Bessere Projektmanagement-Praktiken am Arbeitsplatz – hilfreiche Information

Gute Praktiken zu kennen, ist nicht dasselbe wie sie anzuwenden. Um Ihr Projektmanagement am Arbeitsplatz zu verbessern, müssen Sie zunächst die Situationen erkennen, in denen neue Techniken und Methoden eingesetzt werden können, und Sie müssen genau wissen, wie man sie anwendet. Sie müssen auch dazu bereit sein, anderen dabei zu helfen, wie man die neuen Methoden anwendet, und Sie müssen die uneffektiven Praktiken, die Sie bisher benutzt haben, vergessen. In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie Sie einen Plan entwickeln, um Ihre eigenen Praktiken zu verbessern, und anderen helfen, dasselbe zu tun.

Neue Fähigkeiten und neues Wissen an Menden
Der Schlüssel zum Erfolg bei der Einführung neuer Fähigkeiten und Techniken in den normalen Arbeitsprozess ist der, sie sehr bald und sehr oft einzusetzen. Bei der Auswahl der Fälle, in denen Sie die neuen Werkzeuge anwenden, sollten Sie Folgendes berücksichtigen:
✓ Suchen Sie sich ein oder zwei Fähigkeiten und Techniken heraus, mit denen Sie beginnen wollen. Möglicherweise möchten Sie am liebsten gleich mehrere Techniken einsetzen. deshalb kann es Ihnen zunächst unangenehm sein, sich auf eine zu begrenzen. Leider hat die Erfahrung gezeigt, dass die Gefahr besteht, dass keine der Techniken dauerhaft eingeführt wird, wenn man versucht, mehrere Veränderungen gleichzeitig einzuführen. Benutzen Sie die neue Technik, bis sie Ihnen zur zweiten Natur geworden ist. Dann wählen Sie ein oder zwei neue Techniken aus und verfahren genauso.

✓ Zwingen Sie sich dazu, diese Fähigkeiten oder Techniken in jeder auftauchenden Situation einzusetzen. Ihr Ziel ist es. diese Technik zur Gewohnheit werden zu lassen, wie ein automatischer Reflex. Deshalb sollten Sie diese Wahlmöglichkeit, ob Sie sie anwenden oder nicht, gar nicht erst zulassen. Nur durch regelmäßiges Üben werden Sie perfekt. (Hört sich an wie Ihr alter Klavierlehrer, oder?)
✓ Beginnen Sie mit Aktivitäten, die einen eher kleinen Umfang haben, sodass sie nicht gleich zur Krise führen. Eine neue Technik auszuprobieren ist schon schwierig genug; führen Sie sie nicht ein, wenn alle anderen sowieso schon in Panik sind. Ihnen im Nacken sitzen und sofort Ergebnisse erwarten.

✓ Probieren Sie Ihre neuen Techniken bei einer ganz beliebigen Aufgabe aus, selbst wenn es sich offiziell gesehen gar nicht um ein richtiges Projekt handelt. Diese Techniken funktionieren bei jeder zu erledigenden Aufgabe, bei der es darum geht, in einer bestimmten Zeit mit bestimmten Ressourcen ein Ergebnis zu erzielen. Prüfen Sie auf der Suche nach Einsatzmöglichkeiten alle Gelegenheiten.
✓ Wenden Sie die neuen Techniken sowohl in neuen Projekten als auch in laufenden an. Wenn Sie ein laufendes Projekt auswählen, machen Sie einen Plan, der vom heutigen Tag bis zum Ziel reicht. Verschwenden Sie keine Zeit damit, darüber nachzugrübeln, was Sie in dem bereits vergangenen Teil des Projekts hätten machen sollen.
✓ Wenden Sie Ihre neuen Techniken an. selbst wenn es in Ihrem Unternehmen keine offiziellen Projektmanagement-Prozesse und -Abläufe gibt. Bedenken Sie, dass Sie diese Techniken anwenden, um Ihre Herangehensweise an Aufgaben zu verändern, nicht um das ganze Unternehmen zu ändern.

✓ Wenden Sie Ihre neuen Fähigkeiten und Techniken an, egal, ob Sie Projektmitarbeiter oder Projektmanager sind. Achten Sie lediglich darauf, dass Sie die Aufgabe, die Sie bewältigen, klar abgrenzen.
✓ Machen Sie sich keine Sorgen darum, ob Sie diese neuen Werkzeuge einsetzen dürfen. Solange Sie nicht direkt die bestehenden Abläufe und Richtlinien in Ihrem Unternehmen verletzen, sind die meisten mehr an den Ergebnissen interessiert, die Sie liefern, als an den Methoden, die Sie anwenden.

