Mitwirkung der Aktionäre beim Aktienkauf

Die wichtigste Möglichkeit der Aktionäre, auf die Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen, ist die einmal jährlich stattfindende Hauptversammlung, auf der jeder Aktionär ein umfassendes Auskunftsrecht hat. Selbst wenn Sie nur eine einzige Aktie des Unternehmens besitzen, dürfen Sie an der Hauptversammlung teilnehmen und Fragen einreichen. Die Aktiengesellschaft muss Ihre Fragen wahrheitsgemäß und ausführlich beantworten. Im Zuge der Internationalisierung hat sich die Bereitschaft der Unternehmen, eine transparente Unternehmenspolitik zu betreiben, erheblich verbessert, da in vielen anderen Ländern die Aktionäre im Mittelpunkt des Interesses stehen. Wurden die Anteilseigner früher noch recht stiefmütterlich behandelt, so hat sich dies in den letzten Jahren sichtlich geändert. Nur in wenigen Fällen, wenn essenzielle Interessen des Unternehmens gefährdet sind, kann das Unternehmen die Auskunft verweigern, was jedoch meist die Neugier der Öffentlichkeit erst weckt. Jeder Aktionär darf zudem auf der Hauptversammlung an der Aussprache teilnehmen; wegen der vielen Redebeiträge ist aber die Redezeit meist begrenzt.
In Deutschland ist die Aktienkultur noch weit unterentwickelt; selbst in Ländern wie Kanada oder Südafrika, die von der Bevölkerung kleiner sind als Deutschland, nehmen Aktien einen höheren Stellenwert ein. Die meisten Aktionäre unter den Privatanlegern findet man in Ländern wie Schweden und in den USA, wo selbst die Pensionen in Wertpapieren angelegt werden. In Deutschland hingegen ist der Anteil von Privatanlegern, die Aktien besitzen, gering ausgeprägt. Viele assoziieren mit dem Wort „Aktie“ Spekulation und Gefahr. Überhaupt beklagen manche Autoren, in Deutschland herrsche in vielen Bereichen ein Defizit an Fachkenntnissen im Finanzbereich, das dazu führe, dass immer noch Lebensversicherungen, Termingelder und Bausparverträge die Altersvorsorge bestimmten. Diese Sicherheitsorientierung, die sich auch darin widerspiegelt, dass es in Deutschland nur 8 Prozent Selbstständige gibt, während es in den USA fast ein Drittel ist, führt dazu, dass die meisten Menschen die Börse meiden. Auch in der Politik finden Versicherungen häufig mehr Gehör als die Interessen von Aktionären.

Dies zeigt sich in den Hauptversammlungen, in denen Banken und Versicherungen den Großteil der Aktien halten. Die Privatanleger sind nur eine verschwindend kleine Minderheit, die nur selten auf die Entscheidungen Einfluss zu nehmen vermag. In der Regel sind sich die Großaktionäre einig, so dass es auf Hauptversammlungen nur in äußerst seltenen Fällen zu einer Kampfabstimmung kommt. In den meisten Fällen werden die vorgeschlagenen Entscheidungen zu fast hundert Prozent gebilligt. Bisweilen konnten kritische Aktionäre in ihren Redebeiträgen oder durch gezielte Kampagnen auf Missstände und Fehlentwicklungen publikumswirksam aufmerksam machen, aber bei den eigentlichen Abstimmungen herrschte unter den Großaktionären Konsens. Allerdings war in der Vergangenheit häufiger zu beobachten, dass manche Hauptanteilseigner von ihrem Votum Gebrauch machten, das gilt insbesondere für die Hedgefonds, die als Investoren großen Wert auf solide Renditen legen. Mancher Vorstand musste unter dem massiven Druck dieser Anleger seinen Stuhl räumen.

Die Einladung zur Hauptversammlung wird von der jeweiligen Depotbank verschickt; dies gilt allerdings nur bei inländischen Aktien; bei ausländischen Aktien müssen Sie sich selbst um die Einladung bemühen, was eine umständliche Prozedur sein kann. In den seltensten Fällen werden Sie als Anleger ohnehin eigens in die USA oder nach Australien reisen, um dort an einer Hauptversammlung teilzunehmen. Auf der Einladung steht ein Textabschnitt, mit dem Sie Ihre Depotbank bevollmächtigen können, für Sie abzustimmen. In der Vergangenheit war dieses so genannte Depotstimmrecht der Bank umstritten, da viele Kreditinstitute es dazu nutzten, eigene Interessen noch besser durchzusetzen. Sie können aber Ihrer Bank eine Weisung erteilen, bei bestimmten Entscheidungen nach Ihren Vorgaben abzustimmen. Wenn Sie ohne jegliche Einschränkung der Bank die Vollmacht erteilen, wird sie allen Empfehlungen des Vorstandes zustimmen. Neuerdings ist es bei manchen Hauptversammlungen auch möglich, sich im Internet registrieren zu lassen und dann elektronisch abzustimmen.

Eine andere Möglichkeit, wenn Sie selbst sich nicht in die Materie einarbeiten, aber Ihr Stimmrecht trotzdem wahrnehmen wollen, ist es, eine Aktionärsvereinigung zu beauftragen. Diese Vereinigungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich kritisch und sachkundig mit der Agenda der Hauptversammlung und den Empfehlungen des Vorstandes auseinandersetzen. Im Zweifelsfall bringen sie Gegenanträge ein, üben öffentliche Kritik und reichen eine Klage ein, wenn sie den Eindruck haben, dass der Vorstand nicht die Interessen der Aktionäre wahrt oder unrechtmäßig Auskünfte verweigert. In Deutschland gibt es mehrere wichtige Aktionärsvereinigungen, die in der Vergangenheit viel Zuspruch gefunden haben: die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) und der Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

Aktionärsvereinigung Internetadresse
Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) dsw-info*de
Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) Sdk*org
Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre e.V. kritischeaktionaere*de

Um an der Hauptversammlung teilzunehmen, müssen Sie eine beigefügte Antwortkarte ausfüllen; Ihre Bank schickt Ihnen dann die Eintrittskarten rechtzeitig zu, die zugleich als Stimmkarten dienen. Sieben Tage vor dem Beginn der Hauptversammlung sperrt die Bank die betreffenden Aktien in Ihrem Depot, wenn Sie eine Eintrittskarte bestellt haben; diese Maßnahme wird deshalb durchgeführt, damit niemand die Aktien, über die er dann in der Hauptversammlung abstimmt, vorher verkaufen kann. Die Aktien werden einen Tag nach der Hauptversammlung im Depot wieder freigegeben.

Selbst wenn Sie es für nicht so wichtig halten, an einer Hauptversammlung teilzunehmen, sollten Sie sich dennoch überwinden – allein um die Atmosphäre bei einer solchen Veranstaltung kennen zu lernen. Zudem kann es amüsant sein zu sehen, wie manche Vorstände vor laufenden Kameras sich Statements und Erklärungen abringen. Bei solchen Veranstaltungen haben Sie zudem Gelegenheit, eine Vielzahl von Menschen kennen zu lernen, die sich professionell mit dem Aktiengeschäft befassen, oder mit anderen Privatanlegern Meinungen auszutauschen. Nutzen Sie diese Gelegenheit für das, was man auf Neudeutsch „Networking“ nennt, um Beziehungen zu knüpfen, die Ihnen später vielleicht beruflich von großem Nutzen sein können.

Die Indizes an der Börse verstehen

Ein Index fasst die wichtigsten Aktien einer Börse in einer Punktzahl zusammen. Der Index ist quasi ein Börsenbarometer, das die Wertentwicklung nachvollzieht, jede Börse hat ihren eigenen Index. Der DAX beispielsweise umfasst die 30 wichtigsten Aktiengesellschaften, die in Deutschland notiert sind. Daneben gibt es auch Indizes, die sich auf einzelne Börsensegmente beziehen wie etwa der MDAX, der die mittelgroßen Aktiengesellschaften umschreibt, der TecDAX, der die Technologieaktien abbildet, und der SDAX mit den kleineren Aktiengesellschaften.

Die Indizes sind nicht nur ein Messinstrument für die Performance eines Aktienmarktes, sondern sie können auch als Anlageinstrument dienen. Wenn Sie beispielsweise Aktien aus Ungarn, Italien oder Griechenland kaufen möchten, dann kann es sehr kompliziert sein, sich über einzelne Titel zu informieren. Die Geschäftsberichte werden manchmal nicht einmal auf Englisch veröffentlicht, und Sie werden nicht so oft aktuelle Informationen in Deutschland erhalten. Aus diesem Grund haben bei vielen Anlegern deutsche Aktien im Depot ein Übergewicht. Diese Bevorzugung des Heimatmarktes ist ein weltweites Phänomen und kann auf Sprachbarrieren, unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen und ein Informationsdefizit zurückgeführt werden.

