Telefonbanking ersetzt das Briefbanking

Das Briefbanking der ersten Stunde wies einen entscheidenden Nachteil auf: Es war umständlich und recht langsam. Bedingt durch die mitunter langen Postversandzeiten konnte es schon mal zwei bis drei Tage dauern, bis ein Auftrag ausgeführt wurde. Solange der Kunde – wie etwa bei einfachen Spareinlagen – pro Jahr nur wenige Verfügungen traf, war dieser Nachteil akzeptabel, zumal die Gegenleistung der Briefbank in vergleichsweise günstigen Konditionen bestand, mit denen die der Filialbanken nicht konkurrieren konnten. Dennoch, die Briefbanken konnten (und wollten) die „klassische“ Hausbank nicht ersetzen. Ob beruflich oder privat – in den 1970er- und 1980er-Jahren änderte sich das Kommunikationsverhalten der Bundesbürger grundlegend. Hatte das eigene Telefon zehn Jahre zuvor noch als Luxus gegolten, so verfügte nun fast jeder Haushalt über einen eigenen Anschluss. Immer stärker nutzten die Verbraucher diesen schnellen Weg, um Waren zu bestellen oder Dienstleistungen anzufordern. Briefe wurden nur noch geschrieben, wenn größere Geschäfte abgewickelt werden sollten.
Ende der 1980er-Jahre entdeckte auch die Finanzdienstleistungsbranche das Telefon zunehmend als direkten Draht zu ihren Kunden. Die US-amerikanische Citibank, die zuvor die damalige Düsseldorfer Teilzahlungsbank KKB übernommen hatte, führte 1989 als erstes Institut in großem Umfang und mit enormem Marketingaufwand das Telefonbanking ein. Fortan konnten die Kunden von jedem Telefonapparat aus und auch außerhalb der Schalteröffnungszeiten ihre Geldgeschäfte tätigen. Um aber einen reibungslosen Telefonservice bieten zu können, mussten die Banken in technisch aufwendige Callcenter investieren. Schließlich verlangt der Kunde bei Bankgeschäften ein anderes Serviceniveau als bei der telefonischen Fahrplanauskunft der Bahn.
Trotz mancher Anlaufschwierigkeiten, zum Beispiel bisweilen eingeschränkte Erreichbarkeit, stieg das Interesse der Bankkunden am Telefonbanking ständig. Bereits acht Jahre nach Einführung dieses Angebots nutzten nach Angaben der Citibank rund 90 Prozent ihrer Girokonteninhaber den telefonischen Zugang zu ihrem Geldinstitut. Andere Direktbanken, aber auch Filialbanken und Sparkassen, zogen rasch nach und führten ebenfalls den bequemen Telefonkontakt zu den Kunden ein. Fast zeitgleich wurden weitere Formen der Kommunikation für viele Verbraucher nutzbar. Faxgeräte etwa, die angesichts der anfangs sehr hohen Anschaffungskosten zunächst überwiegend in Betrieben zu finden waren, kamen immer günstiger in den Handel und eroberten dadurch zunehmend die privaten Haushalte. Somit war es möglich, schriftliche Aufträge in Sekundenschnelle zu übermitteln. Allerdings: Immer dann, wenn es einer Originalunterschrift bedarf, reicht bis heute eine Übermittlung per Telefax nicht aus. In diesen Fällen muss der Kunde nach wie vor die Unterlagen per Post senden.

Ab dem Jahr 1992 begann schließlich der Siegeszug der Mobiltelefone. Viele von Ihnen werden sich noch an die reichlich unhandlichen Geräte der ersten Stunde erinnern. „Knochen“ wurden sie liebevoll genannt, und wer sich ein solches Gerät zulegen wollte, musste damals umgerechnet über 500 Euro zahlen. Auch Flatrates waren noch nicht bekannt. Das mobile Telefonieren erschien zunächst als Luxus, den sich nur Besserverdiener leisten konnten. Dank des stark zunehmenden Wettbewerbs setzte aber schon wenige Jahre später ein drastischer Preisverfall ein, sodass bald sogar Schüler wie selbstverständlich mit dem Handy telefonieren und elektronische Kurzmitteilungen (SMS) verschicken konnten.
Als direkte Folge des Handybooms wurde das Telefonbanking „mobil“. Seither kann der Bankkunde auch unterwegs seine Bankgeschäfte erledigen. Ob im Zug oder im Flughafen, im Restaurant oder im Hotel – der schnelle Zugang zum Bankkonto ist immer gewährleistet. Dennoch blieb dem „Handybanking“ der große Durchbruch versagt.
Das Telefon öffnet dem Kunden darüber hinaus einen zweiten Zugangsweg zu seinem Konto. Wer Standardaufträge wie etwa Überweisungen erteilen möchte und nicht unbedingt Wert auf den direkten Kontakt mit einem Callcenter-Mitarbeiter legt, kann bei vielen Direktbanken den Telefoncomputer benutzen (Telebanking). Da bei wird der Kunde von einer virtuellen Stimme durch das Menü geführt und kann seine Aufträge entweder mithilfe seiner Telefontastatur oder über die Spracherkennung auch mündlich eingeben. Dieses Verfahren ist für den Kunden besonders schnell und preiswert. Wartezeiten, die beim Anruf im Callcenter in Spitzenzeiten nicht auszuschließen sind, entstehen beim Kontakt mit dem Sprach Computer nicht. Das Telebanking-System ist allerdings nur für einfache Bankgeschäfte geeignet. Außerdem erscheint vor allem älteren Kunden der „Dialog“ mit dem Telefoncomputer doch etwas zu unpersönlich. Generell aber wird dieser Kommunikationskanal immer stärker genutzt.