Bereiten Sie einen schriftlichen Maßnahmenplan vor, in dem Sie detailliert die einzelnen Schritte aufführen, wie und wann Sie Ihre neuen Fähigkeiten und Ihr neues Wissen einführen wollen. Da die Einführung neuer Techniken selbst schon ein Projekt ist. nehmen Sie dieselben Informationen in den Maßnahmenplan auf. die auch in Ihrem Projektplan enthalten sind. Wenn Sie den Maßnahmenplan entwickeln, achten Sie darauf, dass Sie genau die Verhaltensweisen beschreiben, die .Sie umsetzen wollen. Nehmen wir an, Sie haben sich vorgenommen, in Zukunft die Projektziele klar und eindeutig schriftlich zu formulieren. Dieses gewünschte Verhalten können Sie auf unterschiedliche Weise formulieren:
✓ Unspezifisch: Gewünschte Ziele klar beschreiben.
✓ Besser: In jeder Projekt-Zielformulierung entwickle ich ein oder mehrere Methoden, um den Umfang des Projekterfolgs zu messen. Für jede Maßnahme entwickle ich ein oder mehrere Leistungsparameter, die den Erfolg widerspiegeln.

Die Alternative liefert ein viel klareres Bild von genau dem Verhalten, das Sie praktizieren wollen. Außerdem können Sie eine oder mehrere Personen benennen, die sich bereit erklären, Ihre Leistung zu beobachten und Ihnen eine objektive und aufrichtige Rückmeldung zu gehen. Legen Sie die Termine fest, an denen Sie sich mit ihnen treffen wollen, um über ihre Einschätzung zu sprechen.

Die neuen Fähigkeiten und das neue Wissen an andere Weitergeben
Je mehr Sie sich an die neuen Fähigkeiten gewöhnen und Ihre besseren Leistungen sichtbar werden, desto eher möchten Sie diese neuen Fähigkeiten an andere weitergeben. Leider kann es passieren, dass Sie, wenn Sie den Teammitgliedern raten, diese tolle neue Technik anzuwenden, auf Skepsis und Widerstand stoßen. Denken Sie daran: Auch Sie brauchten ein wenig Zeit, um den möglichen Nutzen dieser Werkzeuge zu verstehen und zu erkennen, bevor Sie bereit waren, sie auszuprobieren. Folgende Vorschläge können Ihnen helfen, die neuen Fähigkeiten und das neue Wissen so effektiv wie möglich an andere weiterzugeben:

✓ Zeigen Sie den Menschen, dass die Techniken funktionieren und wie sie benutzt werden, anstatt sie verbal zu überzeugen. Mit anderen Worten, nutzen Sie die Techniken selbst und zeigen Sie Ihren Fortschritt und den Nutzen. Jeder ist interessiert daran. Techniken zu erlernen, von denen man glaubt, dass sie helfen, die Ziele zu erreichen.
✓ Benutzen Sie keine Fachausdrücke oder Abkürzungen. Lassen Sie das Werkzeug oder die Technik für sich selbst sprechen. Anstatt den Menschen zu erzählen. wie eine Verantwortungsmatrix hilft, die Rollen der Teammitglieder testzuschreiben, sagen Sie (falls Sie gefragt werden) einfach, dass Sie eine einfache Tabelle benutzen, die zeigt, wie jede Ressource mit den einzelnen Projektaktivitäten in Verbindung steht.
✓ Konzentrieren Sie sich auf die Ergebnisse, die Sie mit dem Werkzeug erzielen, und nicht darauf, wie es benutzt wird. Die Teammitglieder werden eine bestimmte Praktik übernehmen, weil sie glauben, dass sie ihnen hilft, die Ziele zu erreichen, nicht weil jemand anders ihnen gesagt hat. dass es eine gute Idee wäre. Wenn die anderen sehen, wie erfolgreich Sie Ihre Aufgaben meistern, werden sie schon fragen, ob Sie eine bestimmte Technik anwenden.