Dennoch sollten Sie auch auf ausländische Aktien setzen, denn dadurch wird Ihr Portfolio stärker gestreut. Wenn die Aktienmärkte in Deutschland gerade schlechter laufen, kann es sein, dass irgendwo anders in der Welt die Aktien rapide steigen. In den Jahren nach dem Niedergang der New Economy liefen die meisten Börsen in Westeuropa und Nordamerika bis zum Jahr 2003 sehr schlecht. Die Kurse stürzten in den Kelter, ln Osteuropa hingegen boomten die Märkte; und die Börsen in Russland, Polen, Tschechien, der Slowakei und in Ungarn brachen innerhalb kürzester Zeit immer neue Rekorde.

Die einfachste Art, in diesen Märkten Geld anzulegen, ist es, ein Indexzertifikat zu kaufen. Ein solches Wertpapier bildet relativ genau die Wertentwicklung des Index ab. Indem Sie ein Indexzertifikat kaufen, partizipieren Sie unmittelbar an der Performance des Marktes. Man unterscheidet übrigens zwischen Performance- und Kursindizes. Bei den Kursindizes bleiben die ausgeschütteten Dividenden unberücksichtigt, deshalb entwickelt sich ein Performanceindex stets besser als der reine Kursindex. Der DAX ist ein Performanceindex. Aber viele Indizes anderer Aktienmärkte sind Kursindizes.

Der DAX
In Deutschland werden die großen Standardwerte im DAX zusammengefasst, in dem die 30 Aktien mit der größten Marktkapitalisierung enthalten sind. Er wurde erstmals am 1. Juli 1988 veröffentlicht. Die Ausgangsbasis des Index bildeten 1000 Punkte, die für den 30. Dezember 1987 festgelegt wurden. Der DAX wird jährlich in der Zusammensetzung revidiert und als Index jede Sekunde neu berechnet. Seine Handelzeit reicht von 9.00 h bis 17.30 h. Nach dem Handelsschluss wurden zusätzlich die Indexstände von 17.45 h bis 20.00 h ermittelt. Dieser spezielle DAX wird L-DAX (late DAX) genannt. Zum DAX-30, der ein Performanceindex ist und somit die Dividendenausschüttung mit einbezieht, gehören Unternehmen wie Siemens, DaimlerChrysler, Deutsche Bank, Metro, BMW, SAP und Volkswagen.

Der MDAX
Die Aktien mit mittlerer Marktkapitalisierung werden im MDAX zusammengefasst, der 50 Titel umfasst. Diese Unternehmen folgen in der Rangordnung den Standardwerten, was die Marktkapitalisierung und den Börsenumsatz anbelangt.

Der MDAX wird alle

Land Index
Deutschland DAX
Deutschland MDAX
Deutschland SDAX
Deutschland TecDAX
Österreich ATX
Schweiz SMI
Großbritannien FTSE-100
Frankreich CAC 40
Italien MIB 30
Niederlande AEX
Schweden OMXS30
Spanien IBEX 35
Portugal PSI 20
Griechenland ASE 20
Tschechien CTX
Polen PTX
Ungarn HTX, BUX
Russland RDX
Türkei ISE 30
Südafrika JSE Top40
Israel Tel Aviv 25
USA Dow Jones Industrial Average
USA NASDAQ-100
USA S&P500
Japan Nikkei 225, Topix
Hongkong HSI
China HSCEI
Südkorea KOSPI 200
Thailand S.E.T. 50
Taiwan MSCI Taiwan
Indonesien ABN Indonesia
Malaysia KLCI
Indien Nifty 50
Australien ASX 200

60 Sekunden neu berechnet und seine Zusammensetzung halbjährlich überprüft.
In den letzten Jahren schnitt der MDAX gegenüber dem DAX deutlich besser ab. Anleger, die auf solche Aktien gesetzt hatten, konnten wesentlich höhere Kurszuwächse verbuchen.

Der SDAX
Der SDAX, der die kleineren Aktiengesellschaft zusammenfasst, enthält 50 Werte. Seine Zusammensetzung wird in einem vierteljährlichen Abstand überprüft, und der SDAX wird an der Börse im 60-Sekunden-Takt aktualisiert. Der SDAX ist wie der MDAX und derTecDAX ausländischen Unternehmen zugänglich.
Manche Werte im SDAX haben den Nachteil, dass sie sehr märkten sind und nur über ein geringes Handelsvolumen verfügen, so dass Großinvestoren und Investmentfonds diese Titel eher meiden. Schon geringe Stückzahlen können nicht erworben oder veräußert werden, ohne beim Aktienkurs große Schwankungen auszulösen. Die meisten Investment- oder Pensionsfonds kaufen erst bei einer Mindestkapitalisierung von 50 Millionen Euro, um hohe Kursschwankungen zu vermeiden. Einige der Aktien im SDAX sind nur von regionaler Bedeutung.

Der TecDAX
DerTecDAX umfasst die 30 größten, an den deutschen Börsen notierten Technologieaktien. Er wird alle sechs Monate neu überprüft und im 15-Sekunden-Takt aktualisiert. Der TecDAX, den es seit dem 24. März 2003 gibt, ist Nachfolger des berüchtigten NEMAX, des Neuen-Markt-Index, der 1997 einführt wurde. Auf dem Neuen Markt wurden Unternehmen notiert, die damals zu den gewinnträchtigen Internet- und Technologiewerten zählten. Im Jahre 1999 gab es Aktien, deren Kurs sich bereits am Tag der Emission vervielfacht hatte. Nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes hat der NEMAX mehr als 90 Prozent seines ursprünglichen Wertes eingebüßt. Er wurde daher abgeschafft und durch den TecDAX ersetzt, bei dem man darauf achtete, nur solide Technologieaktien mit einzubeziehen.

Der DivDAX
Der DivDAX enthält die dividendenstärksten Aktien. Der DivDAX ist vom DAX abgeleitet und umfasst die 15 Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite. Er wird einmal im Jahr auf seine Zusammensetzung überprüft. Die maximale Gewichtung einer Aktie darf zehn Prozent nicht überschreiten. Durch diese Regelung möchte man vermeiden, dass Schwergewichte im DAX wie die Deutsche Telekom zu großen Einfluss auf die Performance des DivDAX gewinnen. Die enthaltenen Werte sind stets hoch liquide und zeichnen sich durch hohe Börsenumsätze aus, da sie dem DAX angehören.

Der GEX
Seit Anfang 2005 gibt es einen neuen Index aus deutsche Aktien – den GEX. Die Abkürzung steht für „German Entrepreneurial Index“, und dieses neue Börsenbarometer bezieht sich auf deutsche Familienbetriebe oder eigentümerdominierte Unternehmen. Anders als beim DAX oder MDAX sind kapitalmarktbezogene Kriterien wie die Börsenkapitalisierung oder die Handelsumsätze für die Aufnahme in den GEX nicht entscheidend. Ausschlaggebend ist die Aktionärsstruktur, also der Streubesitz, und die Dauer der Börsennotierung. Die Eigentümer (Vorstände, eventuell auch Aufsichtsräte oder deren Familien) müssen einen großen Einfluss auf das Unternehmensgeschehen besitzen. Der Anteil ihrer Stimmrechte liegt bei mindestens 25 Prozent und höchstens bei 75 Prozent. Konzerne können nicht in den GEX aufgenommen werden ebenso Unternehmen, die nur Vorzugsaktien herausgeben, um das Stimmrecht der anderen Aktionäre zu beschneiden.

Der Dow Jones
Einer der bedeutendsten und wichtigsten Indizes der New Yorker Börse, der New York Stock Exchange, ist der Dow Jones Industrial Average (DJIA). Am 16. Februar 1885 veröffentlichten Charles H. Dow und sein Mitarbeiter Edward Jones diesen für 10 Aktienwerte. Er ist einer der ältesten Aktienindizes überhaupt. Neben dem Dow Jones Industrial Average (DJIA) gibt es noch andere Dow Jones Indizes wie den Dow Jones Transport und den Dow Jones für Versorgungswerte.
Der Dow Jones ist ein reiner Kursindex, d.h. Dividendenausschüttungen oder Bezugsrechtsveränderungen bleiben völlig unberücksichtigt. Die Gewichtung einer Einzelaktie im Index wird nur unzulänglich berücksichtigt. Bestimmte Branchen sind unter diesen Standardwerten nicht oder nur teilweise vertreten. Obwohl der Dow Jones täglich in den Nachrichten Erwähnung findet, ist er aus den oben genannten Gründen als Indexinvestment weniger geeignet. Der marktbreitere S&P500 bildet die Performance des amerikanischen Aktienmarktes besser ab.