Beim Fondskaufbares Geld sparen und weitere Angebote

Wer Anteile an Fonds erwirbt, muss in der Regel Ausgabeaufschläge zahlen. Das sind meistens zwischen 4 und 5 Prozent, falls Sie bei einer Filialbank kaufen. Für die hauseigenen Produkte wird mitunter ein Rabatt gewährt, sodass Sie nur auf 2,5 oder 3 Prozent kommen. Hier bieten Ihnen Direktbanken einen unbestreitbaren Vorteil, denn diese Institute berechnen deutlich geringere oder gar keine Ausgabeaufschläge. Bei manchen Banken gibt es „Fonds des Monats“ zu besonders günstigen Konditionen oder ähnliche Rabattaktionen.
Es lohnt sich, hier zu vergleichen. Kostenlose Depotführung und -Verwaltung ist nahezu Standard. Nach den anderen Gebühren sollten Sie sich ebenfalls erkundigen, aber normalerweise bieten die Direktbanken heute ein günstig verzinstes und gebührenfreies Verrechnungskonto, kostenlose Echtzeit-Kurse sowie günstige Konditionen für die Orders an.

Die Fakten auf einen Blick
Tagesgeld- und Festgeldkonten sind sichere und bequeme Formen der Geldanlage und eine interessante Alternative zu den traditionellen Sparbüchern.
Je höher die Renditechancen einer Geldanlage, desto höher das Risiko.
Überlegen Sie sich genau, welches Risiko Sie persönlich eingehen möchten – in welchem Verhältnis bei Ihnen Rendite und Sicherheit stehen sollen.
Investieren Sie niemals Geld in risikoreiche Anlagen, das Sie brauchen. Nehmen Sie dafür nur Geld, auf das Sie nicht angewiesen sind.
Streuen Sie Ihr Kapital. Setzen Sie nicht alles auf eine Karte. Schaffen Sie sich, ein ausgewogenes Portfolio mit verschiedenen Produkten und überprüfen Sie regelmäßig, ob alles noch stimmig ist und zu Ihrer Lebenssituation passt.
Halten Sie eine Liquiditätsreserve bereit, zum Beispiel in Form von Tagesgeld.
Bedenken Sie, dass Aktien eine langfristige Anlage sind. Der Anlagehorizont sollte (abgesehen von Spekulationen) mindestens fünf Jahre betragen.

Lassen Sie sich keine Schnäppchen oder „todsicheren Tipps“ aufschwatzen. Egal, worin Sie investieren, schauen Sie sich das Produkt genau an, informieren Sie sich umfassend. Nutzen Sie die Informationen und Instrumente, die Ihnen die Direktbanken zur Verfügung stellen.
Investieren Sie an der Börse antizyklisch: Kaufen Sie, wenn die Preise niedrig sind bzw. fallen, und verkaufen Sie, wenn sie steigen.
Halten Sie im Aktienbereich nicht an permanenten Verlierern fest. Trennen Sie sich, bevor es zu spät ist.

Haupt- oder Zweitbankverbindung, Angebote

Angenommen, Sie haben sich für die Zusammenarbeit mit einer Direktbank entschieden. Nun stellt sich die weitergehende Frage: Möchten Sie nur ganz bestimmte Dienstleistungen des Geldinstituts in Anspruch nehmen oder haben Sie sich vorgenommen, Ihrer bisherigen Hausbank voll und ganz den Rücken zu kehren? Gehen wir zunächst davon aus, dass Sie sich nur für ganz bestimmte Dienstleistungen der filiallosen Bank entscheiden, zum Beispiel für ein Festgeldkonto, ein Wertpapierdepot oder eine Baufinanzierung. In diesem Fall müssen Sie bei Ihrer bisherigen Bank weiterhin ein Girokonto unterhalten, das hinfort als sogenanntes Referenzkonto fungiert, über das auch alle Geschäfte mit der Direktbank abgewickelt werden.

Praxisbeispiel 1:
Sie lassen bei einer Direktbank einen Sparplan einrichten, In den Sie monatlich 100 Euro einzahlen. Diesen Betrag bucht das Institut zum vereinbarten Zeitpunkt vom Girokonto bei Ihrer Hausbank ab und schreibt es Ihrem Sparplan gut. Am Ende der Laufzeit möchten Sie über den angesparten Betrag verfügen. In diesem Fall überweist die Direktbank das Geld wieder auf Ihr Girokonto. Ähnlich sind die Abläufe, wenn Sie sich für ein Tagesgeldkonto entscheiden, um Ihre überschüssige Liquidität gut verzinst anzulegen. Sie überweisen das Geld von Ihrem Girokonto bei einer Filialbank auf das kostenlose Tagesgeldkonto der Direktbank. Sollten Sie über Ihr Guthaben oder Teile davon verfügen wollen, wird Ihnen der Betrag meist innerhalb von 24 Stunden auf Ihr Girokonto überwiesen.

Praxisbeispiel 2:
Sie entscheiden sich für ein kostenloses Wertpapierdepot bei einer Direktbank und ordern Ihre Aktien, Rentenpapiere, Zertifikate oder Fondsanteile fortan online oder telefonisch. Mit Eröffnung des Depots erhalten Sie ein Transaktionskonto, über das Ihre Wertpapierkäufe und -Verkäufe abgewickelt werden. Auf dieses Konto werden Ihnen ferner Zinsen, Dividenden und andere Kapitalerträge überwiesen. Tipp: Erkundigen Sie sich nach der Verzinsung auf diesem Transaktionskonto. Sie ist in den meisten Fällen äußerst gering. Faire Direktbanken bieten Ihnen ein besser verzinstes Tagesgeldkonto als Transaktionsplattform an. Das macht sich spätestens dann positiv bemerkbar, wenn Sie sich in unsicheren Börsenzeiten mit Käufen zurückhalten und Ihr Kapital für einige Wochen auf diesem Transaktionskonto „parken“. Wenn Sie nun Wertpapiere verkaufen und über die Erträge verfügen wollen, müssen Sie sich das Geld vom Transaktionskonto auf das Girokonto bei Ihrer Hausbank überweisen lassen.
Falls Sie also nur bestimmte Dienstleistungen eines filiallosen Geldinstituts in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie die Geschäftsbeziehung zu Ihrer Hausbank aufrechterhalten. Insbesondere wenn Sie häufig größere Bareinzahlungen oder -auszahlungen wünschen, erweist sich das Girokonto bei der Bank vor Ort als Vorteil. Allerdings gibt es längst noch nicht alle Girokonten zum Nulltarif. Vor allem die Sparkassen und Genossenschaftsbanken langen in dieser Hinsicht mitunter kräftig zu. Doch der Trend geht eindeutig zum gebührenfreien Girokonto.