Durch das Intranet
Wenn Sie nach Möglichkeiten suchen, wie Sie Ihre Informationen an möglichst viele Menschen weitergeben können, überlegen Sie. ob es möglich und sinnvoll ist. in dem unternehmenseigenen Intranet einen Platz zu finden, wo allgemeine und unternehmensspezifische Projektmanagement-Themen und -Informationen veröffentlicht werden. Dazu gehören zum Beispiel:
✓ aktuelle Versionen der Strategien und Abläufe, die bezüglich des Projektmanagements in Ihrem Unternehmen gelten
✓ alle Ankündigungen, Memos und schriftliche Informationen, die sich mit Projektmanagement-Themen und -Maßnahmen im Unternehmen beschäftigt
✓ Beispiele guter Planungs- und Kontrolldokumente aus tatsächlich durchgeführten Projekten
✓ Fachartikel zum Thema Projektmanagement

Auf informellem Weg
Eine weitere Möglichkeit, Informationen zu verbreiten ist die, während des Mittagessens oder nach der Arbeit informelle Meetings abzuhalten, bei denen sich die Gruppe mit ausgewählten Themen beschäftigt. Sie könnten interne oder externe Redner einladen, um allgemeine Techniken und Verfahren sowie die unternehmensspezifischen Themen und Praktiken zu erörtern.

Über die Projektmanagement-Abteilung
Sie können auch anbieten, mit der Projektmanagement-Abteilung (PMA) Ihres Unternehmens zu kooperieren und ihnen zu helfen, Projektmanagement-Techniken zu optimieren. Wenn es keine solche Abteilung gibt, können Sie auch vorschlagen, eine zu schaffen. Eine PMA dient als zentrale Stelle für die auf ein Projektmanagement bezogenen Maßnahmen in einem Unternehmen. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von PMA:
✓ Eine relativ kleine Gruppe von Menschen, die einige oder alle folgenden Tätigkeiten übernehmen:
• die Projektmanagement bezogenen Strategien, Abläufe und Formulare in einem Unternehmen entwickeln, verbreiten und pflegen
• helfen, die Projektmanagement-Fähigkeiten der Mitarbeiter durch Mentoring oder Schulungen zu verbessern
• die zentrale Datei mit sämtlichen Informationen über laufende und abgeschlossene Projekte pflegen
• Informationen konsolidieren und regelmäßige Fortschrittsberichte für die unternehmenseigenen Projekte erstellen
• eine Bibliothek mit den allgemeinen Projektmanagement relevanten Informationen pflegen
• den Teil des Intranets pflegen, der sich auf den Bereich Projektmanagement bezieht
• ausgewählte Projektmanagement-Aufgaben in laufenden Projekten übernehmen oder Kollegen bei diesen Aufgaben unterstützen
✓ Eine Unternehmenseinheit, der alle Projektmanager funktional zugeordnet sind. Neben den oben genannten Aufgaben ist diese Abteilung auch dafür verantwortlich, die Projektmanager auszuwählen und die komplexeren Maßnahmen im Unternehmen zu managen.

Wichtige Begriffe zum Thema Projektmanagement und Projektcontrolling – detailliertere Information

Abhängigkeit: Eine Beziehung zwischen zwei Vorgängen, die besagt, dass der eine beendet sein muss, bevor der andere beginnen kann.

Abhängigkeitsdiagramm: Siehe Netzplan.

Adressat(en): Eine Person oder Gruppe, die Ihr Projekt unterstützen soll, die von Ihrem Projekt beeinflusst wird oder die an Ihrem Projekt interessiert ist.

Abschlussbewertung: Eine Sitzung, auf der die gesammelten Erfahrungen diskutiert werden, Personen für ihre Leistung gewürdigt werden. Schritte festgelegt werden, wie man gute Herangehensweisen in der Zukunft beibehält, und Pläne aufstellt, wie in zukünftigen Projekten auftretende Leistungsprobleme korrigiert werden können.

Aktivitätenplan: Eine Tabelle, in der sämtliche Projektaktivitäten mit den Anfangs- und Endterminen aufgelistet sind.

Aktivitätenbericht: Eine Tabelle, in der sämtliche Projektaktivitäten mit den geplanten Anfangs- und Endterminen und den tatsächlichen Anfangs- und Endterminen aufgelistet sind.

Aktivität: Die Arbeit, die erledigt werden muss, um in Ihrem Projekt von einem Ereignis zum nächsten zu gelangen (auch Vorgang genannt).

Annahmen: Ungenaue Informationen, die man während der Konzept-, der Planungs- und Durchführungsphase als Fakt betrachtet.

