Technologie basierenden Krytomodellen kommt im sich rasant ausbreitenden Internet of Things entscheidende Bedeutung hinzu, die weit über die Zahlungsfunktion einer Bitcoin-Software hinausgeht.

Doch jetzt schon macht es die allgegenwärtige Informationsflut Anlegern schwer, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Deshalb ist es von umso größerer Bedeutung, über Kernentwicklungen, die die eigene Anlagestrategie betreffen, bestens informiert zu sein. Anbieter wie Benchmark offerieren auf ihren Seiten dazu umfangreiche Übersichten, auf denen genau vermerkt ist, wann welche Marktdaten veröffentlicht werden. Mit einem solchen Kalender weiß der Investor stets, wann er neue Daten erhält, auf deren Entwicklung er gegebenenfalls mit Kauf oder Verkauf reagieren muss.

Allerdings sind einer schnellen Reaktion auf spontane Ereignisse angesichts des immer verbreiteteren elektronischen Handels Grenzen gesetzt. Wenn Computerhändler innerhalb von Zehntelsekunden nach einer börsenrelevanten Nachricht massenhaft Aktien kaufen oder abstoßen, kann selbst der schnellste Investor manuell nicht mithalten. Jedoch geht es bei den Echtzeitkursen um mehr, denn viel öfter kommt es vor, dass sich Anleger in einem ruhigen Börsenumfeld für den Kauf bestimmter Optionen entscheiden. Und hier leisten die aktuellen Daten in Verbindung mit den Charts der bisherigen Kursverläufe unschätzbare Hilfe. Anleger können sich deshalb über die Vielfalt bei Benchmarks Onlineangebot freuen, die ihnen zu so gut wie jedem Wert einen umfassenden Überblick gibt.

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Information und News über die Aktien – die Analysten

Analysten sind hoch qualifizierte Börsenexperten mit Spitzengehältern, die für eine Bank oder einen Broker Aktiengesellschaften untersuchen. In den meisten Fällen decken diese Experten nur eine Reihe von großen Aktiengesellschaften ab – meist die DAX- Werte. Der Grund dafür ist, dass es weltweit enorm viele Aktien gibt und dass die Bank sich auf eine überschaubare Zahl von Titeln beschränken muss. Daher werden Small Caps nur selten von Analysten unter die Lupe genommen. Bei mittelgroßen Aktiengesellschaften, wie sie im MDAX zusammengefasst sind, gibt es zumindest einige Gutachten.
Problematisch ist stets, dass die Banken gleichzeitig Geschäfte mit den jeweiligen Aktiengesellschaften machen; hierzu gehören beispielsweise die Kreditvergabe und Finanzierungen jeder Art. Manche Unternehmen werden bei der Übernahme anderer Unternehmen beraten, wofür die Abteilung M&A (Merger and Acquisitions) zuständig ist. Aufgrund dieser Verflechtungen kann es sehr schnell zu einem Interessenkonflikt kommen; denn eine Bank wird es auf jeden Fall vermeiden, eine Aktie zum Verkauf zu empfehlen, wenn sie gleichzeitig das Unternehmen berät und Kredite in größerem Volumen vergibt. Um solche Kollisionen von vornherein auszuschließen, haben die Banken etwas errichtet, das man im Börsenjargon „Chinese Walls“ nennt, d.h. die Abteilungen werden voneinander abgeschottet und sollen unabhängig arbeiten. In der Praxis jedoch können Sie schnell erkennen, dass dies eher Wunschdenken ist; denn Analysten vermeiden es grundsätzlich, Aktien zum Verkauf zu empfehlen. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass sie einen Interessenkonflikt mit ihrer eigenen Bank vermeiden wollen, sonst wäre ihre Karriere womöglich schnell beendet; zum anderen ist die Mehrheit der Analysten immer optimistisch gestimmt, denn die Empfehlung, Aktien abzustoßen, verunsichert die Anleger und schadet letztlich dem Geschäft. Selbst in Krisenzeiten und in einer Crashphase werden 80 bis 90 Prozent aller Analysten Kaufempfehlungen aussprechen. Nur wenn die Krise ihren absoluten Höhepunkt erreicht, nehmen die Verkaufsempfehlungen zu.
Diese diplomatische Zurückhaltung ist generell ein Kennzeichen von Analysten. Auch Verkaufsempfehlungen werden niemals wirklich als „Verkaufen“ bezeichnet. Blumige und verklausulierte Umschreibungen sollen zumindest aus dem „Verkaufen“ noch etwas Wohlklingendes machen. So kann bei manchen Analysten schon das Urteil „Halten“ auf eine verschleierte Verkaufsempfehlung hindeuten.

Analystenbegriffe und ihre Bedeutung

Analystenurteil Entschlüsselung
Untergewichten Die Aktie sollte verkauft werden.
Übergewichten Die Aktie ist interessant; Sie sollten sie weiter beobachten, aber noch nicht kaufen.
Marketperformer Die Aktie ist nur Durchschnitt und entwickelt sich wie der Gesamtmarkt.
Underperformer Die Aktie ist ein schlechtes Investment und fällt hinter den Durchschnitt zurück.
Outperformer Die Aktie ist ein sehr gutes Investment und hat sich besser als der Marktdurchschnitt entwickelt.
Neutral Die Aktie lässt kein eindeutiges Urteil zu.
Verkaufen Die Aktie sollte sofort verkauft werden.
Halten Indirekte Verkaufsempfehlung, allenfalls noch kurzfristig halten.
Zukaufen Ein Zukauf kann interessant sein, aber die Aktie hat nicht wirklich ein großes Potenzial.
Kaufen Überdurchschnittlicher Kursanstieg der Aktie möglich.
Starker Kauf Eindeutige Kaufempfehlung

Sie sollten Analystengutachten kritisch lesen; aus den verbrämten Formulierungen kann man oft nur zwischen den Zeilen entnehmen, was gemeint ist. Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass selbst die gut informierten Analysten oft daneben liegen und die Börsentendenz oder das Entwicklungspotenzial eines Unternehmens falsch einschätzen. Trotz der akribischen Untersuchungsmethoden, die sich vor allem auf Bilanzkennzahlen stützen, ist die Prognosesicherheit eher gering. Das liegt vor allem daran, dass die Kennzahlen die Vergangenheit des Unternehmens
wiedergeben, nicht aber zukünftige Entwicklungen, die sich zum Beispiel ergeben, wenn die Wettbewerbsfähigkeit nachlässt, Märkte wegbrechen oder die Kosten zu schnell steigen. Besonders skurril ist es, wenn Analysten gar einen Zielkorridor vorgeben oder Voraussagen möchten, bis zu welcher Marke eine Aktie in den nächsten drei Monaten steigen wird.

Sie sollten stets beachten, dass die Finanzmarktforschung nach wie vor der Meinung ist, es sei unmöglich, Aktienkurse vorherzusagen. Tatsächlich haben Aktiengesellschaften, die glänzende Kennzahlen vorweisen konnten, innerhalb weniger Wochen enorme Kursverluste erbracht, nachdem bekannt wurde, dass ein Großprojekt nicht zustande kam oder ein Gerät einen Defekt aufwies, so dass eine teuere Rückrufaktion notwendig wurde. Die Zukunft hält viele Überraschungen bereit; deshalb sollten Sie Analystengutachten stets nur als Hintergrundinformation lesen. Nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes wurden in den USA Fälle bekannt, in denen Analysten Technologieaktien zum Kauf empfohlen hatten, die intern in E-Mails als „Schrott“ bezeichnet wurden.

Abgesehen von solchen Extremfällen unterliegen Analysten oft bestimmten Mechanismen. In der Forschung hat sich dafür sogar eine eigene Richtung etabliert, die als Behavioral Finance (Finanzverhaltensforschung) bezeichnet wird. Beispielsweise sind Analysten einem enormen Erfolgsdruck ausgesetzt; angesichts der hohen Gehälter und aussichtsreichen Karriereperspektiven steht für jeden Analysten viel auf dem Spiel. Niemand kann es sich leisten, langfristig schlechte Ergebnisse zu präsentieren. Besonders die Analysten, die für Investmentfonds arbeiten, spüren diesen gewaltigen Druck. Denn bei einer schlechten Performance verkaufen die Anleger sehr schnell ihre Fondsanteile; es ärgert sie, wenn gerade ihr Investmentfonds vor sich hindümpelt, während der Markt nach oben strebt.
Wenn die Anleger massiv Fondsanteile verkaufen, sinken die Einnahmen der Investmentgesellschaften, die sie aus den Managementgebühren beziehen. Ein Analyst, dessen Fonds eine schlechte Performance erwirtschaftet, wird schnell personelle Konsequenzen zu fürchten haben. Aus diesem Grund orientieren sich die meisten Analysten an ihren Kollegen. Es herrscht in diesem Berufsstand ein ausgeprägter Konformitätsdruck nach dem Motto „wir machen, was alle machen“. Wenn also ein Analyst der Meinung ist, die BMW-Aktie sei der neue Shootingstar am Börsenhimmel, werden auch alle anderen Analysten den Hinweis aufgreifen, selbst die Aktie genauer unter die Lupe nehmen und am Ende zum gleichen Urteil gelangen. Eine abweichende Meinung zum Börsengeschehen kann sich kaum ein Analyst erlauben; wenn er nämlich versagt, war es sein Fehler. Wenn dagegen die Mehrheit daneben liegt, dann lag es eben an einer vorübergehenden
„unberechenbaren“ Börsenturbulenz. Insofern verhalten sich die meisten Analysten wie Lemminge und folgen einem ausgesprochenen Herdentrieb.
Aufgrund dieses Verhaltens ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Analystenprognosen schlechter abschneiden als der Marktdurchschnitt. Die Mehrzahl der Investmentfonds (man schätzt bis zu 90 Prozent) erreicht noch nicht einmal die durchschnittliche Entwicklung des Marktindex. Aufgrund dieser beklemmenden Faktenlage sind in den USA Pensionsfonds, die Milliardengelder der zukünftigen Rentner verwalten, dazu übergegangen, nur noch in Indexanlagen zu investieren, die genau die Wertentwicklung eines Marktes nachvollziehen.