Grundsätzlich gilt aber: Je mehr Bankverbindungen Sie unterhalten, desto schwieriger wird es, den Überblick nicht zu verlieren. Erhalten Sie von mehreren Instituten Kapitalerträge (zum Beispiel Dividenden von Ihrem Direktbroker und Zinsen vom Sparbuch Ihrer Volksbank), so müssen Sie beiden Instituten einen Freistellungsauftrag erteilen, um Ihren Sparerfreibetrag voll ausschöpfen zu können. Die Summe der erteilten Freistellungsaufträge darf jedoch die Höchstbeträge (801 Euro bei Singles, 1602 Euro bei Verheirateten) nicht überschreiten, sonst droht früher oder später unangenehme Post vom Finanzamt. Falls Sie also Wert legen auf Bequemlichkeit und gleichzeitig Gebühren für das Girokonto bei Ihrer Filialbank sparen möchten, machen Sie einfach die Direktbank zu Ihrer Hausbank und eröffnen Sie dort auch Ihr Girokonto. Worauf Sie dabei unbedingt achten sollen, verraten wir Ihnen später noch im Detail.

Tagesgeldkonten als Bestseller, launische Geldmarktfonds und Angebote

Kostenlose Tagesgeldkonten gehören – wie erwähnt – zu den Bestsellern der Direktbanken. Sie sind für jeden Sparer und Anleger vorteilhaft. Der Kleinsparer kann auf diesen Konten Geld ansammeln für besondere Anschaffungen oder Steuernachzahlungen, der Investor kann sich auf das Tagesgeldkonto ein risikoloses Sicherheitspolster legen. Solche Konten bietet eigentlich jedes Geldinstitut an, aber bei den Direktbanken sind die Konditionen in der Regel günstiger als bei den Filialbanken. Allerdings sollte man sich nicht nur von den guten Zinsen und der kostenlosen Kontoeinrichtung und füh-rung blenden lassen, sondern auf jeden Fall die Konditionen vergleichen, besonders die zwischen den Direktbanken. Die Zinsen auf Tagesgeldkonten erweisen sich nämlich oft als Lockvögel für Neukunden. Wenn man sich diese Angebote genauer anschaut, entdeckt man fast immer den einen oder anderen Haken. Sehr gute Zinsen aufs Tagesgeld werden oft nur für einen begrenzten Zeitraum gewährt oder nur für eine bestimmte Summe. Nach Ablauf einer Frist von beispielsweise sechs Monaten erhält der Neukunde dann eine niedrigeren Zins, den auch die bisherigen Kunden bekommen.

Täglich verfügbar
Das große Plus eines Tagesgeldkontos ist seine Verfügbarkeit. Geld auf dem Tagesgeldkonto kann jederzeit benutzt bzw. abgehoben oder überwiesen werden. Das verleiht dem Anleger eine extrem hohe Flexibilität. Allerdings kann die Verzinsung dieser Konten von einem Tag auf den anderen angepasst werden.

Launische Geldmarktfonds
In Zeiten steigender Zinsen oder schlecht laufender Börsen stellen für viele Anleger Geldmarktfonds eine Alternative dar, um zum Beispiel Geld „zu parken“. Geldmarktfonds haben dabei in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Diese Entwicklung ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten. Auf Tagesgeldkonten können Banken attraktive Sonderkonditionen gewähren, so wie es die Direktbanken zur Neukundengewinnung machen. Bei Geldmarktfonds ist das nicht möglich. Sie bilden die tatsächlich am Markt erzielbare Rendite ab. Im Jahr 2005 zum Beispiel erzielten 135 Geldmarktfonds nach Berechnungen von Standard & Poor’s im Durchschnitt eine Rendite von gerade einmal 1,7 Prozent. Die bundesweit tätigen Direkt- und Spezialbanken kamen während dieser Zeit mit der Rendite ihrer Tagesgeldkonten niemals unter die Zwei-Prozent-Marke. Hinzu kommt, dass zwar die meisten Geldmarktfonds ohne Ausgabeaufschläge arbeiten, aber die Verwaltungsgebühren, die zwischen 0,3 und 0,7 Prozent liegen, auch erst einmal verdient werden müssen.

Die eigene Wohnung direkt finanzieren

Als angehender Bauherr oder Wohnungskäufer haben Sie die Wahl: Bei guter Bonität und einem realistischen Finanzierungskonzept sind Sie überall ein gern gesehener Kunde. Bei allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen wird man Ihnen zu Diensten sein. Und natürlich auch bei Direktbanken. Der Wettbewerb unter den Baufinanzierern verschärfte sich in den vergangenen Jahren erheblich. Zum einen, weil die Zahl der Baugenehmigungen nach Abschaffung der Eigenheimzulage zumindest vorübergehend gesunken ist, was das Baufinanzierungsvolumen insgesamt reduzierte. Zum zweiten wegen der gestiegenen Markttransparenz. Früher holte sich der Kunde drei oder vier Finanzierungsangebote bei Kreditinstituten aus seiner Region ein, heute genügt ein Blick ins Internet, um einen aktuellen Überblick über die Konditionen von mehreren Dutzend Banken zu erhalten. Darüber hinaus kamen neue Anbieter hinzu: Direktbanken, ausländische Institute sowie virtuelle Vermittler, wie etwa Kreditportale im Internet. Das heißt für Sie: Als Kunde werden Sie regelrecht umworben. Und genau diesen Vorteil sollten Sie ausspielen, um möglichst günstige Konditionen durchzusetzen.
Die Höhe der Zinsen ist natürlich nur ein – wenngleich sehr wichtiges – Entscheidungskriterium bei der Wahl des passenden Finanzierungspartners. Hinzu kommen sollte – gerade bei Erstfinanzieren eine faire Beratungskompetenz seitens der Bank. Manche Kunden wünschen zudem den persönlichen Kontakt, weshalb sie sich für die regionalen Kreditinstitute entscheiden und auch noch so günstige Angebote von filiallosen Direktbanken nicht annehmen. Doch muss es tatsächlich die Bank vor Ort sein? Wie funktioniert eine Baufinanzierung bei einer Direktbank? Wann lohnen sich Darlehen von einer Hypothekenbank? Ist das Bausparen – das in Deutschland beliebteste Finanzierungskonzept – noch zeitgemäß? Um diese Fragen zu beantworten, wollen wir Ihnen die unterschiedlichen Gruppen der Baufinanzierer und ihre Instrumente kurz vorstellen.
Doch gestatten Sie, dass wir an dieser Stelle vier Thesen formulieren, von denen wir fest überzeugt sind:

„Immobil“ ist nur das Objekt, nicht aber die Finanzierung. Das heißt, es gibt keinen überzeugenden wirtschaftlichen Grund, weshalb die finanzierende Bank vor Ort sein muss.
Bausparen wird in Zeiten sinkender staatlicher Zuschüsse an Attraktivität einbüßen.
Baudarlehen von Versicherungen sind für die Eigentümer von selbst genutzten Immobilien nicht sinnvoll, sofern keine stetige Tilgung erfolgt und die Schuldsumme erst bei Auszahlung der Versicherungsleistung beglichen wird.
Das klassische Annuitätendarlehen (Sie zahlen im Voraus festgeschriebene Raten, die sich aus Tilgung und Zinsen zusammensetzen) bleibt die aus Sicht des Kunden beste Form der Baufinanzierung.

Ausblick Direktbanken und weitere Angebote

Es ist eine einfache Erkenntnis, die sich aber oft bestätigt: Vielen Trends wohnen bereits Gegentrends inne. So erscheint die Frage durchaus berechtigt, ob dem Direktbanking tatsächlich die Zukunft gehört oder ob diese Form der Finanzdienstleistung allmählich an ihre Grenzen stößt und das Filialbankengeschäft in den nächsten Jahren eine unverhoffte Renaissance erleben könnte. Manche Banken und Sparkassen glauben an ein Comeback der Geschäftsstellen und investieren ansehnliche Summen in die Niederlassungen vor Ort. Zwar werden nach wie vor Filialen geschlossen, doch die verbleibenden sollen ganz besonders einladend auf die Kunden wirken. Komfortable Sitzgarnituren mit anspruchsvollem Lesestoff, um eventuelle Wartezeiten angenehm überbrücken zu können, diskrete, edel eingerichtete und mit modernstem elektronischem Equipment ausgestattete Besprechungsräume, Spielecken für die Kinder, ein angeschlossenes Café, in dem man nach den Bankgeschäften noch in Ruhe einen Cappuccino genießen kann – und vor allen Dingen: freundliche und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Kunden ganz persönlich und mit großen Charme beraten. Sieht so das Bankgeschäft der Zukunft aus?
Manchen Bankern und deren Beratern schweben gleichsam Flagshipstores vor, wie sie die renommierten Luxusgüterproduzenten in kaufkraftstarken Metropolen unterhalten. Aber lässt sich eine Volksbank wirklich mit Louis Vuitton vergleichen, eine Sparkasse mit Prada? Wohl kaum. Bankprodukten fehlt jede Emotionalität. Wer hat sich schon je in einen Riester-Sparplan verliebt? Wann hat schon jemand lustbetont ein Festgeldkonto eröffnet? Eben weil es den Bankprodukten an Exklusivität und Emotionalität mangelt, werden sie regelmäßig über Marketing-Vehikel verkauft. Entweder man verknüpft sie mit bestimmten emotionalen Themen (zum Beispiel dem Sport) oder sie werden als Mittel zum Zweck dargestellt („Mein Haus, mein Auto, mein Boot“).
Nur die wenigsten Bankkunden dürften den Wunsch verspüren, nach dem kurzen Gespräch mit dem Berater unbedingt noch einen Kaffee zu trinken. Und das weiche Designersofa wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit ebenso wenig als probates Kundenbindungsprogramm erweisen. Wo sich früher manche Kunden über die „Protz-Paläste“ ihrer Bank mokierten, wird man künftig auch Lifestyle-Oasen nicht goutieren, wenn die Konditionen nicht stimmen.
Wer über die Bank von morgen diskutiert, muss sich daher zunächst über die Kunden der Zukunft Gedanken machen. Wovon müssen die Finanzdienstleister also ausgehen?
Die Preissensibilität wird weiter zunehmen. Zum einen, weil es noch nie so einfach war, die Konditionen grenzüberschreitend zu vergleichen. Es dauert nur wenige Sekunden, bis der Verbraucher im Internet die gewünschten Informationen erhält. Und zum anderen, weil die Banken ihre Kunden mit Rabatt- und Bonusaktionen quasi zur Preissensibilität erzogen haben.
Die ohnehin schon hohe Quote der Internetnutzer wird weiter wachsen. In 10 bis 15 Jahren werden Menschen in den Ruhestand treten, für die der Umgang mit modernen Technologien im Gegensatz zu vielen Senioren von heute kein Problem mehr darstellt. Die „Silver-Surfer“ werden keine in den Medien herausgestellten Ausnahmen mehr sein, sondern die Regel.
Die Verbraucher werden kritischer und sind dank der Medien immer besser informiert. Sie entscheiden autonom und misstrauen einseitiger Beratung.
Bankkunden nehmen Rabatt- und Bonusaktionen zwar gern an, reagieren aber verärgert, wenn es sich um kurzfristige Lockangebote handelt. Schlechte Voraussetzungen für das Cross-Selling- Geschäft, also den Versuch, dem Kunden weitere Produkte der Bank zu verkaufen.

Die Kunden wünschen sich transparente Produkte. Auf Angebote mit viel Bürokratie (Beispiel Riester-Rente) reagieren sie zurückhaltend.

Gefragt ist Banking „rund um die Uhr“ – auch spät am Abend und an Feiertagen. Der Besuch des Bankberaters beim Kunden zu Hause jedoch erfreut sich keiner allzu großen Beliebtheit.
Das Direktbanken-Modell kommt diesem Anforderungsprofil sehr nahe. Dank günstiger Kostenstrukturen und einer großen Zahl von Kunden sind diese Geldinstitute in der Lage, nachhaltig überdurchschnittlich günstige Konditionen zu bieten. Filialbanken, die vergleichbare Angebote machen, halten diese meist nur ein paar Wochen durch – oder sie bekommen auf Dauer ein ernsthaftes Ertragsproblem. Zudem kann der Kunde selbst entscheiden, wann er seine Bankgeschäfte erledigt. Per Internet oder Callcenter erreicht er sein Geldinstitut rund um die Uhr. Schließlich bieten Direktbanken ein überschaubares Produktportfolio an, in dem der Kunde aber dennoch alles findet, was er für seine Geld- und Vorsorgegeschäfte braucht.