Arbeitsauftrag: Schriftliche Beschreibung der Arbeit, die von Personen oder Gruppen innerhalb Ihres Unternehmens erledigt werden muss, um Ihr Projekt zu unterstützen.

Arbeitsaufwand: Siehe auch Personalaufwand.

Arbeitslast-Tabelle: Eine Tabelle, die zeigt, wie viel Zeit Sie täglich, wöchentlich oder monatlich für eine bestimmte Aktivität investieren.

Arbeitslast-Diagramm: Eine Grafik, die zeigt, wie viel Zeit Sie täglich, wöchentlich oder monatlich für eine bestimmte Aktivität investieren; auch Ressourcen-Histogramm genannt.

Arbeitswertbetrachtung: Eine Methode, mit der man alleine auf der Grundlage des Ressourcenverbrauchs ermittelt, ob man über oder unter dem Budget liegt und ob man dem Zeitplan voraus ist oder hinterher hinkt.

Aufgabe: Zweite Detaillierungsstufe in der Projektstruktur.

Aufgabenpaket: Die erste Detaillierungsstufe in der Projektstruktur.

Auftragsbestätigung: Zusage eines Lieferanten, dass er einen von Ihnen angefragten Artikel zum angegebenen Preis zuzüglich der Nebenkosten liefern kann.

Auslastung: Der Anteil der Arbeitszeit, der tatsächlich für Projekttätigkeiten und nicht für andere allgemeine Aufgaben verbraucht wird.

Autorität: Die Fähigkeit, für Ihr Projekt verbindliche Entscheidungen hinsichtlich der Ergebnisse. Zeitpläne, Ressourcen und Arbeitsverteilung zu treffen.

Background: Wie und warum es zu Ihrem Projekt kam, wer es initiiert hat sowie die organisatorischen und externen Umweltbedingungen, in dem es durchgeführt werden soll: das Warum Ihres Projekts.

Backing in: Die so genannte Anschleichmethode, bei der man am Ende des Projekts beginnt und sich rückwärts bis zum Anfang schleicht. Man nimmt einfach sämtliche Aktivitäten, die einem auf diesem Weg begegnen, setzt die Dauer fest und diese summiert sich dann – zufällig – zu der Zeitdauer auf. die Ihr Projekt in Anspruch nehmen darf.

Balkendiagramm: Siehe Gand-Diagramm.

Bedarf: Eine Anforderung, die Sie erfüllen müssen, damit das Projekt als erfolgreich gewertet wird.

Bedarfsmeldung: Eine schriftliche, genehmigte Bestellung für einen Artikel, die Sie an die Einkaufsabteilung schicken.

Bekannte Unbekannte: Informationen im Zusammenhang mit Ihrem Projekt, die Sie nicht haben, aber jemand anders. Siehe auch unbekannte Unbekannte.

Beobachter: Jemand, der an den Aktivitäten und Ergebnissen Ihres Projekts interessiert ist.

Beschränkung: Eine Einschränkung hinsichtlich dessen, was Sie erreichen sollen, wie Sie es erreichen und zu welchen Kosten Sie es erreichen können.

Bestellung: Eine formale Aufforderung der Einkaufsabteilung an einen Lieferanten zur Lieferung eines bestimmten Produkts.

Budget: Eine detaillierte, zeitnahe Schätzung der Kosten aller Ressourcen, die für Ihr Projekt notwendig sind.

Champion: Eine Person in einer höheren Position im Unternehmen, die Ihr Projekt engagiert unterstützt und sich in Auseinandersetzungen, bei Planungsmeetings und sonstigen Sitzungen für Ihr Projekt einsetzt und alles tut. um dafür zu sorgen, dass Ihr Projekt erfolgreich zu Ende geführt wird.

Dauer: Die tatsächliche Zeit, die zur Durchführung eines Vorgangs/einer Aktivität benötigt wird. Siehe auch verbrauchte Zeit oder Zeitspanne.

Delegieren: Jemandem insgesamt oder teilweise die eigene Autorität übertragen. Detaillierte Aufwandsschätzung: Eine Auflistung der geschätzten Kosten für jede einzelne Projektaktivität.

Direkte Kosten: Ausgaben für Ressourcen, die ausschließlich zur Durchführung des Projekts benötigt werden.

Driver: Jemand, der bei der Festlegung der anzustrebenden Ergebnisse ein Mitspracherecht hat; jemand, für den Sie das Projekt durchführen.