3M Honey well International
Alcoa IBM
Altria Group Intel
American Express J. P. Morgan Chase
American International Group Johnson & Johnson
Boeing McDonald’s
Caterpillar Merck & Co.
CitiGroup Microsoft
Coca-Cola Pfizer
Du Pont Procter & Gamble
Exxon Mobil SBC Communications
General Electric United Technologies
General Motors Verizon Comm.
Hewlett-Packard Wal-Mart Stores
Home Depot Walt Disney

Der Standard & Poor’s 500 (S&P 500)
Der Standard & Poor’s 500 (kurz: S&P 500) umfasst 500 nordamerikanische Aktiengesellschaften; neben den USA sind auch kanadische Werte enthalten. Die Zusammensetzung der 500 Einzelwerte wird monatlich erneuert. Kriterien für die Überprüfung sind der jeweilige Börsenwert und das Handelsvolumen, so dass der S&P 500 die Marktentwicklung einer großen Bandbreite von Aktien in Nordamerika exakt wiedergibt. Aufgrund seines Umfangs und seiner Branchenvielfalt ist der S&P 500 die erste Wahl für ein Indexzertifikat, das den gesamten nordamerikanischen Markt repräsentiert. Der S&P 500 ist als Kurs- und als Performanceindex erhältlich.

Aktie Branche
General Electric Konglomerat
Exxon Mobil Öl
Microsoft Software
Citigroup Banken
Wal-Mart Stores Handel
Pfizer Pharma
Bank of America Banken
Johnson & Johnson Pharma
American International Group Versicherung
IBM IT

Neben den großen Standardwerten, wie sie auch im Dow Jones zusammengefasst sind, sind auch mittelgroße und kleine Aktiengesellschaften vertreten.

Der NASDAQ 100
Der NASDAQ 100 fasst die wichtigsten Technologiewerte der USA zusammen. Die Technologietitel beziehen sich auf Branchen wie Biotechnologie, Halbleiterindustrie und Software. Die Computerbörse NASDAQ, die in den siebziger Jahren entstand, ist vor allem ein Markt für innovative, technologiebezogene Branchen. Als die New Economy ihren Niedergang erlebte, sank auch der NASDAQ-100 drastisch. Die Technologiebörse ist sehr schwankungsanfällig und eignet sich für Ihr Depot nur, wenn Sie einen Schwerpunkt auf Technologieaktien setzen wollen.

Die Tagesordnung der Hauptversammlung der Aktionäre

Obwohl bei einer Hauptversammlung die unterschiedlichsten Themen oder Fragen zur Sprache kommen können, besteht die Tagesordnung aus einigen Punkten, die auf jeder Hauptversammlung zur Abstimmung gelangen. Der erste Punkt in der Agenda ist der Jahresabschluss. Der Vorstand stellt die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Lagebericht vor, der meist einen Ausblick und eine Prognose für das nächste Geschäftsjahr enthält. Bei der Vorstellung des Jahresabschlusses haben die Teilnehmer der Hauptversammlung die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich Details erläutern zu lassen – beispielsweise wie sich außer
ordentliche Erträge zusammensetzen, wie immaterielle Vermögensgegenstände bewertet wurden oder ob es Änderungen bei den Abschreibungen und bei den Ansatzwahlrechten gab, was ohnehin im Anhang erläutert werden muss. Experten können trotz der bilanzpolitischen Spielräume oft kritische Punkte in Bilanzen erkennen und nachfragen. Zwar ist es selbst für Experten schwierig, im Datendschungel des Jahresabschlusses neuralgische Punkte sofort zu erkennen, aber die meisten Bilanzexperten sind natürlich mit den Finessen vertraut und wissen bei welchen Posten und Ansatzwahlrechten man besonders genau nachhaken muss.
Der zweite wichtige Abstimmungspunkt auf der Agenda ist die Verwendung des Bilanzgewinns. Ein Teil des Bilanzgewinns wird als Rücklage verwendet; darüber entscheidet meist vorab die Aktiengesellschaft. Es gibt verschiedene Rücklagen, beispielsweise Kapital- und Gewinnrücklagen. Einige dieser Rücklagen sind gesetzlich vorgeschrieben, andere erfolgen aufgrund der Satzung der Aktiengesellschaft oder aus anderen Gründen freiwillig. Der verbleibende Bilanzgewinn wird dann als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet, wenn die Hauptversammlung dies so beschließt. Bei neu gegründeten Aktiengesellschaften oder Technologieunternehmen erfolgt meist keine Ausschüttung. Bei den meisten Hauptversammlungen löst die Debatte über den Bilanzgewinn häufig Kontroversen aus.

Der dritte wichtige Programmpunkt ist die Abstimmung über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, ln den meisten Fällen werden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet, was bedeutet, dass die Aktionäre ihnen das Vertrauen aussprechen. In Krisensituationen und wenn dem Vorstand oder dem Aufsichtsrat gravierende Fehler vorgeworfen werden, kann die Entlastung verweigert werden, was aber relativ selten vorkommt. Auch ein Vorstand, der nicht entlastet wurde, kann entlassen werden. Für Managementfehler, die zu Schadenersatzansprüchen führen, haben die Führungskräfte im Vorstand eine spezielle Versicherung.

Der vierte Punkt, der bei jeder Hauptversammlung auf der Tagesordnung steht, ist die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder. Die Aufgabe des Aufsichtsrats besteht darin, die Aktiengesellschaft zu beraten und zu kontrollieren. Darüber hinaus beruft der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder und kann sie auch entlassen. Die Aufsichtsratsmitglieder werden alle vier Jahre von der Hauptversammlung gewählt. Eine Besonderheit in Deutschland ist dabei die in den 1950er Jahren zuerst in der so genannten Montanunion im Bergbau beschlossene Mitbestimmung, die in den 1970er Jahren auch auf andere Unternehmen durch ein neues Gesetz ausgeweitet wurde. Der Aufsichtsrat wird nämlich zur Hälfte von der Hauptversammlung, also den Aktionären, und zur Hälfte von den Arbeitnehmern gewählt.

Diese vier Punkte stehen stets auf der Agenda einer Hauptversammlung. Daneben gibt es noch besondere Entscheidungen, wenn beispielsweise die Aktiengesellschaft ihr Grundkapital erhöhen und der Vorstand neue Aktien herausgeben möchte. Damit der Vorstand nicht bei jeder Grundkapitalerhöhung die Zustimmung der Hauptversammlung einholen oder im Zweifelsfall eine außerplanmäßige Versammlung anberaumen muss, gibt es die Möglichkeit, einen Vorratsbeschluss zu fassen, der es dem Vorstand erlaubt, auch zukünftig weitere Eigenkapitalerhöhungen vorzunehmen, ohne die Hauptversammlung einzuberufen.

Ein weiterer Punkt, der in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen hat, ist der Rückkauf von Aktien, der durch die Hauptversammlung genehmigt werden muss. Früher gab es solche Aktienrückkaufprogramme in Deutschland relativ selten; in den USA sind sie bereits in den 1990er Jahren populär geworden. Ein Aktienrückkaufprogramm wirkt wie eine verdeckte Dividendenausschüttung und lässt den Aktienkurs meist steigen. Untersuchungen haben sogar gezeigt, dass man darauf eine Anlagestrategie aufbauen kann, die zu einer Rendite führt, die über dem Marktdurchschnitt liegt.

Finanzplanung und Money Management beim Aktienhandel

Ein wichtiger Aspekt bei der Aktienanlage ist eine durchdachte und eine systematische Finanzplanung, die Ihren persönlichen Lebensumständen gerecht wird. Einige wichtige Erfolgsfaktoren legen fest, inwieweit Sie mit Ihrer Finanzplanung Erfolg haben werden oder nicht.
Als Erstes sollten Sie Ihre finanziellen Ziele konkretisieren. Was möchten Sie wirklich erreichen? Die meisten Menschen stellen sich diese bisweilen beklemmende Frage am Silvesterabend und
fassen dann ein paar vage definierte Beschlüsse, die schon am Neu Jahrestag vergessen sind oder im Alltagstrott verdrängt werden. Langfristigen Erfolg haben Sie aber nur, wenn Sie bereit sind, sich klare Ziele zu setzen, in einer Untersuchung in den USA wurden die Absolventen e:ner Eliteuniversität befragt, welche Ziele sie hätten. Die Mehrheit konnte nichts dazu sagen oder gab nur ein paar verschwommene Ziele an. Nur eine kleine Minderheit, die bereits klar umrissene Ziele formuliert hatte, verdiente einige Jahre später ein Vielfaches von dem, was die anderen an Einkommen erzielten. Diese Minorität mit klaren Zielen stieg bereits nach kurzer Zeit an die Spitze auf.