Fest steht auch: Die Preise und Konditionen allein entscheiden nicht über den dauerhaften Erfolg. Die Verbraucher erwarten gerade bei Finanzgeschäften darüber hinaus ein akzeptables Maß an Qualität und Verlässlichkeit. Direktbanken, die ihre Kunden zwangsläufig aus der geografischen Distanz bedienen, müssen in besonderer Weise Vertrauen aufbauen. Von einer echten Hausbank erwarten die Verbraucher nämlich mehr als nur Massenmanagement.
Insgesamt nehmen sich die Rahmenbedingungen für die Wachstumsaussichten der Direktbanken somit recht positiv aus. Doch inwieweit könnten die auch künftig nicht verstummenden Diskussionen über die Sicherheit von Onlinebanking die weitere Entwicklung bremsen?
Realistisch betrachtet, kann es eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben – weder bei Filial- noch bei Direktbanken. Wir erinnern uns: Anfang des Jahres 2008 erlebte die entsetzte Öffentlichkeit in Deutschland einen Steuerskandal, der weite Kreise zog. Ausgangs punkt der Affäre waren geheime Daten, die ein Krimineller bei einer Liechtensteiner Bank gestohlen hatte. Bei einer Bank immerhin, die bis dahin als so sicher galt wie Fort Knox, und in einem Land, das normalerweise größten Wert auf Diskretion und die Wahrung des Bankgeheimnisses legt. Das zeigt: Absolute Sicherheit gibt es nirgends. Dennoch stehen die Direktbanken weiterhin vor der Herausforderung, gerade im Hinblick auf die Möglichkeiten von Web 2.0 ihre IT- Sicherheit ständig zu optimieren und damit spektakuläre Schadenfälle zu verhindern. Denn die hätten direkt negative Auswirkungen auf die Akzeptanz von Onlinebanking seitens der Kunden.
In der Vergangenheit wurde über die Zukunft des Finanzdienstleistungssektors häufig in voreiligen „Entweder-oder“-Kategorien diskutiert. Zunächst glaubte keiner so recht an einen dauerhaften Erfolg der Direktbanken. Dann wurde ebenso undifferenziert das baldige Ende der Bankfiliale prognostiziert. Und obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche Filialen dem Rotstift zum Opfer fielen, wird das Geldinstitut vor Ort erhalten bleiben – allerdings nicht mehr für das Standardgeschäft, das die Kunden schon heute überwiegend im Onlineverfahren oder an Automaten abwickeln. Die Filiale der Zukunft wird ein echtes Kompetenz-Center für eine sehr spezielle und individuelle Beratung sein. Die Frage bleibt indessen, ob die Kunden bereit sind, für einen solchen Service einen angemessenen Preis zu zahlen. Denn private Banking-Betreuung zu Direktbanken-Konditionen kann es ebenso wenig geben wie einen Flug im Privatjet zu Ryanair-Preisen. Der Kunde allein entscheidet, welche Art von Finanzdienstleistung er wünscht. Direktbanken stellen ein Angebot dar, von dem in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Menschen in Deutschland und in anderen Staaten Gebrauch machten. Selbst wenn die Zeiten des ungestümen Wachstums vorüber sein sollten (schließlich lässt sich ein Markt nicht beliebig vergrößern), so wird die Zahl der Direktbanking-Kunden weiter wachsen. Nicht von ungefähr sind etablierte Banken, die von einer angeblichen Renaissance der Filialen sprechen, seit einiger Zeit dabei, das Direktbanken-Systeme zu kopieren. Auslaufmodelle aber würde man wohl kaum nachahmen.

Phase der Konsolidierung bei den Direktbanken und Angebote

Auch bei den breiter aufgestellten Direktbanken setzte in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre eine allmähliche Konsolidierungs- und Konzentrationsphase ein. Auffallend dabei ist, dass zunehmend ausländische Finanzdienstleister den deutschen Markt für das filiallose Bankgeschäft entdeckten. Die 1957 gegründete CC-Bank (CC = Car Kredit), die sich in den ersten Jahren auf die Finanzierung von Autos und anderen privaten Konsumgütern konzentriert hatte, wurde 1996 zur hundertprozentigen Tochter der spanischen Großbank Santander Central Hispano. Die CC-Bank – einer der Pioniere im Telefonbanking – bot neben dem Aktivgeschäft (Konsumentenkredite) im Passivbereich vor allem einfache Sparprodukte an, wie zum Beispiel Tagesgeldkonten. Im Jahr 2002 fusionierte die CC-Bank mit der AKB Privat- und Handelsbank, im Jahr darauf wurde sie mit der Santander Direkt Bank verschmolzen.