Sie sollten folglich Analystenurteile sehr skeptisch beurteilen und vor diesem Hintergrund jede Empfehlung mehrfach prüfen. Am unsinnigsten ist es, wenn notorisch die gleichen DAX-Werte von den Hausbanken als Investment angepriesen werden. Da die bankeigenen Analysten sich vorwiegend auf die Standardwerte konzentrieren, ist es nicht weiter erstaunlich, dass Woche für Woche die Analysten häufig positiv für Titel wie BMW, Deutsche Telekom, Siemens, DaimlerChrysler und Co. gestimmt sind. In manchen Fällen unterhalten Großbanken sogar Beteiligungen an diesen Unternehmen und sitzen zudem im Aufsichtsrat. Solche Empfehlungen, die sogar in Zeitungen und den hauseigenen Postillen zur Information der Anleger abgedruckt werden, sind eher einer gebetsmühlenartigen Litanei vergleichbar. Natürlich können diese Aktien innerhalb weniger Wochen einige Prozent zulegen – für Sie als Anleger ist es aber entscheidend, ob das Unternehmen auch in fünf oder zehn Jahren noch lukrativ ist.

Dennoch kann es sinnvoll sein, ein Analystengutachten zu Rate zu ziehen. Sie sollten sich unabhängig davon über die Aktie informiert haben, indem Sie beispielsweise die Webseite des Unternehmens nach Informationen durchforsten. Die meisten Analysten arbeiten mit einem Analyseverfahren, das man die Discounted-Cashflow-Methode (DCF) nennt. Dabei wird nicht der Jahresüberschuss zum Ausgangspunkt genommen, da dieser durch bilanzpolitische Maßnahmen und Umbuchungen geschickt verändert werden kann, sondern die so genannten freien Cashflows. Falls Sie nun vor diesen Fachbegriffen zurückschrecken, kann ich Ihnen vereinfacht sagen, was ein Cashflow ist: Es handelt sich um die Differenz zwischen allen Aus- und Einzahlungen eines Unternehmens, die zahlungswirksam geworden sind. Stellen Sie sich vereinfacht vor: Sie nehmen alles, was in das Unternehmen eingezahlt wurde und alles, was wieder ausgezahlt wurde. Das, was übrig bleibt, ist mit gewissen Einschränkungen der Cashflow. Mit dieser Kenngröße verhindert man, dass das Unternehmen die wahre Ertragslage durch Abschreibungen und Investitionen zurechtrücken kann.
Wenn Sie sich einmal die Mühe machen, ein solches Analystengutachten vollständig durchzulesen, werden Sie feststellen, dass man sich auch in diesem Berufsstand sehr engagiert und eine Fülle von Zahlen auswertet.

Die meisten Gutachten sind relativ sorgfältig erstellt und werten die wichtigsten Bilanzkennzahlen aus. Darüber hinaus untersuchen die Analysten das Marktumfeld, betrachten die Branchensituation und die Expansions- und Innovationsmöglichkeiten des Unternehmens. Aber dennoch ist es sehr schwierig, eine sichere Prognose abzugeben, da alle Bilanzkennzahlen aus der Vergangenheit stammen und schon geringe Veränderungen in der Gegenwart oder Zukunft alle Vorhersagen zu Makulatur werden lassen. Denken Sie beispielsweise an IBM. In den 1960er und 1970er Jahren hatte das Unternehmen einen erstklassigen Ruf und verkaufte Mainframes, das sind Riesencomputer in Schrankgröße, an alle wichtigen Unternehmen. Big Blue, wie IBM wegen der dunkelblauen Garderobe seiner Vertreter spöttisch genannt wurde, genoss einen exzellenten Ruf und war das Paradeunternehmen der Technologiebranche. Als schließlich die PCs aufkamen, sah man spöttisch auf die „Kästen“ herab und lehnte es ab, auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, Diese Ignoranz führte in den 1980er Jahren letztlich dazu, dass man von einem Studenten namens Bill Gates ein Betriebssystem kaufen musste, um noch schnell auf den bereits abfahrenden Zug aufzuspringen. Doch für IBM war es schon zu spät. Das einstige Vorzeigeunternehmen taumelte unaufhaltsam in eine schwere Krise. Erst nach einigen Jahren gelang es IBM, das Unternehmen komplett umzustrukturieren; heute ist IBM ein innovatives und profitables Dienstleistungsunternehmen im IT-Bereich.

Ein Analyst hätte diese Entwicklung niemals aus den Bilanzkennzahlen herauslesen können; um eine solche Prognose zu erstellen hätte der Börsenexperte bereits in den siebziger Jahren die Expansion des PC-Markts vorhersehen müssen. Damals konnte sich jedoch niemand vorstellen, dass eines Tages in fast jedem Haushalt ein Computer stehen würde. Analystengutachten sind daher als Hintergrund material gut geeignet, um sich ein Urteil zu bilden. Sie sollten sich die Einschätzung des Börsenexperten durchaus zu Gemüte führen, aber denken Sie daran, sich eine eigene Meinung zu bilden. Hat das Unternehmen wirklich die Innovationskraft, auch in fünf oder zehn Jahren noch zu den besten zu zählen? Wie werden sich die Märkte entwickeln?

Wie kaufe ich Aktien – die Regionalbörsen

Deutsche Regionalbörsen gibt es in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart. Die Börsen in Berlin und Bremen kooperieren seit 2003 und firmieren seitdem unter dem Namen „Börse Berlin-Bremen“. Die Börse in Berlin zeichnet sich durch ihren hohen Anteil an ausländischen Aktien aus, wobei die US-Werte im Vordergrund stehen. Da viele amerikanische Aktien auch in Deutschland populär sind, ist es möglich, nahezu jede wichtige amerikanische Aktie in Berlin zu kaufen. Anleger, die sich für US-Aktien interessieren, sollten daher ihr Augenmerk auf die Börse in Berlin richten, die diese amerikanische Aktien zu denselben Konditionen anbietet wie deutsche Aktien. Beachten Sie aber: Die Börsenumsätze der US-Werte sind grundsätzlich niedriger als an den Börsen in den USA; bei Standardwerten wie IBM oder Microsoft wird dies wenig problematisch sein. Bei wenig bekannten Aktien sollten Sie aber die Umsätze genau überprüfen. Häufig ist der Kurs infolge des niedrigen Handelsvolumens geringfügig höher als in den USA; dies können Sie allerdings erst feststellen, wenn Sie die Notierungen vergleichen und den Devisenkurs umrechnen. Denn in Berlin werden US-Aktien wie an allen anderen Börsenplätzen der Eurozone in Euro angegeben; das Unternehmen selbst aber agiert im Dollarraum. Vergleichen Sie daher sorgfältig die Aktienkurse an der jeweiligen amerikanischen Börse, rechnen Sie den Kurs in Euro um und ziehen Sie die Notierung an der Berliner Börse zum Vergleich heran. Wenn Sie häufiger mit amerikanischen Aktien handeln, sollten Sie Direktbanken bevorzugen, denn diese ermöglichen den direkten Kauf und Verkauf von amerikanischen Aktien an einer US-Börse zu Konditionen, die häufig noch günstiger sind als beim Handel in Deutschland. Die Berliner Börse bietet zudem eine Vielzahl osteuropäischer Aktien, die in den letzten Jahren besonders boomten.

Ein weiterer Pluspunkt der Berliner Börse besteht darin, dass die Anleger über das Internet die Orderbücher der einzelnen Börsenmakler einsehen können und so wissen, welches Angebot und welche Nachfrage zu einer Aktie zustande kommt. Darüber hinaus bietet die Berliner Börse den Handel mit Investmentfonds an. Diese börsengehandelten Fonds werden als Exchange Traded Funds (ETF) bezeichnet und haben für Anleger den Vorteil, dass der Ausgabeaufschlag, der bei Aktienfonds zwischen 5 und 6 Prozent liegt, entfällt. Sie sollten allerdings bedenken, dass beim Kauf und Verkauf dieser Investmentfonds die üblichen Gebühren (wie Bankprovision, Maklercourtage) und ein Spread (also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) anfallen. Wenn die Provision sich bei teuren Banken auf ein Prozent je Kauf und Verkauf beläuft, liegen die Kosten bei etwas mehr als zwei Prozent. So sparen Sie immerhin nahezu 3 Prozent an Kosten gegenüber dem Ausgabeaufschlag. Leider werden bislang nicht alle gängigen Aktienfonds als Exchange Traded Funds an der Börse gehandelt. Das Angebot beschränkt sich auf die wichtigsten und bekanntesten Publikumsfonds. Falls Sie dennoch den Ausgabeaufschlag von 5 oder 6 Prozent reduzieren möchten, sollten Sie sich bei einer Direktbank erkundigen; dort gibt es für viele Investmentfonds einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag von 50 Prozent; manche Fonds werden sogar fast ohne Ausgabeaufschlag verkauft.