Ohne klares Ziel gehören Sie zu den Millionen Menschen, die nicht wissen, was Sie in fünf, zehn oder zwanzig Jahren erreichen werden. Sie lassen sich von der Brandung des Lebens treiben und kommen irgendwo an, wo Sie vielleicht gar nicht hin wollten. Aus diesem Grund sollten Sie darüber nachdenken, was Sie wirklich finanziell anstreben. Nehmen Sie ein Papier und schreiben Sie spontan auf, welches Ihre finanziellen Wünsche sind. Möchten Sie ein neues Auto, ein großes Haus oder ein Segelboot? Wollen Sie lieber eine Weltreise machen, Ihren Lebensabend absichern oder finanziell unabhängig sein? Auch wenn Ihnen Ihre Wünsche Unbehagen bereiten oder Ihnen merkwürdig Vorkommen, schreiben Sie sie auf.
Dann sollten Sie die einzelnen Ziele noch einmal überprüfen. Bei jedem Ziel sollten Sie überprüfen, ob Sie eine innere Zufriedenheit oder ein Gefühl des Glücks und der Freude verspüren. Wenn Sie beispielsweise nur deshalb eine Segelyacht haben wollen, um Ihrem Nachbarn zu imponieren, sollten Sie sich fragen, ob dieser Wunsch wirklich erstrebenswert ist. Denken Sie daran, dass es Ihr Leben ist und dass die meisten Menschen, die auf dem Sterbebett liegen, sich nicht wünschen, mehr Zeit im Büro oder bei Tagungen verbracht zu haben, sondern sie wünschen sich, mehr gelebt zu haben. Das Kostbarste überhaupt ist nicht das Geld, denn auch ein verlorenes Vermögen können Sie mit einiger Anstrengung wieder zurückgewinnen; das Kostbarste ist Ihre Lebenszeit. Die Zeit, die vergangen ist, können Sie nie mehr zurückholen; sie ist unwiderruflich verloren.

Geld ist nur ein Mittel, das Ihnen hilft, Ihr Leben besser zu nutzen. Was Sie letztlich durch die Börse anstreben, ist Ihre finanzielle Unabhängigkeit. Wer nicht finanziell unabhängig ist, muss Monat für Monat arbeiten, um seinen Lebensunterhalt abzusichern. Sie können es sich dann nicht leisten zu kündigen, wann Sie wollen, da Sie von den regelmäßigen Gehaltszahlungen abhängig sind. Sie müssen im Büro jeden Ärger und jeden Stress hinnehmen und verdienen nur so viel, dass Sie damit gerade mehr oder weniger über die Runden kommen. Unter solchen Umständen ist der einzige Traum, den Sie sich leisten können, eine dreiwöchige Urlaubsreise. Im Alter sind Sie auf die gesetzliche Rentenversicherung angewiesen, und wenn Sie Pech haben, bekommen Sie am Ende im Pflegeheim, nachdem das Sozialamt Ihre Unterbringungskosten bezahlt hat, ein Taschengeld von 80 Euro.
Deshalb sollte die Finanzplanung für Sie von größter Bedeutung sein und an erster Stelle stehen. Nachdem Sie Ihre Wünsche auf einem Zettel notiert haben, sollten Sie abschätzen, wie hoch Ihr Kapitalbedarf ist, um finanziell unabhängig zu werden. Das können eine Million oder mehrere Millionen sein. Setzen Sie sich aber nicht in den Kopf, das Vermögen von Michael Schumacher oder Boris Becker zu übertrumpfen. Wenn Sie Ihr Ziel hoch ansetzen, ist die Gefahr groß, dass Sie frühzeitig entmutigt werden. Wählen Sie eine realistische Summe, die Ihnen ausreicht, um finanziell unabhängig zu werden.

Nun sollten Sie Folgendes machen: Vergleichen Sie bitte, was Sie für den Konsum ausgeben und was Sie für Investitionen in Ihre Zukunft aufwenden. Investitionen in Ihre Zukunft sind solche Ausgaben, die Sie Ihrem Ziel, die finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen, näher bringen. Geld, mit dem Sie Aktien, Anleihen, Zertifikate, Investmentfonds oder Immobilien kaufen, bringt Ihnen wiederum Geld ein. Jeder Euro, den Sie gewinnbringend an- legen, ist ein Schritt hin zu Ihrer finanziellen Unabhängigkeit. Dasselbe gilt für Investitionen in Bildung, die Ihr Einkommen steigern. Wenn Sie beispielsweise ein Maschinenbaustudium mit einem technologisch gefragten Spezialgebiet absolvieren, können Sie als Ingenieur Ihr Gehalt beträchtlich steigern.

Ganz anders verhält es sich mit Ausgaben, die vorwiegend dem Konsum dienen. Wenn Sie einen Porsche nur deshalb kaufen, um Ihre Nachbarn zu beeindrucken, haben Sie ein schlechtes Geschäft gemacht. Ihr Auto wird schon nach wenigen Jahren einen Wertverlust erleiden; nur PCs verlieren noch schneller an Wert als ein Auto. Jemand, der wirklich reich werden möchte, würde lieber Porsche-Aktien oder andere Wertpapiere und einen billigen Gebrauchtwagen kaufen.

Finanzielle Unabhängigkeit ist nämlich kostbarer als teure Sportautos, luxuriöse Ferienhäuser, eine neue Küchenausstattung oder eine Mitgliedschaft im Golfclub. Wenn Sie finanziell nicht unabhängig sind, bedeutet das, dass Sie die Querelen im Büro Tag für Tag ertragen müssen. Sie müssen sich mit cholerischen Vorgesetzten, intriganten Kollegen und missgünstigen Nachbarn herumärgern. Ihnen bleibt, nachdem Sie die Raten für das Auto, das Haus und die Möbel abgestottert haben, vielleicht nur noch genügend Geld für ein paar Wochen Urlaub auf einer griechischen Insel oder im besten Fall auf den Malediven. Dafür müssen Sie einen Beruf in Kauf nehmen, der Sie nicht mehr befriedigt, und ein Familienleben, das nur noch – wenn überhaupt – am Wochenende stattfindet.

Wenn Sie hingegen finanziell unabhängig sind, können Sie Ihren Traumberuf frei wählen. Sie arbeiten nicht mehr für das Gehalt, sondern weil Ihnen die Tätigkeit große Freude bereitet. Sie können leben und arbeiten, wo immer Sie möchten. Sie müssen nicht mehr in einer trostlosen Vorstadtsiedlung ausharren. Sie leben so, wie Sie es selbst wollen und es sich erträumen.