Bereits im Jahr 1999 hatte die damalige Allgemeine Deutsche Direktbank (heute ING-DiBa) die zur Bankgesellschaft Berlin gehörende Bank GiroTel – ein eher kleineres Institut – übernommen. Die Bank GiroTel hatte in den 1990er-Jahren einen interessanten, wenngleich nicht sonderlich erfolgreichen Versuch gestartet, dem Direkt Banking gleichsam ein „elektronisches Gesicht“ zu geben, und setzte auf Videobanking und Bildtelefonie.
Gemessen an den Kundenzahlen war die ehemalige Quelle-Bank bis Ende der 1990er-Jahre die größte Direktbank in Deutschland. Sie gehörte – ebenso wie die frühere Norisbank – zur Schickedanz-Unternehmensgruppe, die in den Wirtschaftswunderjahren ein wahres Firmenkonglomerat aufgebaut hatte, zu dem neben Banken und Versicherungen auch Brauereien sowie die Hersteller weltbekannter Markenartikel zählten. Um die Expansion in den neuen Bundesländern zu finanzieren, trennte sich die Familie Schickedanz von zahlreichen dieser Unternehmen. Die Norisbank wechselte zunächst zur HypoVereinsbank, später zum genossenschaftlichen Finanzverbund und ist seit 2006 ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank. Die einstige Quelle Bank, die im Gegensatz zur Norisbank kein Filialnetz unterhielt, firmierte ab dem Jahr 1999 unter dem Namen Entrium und ging an die Börse. Ihr Debüt am „Neuen Markt“ hatte die Bank am 20. September 1999. Im Gegensatz zu den anderen börsennotierten Direktbrokern war die Entrium Direct Bankers als Direktbank breiter aufgestellt und konzentrierte sich nicht allein auf den Wertpapierhandel. Das machte sich im Kurs der Aktie bemerkbar: Während die Kurse der anderen Direktbroker nach dem jähen Ende des Börsenbooms nahezu ins Bodenlose stürzten, hielten sich die Kursverluste bei Entrium in Grenzen.
Etwa ein Jahr nach dem Börsengang trennte sich die Schickedanz-Unternehmensgruppe von ihrer Mehrheit an Entrium und verkaufte ihre Aktienpakete an ein italienisches Kreditinstitut. Von dort ging die Direktbank im Jahr 2003 an die niederländische ING- Gruppe. Seit April 2004 ist die ehemalige Entrium-Bank in die ING- DiBa integriert.
Auch die Augsburger Aktienbank wechselte mehrfach den Eigentümer. So gehörte die Direktbank einige Zeit zur Allianz-Gruppe. Im Jahr 2002 wurde sie von der LVM Versicherung übernommen. Die Advance Bank schließlich – angetreten mit dem Ziel, sich als „Direktbank mit Beratung“ zu positionieren – wurde mittlerweile wieder in den Allianz-Dresdner-Bank-Konzern reintegriert.

Den Erfolg der filiallosen Institute – besonders im Spareinlagen- und Wertpapiergeschäft – spürten naturgemäß zunächst die Sparkassen, die unter den Geldinstituten nach wie vor absolute Marktführer im deutschen Privatkundengeschäft sind. Die Frankfurter Sparkasse reagierte im Jahr 1996 auf die zunehmende Konkurrenz mit der Gründung einer eigenen Direktbank, der 1822direkt.

Schnell und einfach – die Depoteröffnung für Direktbanking

Für die Eröffnung eines Wertpapierdepots bei einer Direktbank oder einem Direktbroker gelten dieselben Vorschriften wie für die Einrichtung eines Giro- oder Sparkontos. Das heißt: Der Kunde muss seine Personalien durch das beschriebene Postident-Verfahren überprüfen und bestätigen lassen. Unterhält er bereits ein Konto bei der betreffenden Direktbank, entfällt diese Prozedur.
Die meisten Kunden verfügen bereits über ein Wertpapierdepot bei ihrer Hausbank oder bei einer Fondsgesellschaft. Selbstverständlich kann jeder Anleger mehrere Depots führen – ebenso wie man mehrere Konten unterhalten kann. Da Direktbanken ihre Depots in vielen Fällen sogar gebührenfrei anbieten, entstehen somit keine zusätzlichen Kosten durch ein zweites Wertpapierdepot, allerdings erschwert eine solche Strategie die Übersichtlichkeit. In den Jahren des ungezügelten Aktienbooms zur Jahrtausendwende, als viele Anleger die Papiere von Unternehmen zeichneten, die neu an die Börse kamen, und damit anfangs zum Teil viel Geld verdienten, mag es Sinn gemacht haben, zwei oder drei Depots zu unterhalten. Dadurch stiegen nämlich die Chancen, bei der Zuteilung der in der Regel stark überzeichneten Aktien berücksichtigt zu werden. Heute indessen gehen mehrere Depots auf Kosten der Transparenz und verursachen nur unnötigen Papierkrieg (so müssen zum Beispiel mehrere Freistellungsaufträge erteilt und gegebenenfalls dem Finanzamt mehrere Jahresbescheinigungen über die realisierten Kapitalerträge vorgelegt werden).

Es empfiehlt sich daher, die im alten Depot gebuchten Wertpapiere ins neue Depot übertragen zu lassen. Das ist einfach und verursacht keinerlei Kosten für den Kunden. Und so gehen Sie vor: Sie beantragen bei der Direktbank bzw. bei einem Direktbroker die Eröffnung eines Wertpapierdepots. Nach dem vorgeschriebenen Weg zur Identifikation beauftragen Sie Ihre neue Bank mit der Depotübertragung. Hierzu füllen Sie einfach einen entsprechenden Auftrag aus und senden diesen an das „neue“ Geldinstitut. Um alles andere kümmert sich die Bank. Für eine solche Depotübertragung dürfen normalerweise keine Kosten entstehen. Sollte Ihre ehemalige Bank dennoch Gebühren berechnen, fragen Sie bei Ihrer Direktbank nach, inwieweit diese für die Kosten aufkommt. In manchen Fällen zeigen sich die Direktbanken in dieser Hinsicht kulant.

Praxistipp:
Die Übertragung von Wertpapieren nimmt erfahrungsgemäß einige Tage in Anspruch. Bitte beachten Sie, dass Sie in dieser Zeit mit den zur Übertragung anstehenden Papieren nicht handeln können. Sie sind also zum Beispiel nicht in der Lage, Ihre Aktien in diesem Zeitraum zu verkaufen, selbst wenn dies aufgrund der aktuellen Marktentwicklung angebracht wäre. Sie sollten daher eine Depotübertragung nicht unbedingt in einer Phase sehr hoher Volatilität, also stark ausgeprägter Schwankungen, vornehmen.
Die Wahl eines günstigen Depots
Darauf sollten Sie achten:
-Kostenlose Depotführung
-Günstige Transaktionskosten
-Fonds mit rabattierten Ausgabeaufschlägen
-Umfassendes Informationsangebot im Internet
-Zusätzliche Serviceleistungen, zum Beispiel „Außerbörslicher Handel“
-Gut verzinstes Transaktionskonto

Die Fakten auf einen Blick
Auch bei Direktbanken müssen Sie sich identifizieren. Dies geschieht durch das Postident-Verfahren.
Für das Postident-Verfahren entstehen Ihnen keine Kosten. Sie müssen sich bei Ihrer Direktbank nur einmal legitimieren. Sollten Sie dort ein weiteres Konto oder Depot eröffnen, ist kein neues Postident-Verfahren nötig. Kunden, die ihr Girokonto bei einer Direktbank unterhalten, können sich entweder an institutseigenen Geldausgabeautomaten oder mithilfe von Kreditkarten an jedem in- und ausländischen Automaten der entsprechenden Kartenorganisation mit Bargeld versorgen.