Die Börse in Düsseldorf, die sich auch Rheinisch-Westfälische Börse nennt, betont ihre fairen Preise und wirbt mit einer schnellen Ausführung. Darüber hinaus unterhält die Börse eine zusätzliche Handelsplattform namens Quotrix, die es gestattet, auch außerhalb der regulären Börsenzeiten Kauf- und Verkaufsorders zu platzieren. Die Börsen in Hamburg und in Hannover kooperieren seit dem Jahr 1999. In Hannover hat man sich auf Anleihen spezialisiert, während in der Hansestadt Hamburg vor allem junge dynamische Unternehmen favorisiert werden. Die Börse in Hamburg gibt eine Garantie, dass die Kosten auch unter Berücksichtigung der Maklercourtage günstiger als bei einem XETRA-Auftrag liegen. Die Aktienkurse werden in Echtzeit veröffentlicht. Ähnlich wie bei der Börse Berlin-Bremen können auch in Hannover und Hamburg Exchange Traded Funds gekauft werden.
Die Börse in München wirbt mit einer Preisgarantie um die Gunst der Anleger. Für mehr als 5000 Wertpapiere wird der günstigste Kurs garantiert, Zudem gibt es keine Teilausführungen bei Orders mit geringem Umfang.

Die Stuttgarter Börse gilt als die beste Börse für Privatanleger, denn die Baden-Württembergische Börse bietet eine Best-Price- Garantie, der zufolge die Anleger stets den günstigsten Kurs im Vergleich zu einem Markt mit den größten Börsen Umsätzen erhalten. Teilausführungen sind für deutsche und ausländische Aktien bis zu einem Orderwert von 50.000 Euro generell ausgeschlossen. Die wichtigsten Aktien aus dem Euro-Stoxx-50, der die 50 bedeutendsten Aktien der Eurozone zusammen fasst, und die wichtigsten Aktien aus dem NASDAQ-100 und dem Dow-Jones-Index, den 30 bedeutendsten US-Werten, werden zum selben Kurs angeboten wie an der Heimatbörse in den USA. Alle Aktienkurse sind über das Internet in Echtzeit – also ohne Zeitverzögerung – verfügbar. Darüber hinaus bat die Stuttgarter Börse zusätzlich einen eigenen Handelsplatz für Optionsscheine und Zertifikate, der EUWAX genannt wird. Die EUWAX kann im Derivatehandel problemlos mit der Frankfurter Wertpapierbörse konkurrieren.

Falls Sie als Anleger nun nicht wissen, welchen Börsenplatz Sie wählen sollen, befolgen Sie folgende Regel: Bevorzugen Sie den Handelsplatz, der die besten Aktienkurse bietet und zugleich eine annehmbare Liquidität aufweist. Akzeptabel ist das Handelsvolumen, wenn es Ihre eigene Ordergröße um ein Vielfaches überschreitet. Wenn Sie beispielsweise 100 Aktien kaufen wollen, sollte der Börsen Umsatz schon bei mehreren Tausend liegen. Je geringer der Umsatz ist, desto sorgfältiger müssen Sie ein Limit setzen. In solch einem Fall sollten Sie auch Regionalbörsen nehmen, die Ihnen garantieren, dass keine Teilausführung vorgenommen wird. Solche Börsen sind zudem sinnvoll, wenn Ihnen garantiert wird, dass der Aktienkurs billiger ist als im XETRA-System.

Bei ausländischen Aktien kommen die Börsen Berlin-Bremen und München in Frage. Bei US-Aktien sollten Sie wegen der höheren Umsätze über eine Direktbank kostengünstig in den USA kaufen oder die Stuttgarter Börse wählen, da Ihnen zugesichert wird, dass der Aktienkurs nicht höher liegt als in den USA. Bei
den Nebenwerten haben Sie in der Regel keine Auswahlmöglichkeit, da diese Aktien anders als die großen Standardwerte aus Kastengründen nur an einer einzigen Börse notieren. Dasselbe gilt für ausländische Aktien aus exotischeren Ländern. Da die Kosten für einen Kauf an der Auslandsbörse meistens sehr hoch sind, müssen Sie diese – falls Sie überhaupt an einer deutschen Börse gehandelt werden – an diesem Handelsplatz ordern. Hier gilt es, besondere Vorsicht walten zu lassen. Denken Sie daran, dass bei einem niedrigen Handelsvolumen schon bei geringfügigen Orders drastische Kursturbulenzen ausgelöst werden können; der Kurs der ausländischen Aktien in Deutschland kann dann erheblich von dem an der Ursprungsbörse abweichen, auch wenn er sich aufgrund der internationalen Arbitrage allmählich wieder auf ein vergleichbares Niveau einpendelt. Sie brauchen auf jeden Fall ein sorgfältiges und marktgerechtes Limit, um nicht übervorteilt zu werden. Unterschätzen Sie nie die möglichen Kursschläge, die schon geringste Ordergrößen bewirken können.

Anlagestrategien für Aktionäre – das Data-Mining-Problem

Solche Kuriosa wie die Rocksaum-Theorie zeigen auch auf, welche Gefahren mit solchen Analysen verbunden sind. Das Data Mining, die systematische Durchforstung großer Datenberge, führt dazu, dass immer mehr Zusammenhänge erkannt werden. Es ist so, als würde jemand einen Heuhaufen minutiös durchwühlen und statt der berühmten Stecknadel gleich ein ganzes Sortiment an Nadeln finden. Das Problem beim Data Mining ist, dass niemand genau sagen kann, ob es sich bei diesem Zusammenhängen um eine wirkliche Ursache handelt oder nur um Scheinkorrelationen, also Zusammenhänge, die sich aufgrund der riesigen Datenmenge rein zufällig ergeben.

Deshalb muss bei der Korrelation eine Erklärung aufgestellt werden, weshalb gerade dieser Faktor einen Einfluss ausübt und als Ursache anerkannt werden kann. Solche Erklärungen sind aber nur Mutmaßungen und Hypothesen, die so lange gelten, bis sie widerlegt sind. Es ist für Anleger gefährlich darauf zu vertrauen, dass es sich um eine wirkliche Ursache handelt, denn im Nachhinein könnte es sich heraussteilen, dass es doch nur ein scheinbarer Zusammenhang war. Bei der Verarbeitungskapazität heutiger Computer können Millionen von Faktoren in die Analyse mit einbezogen werden, so dass die Zahl der Scheinkorrelationen sprunghaft zunimmt. In der Finanzmarktforschung versucht man, die Sicherheit einer solchen Anlagestrategie durch ein hypothetisches Backtesting zu beweisen. Dabei wird ein Zusammenhang, den man durch Data Mining ermittelt hat, über verschiedene Zeiträume hinweg getestet.

Wenn man beispielsweise der Auffassung ist, dass kleine Aktiengesellschaften (Small Caps) langfristig eine bessere Wertent-Wicklung mit sich bringen als die Standardwerte, dann kann diese Annahme belegt werden, indem man sämtliche Aktienkurse in den USA von 1900 bis 2006 untersucht. Das Problem beim Backtesting ist, wie man die Zeiträume wählt. Wenn etwa die Untersuchung aus Kostengründen auf den Zeitraum von 1983 bis 1999 beschränkt wird, erhält man dank dieser herausragenden Boomperiode ein völlig anderes Ergebnis, als wenn man die Untersuchung im Jahr 1928 – kurz vor der entsetzlichen Weltwirtschaftskrise – beginnen lässt. Durch die Variation solcher Zeiträume mussten schon viele gefundene Zusammenhänge aufgegeben werden. da sie sich für einen anderen Zeitraum nicht bestätigten oder sogar als Scheinkorrelation entpuppten.
In den vergangenen Jahren wurde diese Gefahr der Scheinkorrelationen immer deutlicher, als man völlig unsinnige Faktoren miteinander in Verbindung brachte. Jason Zweig führte eine solche Untersuchung durch. Er legte zwei Kriterien fest, die durch ein Data Mining als besonders renditestark ermittelt worden waren Er nahm 25 Prozent aller Aktien in den USA mit der niedrigsten Börsenkapitalisierung. Das zweite Kriterium lautete: Der Name der Aktiengesellschaft durfte keinen Doppelbuchstaben enthalten (also beispielsweise „11“ oder „mm“). Jeder vernünftige Mensch kann sofort erkennen, dass die Schreibweise des Firmennamens keinerlei Einfluss auf die Rendite haben kann. Dennoch erzielte man mit diesen beiden Kriterien innerhalb von 20 Jahren eine jährliche Rendite, die 6 Prozentpunkte über dem Markt- durchschnitt lag. Das Ergebnis beruht aber in Wirklichkeit auf reinem Zufall! Es handelt sich um gar keine Anlagestrategie, die kausal erklärbar wäre.

Für Wissenschaftler und Analysten ist es sehr schwer, echte Zusammenhänge von Scheinkorrelationen zu trennen. Aufgrund der riesigen Datenmengen und der Verarbeitungsmöglichkeiten moderner PCs wird die Zahl solcher Scheinzusammenhänge noch weiter steigen. Fast schon erheiternd ist die Untersuchung, die David Leinweber anstellte. Er verglich die Kursdaten des S&P 500 mit den Statistiken der Vereinten Nationen, um einen Indikator tu finden, der die Wertentwicklung des amerikanischen Börsenbarometers am besten Vorhersagen kann. Das Ergebnis war mehr als amüsant: Die Butterproduktion in Bangladesh korrelierte exakt mit dem Verlauf des Aktienindex S&P 500.