Sie sollten deshalb folgende Grundsätze beachten, wenn Sie finanziell unabhängig werden wollen:
• Setzen Sie sich ein klares und anschauliches Ziel, das Sie schriftlich festlegen. Schreiben Sie nicht: „Ich möchte Multimillionär werden“, sondern formulieren Sie konkret und detailliert: „Ich möchte bis zu meinem 40. Lebensjahr eine Million Euro haben.“ Listen Sie auch auf, wie sich Ihr Vermögen zusammensetzen soll.
• Formulieren Sie bitte Zwischenetappen und Zwischenziele, die Sie für die einzelnen Jahre und eventuell für einzelne Monate
herunterbrechen. Wenn Sie das jeweilige Ziel nicht erreicht haben, fragen Sie sich, was die Hindernisse waren, und versuchen Sie, diese Probleme schrittweise zu bewältigen.
• Die größte Hürde, die die Menschen davon abhält, ihre finanziellen Ziele zu erreichen, ist leider mangelnde Disziplin. Wenn Sie Ihren Finanzplan in die Schublade legen und vergessen, wird es Ihnen so ergehen wie mit den guten Vorsätzen, die Sie in der Silvesternacht gefasst haben. Sie sind ein paar Tage später vergessen. Ein solches Problem können Sie einigermaßen umgehen, wenn Sie in Ihren Finanzplan einen Automatismus einbauen. Sie können beispielsweise monatlich von der Bank eine gleich bleibende Summe in einen Fonds- oder Zertifikatesparplan überweisen lassen. Je höher Ihre Sparquote ist, desto früher werden Sie Ihr Ziel erreichen. Wenn Sie nur 10 Prozent Ihres Gehalts in Kapitalanlagen investieren, wird es sehr viel länger dauern, als wenn Sie 30 Prozent sparen können. Auf jeden Fall sollten Ihre Ausgaben für gewinnbringende Investitionen (Wertpapiere, Immobilien, Weiterbildung) immer deutlich über Ihren Konsumausgaben (Reisen, Autos etc.) liegen.
• Legen Sie Ihr Geld mit einer relativ hohen Rendite an; gehen Sie aber keine übermäßigen Risiken ein. In Deutschland ist die Furcht vor Aktien relativ groß, da viele Anleger befürchten nach einem Crash könnte ihr gesamtes Vermögen vernichtet sein. Langfristig betrachtet ist es aber wesentlich riskanter, sein Geld auf einem vermeintlich sicheren Sparbuch zu parken, da die Inflation die Summe ständig schmälert. Sie sollten bei Ihren Kapitalanlagen eine mittlere Rendite zwischen 6 bis 12 Prozent erreichen. Noch höhere Renditen sind nur dann möglich, wenn man ein übergroßes Risiko in Kauf nimmt. Je größer das Risiko ist, desto größer ist auch die Gefahr, dass Sie alles verlieren. Deshalb sollten Sie niemals alles auf eine Karte setzen! Streuen Sie Ihre Anlagen.
• Um sich zu motivieren, sollten Sie sich täglich Ihre Lebensziele vergegenwärtigen. Ihre Träume und Wünsche sind letztlich der Ansporn für diese Anstrengungen. Gehen Sie aber nicht so weit, übermäßig zu knausern. In den Niederlanden sorgte ein Ehepaar für Furore, das sich dem Geiz verschrieben hatte. Teebeutel
wurden getrocknet und mehrmals verwendet, die Heizung wurde auch im Winter abgestellt – dafür hüllte sich das Ehepaar auch tagsüber in eine Wolldecke, und selbst das Duschwasser wurde wieder verwendet. Wer so spart, lebt eigentlich nicht mehr glücklich. Ihre Finanzplanung hat aber nur ein einziges Ziel: Aus Ihrem einzigartigen Leben das Beste zu machen.
• Finanzplanung hat eigentlich nur vordergründig mit Finanzen zu tun; letztlich geht darum, dass Sie sich Ihre Träume und Wünsche im Leben erfüllen.
Auch wenn Sie jetzt erst 20 Jahre alt und gerade mal über 100 Euro verfügen, können Sie das Ziel, reich oder wohlhabend zu werden, erreichen. Da Ihnen viel Lebenszeit zur Verfügung steht, können Sie mit kleinen Sparbeträgen und einer guten Rendite Ihr Ziel relativ schnell und zügig erreichen.

Falls Sie bereits 50 Jahre alt sind und nun befürchten, dass Ihnen Altersarmut droht, so kann ich Sie beruhigen. Es ist zwar schwerer, in kürzerer Zeit zu einem Vermögen zu gelangen, aber es ist nicht unmöglich. Denken Sie daran, dass der Deutsche Aktien index sich in dem Zeitraum von 1990 bis 1999 verachtfacht hat! Zwar mag sich eine solche Entwicklung in der Zukunft nicht unbedingt wiederholen, aber machen Sie sich bewusst, dass die Welt groß ist und stets neue Chancen und Perspektiven eröffnet. Länder wie China, Indien, Vietnam, Kroatien und viele andere stehen erst am Anfang ihres wirtschaftlichen Potenzials. Auch in Deutschland gibt es viele Unternehmen, die hervorragende Produkte produzieren und einen ausgezeichneten Ruf genießen. Wenn Sie sich die Aktien solcher Spitzenunternehmen ins Depot legen, werden Sie langfristig zu den Gewinnern zählen.

Die Börsen der Welt richtig verstehen

Als Anleger steht Ihnen die ganze Welt offen. Selbst wenn einmal die Börsen in Deutschland stagnieren sollten, haben Sie die Möglichkeit, Aktien aus einem anderen Land zu kaufen. Dank der Globalisierung und der Öffnung der Finanzmärkte ist dies heute fast überall möglich. Nur einige Entwicklungs- und Schwellenländer haben Restriktionen für ausländische Anleger, die jedoch in den letzten Jahren immer mehr gelockert wurden.
In Europa sind die Frankfurter Wertpapierbörse und die Londoner Börse von großer Bedeutung. In den letzten Jahren zeichnet sich immer mehr die Tendenz ab, dass die Börsen Kooperationen und Zusammenschlüsse anstreben. Denn im Zeitalter der Globalisierung ist das Konzept der nationalen Börsen überholt. Der Druck, möglichst günstige Gebühren und einen Aktienhandel rund um die Uhr anzubieten, stellt eine enorme Herausforderung für die Börsenplätze dar.

Die Börsen der Welt richtig verstehen1

Auch in den USA gibt es mehrere regionale Börsen, die aber neben der New York Stock Exchange und der NASDAQ nur eine sekundäre Bedeutung haben.

Die Börsen der Welt richtig verstehen2

Information und News über die Aktien – die Fernsehsender

Während in früheren Jahrzehnten nur spärliche Informationen über die Börse zu erhalten waren und selbst in der Tagesschau nicht darüber berichtet wurde, hat sich dies in den 1990er Jahren erheblich geändert. Inzwischen wird in jeder Nachrichtensendung ausführlich über die Entwicklung des DAX informiert und auch Unternehmensnachrichten werden behandelt und kommentiert.

Die Fernsehsender
ln den Letzten Jahren sind eigene Fernsehsender entstanden – wie ntv und N24, die umfassend über das Börsengeschehen berichten und eigene Sendungen haben, die Anleger beraten und informieren. Im Ausland und vor allem in den USA gibt es diese ausführliche Börsenberichterstattung schon länger, und so verwundert es nicht, dass CNN, BBC und CNBC in aller Breite Nachrichten über die Börse bringen und Analysten zu Wort kommen lassen. Einige Fernsehsender wie Bloomberg berichten rund um die Uhr in aktuellen Nachrichtensendungen über das Geschehen an den internationalen Wertpapiermärkten.
Besonders vorteilhaft ist auch das sehr reichhaltige Videotext- Angebot bei n-tv, das die Kurse aller deutschen Aktien und eines Großteils der Derivate (Optionsscheine, Zertifikate) ebenso umfasst wie die wichtigsten ausländischen Aktien und die meisten Investmentfonds. Während Sie beispielsweise die Nachrichten ansehen, können Sie so geschickt den Videotext aufrufen und nebenher die aktuellen Kurse erfahren. Auch wenn der Videotext gegenüber dem Internet ein veraltetes und relativ langsames Medium ist, können Sie sich auf diese Weise schnell über die aktuellen Kurse und die Börsentendenzen informieren, ohne dass Sie erst Ihren PC hochfahren müssen.