Erkundigen Sie sich vor der Kontoeröffnung, wie oft und gegebenenfalls in welchem Umfang Sie kostenlos Geld von Automaten abheben können. Viele Direktbanken bieten Kreditkarten zu sehr günstigen Konditionen an. Wer ein Girokonto eröffnet, erhält die Karte häufig kostenlos. Entscheidet sich der Kunde nur für die Kreditkarte, zahlt er eine vergleichsweise günstige Jahresgebühr. Auch die Versorgung mit Bargeld in fremden Währungen und mit Travellerschecks ist bei Direktbanken meist gewährleistet. Falls Sie mit Ihrem Wertpapierdepot zu einer Direktbank wechseln möchten, kümmert sich das neue Geldinstitut in Ihrem Auftrag um die Übertragung der in Ihrem bisherigen Depot enthaltenen Wertpapiere.
Während des Depotübertrags können Sie mit Ihren Wertpapieren nicht handeln.

Die kleinen Unterschiede in der Einlagensicherung und Angebote

Eine Direktbank hat keine Gesichter, keine Angestellten, denen man von Angesicht zu Angesicht in der Filiale gegenübersteht. Das Gefühl, bei Schwierigkeiten unter Umständen hilflos zu sein, niemanden verantwortlich machen zu können, hält manche Verbraucher davon ab, zu einer Direktbank zu wechseln, auch wenn sie im Vergleich zur Filialbank noch so günstig sein mag. Die gesichtslose Abwicklung der Direktbanken führt bei diesen Kunden zu dem diffusen Gefühl, dass das Geld bei einem solchen Institut möglicherweise nicht sicher sei. Ein Trugschluss, denn bei den großen Direktbanken, die dem deutschen Einlagensicherungssystem angehören, ist das Geld ebenso sicher wie bei Sparkassen oder Volksbanken. Manche Institute sind jedoch nur der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken angeschlossen. In diesem Fall gilt die europaweite Mindestabsicherung von 20.000 Euro pro Kunde.

Kurz erklärt: EdB
Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) gibt es seit 1998. Sie ist eine gesetzliche Sicherungseinrichtung und deckt 90 Prozent der Einlagen ab, maximal 20.000 Euro pro Kunde. Das entspricht dem, was die Europäische Union verlangt. Die meisten Banken gehören jedoch sowohl der EdB als auch der freiwilligen Einlagensicherung der privaten Banken an. Der Schutz des Einlagensicherungsfonds greift dort, wo die
Sicherung durch die EdB aufhört. Sollte der Fall der Fälle wirklich eintreten, erhält der Kunde die Entschädigung aus einer Hand durch den Bankenverband.
Wie gesagt: Die großen deutschen Direktbanken gehören in der Regel dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an. Der Fonds sichert alle Verbindlichkeiten gegenüber dem Kunden, also Geld auf dem Girokonto, Termin- und Spareinlagen inklusive Sparbriefe. Sollte die Bank zahlungsunfähig werden, erhält der Kunde trotzdem sein Kapital und die angefallenen Zinsen zurück.

Das ist wichtig:
Finden Sie heraus, welchem Einlagensicherungsfonds Ihre Bank angehört. Dann wissen Sie auch über die Flöhe bzw. den Umfang der Sicherung Bescheid. Bei Neukunden ist die Bank sogar verpflichtet, diese Informationen weiterzugeben.
Direktbanken nennen die Art und den Umfang ihrer Einlagensicherung normalerweise auf der Internetseite. Geben Sie einfach im Suchfeld das Wort „Einlagensicherung“ ein.
Unter bankenverband*de finden Sie eine Liste der Institute, die dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angehören. Dort können Sie auch mit einem Formular die Sicherungsgrenzen einzelner Banken abfragen. Dabei müssen Sie übrigens Name und Adresse angeben. Die schriftlich erteilte Antwort wird als Beweis gespeichert – zu keinem anderen Zweck.
Sollten Sie Ihre Bank auf dieser Liste nicht finden, ist das noch kein Grund zur Panik. Möglicherweise haben Sie bei der Suche nicht den vollständigen Namen verwendet. Über die EdB sind Sie auf jeden Fall bis 20.000 Euro abgesichert, aber Sie sollten schnellstens bei Ihrer Bank nachfragen, wenn Ihre Einlage darüber liegt.
Ihre Bank kann übrigens aus einem Sicherungsfonds austreten oder ihre Sicherungsgrenze ändern. Sie ist nicht verpflichtet, Ihnen das mitzuteilen. Sollte die Bank austreten, gibt es für die Kunden eine Art Bestandsschutz für die Einlagen, die vor dem Austritt getätigt wurden. Diese Einlagen sind bis zur Höhe der bisherigen Sicherungsgrenze geschützt, und zwar bis zur Fälligkeit oder bis zum nächstmöglichen Kündigungstermin. Die Sicherungsgrenze selbst entspricht beim Bundesverband deutscher Banken 30 Prozent des maßgeblich haftenden Eigenkapitals der betreffenden Bank. Wenn die gesamten Einlagen eines Kunden nicht über dieser Grenze liegen, sind sie vollständig gesichert. Verändert sich das Eigenkapital einer Bank, ändert sich auch die Sicherungsgrenze.
Ausländische Anbieter, die keine Niederlassung in Deutschland haben, unterliegen hinsichtlich der Insolvenzsicherung möglicherweise anderen Regelungen. Handelt es sich um in der EU ansässige Banken, gilt zumindest die 20.000 Euro-pro-Kunde-Regel. In jedem Fall sollten Sie sich kundig machen, denn bei Streitigkeiten und Problemen – und das bezieht sich nicht nur auf den Insolvenzfall – sind Klagen im Ausland langwierig und teuer.