Mindestens ebenso bizarr und unterhaltsam ist die Super-Bowl- Theorie. Wenn Sie Sportfan sind, wissen Sie vielleicht, dass alljährlich in den USA die Meisterschaften im American Football stattfinden. Dieses landesweit übertragene Spitzenereignis, das fast die ganze Nation in den Bann schlägt, kann Vorhersagen über die Entwicklung des Aktienmarktes machen. Im Endspiel der Meisterschaft treten stets zwei Mannschaften gegeneinander an, die konkurrierenden Verbänden angehören. Es gibt die National Football Conference (NFC) und die American Football Conference (AFC).
Der Sportjournalist Leonard Koppett behauptete bereits 1979, dass der Dow-Jones-Index immer dann steigt, wenn eine NFC- Mannschaft gewinnt. Wenn dagegen das AFC-Team im Finale siegt, fällt der Dow-Jones-Index.
Allerdings ist die Zuordnung der Teams etwas kompliziert; denn obwohl die Mannschaften Indianapolis Colts, Pittsburgh Steelers, Baltimore Ravens offiziell dem Verband AFC angehören, zählen sie in der Börsenprognose zum gegnerischen NFC. Der Grund dafür ist, dass sie ursprünglich diesem Verband angegliedert waren und erst später die Verbandszughörigkeit wechselten. Der erste Super Bowl in der Geschichte der USA fand 1967 statt. In 26 von 39 Jahren traf die Prognose ein und die Entwicklung des Dow Jones konnte richtig vorhergesagt werden. Bevor Sie nun schon dem nächsten Super Bowl entgegenfiebern, kann ich Ihnen versichern, dass es sich hierbei um eine Scheinkorrelation handelt.

In einer anderen amüsanten Untersuchung belegten David Hirshleifer und Tyler Shumway, dass die Wertentwicklung eines Aktienmarktes vom Sonnenschein abhängt. Sie analysierten 26 Aktienmärkte für einen Zeitraum von 1982 bis 1997. Als Kriterium für die Sonnenscheinstärke nahm man das Ausmaß der Bewölkung. Sie stellen fest, dass an 18 von 26 Börsen der Sonnenschein eine prominente Rolle spielt, insbesondere an der Börse in Istanbul, Dublin, Santiago de Chile, Singapur und Kuala Lumpur. Sie kamen sogar zu dem Ergebnis, dass man anhand der Wetterprognosen zumindest geringfügige Überrenditen erzielen konnte.
Allerdings sind diese höheren Renditen wenig interessant, da die Transaktionskosten und Steuern aufgrund der ständigen Umschichtung des Depots den Vorteil wieder zunichte machen.

Als Anleger sollten Sie daher solche Anlagestrategien, die einen Überrendite-Effekt versprechen, mit gewissen Vorbehalten befruchten. Auch noch sehr viel später kann sich herausstellen, dass c sich nur um einen scheinbaren Zusammenhang handelt. Ein Backtesting, das die Anlagestrategien anhand unterschiedlicher Zeiträume überprüft, sollte den Zeitraum variieren. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob die untersuchte Periode unmittelbar vor der Weltwirtschaftskrise einsetzt oder vor einer Boomphase beginnt. Auch die Länge der Periode spielt eine Rolle; zu kurze Zeiträume sind viel weniger aussagekräftig. Darüber hinaus kommt es auf den Umschichtungstermin an. Da die meisten Anlagestrategien eine jährliche Umschichtung oder gar eine häufigere Revision vorsehen, kommt dem Umschichtungstermin eine große Bedeutung zu. Wie wir bereits vom Januar- und anderen saisonalen Effekten wissen, hat es enormen Einfluss, ob Sie Ihr Depot am 2 Januar oder im Krisenmonat September in der Zusammensetzung ändern. Anlagestrategien, die mit anderen Umschichtungs- Icrminen durchgerechnet wurden, zeigten plötzlich nur eine geringere oder gar keine Überrendite mehr. In diesem Fall war die höhere Performance auf saisonale Effekte zurückzuführen.

Die technische Analyse beim Aktienhandel verstehen

Die technische Analyse untersucht nur den Aktienkurs und betrachtet dessen Verlauf. Hierzu bedienen sich die Techniker des Charts; der englische Begriff bedeutete ursprünglich „Seekarte“ und meint ein Diagramm oder eine Grafik. Aktiencharts gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen, und viele Finanzportale ermöglichen es Ihnen, die verschiedensten Charts zu erzeugen. Sie können den Kursverlauf einer Aktie 3 oder 5 Jahre zurückverfolgen und zusätzlich einen Index einblenden, der die Wertentwicklung des gesamten Aktienmarktes wiedergibt. Wenn Sie beispielsweise den Kursverlauf der BMW-Aktie für einen Fünfjahreszeitraum betrachten, können Sie den DAX als Hilfsmittel heranziehen und anschaulich vergleichen, ob die Aktie den DAX über eine längere Periode überflügeln konnte. Es ist außerdem möglich, anstelle eines Index eine zweite Aktie zum Vergleich her- anzuziehen. Die Charttechniker setzen darüber hinaus gleitende Durchschnitte ein, die sich auf einen bestimmten Zeitraum beziehen. Sehr beliebt ist die 200-Tages-Linie; dabei werden die einzelnen Kursdaten miteinander verrechnet und geglättet.

Wenn der Aktienkurs die 200-Tages-Linie von unten nach oben durchbricht, bedeutet dies nach Auffassung der Charttechniker ein Kaufsignal. Die Techniker haben einen ganzen Katalog typischer Chartformationen erstellt, die auf ein Kauf- oder Verkauf signal hindeuten. Bekannte Formationen sind zum Beispiel die Kopf-Schulter-Formation, bei der der Aktienkurs zuerst einen Hügel erklimmt und dann wieder abfällt. Danach erholt sich der Kurs wieder und erreicht einen neuen Gipfel. Nach einem Rückschlag bildet der Chart wieder einen Hügel und sinkt dann endgültig in die liefe. Diese Formation sieht wie ein Berg aus, der von einem kleineren Hügel auf jeder Seite flankiert wird; deshalb nennt man dieses Muster Kopf-Schulterformation. Eine solche Formation ist für den Anleger ein Verkaufssignal, da dieser Verlauf letztlich in einen Abwärtstrend mündet. Natürlich gibt es auch eine umgekehrte Kopf-Schulter-Formation, die ein Kaufsignal darstellt. Zu den anderen wichtigen Formationen zählen beispielsweise die V-Formation, die W-Formation, Dreiecke, Wimpel, Untertassen- und Rechteckformationen.

Zusätzlich zeichnen Chartisten oft imaginäre Widerstands- und Unterstützungslinien ein, die gleichsam die Decke und den Boden eines Kursverlaufs markieren. Wenn die Aktie eine solche Widerstandslinie überwindet, gilt dies als ein Kaufsignal.
Die technische Analyse hat zudem eigene Kennzahlen entwickelt, die sich nur auf den Kursverlauf beziehen und bereits bei einigen Anlagestrategien Anwendung finden. Eine wichtige Kennzahl in diesem Zusammenhang ist die relative Stärke einer Aktie. Darunter versteht man die Abweichung einer einzelnen Aktie vom gesamten Markt. Wenn beispielsweise BMW stets besser abschneidet als der DAX, so hat die Aktie eine große relative Stärke.

Eine bedeutsame Kennzahl der technischen Analyse ist die Advance-Decline-Linie; sie ermittelt für jeden Börsentag, wie viele Aktien gestiegen und wie viele gefallen sind. Zeigt die Advance- Decline-Linie nach unten, so kann dies bedeuten, dass an der Börse eine längere Phase der Konsolidierung oder sogar eine Baisse herannaht. Eine andere Kennzahl ist das Momentum; es beschreibt die Veränderungsgeschwindigkeit und die Dynamik eines Kursverlaufs. Das Momentum misst, wie rapide eine Aktienkurve steigt oder fällt. Dabei wird der aktuelle Kurs mit einem Durchschnittswert verglichen und in Relation gesetzt.

Aktiencharts Internetadresse
Technical Investor technical-investor*de
Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V. (DVfA) dvfa*de

Die technische Analyse wird häufig als unsinnig kritisiert, denn sie erinnert an Wahrsagemethoden, mit denen einst die Römer aus dem Flug der Vögel die Zukunft weissagen wollten. Die Behauptung, man könne aus dem Auf und Ab der Aktienkurse deren Trend Vorhersagen, ist bisher unbewiesen und wissenschaftlich erheblich umstritten. Die Befürworter hingegen argumentieren, anders als die vergangenheitsorientierte Fundamentalanalyse, die sich einzig und allein auf die Bilanzkennzahlen stützt, spiegele der Chartverlauf die aktuellen Entwicklungen wider. Wenn beispielsweise der Kurs einer Aktie ständig sinkt, obwohl das Unternehmen glänzende Bilanzen vorweisen kann, dann deutet dies darauf hin, dass sich irgendwelche Probleme oder Krisen ergeben haben. Diese Information ist jedoch noch nicht an die breite Öffentlichkeit gelangt, sondern nur einigen Insidern oder institutioneilen Investoren bekannt, die deshalb bereits die Papiere abstoßen.
Trotz dieses Arguments tut sich die technische Analyse schwer, eine Trendumkehr rechtzeitig vorherzusagen. Am Anfang einer Formation ist es nämlich nur schwer möglich, den weiteren Verlauf vorherzubestimmen.