Was ist eine Aktie und was bedeutet

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das für einen Anteil an einem Unternehmen steht. Aktien werden in der Regel an der Börse gehandelt. Das ist für Sie ein großer Vorteil, denn dadurch können Sie jederzeit Ihr Wertpapier veräußern. Es dauert nur ein paar Tage, bis die Bank den Gegenwert auf Ihrem Konto gutschreibt. Es gibt noch andere Möglichkeiten, sich an Unternehmen zu beteiligen – beispielsweise durch einen GmbH-Anteil. Gut verdienende und lukrative mittelständische Unternehmen haben in Deutschland häufig die Rechtsform einer GmbH; einen solchen Anteil können Sie nur erwerben, wenn das Unternehmen einverstanden ist und die einzelnen vertraglichen Rahmenbedingungen geklärt sind. Jedoch ist die Übertragung eines solchen Anteils mit vielen formaljuristischen Finessen verbunden, und es nimmt einige Zeit in Anspruch. Auch der Wiederverkauf ist sehr problematisch, da es für GmbH-Anteile keinen offenen und transparenten Markt gibt.
Der Kauf einer Aktie hingegen ist in ein paar Sekunden zu bewerkstelligen. Bei einem Online-Broker können Sie mit ein paar Mausklicks die gewünschte Aktie ordern. Heutzutage werden Aktien nicht mehr in Form einer Urkunde ausgehändigt; vielmehr werden die Papiere elektronisch verwaltet. Vor einigen Jahrzehnten wurden Aktien noch als richtige Wertpapiere den Kunden ausgehändigt und zu Hause oder im Schließfach der Bank verwahrt. Die meisten Unternehmen gestalteten ihre Aktien aufwändig im Druck und versahen sie mit kostbaren Vignetten und einem ansprechenden Design. Solche alten Aktien bezeichnet man als Nonvaleurs, und sie werden heute wie Briefmarken oder Münzen gesammelt und auf Auktionen versteigert. Man hat lange Zeit nach einem Namen für dieses Sammelgebiet gesucht und schließlich das Kunstwort „Scripophilie“ geprägt, das aber weniger gebräuchlich ist. Inzwischen gibt es kunstvoll aufgemachte Kalender, die aus solchen Aktien bestehen. Ähnlich wie bei seltenen Briefmarken lassen sich auch mit historischen Wertpapieren gelegentlich beträchtliche Gewinne erzielen. Obwohl das Gros der alten Aktien nur geringe Wertsteigerungen vorweisen kann, gibt es
einzelne Ausnahmen. Was kaum bekannt sein dürfte: Goethe war nicht nur einer der bedeutendsten Dichter der Literaturgeschichte, sondern verdiente seinen Lebensunterhalt in Weimar als – wie wir es heute nennen würden – Bergbauminister. Anteile an solchen Unternehmen, die heute keine Rolle mehr spielen, nennt man Kuxe. Es sind Originalkuxe aus jener Zeit erhalten, die persönlich von dem Dichter signiert wurden. Mit solchen historischen Wertpapieren werden auf Auktionen Rekordsummen erreicht. Dasselbe gilt für historische Aktien, die von berühmten Industriemagnaten wie Werner von Siemens oder den Tycoons amerikanischer Industriedynastien wie Carnegie oder Ford unterzeichnet wurden. Heutzutage werden Aktien jedoch ausschließlich elektronisch verwaltet und erscheinen dem Anleger nur als Zahlen auf einem Depotauszug oder auf dem Bildschirm.
Aufgrund der intensiven Berichterstattung in den Medien glauben viele, dass es in Deutschland unzählige Aktiengesellschaften gibt. Tatsache ist aber, dass nur schätzungsweise ein Prozent aller deutschen Unternehmen die Rechtsform einer Aktiengesellschaft hat. Die überwältigende Mehrheit besteht – so erstaunlich das klingen mag – aus Einzelunternehmen. Seihst GmbHs sind relativ selten. In Deutschland gibt es rund 1000 Aktiengesellschaften, die an den Wertpapierbörsen notiert sind. Nicht jede Aktiengesellschaft hat auch eine Börsenzulassung, denn es ist durchaus möglich, eine Aktiengesellschaft zu gründen, ohne an die Börse zu gehen. Mit solchen Wertpapieren sollten Sie als Anleger aber äußerst vorsichtig sein; da diese Aktien nicht an der Börse notiert sind, kann ihr Preis auch nicht objektiv bestimmt werden. Wenn Ihnen Prospekte oder Broschüren ins Haus flattern, die für solche Aktien werben, sollten Sie das Angebot anlehnen; denn solche nicht börsennotierten Aktien sind äußerst riskant, da es für sie keinen transparenten Markt gibt.

Neben den deutschen Aktien sind viele ausländische Aktien erhältlich, die in Frankfurt am Main oder anderen deutschen Börsenplätzen notieren. Ihre Zahl liegt bei mehreren Tausend. Am häufigsten vertreten sind Aktien aus anderen EU-Ländern und Nordamerika. Nahezu jede wichtige Aktiengesellschaft aus den USA kann an einer deutschen Börse erworben werden. Aber auch
Papiere aus weniger gängigen Ländern wie China, Russland, Indien, Kroatien, Polen und Rumänien sind in Deutschland notiert.
Sie sollten beim Kauf ausländischer Aktien Folgendes beachten: Schauen Sie sich im Internet auf den entsprechenden Plattformen Ihrer Hausbank oder einer Direktbank die Börsenumsätze an, wenn Sie das Wertpapier aufrufen. Sind die Umsätze in Deutschland sehr niedrig, empfiehlt es sich, das Papier im Ausland zu ordern. Denn niedrige Börsenumsätze führen schon bei geringen Kaufaufträgen zu enormen Ausschlägen. An der ausländischen Börse hingegen ist genügend Liquidität vorhanden, so dass Sie dort auch größere Aufträge platzieren können. Viele Direktbanken bieten beispielsweise den Börsenhandel in den USA zu fast denselben Konditionen wie in Deutschland an. Problematischer wird es, wenn Sie eine Aktie direkt in Hongkong oder beispielsweise in Shanghai oder an einem anderen exotischen Börsenplatz kaufen wollen. Während es in der Finanzmetropole Hongkong noch relativ billig sein mag, ist es in Shanghai bereits teurer.
Ein Kauf im Ausland ist stets mit höheren Gebühren verbunden.

Was Sie beim Kauf von Neuemissionen von Aktien beachten sollten

Neuemissionen sind viel riskanter als Aktiengesellschaften, die schon seit Jahren oder Jahrzehnten an der Börse sind. Solche etablierten Unternehmen haben bereits bewiesen, dass sie sich in einer Rezession oder in einer schweren Krise behaupten können. Neu gegründete Aktiengesellschaften verfügen über diese Erfahrung nicht. Zwar werden meistens nur Unternehmen an der Börse platziert, die bereits einige Jahre steigende oder zumindest solide Umsätze und Gewinne vorweisen können, doch nicht immer ist dies ein Garant für zukünftigen Erfolg. Eine überschäumende Börseneuphorie wie zur Zeit des Internetbooms kann auch Unternehmen an die Börse schwemmen, die nur durch eine Idee und finanzkräftige Investoren nach oben katapultiert wurden. Als der Neue Markt zusammenbrach, offenbarte sich den verärgerten Anlegern einiges, das man bis dahin nicht für möglich gehalten hatte. Manche Unternehmen wurden von Studierenden gegründet, die anfangs ihre Ausgabenbelege in Schuhkartons verwalteten; andere Technologieunternehmen, etwa in den USA, schreckten selbst vor kriminellen Machenschaften nicht zurück und verlagerten hohe Schulden in eigens gegründete Tochtergesellschaften, um das wahre Ausmaß der Verschuldung zu verschleiern. So ist es nicht verwunderlich, dass viele der einst gepriesenen Dot*coms im Orkus der Börsengeschichte verschwanden und Insolvenz anmelden mussten. Andere Internetunternehmen, die den Sturm mit Ach und Krach überstanden, dümpeln heute auf dem Niveau einiger Cents. Spötter vergleichen die fast flache Kurve am unteren Ende des Charts mit der Monitorlinie eines Herztoten.

Vielen Flops stehen natürlich viele Erfolgsgeschichten gegenüber, die den Anlegern erkleckliche Gewinne bescherten. Als im Jahre 1986 ein unbekanntes Unternehmen namens Microsoft das Licht der Börsenwelt erblickte, hätte wohl niemand gedacht, dass die Aktionäre ein Jahrzehnt später bereits Multimillionäre wären, und das mit einem Einsatz von schlappen hundert Dollar. Auch Google brachte den Anlegern viel Glück.

Als Anleger sollten Sie wie bei jeder Aktie sorgfältig die Kennzahlen studieren. Sind die Umsätze und Gewinne in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen? Wie sind diese Gewinne zustande gekommen? Wie sieht das Branchenumfeld aus? Welche Chancen haben die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen auf dem Weltmarkt?