Praxisbeispiel:
Bei einer Sicherungsgrenze von 10 Millionen Euro sind alle Kunden, deren Einlagen nicht mehr als 10 Millionen Euro betragen, vollständig geschützt. Auch wenn mehrere Kunden Einlagen in Höhe von jeweils 9 Millionen Euro bei dieser Bank haben, sind alle abgesichert. Die Sicherungsgrenze ist das Limit der Absicherung für die Einlagen jedes einzelnen Kunden. Bei der Zweigniederlassung Deutschland der CortalConsors S.A. lag die Sicherungsgrenze zum Beispiel Anfang 2008 bei 45 Millionen Euro, bei der Comdirect Bank waren knapp 163 Millionen Euro pro Kunde abgesichert, bei der ING-DiBa 1,17 Milliarden Euro. Das sollte für die meisten Kunden ein ausreichender Puffer sein.
Der Einlagensicherungsfonds schützt nicht alles. Er deckt sogenannte „Nichtbankeneinlagen“ ab. Darunter versteht man die Guthaben von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen, also Sicht-, Termin- und Spareinlagen. Dazu gehören auch auf den Namen lautende Sparbriefe. Nicht dazu zählen Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, wie zum Beispiel Inhaberschuldverschreibungen. Schuldscheine jedoch, die von einer deutschen Bank emittiert werden, unterliegen als Schuldscheindarlehen dem Schutz des Einlagensicherungsfonds.
Ein Depot mit Aktien, Renten, Fonds oder Investmentzertifikaten wird von einer Insolvenz der Bank nicht tangiert. Die Bank verwaltet das Depot nur. Die Wertpapiere sind Eigentum des Kunden. Sie müssen also nicht gesichert werden. Sollte Ihre Bank tatsächlich insolvent werden, können Sie von ihr schriftlich die Herausgabe Ihrer Wertpapiere verlangen oder die Übertragung Ihres Depots auf ein anderes Kreditinstitut.

Weshalb Kunden ihren Filialbanken den Rücken kehren

So wie Sandra S. haben viele Bankkunden in Deutschland und auch in den Nachbarländern, wie etwa Österreich, gehandelt: Sie kehrten ihrer Hausbank entweder komplett den Rücken oder aber sie behielten dort lediglich noch ihr Girokonto und verlagerten ihre Sparkonten, Depots und oftmals auch ihre Immobilienfinanzierungen zu den Direktbanken, die in der Folge mit atemberaubenden Wachstumsraten aufwarteten. Allein beim deutschen Marktführer in Sachen Direktbanking – der ING-DiBa – stiegen die Kundenzahlen zwischen 2002 und 2008 von 1,8 auf über 6,5 Millionen.
Das Nachsehen haben vor allem die regional verankerten Sparkassen sowie die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken, bei denen nach wie vor die meisten Privatkunden ihre Konten unterhalten. Sie geraten in einen wahren Teufelskreis: Wegen ihrer kostenträchtigen Filialnetze weisen diese Institute naturgemäß eine ganz andere Kostenstruktur auf als eine Direktbank, die – falls sie dieses Geschäftsmodell stringent umsetzt – auf Filialen, Geschäftsstellen oder andere Formen des stationären Vertriebs verzichtet. „Unsere Bank hat so viele Mitarbeiter wie die deutschen Sparkassen Vorstände“, brachte es einmal der Chef einer deutschen Direktbank auf den Punkt. Keine Filialbank kann – von kurzfristigen Aktionen einmal abgesehen – dauerhaft in einen Wettstreit um die günstigsten Konditionen mit filiallosen Instituten eintreten. Daher betonen Sparkassen und Genossenschaftsbanken den Wert der sprichwörtlichen Nähe zum Kunden: Diese Institute sind vor Ort, die Direktbank unter Umständen ein paar hundert Kilometer entfernt. Um sich im härter gewordenen Wettbewerb der Finanzdienstleister weiterhin behaupten zu können, mussten die Filialbanken aber ihre Kosten reduzieren, was zu einer großen Zahl von mehr oder weniger gelungenen Fusionen und zu Filialschließungen führte. Das Argument der Kundennähe verlor dadurch an Überzeugungskraft.

Auch viele Kunden von Filialbanken wickeln ihre Standardgeschäfte (Überweisungen, Einrichten von Daueraufträgen sowie den Kauf und Verkauf von Wertpapieren) inzwischen ebenfalls im Onlineverfahren oder telefonisch ab. Nur noch viele ältere Kunden nehmen ihre Bankfiliale für solche Geschäfte in Anspruch – oft aus Gründen der Tradition. Die Bankfiliale gehört für diese Menschen zum sozialen Umfeld wie der Bäcker, der Hausarzt oder die Apotheke. Für das dauerhafte Überleben des Geldinstituts vor Ort ist das zu wenig. Dabei gibt es durchaus Lichtblicke für die Zukunft der Filialbanken: Vor einiger Zeit veröffentlichte das Mannheimer Ipos-Institut eine bemerkenswerte Studie, wonach sogar 60 Prozent der Direktbanken-Kunden den persönlichen Kontakt zu ihrem Geldinstitut für wichtig halten. Bei den Filialbanken-Kunden liegt dieser Wert bei rund 75 Prozent. Besonders dann, wenn es um höhere Summen und um langfristige Entscheidungen geht, legen die Kunden offenbar größeren Wert auf das persönliche Gespräch. Hier könnten mithin langfristige Chancen für die Filialbanken liegen, allerdings nur dann, wenn die Präsenz in der Fläche mit ausreichender Kompetenz ergänzt wird. Und genau daran mangelte es in den vergangenen Jahren: Die Filialen dienten überwiegend dem einfachen Standardgeschäft, bei komplexeren Finanz- und Vorsorgeentscheidungen wurden die Kunden oft an die Zentrale verwiesen. Mit einfachen Finanzdienstleistungen indessen lässt sich kaum Geld verdienen; jedenfalls nicht so viel, um ein kostenintensives Filialnetz dauerhaft aufrechterhalten zu können. Immer mehr Filialen wurden geschlossen, an ihre Stellen traten vollautomatisierte Stützpunkte, die mit Serviceterminals, Geldausgabeautomaten und Kontoauszugsdruckern ausgestattet sind. Von persönlicher Nähe kann in diesen Fällen keine Rede mehr sein und viele Kunden wechselten daher gleich zu einer Direktbank und sicherten sich in der Regel bessere Konditionen.