Als Anleger sollten Sie bei Ihrer Aktienanalyse auf beide Methoden setzen. Ziehen Sie sowohl die Bilanzkennzahlen als auch die technische Analyse heran, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Eine Aktie, deren Kurs auf dem Chart ständig nach unten tendiert, ohne dass eine Bodenbildung erfolgt ist, sollten Sie auch dann nicht kaufen, wenn das Unternehmen brillante Bilanzkennzahlen veröffentlicht hat. Warten Sie in solch einem Fall ab, bis die Konsolidierung des Kurses beendet ist.

Fundamentalanalyse beim Aktienhandel – das Kurs-Buchwert-Verhältnis

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist ebenfalls eine wichtige Kennzahl. Durch sie erfahren Sie, wie weit der Börsenwert des Unternehmens über dem Buchwert liegt. In den meisten Fällen spiegelt der Wert einer Aktie die Zukunftsaussichten und die Gewinnchancen eines Unternehmens wider, d.h. die Aktie stellt nicht den realen Wert eines Unternehmens dar, sondern schließt schon zukünftige Erwartungen mit ein.
Den realen Wert eines Unternehmens, den Buchwert, erhalten Sie, wenn Sie sämtliche Vermögensgegenstände (Grundstücke, Gebäude, Fahrzeuge, Maschinen, Erzeugnisse, Waren, Vorräte, Kontoguthaben, Wertpapiere usw.) im Unternehmen zusammenzählen und davon die Schulden abziehen. Was dann übrig bliebt, ist das, was das Unternehmen tatsächlich hat. Diesen Wert nennt man Buchwert. In der Praxis wird der Buchwert je Aktie berechnet, d.h. Sie dividieren den Buchwert durch die Anzahl der umlaufenden Aktien. Das ist notwendig, damit Sie diesen Wert mit dem Kurs einer einzelnen Aktie vergleichen können. Den aktuellen Börsenkurs einer Aktie dividieren Sie dann durch den Buchwert je Aktie.

Wenn der Aktienkurs um ein Vielfaches über dem Buchwert liegt, dann bedeutet das Folgendes: Die Marktteilnehmer sind bereit, ein Mehrfaches für das Unternehmen zu zahlen. Sie erwarten, dass in Zukunft die Aktiengesellschaft deutliche Gewinne und steigende Umsätze erzielt. Der im Vergleich zum Buchwert hohe Aktienkurs signalisiert glänzende Perspektiven. Falls Ihnen der Zusammenhang noch nicht klar sein sollte, möchte ich es mit Hilfe einer Analogie verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen das Bild eines noch wenig bekannten Malers, der aber nach Auskunft bekannter Galeristen ein bedeutender Künstler werden könnte. Das Gemälde, das Sie kaufen, hat vielleicht einen Substanzwert von wenigen Euro; denn es besteht nur aus einer Leinwand, ein wenig Farbe und einem Rahmen. Sie zahlen aber für das Bild beispielsweise 2000 Euro. Diese Summe spiegelt Ihre Erwartungen wider, dass der noch wenig bekannte Maler eines Tages berühmt werden könnte.
Genauso verhält sich mit dem Verhältnis von Buchwert und Börsenwert. Der Börsenwert liegt meist deutlich höher, weil er die Zukunftsaussichten des Unternehmens repräsentiert.

Die entscheidende Frage ist nun: Was ist als Anlagestrategie besser? Ein Unternehmen, dessen Börsenwert nahe dem Buchwert oder sogar darunter liegt? Oder eines, dessen Börsenwert sich weit vom Buchwert entfernt hat? Auch hier scheiden sich leider die Geister, und man muss bei der Beurteilung einige wichtige Gesichtspunkte beachten.

Wenn der Börsenwert eines Unternehmens weit über dem Buchwert, also der Substanz des Unternehmens, liegt, dann ist es überteuert; denn Sie müssen als Aktionär ein Vielfaches für das Unternehmen zahlen, als es eigentlich wert ist. Andererseits könnte der hohe Preis gerechtfertigt sein, weil das Unternehmen in der Vergangenheit ständig steigende Umsätze und Gewinne vorweisen konnte. In unserem Beispiel mit dem Kunstmarkt würde es bedeuten, dass Sie – vorausgesetzt Sie haben das nötige Kleingeld – einen Picasso oder van Gogh kaufen.
Ist der Börsenwert niedrig oder entspricht er ungefähr dem Buchwert (dann ist der Quotient bei 1,0), werden die Gewinnperspektiven von den Marktteilnehmern eher schlecht eingeschätzt oder falsch bewertet. Es kann natürlich sein, dass sich aus einer solchen „grauen Ente“ ein prächtiger Schwan entwickelt.
Noch kritischer ist es natürlich, wenn der Börsenwert unter dem Buchwert liegt; dann erreicht der Quotient des Kurs-Buchwert-Verhältnisses (KBV) einen Wert von unter 1,0. Dies bedeutet, dass Sie – zumindest theoretisch – über die Börse ein Unternehmen billiger einkaufen können, als es wert ist. Das wäre etwa so, als würde ein Galerist ein Bild, dessen Rahmen allein 30 Euro kostet, für 10 Euro verschleudern.

Eine solche Situation zieht natürlich unsere bereits bekannten „Raubritter“ oder Raider an, die nun ein solch unterbewertetes Unternehmen kaufen, in die Einzelteile zerlegen und dann Stück für Stück verkaufen.

Als Anleger sollten Sie aber beachten, dass nicht jedes unterbewertete Unternehmen wirklich ein lukratives Schnäppchen ist. Wenn die Marktteilnehmer schon so sehr das Unternehmen abwerten, dann kann dies an schlechten Gewinnperspektiven liegen. Möglicherweise hat die Aktiengesellschaft über viele Jahre hinweg nur dürftige Ergebnisse erzielt und nichts getan, um die Ertragslage zu verbessern. Auch wenn ein solches Unternehmen wie ein Schnäppchen wirkt, ist es in Wirklichkeit möglicherweise eine Niete. Denn wenn das Unternehmen jahrelang auf diesem Niveau vor sich hindümpelt, haben Sie als Aktionär verloren. Erst bei einer Liquidation, d.h. bei der Auflösung des Unternehmens, können Sie die noch wertvollen Grundstücke, Gebäude, Patente oder Maschinen zu Geld machen.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis lässt sich nur dann für eine interessante Anlagestrategie nutzen, wenn Sie den Eindruck haben, dass das Unternehmen die Wende schafft und sich wieder verbessert. Dann könnte eine unterbewertete Aktiengesellschaft, die unter ihrem Buchwert an der Börse notiert, ein guter Kauf sein. Leider ist dies in der Praxis für Außenstehende nur schwer zu beurteilen. Als weiteres Hindernis kommt hinzu, dass viele Aktiengesellschaften über stille Reserven verfügen, was insbesondere bei der deutschen Bilanzierungspraxis der Fall ist. Das deutsche System ist auf den Gläubigerschutz ausgerichtet, deshalb erlaubt es im Vergleich zum europäischen oder US-amerikanischen Standard großzügige Abschreibungen – vor allem bei Immobilien. Dadurch ist es dem Unternehmen möglich, sich ärmer zu machen, als es ist. Wenn ein Unternehmen beispielsweise ein Gebäude in der Innenstadt von München besitzt, sinkt der Bilanzwert dieser Immobilie nach mehreren Jahrzehnten praktisch auf fast Null wegen der unzähligen Abschreibungen. In der Realität aber steigt der richtige Wert, der Verkehrswert, einer Immobilie im Laufe der Jahre. Allein das Grundstück in der Münchener Innenstadt kann sich in den Jahrzehnten im Wert vervielfachen. Durch diesen krassen Unterschied zwischen dem Wert in der Bilanz und dem tatsächlichen Wert entstehen stille Reserven, die nirgends auftauchen. Erst wenn das Unternehmen die Immobilie verkaufen würde, könnte man den tatsächlichen Wert erkennen. Aus diesem Grund ist der Buchwert aufgrund der vielen stillen Reserven in den meisten Fällen zu niedrig angesetzt. Bei amerikanischen Aktien ist dieses Problem geringer ausgeprägt, da bei der dortigen Bilanzierung Immobilien anders bewertet werden.

Sie sollten daher das Kurs-Buchwert-Verhältnis kritisch betrachten. Eine unterbewertete Aktie ist nur dann einen Kauf wert, wenn viele Indizien dafür sprechen, dass sich das Unternehmen in der Zukunft besser entwickelt. Trotz dieser schwierigen Beurteilung beruhen einige Anlagestrategien gerade auf einem niedrigen
KBV. Auch der Begründer der Fundamentalanalyse, Benjamin Graham, machte diese Kennzahl zum Angelpunkt seiner Anlagestrategie. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Value-Strategie, da man auf den Substanzwert eines Unternehmens setzt.

Anlagestrategien in der Praxis beim Aktienkauf

Als Leser möchten Sie nun sicher wissen, wie man konkret solche Anlagestrategien umsetzen kann. Als erstes sollten Sie beachten, dass es keinen Sinn macht, solche Aktien selbst zusammenzustellen. Das wäre viel zu umständlich und zeitaufwändig. Viel bequemer und einfacher ist es, ein Zertifikat zu kaufen. Ein Zertifikat ist eigentlich eine Schuldverschreibung oder Anleihe einer Bank, die an die Wertentwicklung eines bestimmten Aktienkorbs gekoppelt. Die Experten der Bank führen für Sie gleichsam die Anlagestrategie durch, und die Wertentwicklung spiegelt sich im Kurs des Zertifikats wider. Das hat für Sie den enormen Vorteil, dass Sie nicht selbst die Aktien analysieren und zusammenstellen müssen. Außerdem entfällt die jährliche Umschichtung, die mit hohen Transaktionskosten verbunden ist. Sie müssen die Zertifikate nur einmal kaufen und können sie dann jahrelang im Depot halten.