Als besonders erfolgversprechend gelten Unternehmen, die sich auf einem Markt bereits etabliert und dort die Marktführerschaft erreicht haben. Das Produkt oder die Dienstleistung sollten Merkmale aufweisen, die sie auf dem Markt einzigartig machen. Im Marketing nennt man dies Alleinstellungsmerkmal oder Unique Selling Proposition (USP). Wenn es sich um die Konsumgüterindustrie handelt, sollten Sie überlegen, ob Sie selbst, sofern Bedarf besteht, das Produkt kaufen würden. Schauen Sie sich um und denken Sie nach, wer so etwas benötigt. Vorsicht ist bei einem Unternehmen angebracht, das nur ein anderes Produkt oder eine Dienstleistung nachahmt; man nennt solche Erzeugnisse „Me-too- Produkte“, und häufig hat bereits ein etabliertes Unternehmen eine Marktnische besetzt. Zum Beispiel wäre es wenig sinnvoll, noch einen Online-Buchhandel zu gründen, da Amazon in diesem Bereich bereits einen Spitzenplatz innehat. Ein Unternehmen, das aber gezielt nur Hörbücher oder interaktive Medien für eine Zielgruppe anbietet, hätte vermutlich bessere Chancen. Attraktiv wäre aber eine solche Neuemission dennoch nicht, da die Medienbranche in den letzten Jahren eher wenig renditeträchtig war.
Seien Sie auch kritisch, wenn bestimmte Modethemen eine Flut von Neuemissionen auslösen. In den letzten Jahren nahm aufgrund des Erdölpreises das Interesse an alternativen Energien deutlich zu. Viele Solarzellenhersteller, Fotovoltaikunternehmen und Biodieselproduzenten kamen an die Börse, so dass viele Anleger wahllos zeichneten. Beim näheren Hinsehen stellt man jedoch fest, dass manche der Unternehmen erst einige Jahre bestehen und noch ihr Vertriebsnetz ausbauen. Was die Anleger auch wenig beachten, ist, dass viele dieser Unternehmen empfindlich auf die steuerpolitischen Beschlüsse der Regierung reagieren. Aber jede Diskussion um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die Bezuschussung und Subvention von regenerativen Energien regelt, oder die Besteuerung von Biodiesel, löst Turbulenzen beim Aktienkurs aus. Wenn ein Modethema bereits in aller Munde ist, ist der Zug für die Anleger meist bereits abgefahren. Sie können dann zwar noch Gewinne erzielen, aber Sie sind letztlich nur ein „Trittbrettfahrer“. Viel besser und lukrativer ist es, wenn Sie einen Trend bereits vor allen anderen erkennen.

Sehen Sie sich die Bilanz und andere Informationen genau an. Überzeugt Sie die zugrundeliegende Geschäftsidee? Wie sind die Zukunftsaussichten des Unternehmens? Ein wichtiges Kriterium ist auch, aus welchem Grunde das Unternehmen eine Börsennotierung anstrebt. Weist es hohe Verbindlichkeiten und damit eine Schuldenquote auf, sollten Sie den Börsengang kritisch sehen. In solchen Fällen versucht das Unternehmen zumeist, durch die Börsenplatzierung Einnahmen zu erzielen, die vorrangig der Schuldentilgung zugute kommen. Besser und sinnvoller ist es, wenn das Unternehmen nur gering verschuldet ist und die Einnahmen vor allem in Investitionen fließen. Auch das Motiv für einen Börsengang spielt eine ausschlaggebende Rolle. Wird das Unternehmen vor allem von den Gründern, den finanzierenden Banken oder einer Wagniskapitalgesellschaft an die Börse gebracht, dann möchten die Beteiligten in der Regel „Kasse“ machen, d.h. von dem Börsengang profitieren oder sich auszahlen lassen, wie es bei Wagniskapitalgesellschaften die Regel ist. Strebt eine bereits bestehende Aktiengesellschaft jedoch den Börsengang an, um eine Kapitalerhöhung vorzunehmen, so ist dies positiv zu bewerten.

Eine einfache Möglichkeit, auf Neuemissionen zu setzen, besteht darin, ein spezielles Zertifikat zu kaufen; dabei werden in einen Aktienkorb mehrere interessante Neuemissionen aufgenommen.

Name                           WKN
IPO-Select-Basket I                       SBL1PQ

Information und News über die Aktien – Börseninformationen über das Internet

Es gibt geradezu eine wahre Flut von Börseninformationen. Dank des Internets können Sie heute aktuelle Börsenkurse selbst von exotischen chinesischen Aktien abfragen, oder einen Börsendienst in Nebraska zu Rate ziehen. Die Informationsvielfalt, die das World Wide Web bietet, ist nahezu unbegrenzt und wächst ständig exponenziell. Während früher die Anleger nur ein paar spärliche Informationen aus Tageszeitungen und Börsenjournalen erhielten, kann man heutzutage eine Vielzahl von Nachrichten, Analysen und Meldungen kostenlos im Internet abrufen und verwerten.

Angesichts dieser Fülle ist das Geldanlegen heute besser geworden, denn Sie haben auf alle wichtigen Informationen Zugriff. Musste man sich früher den Geschäftsbericht per Post zusenden lassen, können Sie ihn heute mit wenigen Mausklicks herunter
laden. Ihnen stehen nun die neuesten Analystengutachten aus New York zur Verfügung; Sie können das Handelsblatt ebenso konsultieren wie das Wall Street Journal oder einen chinesischen Fachjournalisten. Allerdings hat diese Informationsflut auch Nachteile: Die Fülle führt dazu, dass neben vielen relevanten und wichtigen Daten auch andere Informationen verbreitet werden. Je mehr Analystengutachten Sie lesen, desto verwirrter werden Sie am Ende sein. Denn häufig widersprechen sich die Beurteilungen einer Aktie. Es ist ein offenes Geheimnis, dass qualitativ hochwertige Informationen auch im Internet selten sind.
Lesen Sie daher Informationen aus dem Internet kritisch, und versuchen Sie, sich ein eigenes Bild von der Sachlage zu machen. Vertrauen Sie bitte niemals irgendwelchen „Geheimtipps“. In den meisten Fällen wird es sich um Leute handeln, die sich nur wichtig machen wollen. Seien Sie immer skeptisch, denn es geht letztlich um Ihr Geld.

Eine wichtige Informationsquelle im Internet sind die Finanzportale, die neben aktuellen Aktienkursen auch eine Fülle von Zusatzinformationen bieten. Dazu gehören ein Unternehmensprofil, die wichtigsten Bilanzkennzahlen, eine technische Analyse, die neuesten Pressemitteilungen, die Termine der Hauptversammlung und Analystengutachten. Geschäfts- und Quartalsberichte können häufig direkt heruntergeladen werden, oder ein Link führt Sie zu der entsprechenden Unternehmensseite. Wenn Sie eine Aktie kaufen möchten, sollten Sie sich vorher in einem Finanzportal über die wichtigsten Merkmale dieser Aktie und die Unternehmensdaten informieren. Manche Dienstleister bieten auch ein kostenloses Musterdepot an.

Falls Sie zum ersten Mal Wertpapiere kaufen, sollten Sie vorher ein solches Musterdepot anlegen und erst spielerisch in das Wertpapiergeschäft einsteigen. In einem solchen virtuellen Depot können Sie die Aktien und andere Wertpapiere in ihrer Wertentwicklung verfolgen und sehr schnell feststellen, welche Rendite Sie mit Ihrer Aktienauswahl erzielt hätten. Dieses Vorgehen ist für alle Neueinsteiger äußerst empfehlenswert, denn in einem solchen virtuellen Depot erwerben Sie ein Gespür für den Aktienmarkt, ohne dass Sie selbst Geld investieren müssen. Es ist sinnvoll, wenn Sie ein solches Musterdepot mehrere Wochen vor Ihrem eigentlichen ersten Aktienkauf führen, damit Sie die Wertschwankungen und die Renditechancen richtig einschätzen können. Viele Neueinsteiger sind beim ersten Aktienkauf ziemlich nervös und etwas beunruhigt, da sie sich noch nicht an die ständigen Kursschwankungen gewöhnt haben. Das führt dazu, dass manche Neulinge den Kurs ihrer Aktie gleich mehrmals am Tag abrufen, und selbst in der Mittagspause noch schnell den neuen Stand abfragen. Wenn Sie bei Ihrem virtuellen Depot das Gefühl haben, dass Sie solche Schwankungen nicht verkraften können, dann sollten Sie keine Aktien kaufen. Auch mit Anleihen lässt sich eine, wenn auch geringere, Rendite erwirtschaften. Das Musterdepot ist gleichsam Ihr Experimentierfeld, das Ihnen aufzeigt, welche Risiken und welche Chancen die Aktienanlage mit sich bringt. Zwar können Sie nicht jahrelang vorher Ihre Aktienstrategien erproben, aber einige Wochen vermitteln Ihnen zumindest eine erste Vorstellung von den Vorgängen an der Börse.

Die meisten virtuellen Depots gestatten es Ihnen, mehrere Unterdepots anzulegen, so dass Sie verschiedene Strategien und Vorgehensweisen testen können. Beispielsweise können Sie jeweils ein eigenes Depot für Aktien, Anleihen und Zertifikate anlegen, oder Sie untergliedern Ihre Wertpapiere nach in- und ausländischen Aktien. Darüber hinaus können Sie in einem solchen virtuellen Depot Charts abrufen und technische Analysen mit Vergleichsindizes durchführen. Ein sehr komfortables Musterdepot können Sie beispielsweise bei comdirect (comdirect*de) kostenlos anlegen.