Natürlich hat dieser Service auch einen Preis. Bei solchen Strategiezertifikaten gibt es neben einem Spread, das ist die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis des Papiers, gelegentlich eine jährliche Managementgebühr. Trotz dieser Kosten ist ein Zertifikat in den meisten Fällen aber günstiger, als wenn Sie selbst eine Strategie umsetzen und das Depot jährlich umschichten müssen – ganz zu schweigen von dem hohen zeitlichen Aufwand. Der einzige Kritikpunkt ist, dass Zertifikate als Schuldverschreibungen natürlich ein gewisses Risiko bergen, falls die Bank, die das Wertpapier herausgegeben hat (der Emittent), insolvent wird. In einem solchen Fall wären Ihre Zertifikate völlig wertlos. Bei Investmentfonds ist dies bei einer Insolvenz der Bank nicht der Fall, da Fondsanteile als Sondervermögen besonders geschützt sind. Kritiker sind daher der Auffassung, dass sich Zertifikate für die Altersvorsorge nicht eignen und dass Fonds besser sind.

Dieses Argument mag eine gewisse Berechtigung haben, ist aber auch nicht besonders plausibel. Investmentfonds erreichen größtenteils noch nicht einmal die Wertentwicklung des Index; sie sind daher eine kostspielige und vergleichsweise wenig rentable Anlageform. Nur bei Spitzenfonds können Sie erwarten, dass sie einen Renditevorsprung (Outperformance) gegenüber dem Index erreichen.
Das Risiko bei Zertifikaten können Sie mindern, indem Sie nur Zertifikate kaufen, die von Banken mit einer hohen Bonität herausgegeben wurden. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass eine Großbank Insolvenz anmelden muss. Nehmen Sie im Zweifelsfall nur ein Zertifikat einer Bank, die durchweg ein AAA-Rating aufweisen kann – das ist die höchste Bonitätsstufe, die es gibt. Sie können sich zusätzlich absichern, indem Sie Ihr Depot auf viele Werte streuen. Denken Sie daran, dass Diversifikation (Streuung) eines der wichtigsten Prinzipien der Geldanlage ist.
Es gibt nicht zu allen Anlagestrategien, die wissenschaftlich erforscht wurden, ein Zertifikat. Aber die wichtigsten werden durch Strategiezertifikate abgebildet.

Die Dividendenstrategie in der Praxis
Die Dividendenstrategie ist eine der ältesten Strategien; als Anleger lohnt es sich nicht, sie selbst umzusetzen, da es eine ganze Reihe von Zertifikaten und sogar Investmentfonds gibt, die diese Anlagestrategie anwenden. Sie haben dabei auch die Wahl, ob Sie die Dividendenstrategie nur auf die USA, Deutschland oder die gesamte Welt anwenden wollen.
Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit, ein spezielles Zertifikat auf den Index zu kaufen. Neben dem eigentlichen DAX wurde vor einiger Zeit ein neuer Index geschaffen, der speziell die dividendenstärksten Aktien des DAX umfasst. Dieser Index heißt DivDAX; auf ihn gibt es Zertifikate, die die Wertentwicklung nachvollziehen.

Name Bank Laufzeit ISIN
DAX Top 10 Deutsche Bank Open end DE0004734850
Dividend Stars Germany Société Générale Open end DE000SG0EDK6
Dividend Stars Europe Société Générale Open end DE000SG0EDJ8
Dividend Stars USA Société Générale Open end DE000SG0EDH2
Dividend Stars World Société Générale Open end DE000SG0EDL4
Welt Dividend Plus UBS 08.10.2009 CH0019514105
Dividend Stars Eastern Europe Société Générale Open end DE000SG9F1Y7
DivDAX Performance Commerzbank Open end DE000CB52598

Die saisonale Strategie
Es wird Sie verblüffen, aber die saisonale Strategie ist mit Abstand eine der erfolgreichsten überhaupt. Sie beruht auf dem alten Börsensprichwort „Seil in May and go away“. Seit 1988 hätten Sie als Anleger in DAX-Werten damit ohne Probleme eine Durchschnittsrendite von 20,3 Prozent pro Jahr erreicht. Allerdings sollten Sie stets beachten, dass Sie eine solche Strategie mindestens fünf oder besser noch zehn Jahre durchhalten müssen. Denn es gibt immer wieder schlechte und gute Börsenjahre. Eine solche Anlagestrategie ist nur dann ratsam, wenn Sie genügend Ausdauer haben; denn wenn Sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt einsteigen, können deutliche Verluste entstehen. Keine Tugend zahlt sich an der Börse so sehr aus wie die Geduld.

Die hohe Rendite ergibt sich daraus, dass man die schlechten Börsenmonate August und September grundsätzlich meidet. Untersuchungen zeigten, dass im September der Verlust im Durchschnitt bei 4,4 Prozent liegt. Natürlich müssen Sie nun nicht selbst die Aktien im Mai verkaufen und auf den Aufschwung im Januar warten. Vielmehr hat die niederländische ABN Amro Bank ein Zertifikat herausgebracht, das genau diese Anlagestrategie simuliert und den Indexstand des Julis einfriert; dadurch überspringen Sie die schlechten Börsenmonate.

Name Bank Laufzeit ISIN
DAXPLUS Seasonal Strategy ABN Amro Open end NL0000196301
DAX Best Seasons ABN Amro Open end DE0005592828

In den Jahren von 1989 bis Ende 2004 erwirtschaftete ein DAX- Investment eine jährliche Rendite von 7,5 Prozent. Die saisonale Strategie erbrachte im selben Zeitraum eine Wertsteigerung von jährlich 17,7 Prozent. Das Risiko ist sogar geringer als bei einem passiven DAX-Investment.

Die Squeeze-out-Strategie
Bei der Squeeze-out-Strategie geht es darum, auf Abfindungen bei Übernahmen zu spekulieren. Das Risiko ist wesentlich größer, denn der Mehrheitsaktionär kann die restlichen Aktionäre auch zu ungünstigen Konditionen abfertigen, ln manchen Fällen kann die Strategie, die sich nicht für die Altersvorsorge eignet, aber lukrativ sein. 2004 machte der SAP Konzern den Aktionären der SAP-SI-Aktien ein Abfindungsangebot von 20,40 Euro. Etliche Anteilseigner schlugen aber das Angebot aus und warteten auf eine höhere Offerte. Das Pokerspiel ging gut aus, denn später fand SAP die restlichen Aktionäre mit 38,83 Euro für jede SAP-Sl-Aktie ab. Dies bedeutet eine satte Wertsteigerung von 90,3 Prozent innerhalb weniger Wochen.
Als potenzielle Übernahmekandidaten gelten beispielsweise Allianz Leben, Audi, der AXA Konzern, DBV-Winterthur und die Versicherungsgruppe Ergo. Bei Audi ist Volkswagen der Hauptaktionär und bei Ergo die Münchener Rück.

Diese Strategie gilt als sehr viel risikoreicher und ist allenfalls als Depotbeimischung geeignet. Um das Risiko zu reduzieren, sollten Sie auf keinen Fall einzelne Aktien kaufen, sondern ebenfalls auf ein Zertifikat setzen, sofern Sie überhaupt die Squeeze-out- Strategie einsetzen wollen. Sie eignet sich nur für spekulativ eingestellte Anleger.

Name Bank Laufzeit ISIN
Squeeze-Out-Strategie Sal. Oppenheim 31.03.09 DE000SAL2QZ2

Die Growth-Strategie
Bei der Growth-Strategie setzen Sie ausschließlich auf Wachstumswerte. Während in früheren Jahrzehnten die Substanzwerte die höchste Performance aufwiesen, konnten Ende der 1990er Jahre die Wachstumswerte eine bessere Wertsteigerung erzielen.

Die Vorgehensweise ist folgendermaßen: Sie wählen von den 30 DAX-Werten jene fünf Aktien aus, die das größte Umsatzwachstum haben. Diese Aktien entwickeln sich besonders dynamisch und erfolgreich.
Von 1989 bis 2004 erzielte man mit dieser Strategie eine Rendite von 14 Prozent pro Jahr, während der DAX im selben Zeitraum nur um 7,5 Prozent jährlich zulegte. Das Risiko der Growth- Strategie ist jedoch etwas höher als bei einem Indexinvestment.

Die Insider-Strategie
Die Insider-Strategie beruht darauf, dass Aktienkäufe und -Verkäufe des Vorstands oder Aufsichtsrats ab einer gewissen Größenordnung meldepflichtig sind. Anhand der veröffentlichten Informationen lässt sich eine Anlagestrategie entwickeln; denn wenn der Vorstand oder Aufsichtsrat Aktien des eigenen Unternehmen kauft, deutet dies häufig auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung hin. Die Insider-Strategie lässt sich durch ein Zertifikat nicht abbilden, da ein starr vorgegebener Aktienkorb nicht der Vielzahl der Unternehmen gerecht werden kann. In diesem Fall gibt es einen Investmentfonds, der sich dieser Strategie bedient und sich auf die USA spezialisiert hat.

Name Investmentgesell. ISINI
VCH Insight USA VCH LUO132800532

Die Small-Cap-Strategie
Bei der Small-Cap-Strategie setzen Sie auf Aktien mit einer geringen Börsenkapitalisierung. Diese haben den Vorteil, dass sie flexibler und dynamischer auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren. In der Vergangenheit konnten Small Caps stets die großen Standardwerte in der Performance übertreffen. Bei der Small-Cap-Strategie haben Sie die Wahl zwischen einigen Zertifikaten und vielen Investmentfonds, die sich darauf spezialisiert haben. Zertifikate haben den Vorteil, dass sie kostengünstiger sind und die Wertentwicklung besser nachvollziehen. Da es aber viele Small Caps gibt und die Unternehmenssituation fortlaufend beurteilt werden sollte, sind deshalb die aktiv gemanagten Investmentfonds trotz höherer Kosten oft besser. Besonders kleine Aktiengesellschaften sind nämlich in keinem Index enthalten, so dass sie einzeln auswählt werden müssen. Ansonsten können Sie auch ein Indexzertifikat erwerben, dass sich auf einen Aktienindex bezieht, der kleine oder mittelgroße Aktiengesellschaften zusammenfasst wie der SDAX und der MDAX.

Name Bank Laufzeit ISIN
MDAX Landesbank Berlin Open end DE000BGBDWR6
SDAX HSBC Trinkaus Open end DE000TB1CQD9

 

Bei den Investmentfonds gibt es eine reichhaltige Auswahl, und der Anleger kann sich sogar einzelne Regionen, Länder oder Spezialgebiete aussuchen.

Region, Land Name des Investmentfonds Währung ISIN
Welt Invesco Global Small Cap Equity USD IE0003594896
Templeton Global Smaller Comp. USD LU0029874061
Europa Henderson Pan Europ. Sm. Comp. Euro LU0046217351
Oyster European Small Cap Euro LUO178554332
Vontobel European Mid& Small Cap Euro LUO120694483
Deutschland Lupus alpha Sm. Germ. Champ. Euro LUO129233093
cominvest Adiselekt Euro DE0009769562
UBS (D) EF-Small Caps Germany Euro DE0009751651

 

Wie kaufe ich Aktien und von wo

Sobald Sie bei Ihrer Bank ein Wertpapierdepot eröffnet haben, können Sie Aktien kaufen. Die meisten Anleger werden sich hierzu an ihre Hausbank wenden, die Ihnen ein Wertpapierdepot einrichtet, in dem die Aktien verwaltet und verwahrt werden. Die Gebühren und Kosten liegen bei Direktbanken meist ein Drittel unter dem der herkömmlichen Banken. Sie können den Auftrag bei einer herkömmlichen Bank schriftlich, per Fax, telefonisch oder online einreichen. Bei Direktbanken werden Orders fast ausschließlich nur via Internet oder telefonisch entgegengenommen. Darüber hinaus ist die Orderübermittlung per SMS im Kommen.
Bei Direktbanken liegen die Gebühren für den Kauf und Verkauf von Aktien häufig bei 0,5 Prozent der Summe, während traditionelle Großbanken, Volks – und Raiffeisenbanken und Sparkassen häufig eine Provision von einem Prozent berechnen. Auch die Depotgebühren sind meist günstiger. Der Nachteil der Direktbanken besteht darin, dass Sie keine ausführliche oder gar keine Beratung erhalten. Wenn Sie erstmals Wertpapiere oder Aktien kaufen, sollten Sie sich besser an Ihre Hausbank wenden, denn diese kann Sie besser beraten und Ihnen die ersten Schritte beim Wertpapierkauf erleichtern.

Bei einer Direktbank sollten Sie bereits mit Wertpapieren vertraut sein und über Grundkenntnisse verfügen, denn es wird oft erwartet, dass Sie bereits wissen, welche Aktie oder welches Wertpapier Sie kaufen möchten. Zwar hat man in den letzten Jahren bei den Direktbanken die Beratung ausgebaut, um den Kunden entgegenzukommen, doch um Kosten zu sparen, ist es den Direktbanken nicht möglich, eine so umfassende Beratung wie bei einer traditionellen Bank zu bieten. Als Anleger sollten Sie jedoch auch die Beratung in einem kritischen Licht sehen, denn nicht selten sind Ratschläge, die eine Bank erteilt, interessengeleitet. Sie sollten wissen, dass viele Banken ihren Kundenberater eine Provision zahlen; die Höhe dieser Provision kann sehr unterschiedlich ausfallen und hängt entscheidend von der Anlageform ab. Die höchste Provision wurde in der Vergangenheit für die Vermittlung einer kapitalbildenden Lebensversicherung bezahlt – sie kann sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Seitdem jedoch Lebensversicherungen steuerlich kaum noch begünstigt sind, versucht die Branche, vor allem private Rentenversicherungen zu verkaufen, die aber kaum rentabler sind als die klassischen Lebensversicherungen. Die zweithöchste Provision erhalten Kundenberater für den Vertrieb von Investmentfonds, bei dem sie einen Teil des Ausgabeaufschlags als Vergütung bekommen. Bei bankeigenen Investmentfonds und bei solchen, mit denen eine Kooperation besteht, erhält der Berater eine deutlich höhere Provision. So sollten Sie die Beratungskompetenz des Bankangestellten sehr schnell in Frage stellen, wenn er Ihnen trotz Ihres Wunsches, Aktien zu kaufen, erst einmal eine Broschüre für eine Lebens- oder Rentenversicherung vorlegt. Auch fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherungen bringen beachtliche Provisionen mit sich. Sollte der Kundenberater vor allem die Aktienfonds einer bestimmten Investmentgesellschaft empfehlen, so wissen Sie, dass sie vermutlich zur Bank gehört.

Bei Aktien- Empfehlungen besteht häufig die Gefahr, dass vor allem solche Papiere bevorzugt werden, die von den hauseigenen Analysten beobachtet werden. In der Regel sind dies die Standardwerte des DAX. Daher wird man Ihnen in den seltensten Fällen eine Aktie eines Klein- oder mittel ständischen Unternehmens empfehlen. Darüber hinaus haben Untersuchungen von Experten gezeigt, dass auch Banken bei der Einschätzung von Börsentendenzen danebenliegen und sie nur durchschnittliche Ergebnisse erzielen. Sie sollten daher die viel gepriesene Beratung mit einer gewissen nüchternen Skepsis betrachten. Bei jedem Wertpapierkauf sollten letztlich Sie selbst nach sorgfältiger und gewissenhafter Analyse entscheiden und die Verantwortung für Ihr Depot übernehmen. Es gibt zu denken, dass die vermeintlich mit hoch qualifizierten Analysten besetzten Investmentfonds in 90 Prozent der Fälle noch nicht einmal den Marktdurchschnitt übertreffen. Dabei verfügen diese Fondsmanager über Informationen aus erster Hand und können im Zweifelsfall sogar den Vorstandsvorsitzenden persönlich befragen. Wenn angesichts solcher Möglichkeiten und der besten Analyseinstrumente die meisten Investmentfonds ein schlechteres Ergebnis vorweisen als der Index, ist es eigentlich besser, gleich eine Indexstrategie zu wählen. Viele Pensionsfonds in den USA investieren längst in solche Indexanlagen. Wenn es nämlich so einfach wäre, mit Wertpapieren riesige Summen zu verdienen, wären die Börsenabteilungen der Banken längst verwaist und die Kundenberater würden auf ihrer eigenen Yacht durch die Karibik schippern.
Sehen Sie also bitte die Beratung als das, was sie ist: Anleger, die erstmals Wertpapiere kaufen, kann die Hausbank sicher besser unterstützen als eine
Direktbank; Ihre Hausbank wird sich mehr Zeit nehmen, wenn Sie Fragen zum Ablauf, zu Limits oder zu den Details einer Order haben. Aber Sie sollten dennoch jede Empfehlung zu Wertpapieren kritisch hinterfragen und sich selbst ein Urteil bilden.

Für die Verwaltung des Depots werden Gebühren berechnet. Für ein Depot in einer Größenordnung von 30.000 bis 50.000 Euro fallen im Durchschnitt je nach Bank jährliche Depotgebühren zwischen 30 und 50 Euro an. Die Depotverwaltung ist relativ aufwändig, denn die Bank muss Sie – zumindest bei deutschen Aktien – über einen bevorstehenden Hauptversammlungstermin informieren und Ihnen eine Einladung zukommen lassen; die Bank muss dafür sorgen, dass ausgeschüttete Dividenden auf Ihrem Konto korrekt verbucht werden, dass Sie rechtzeitig über Kapitalmaßnahmen wie beispielsweise Kapitalerhöhungen, die Ausgabe von neuen Aktien und über Übernahmeangebote informiert werden.

Beim ersten Wertpapierkauf wird die Bank von Ihnen verlangen, einen Fragebogen auszufüllen, in dem Ihre Vorkenntnisse, Ihre Anlageziele, Ihre Börsenerfahrung und Ihre Risikobereitschaft festgehalten werden. Eine solche Anlageberatung ist vom Wertpapierhandelsgesetz verbindlich vorgeschrieben, um Kunden zu schützen. Sie sollten deshalb die Angaben wahrheitsgemäß machen, damit die Bank ihren Sorgfaltspflichten nachkommen kann. Für viele Kunden mag es unangenehm sein, wenn sie nach ihrem Monatseinkommen, ihrem Anlagebetrag oder ihrer Börsenerfahrung gefragt werden, aber bedenken Sie, dass die Hausbank die Eingänge auf Ihrem Girokonto kennt und wahrscheinlich bestens über Ihre finanziellen Verhältnisse informiert ist. Die Befragung dient zudem Ihrem Schutz, damit Sie nicht als Börsenneuling gleich mit Optionsscheinen und Hebelzertifikaten spekulieren und auch die Risiken und Gefahren erkennen. Der Fragebogen ist eine wichtige Voraussetzung für ein fundiertes Gespräch.