Viele Finanzportale bieten zusätzlich Diskussionsforen und Chatrooms an, die für den kommunikativen Austausch gedacht sind. In solchen Chats lernen Sie andere Anleger und deren Meinungen zum Börsengeschehen kennen. In den Diskussionsforen werden häufig auch Anlagetipps, Trends oder Einschätzungen weitergegeben. Seien Sie aber stets kritisch, denn auch vermeintliche Experten, die dort unter einem Pseudonym scheinbar sachkundige Expertisen verbreiten, könnten sich schnell als Möchtegern-Experten entpuppen. In den USA gab es bereits mehrfach Fälle, dass bestimmte Aktien in einigen Foren massiv empfohlen wurden, um den Kurs in die Höhe zu treiben. Im Börsenjargon nennt man ein solches Vorgehen „Scalping“, was so viel wie „das Fell über die Ohren ziehen“ bedeutet. Die selbst ernannten Experten hatten sich zuvor mit den Aktien eingedeckt und stoßen sie ab, sobald der Kurs einen Gipfel erklimmt. Daraufhin fällt das Papier meist drastisch wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Solche Kursmanipulationen sind besonders bei Aktien mit niedriger Marktkapitalisierung (also Small Caps) möglich. Einige gingen sogar so weit, Pressemitteilungen in einigen Foren vorzutäuschen, die ein starkes Gewinnwachstum suggerierten. Zwar haben die betroffenen Unternehmen sofort dementiert und die falsche Presseinformation auffliegen lassen, aber bis dahin war der Aktienkurs oft schon innerhalb von Minuten deutlich angestiegen. Die amerikanische Börsenaufsicht, die SEC (Securities Exchange Commission), ahndet solche rechtswidrigen Manipulationen mit harten Strafen. Seien Sie also vorsichtig, wenn Ihnen in einem solchen Chat oder Diskussionsforum eine Aktie nachhaltig empfohlen wird. In fast allen Fällen sind solche vermeintlich sicheren Tipps nichts wert. Auch wenn jemand wirklich Insiderinformationen vom Vorstand der Aktiengesellschaft besäße, würde er Ihnen diesen heißen Tipp wohl kaum anvertrauen, zumal Insiderhandel in vielen Ländern unter Strafe steht. Die Börsenaufsichtsbehörden können beispielsweise nach einer Unternehmensnachricht, die vorher nur dem Vorstand bekannt war, überprüfen, ob die Börsenumsätze dieser Aktie Unregelmäßigkeiten oder Besonderheiten aufweisen. Betrachten Sie also Empfehlungen und Tipps als das, was sie sind: reine Vermutungen. In der Finanzmarktforschung vertreten viele Wissenschaftler gar die Ansicht, dass es unmöglich sei, Aktienkurse auch nur ungefähr vorherzusagen. Seien Sie also vorsichtig und nehmen Sie Chats und Diskussionsforen nur als einen kurzweiligen Zeitvertreib, um mit anderen Anlegern zu plaudern. Ignorieren Sie aber vermeintlich sichere Empfehlungen oder heiße Tipps.

Neben diesen kostenlosen Finanzportalen, die sich durch Werbung finanzieren, gibt es eine Reihe professioneller Dienstleister, die Finanzdaten systematisch sammeln und aufbereiten. Da auch Finanzportale größtenteils Echtzeitdaten kostenlos liefern, ist die Notwendigkeit, solche kostenpflichtigen Angebote in Anspruch zu nehmen, deutlich gesunken. Für professionelle Investoren bieten diese Agenturen zumindest ein umfangreiches Datenmaterial zu ausländischen Aktien und Rohstoffen. Viele dieser Dienstleister sind aus einer herkömmlichen Presseagentur hervorgegangen.

Fundamentalanalyse beim Aktienhandel – das Kurs-Umsatz-Verhältnis

Diese Kennzahl, die auch in einer Anlagestrategie eine zentrale Rolle spielt, ist sehr aufschlussreich, denn anders als beim Jahresergebnis kann eine Aktiengesellschaft die Umsätze nicht durch bilanzpolitische Maßnahmen schönen. Der Umsatz ist eine ungemein aussagekräftige Kennziffer, die als Faktum viel über das Unternehmen aussagt. Ein Unternehmen, das ständig sinkende Umsätze ausweist, schlittert früher oder später in eine Krise. Es ist auch kein gutes Omen, wenn die Umsätze über Jahre auf dem gleichen Niveau stagnieren. Von einem soliden Unternehmen wird erwartet, dass es jedes Jahres die Umsätze steigert.

Sie sollten in diesem Zusammenhang die Umsätze mit dem Jahresüberschuss über einen Zeitraum vergleichen. Wenn die Umsätze zwar stetig zunehmen, aber der Jahresüberschuss zurückgeht, dann bedeutet dies, dass das Unternehmen die Kosten nicht im Griff hat. Hält diese Situation langfristig an, kann es sein, dass das Unternehmen trotz steigender Umsätze irgendwann Probleme hat. Umgekehrt ist es seltsam, wenn eine Aktiengesellschaft zwar steigende Gewinne verbucht, aber die Umsätze stagnieren oder sogar fallen. In solch einem Fall hat das Unternehmen das Jahresergebnis durch bilanzpolitische Maßnahmen schön gefärbt, beispielsweise indem es die Abschreibungen höher angesetzt hat, was in manchen Situationen zulässig ist, oder indem es Beteiligungen oder Grundstücke verkauft hat. Durch solche Sondermaßnahmen kann eine Krisensituation in einem Unternehmen geschickt kaschiert werden. Sie sollten sich daher nie von einem guten Jahresergebnis blenden lassen: Entscheidend ist, wie das Ergebnis zustande kam.
Bei den Umsätzen sollten Sie eventuell prüfen, ob es bestimmte Geschäftsfelder gab, die den Löwenanteil der Umsätze auf sich vereinen. In vielen Industrieunternehmen gibt es Sparten, die besser laufen als andere. Dann ist es wichtig zu beurteilen, ob sich der Konzern langfristig von den maroden Geschäftsfeldern trennen möchte oder ob sie noch längere Zeit quersubventioniert werden.

Um den Umsatz besser beurteilen zu können, verwendet man die Kennzahl Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV). Dabei wird der aktuelle Börsenkurs durch den Umsatz je Aktie geteilt. Auch hier gilt, was bereits beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder dem Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) erwähnt wurde: Ein Vergleich ist stets nur innerhalb der Branche sinnvoll. Der faire Wert beim Kurs- Umsatz-Verhältnis ist 1,0. Sie sollten diese Regel allerdings bei der Aktienanalyse nicht schematisch anwenden. Der Branche durchschnitt ist als Richtgröße maßgeblich. Gute Aktiengesellschaften liegen knapp unter dem Branchendurchschnitt. Ein hoher Wert (beispielsweise 3,0 bis 6,0 oder noch mehr) beim KUV deutet darauf hin, dass das Unternehmen zu wenig Umsätze erwirtschaftet. Der Aktienkurs ist dann vorausgeeilt, aber die Umsatzerlöse konnten nicht mithalten. Eine solche Bewertung kann darauf hindeuten, dass die Marktteilnehmer glauben, das Unternehmen werde in Zukunft bessere Ergebnisse vorweisen und den Absatz steigern. In der Regel ist aber ein zu hohes Kurs-Umsatz- Verhältnis eher ein negatives Zeichen.

Umgekehrt signalisiert ein niedriges KUV (weniger als 1,0 oder im Extremfall weniger als 0,5), dass das Unternehmen zwar hohe Umsätze vorweisen kann, aber der Aktienkurs nicht steigt. Dann muss man sich als Anleger fragen: Warum steigt der Aktienkurs nicht mit den wachsenden Umsätzen? Ist das Unternehmen ein Small Cap, also ein wenig beachteter Nischenwert? Oder gibt es möglicherweise andere Umstände, die das Unternehmen an einer weiteren Expansion hindern wie Managementprobleme oder andere Faktoren?
Sie sollten als Anleger keine Aktien kaufen, die ein zu hohes Kurs-Umsatz-Verhältnis haben. Die Umsätze dieser Unternehmen stehen in keiner günstigen Relation zum Börsenkurs. Ein niedriges KUV ist immer vorteilhafter; jedoch sollte der Branchendurchschnitt als Richtschnur dienen. Weicht das KUV zu sehr nach unten ab, sollten Sie herausfinden, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat und weshalb er hinter dem Umsatzwachstum zurückblieb.