Fundamentalanalyse beim Aktienhandel – das Kurs-Gewinn-Verhältnis

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gibt an, das Wie vielfache des Gewinns der Anleger für die Aktie bezahlt. Das KGV ist eine sehr wichtige Kennzahl, die in fast allen Publikationen angegeben wird. Dabei wird zuerst der Jahresgewinn des Unternehmens durch die Anzahl der umlaufenden Aktien geteilt; so erhält man den Gewinn pro Aktie. Danach dividiert man den aktuellen Börsenkurs durch den Jahresgewinn pro Aktie.

Für Sie als Anleger ist es wieder wichtig, die Zahl richtig zu interpretieren. Eine allgemeine Regel lautet, dass Aktien mit einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis relativ teuer sind, da Sie ein Vielfaches des Gewinns für die Aktien bezahlen müssen. Die Modellvorstellung ist, dass der Kaufpreis einer Aktie gleichsam über den Gewinn an den Anleger zurückfließt, da zumindest ein Teil des Gewinns als Dividende ausgeschüttet wird. Demnach sollten Sie Aktien mit einem hohen KGV meiden und solche mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis bevorzugen.
Diese vermeintlich einfache Regel ist aber in der Praxis wesentlich komplizierter. Stellen Sie sich vor, eine Aktie ist über Monate gesunken. Dann ist der aktuelle Börsenkurs relativ niedrig. Wenn aber der Gewinn des Unternehmens in den letzten Jahren konstant war oder sogar zurückgegangen ist, ergibt sich beim KGV trotzdem ein vergleichsweise guter Wert, denn der Zähler des Quotienten ist wegen der Kursrückgangs verringert worden. Diese vermeintlich gut bewertete Aktie kann sich aber dann als schlechtes Investment erweisen, denn wenn eine Aktie über Monate sinkt, sollten Sie warten, bis eine Trendumkehr erfolgt. Die schlechte Gewinnentwicklung spricht von fundamentaler Seite dafür, die Aktie nicht zu kaufen.
Die eherne Regel „niedriges KGV gute Aktie, hohes KGV schlechte Aktie“ ist zu schablonenartig, um richtig zu sein. Viel mehr gilt: Das KGV kann ohnehin nur innerhalb einer Branche verglichen werden. Wenn eine Bankaktie ein KGV von 11 und eine Internetaktie von 30 besitzt, sagt dies gar nichts aus. Denn Bankaktien haben traditionell ein niedriges KGV, da die Gewinne bei vielen Kreditinstituten relativ kontinuierlich fließen. Risiken, wie sie im Technologiesektor vorherrschen, sind im Finanzwesen nicht von Bedeutung. Dennoch können natürlich auch Finanzdienstleister durch Umbrüche im Markt deutlich in eine Schieflage geraten. Aber die Risiken sind ganz anderer Natur als in anderen Branchen.

Technologieaktien sind hingegen fast immer Wachstumswerte, deren Kurs in Boomzeiten deutlich ansteigen kann. Die Gewinnentwicklung bleibt hinter dieser Euphorie meist weit zurück. Ein charakteristisches Beispiel sind Biotechnologiewerte, die in den ersten Jahren der Gründung meist nur das Geld der Investoren „verbrennen“, was man mit dem Begriff „Cash Burn Rate“ zu umschreiben versucht. Der Grund dafür ist, dass die Entwicklung neuer Medikamente mit extrem hohen Investitionen verbunden ist und dass der Erfolg der aufwändigen Forschung sich erst ganz um Ende zeigt. Viele anfangs als erfolgversprechend eingestuften Wirkstoffe zeigen in der klinischen Erprobung erhebliche Nebenwirkungen oder sind weniger wirksam als bereits auf dem Markt etablierte Standardpräparate. Aufgrund all dieser Umstände haben Biotechnologieaktien meist ein hohes KGV, da die Aktienkurse bei jeder Pressemitteilung, die die Marktreife des neuen Medikaments ankündigt, in die Höhe getrieben werden. Bis ein neues Arzneimittel jedoch zugelassen wird, können viele Jahre vergeben. Während dieser langen Zeit verdient das Unternehmen buchstäblich nichts, da es noch kein Produkt verkaufen kann. In dieser Phase lebt es ausschließlich von den Geldern der Investoren.

Wenn ein Unternehmen bislang nur Verluste eingebracht hat, lässt sich das KGV erst gar nicht berechnen. Dass manche Bio – technologieunternehmen dennoch zumindest geringe Gewinne vorweisen können, liegt daran, dass manche Firmen noch ein anderes Geschäftsfeld haben, das für Umsätze sorgt, wie beispielsweise die Diagnostik, die Analyse von Gensequenzen oder die Produktion von Laborgeräten.
Wenn Sie folglich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis angemessen einschätzen möchten, sollten Sie die Kennzahl nur innerhalb derselben Branche vergleichen. Bei Wachstumswerten wie Technologieaktien kann auch ein höheres KGV noch gerechtfertigt sein. Allerdings sollten es keine astronomisch hohen KGVs sein. Zur Zeit des Internetbooms im Jahre 1999 erreichten manche Internetaktien ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 100 oder 200. Bei solch hohen Bewertungen ist die Aktie viel zu teuer, und ein Kursrückgang ist in absehbarer Zeit vorprogrammiert. Ein KGV von 100 bedeutet nichts anderes, als dass Sie hundertmal den Jahresgewinn erwirtschaften müssen, um das entsprechende Kursniveau zu erreichen. Solche hohen Bewertungen deuten auf eine Übertreibung oder gar eine Spekulationsblase hin, die jederzeit platzen kann. Selbst gut positionierte Technologiewerte rechtfertigen keine solch hohen KGVs.

Umgekehrt sollten Sie sich auch vor scheinbaren Schnäppchen hüten. Wenn eine Aktie nur ein KGV von 5 aufweist, sieht dies zwar günstig aus, aber der niedrige Wert kann dadurch zustande gekommen sein, dass der Aktienkurs ständig gesunken ist. Außergewöhnlich niedrige KGVs sind meist ein Anzeichen für eine Aktie, die zu den Verlierern zählt. Erkenntnisse aus der Finanzmarktforschung deuten darauf hin, dass das optimale Kurs-Gewinn-Verhältnis geringfügig unter dem Branchendurchschnitt liegt. Eine Aktie, die zu stark nach oben oder unten vom Durchschnitt abweicht, ist nicht empfehlenswert. Zur Sicherheit sollten Sie aber stets noch andere Kennzahlen zur Beurteilung heranziehen und die gesamte Ertrags- und Finanzlage betrachten.
Das KGV gibt auch Aufschluss über die Bewertung eines Aktienmarktes; obwohl die Branchendurchschnitte unterschiedlich sind, spielen länderspezifische Besonderheiten eine Rolle. Der Aktienmarkt eines Landes, das einen längeren Boom hinter sich hat, hat stets viel höhere KGVs, und dies wirkt sich auf alle Branchen aus. Insofern kann es sinnvoll sein, Länder, die bereits ein sehr hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis aufweisen, zu meiden. Denn es ist, als ob Sie in letzter Minute auf einen bereits anfahrenden Zug aufspringen.

Anlagestrategien für Aktionäre richtig verstehen

Noch in den 1970er Jahren waren die meisten Wissenschaftler der Auffassung, dass es unmöglich sei, langfristig den Aktienmarkt zu übertreffen. Die meisten Anleger würden nur eine Durchschnittsrendite erzielen, die der Wertentwicklung des Gesamtmarkts entspricht. Deshalb plädierte man damals dafür, die sicherste und zuverlässigste Art, Geld anzulegen, sei ein Indexinvestment. Wenn man den Index eines Gesamtmarkts kauft wie etwa den DAX, dann erzielt man stets die gleiche Performance wie der Marktdurchschnitt, da der DAX die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften zusammenfasst. Eine Frage, die aber viele Wissenschaftler und Anleger weiterhin beschäftigte, war: Ist es möglich, den Gesamtmarkt langfristig zu übertreffen? Kann man mit einer Strategie zuverlässig den Markt übertrumpfen und eine höhere Rendite erzielen?

In den 1970er Jahren hätten viele Wissenschaftler diese Fragen verneint und hämisch darauf hingewiesen, dass selbst Investmentfonds mit hoch qualifizierten Analysten nicht in der Lage sind, langfristig eine höhere Rendite zu erreichen. Die überwiegende Mehrheit der Investmentfonds schneidet sogar deutlich schlechter als der Markt ab. Seit den 1980er Jahren erkannte man dank moderner Analyseverfahren und verfügbaren schnellen Computern, dass einige Strategien zu einer Überrendite führen, d.h. mit manchen Strategien schneiden Sie langfristig noch besser als der Markt ab. Ganze Heerscharen von Analysten und Wissenschaftlern durchforsteten und durchkämmten riesige Datenberge, um weitere Gesetzmäßigkeiten zu finden. Und sie wurden zunehmend fündig, Die Zahl der Anlagestrategien, die nachweislich zu einer höheren Rendite führen, ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Ich möchte ihnen einige dieser Strategien ausführlicher vorstellen.