Earned Value Management (EVM): Eine Analysemethode die ausschließlich auf dem Ressourcenaufwand basiert und mit der man feststellen kann, ob das Projekt über oder unter dem geplanten Budget und innerhalb oder außerhalb des Zeitplans liegt.

Echte Gemeinkosten: Ausgaben, die ein Unternehmen am Leben erhalten.

Einschränkungen: Beschränkungen, die andere Ihrem Projekt hinsichtlich der erwarteten Ergebnisse, der Zeitvorgaben, der zur Verfügung stehenden Ressourcen und der Arbeitsmethoden auferlegen.

Ereignis: Ein wichtiger Punkt im Verlauf Ihres Projekts, auch Meilenstein oder Zwischenziel genannt.

Fast tracking: Zwei oder mehrere Vorgänge gleichzeitig durchführen, um die Gesamtdauer eines Projekts zu reduzieren.

Fortschritts-Gantt-Diagramm: Ein Gantt-Diagramm, in dem der Fortschritt der einzelnen Aktivitäten dargestellt ist. indem der jeweilige Anteil in dem entsprechenden Balken grau dargestellt wird.

Frühester Anfangszeitpunkt (FAZ): Der frühestmögliche Zeitpunkt, zu dem Sie mit einem Vorgang beginnen können.

Frühester Endzeitpunkt (FEZ): Der frühestmögliche Zeitpunkt, zu dem Sie einen Vorgang beenden können.

Funktionalmanager: Der direkte Vorgesetzte eines Ihrer Teammitglieder.

Funktionalorganisation: Organisationsform, bei der für Projekte dieselben Fachgruppen eingerichtet werden, wie sie auf Gesamtunternehmensebene existieren.

Gantt-Diagramm: Eine grafische Darstellung, benannt nach Henry Gantt, die aus Balken auf einer Zeitschiene besteht, die ausdrücken. wann jede einzelne Aktivität beginnt, durchgeführt wird und endet.

Gewichteter Arbeitsaufwand: Eine Kombination des Stundensatzes eines Mitarbeiters mit den verbundenen indirekten Kosten.

Grobe Rahmenschätzung: Eine erste Einschätzung der Kosten auf der Grundlage der Arten von Aktivitäten, die Ihr Projekt enthält.

Grundlinie: Der Plan, den Sie als Richtlinie für Ihre Projektaktivitäten und als Hilfsmittel zur Fortschrittsbewertung benutzen.

Human-Ressourcen-Matrix: Eine Tabelle, in der für jede Lowest-Level-Aktivität angegeben ist, wer daran arbeitet und wie groß der Arbeitsaufwand ist.

Indirekte Kosten: Ausgaben für Personal, Rohstoffe. Anlagen. Betriebsmittel und Dienstleistungen, die Ihr Projekt unterstützen.

Initiator: Derjenige, der die ursprüngliche Idee hatte, die zur Planung Ihres Projekts führte.

Key-Event-Bericht: Eine Tabelle, in der sämtliche geplanten Projektereignisse, die voraussichtlichen Eintrittstermine und die tatsächlichen Eintrittstermine aufgeführt sind.

Key-Event-Liste: Eine Tabelle, in der sämtliche geplanten Projektereignisse mit den voraussichtlichen Eintrittsterminen aufgeführt sind.

Kiek-off-Meeting: Formales Meeting, auf dem der Start Ihres Projekts bekannt gegeben wird.

Kosten-Nutzen-Analyse: Eine vergleichende Einschätzung des erhofften Nutzens im Vergleich zu den geschätzten Kosten für die Projektdurchführung und anschließende Nutzung der produzierten Resultate.

Kostenaufstellung: Eine Tabelle, in der sämtliche Aktivitäten, die geplanten Kosten und die tatsächlichen Ausgaben aufgeführt sind.

Kritischer Pfad: Eine Folge von Vorgängen in Ihrem Projekt, deren Beendigung am längsten dauert.

Leistungsmaßstab: Ein Indikator, mit dem ermittelt wird, ob ein Projektziel erreicht wurde oder nicht.

Leistungsperiode: Eine Zeitspanne, auf die sich die Projektüberwachung bezieht.

Leistungsziel: Der Wert eines Leistungsmaßslabs. der angibt, wann ein Ziel erfolgreich erreicht wurde.

Linear Responsibility Chart: Eine Matrix, die zeigt, welche Rolle die einzelnen Akteure bei der Durchführung der einzelnen Projektaktivitäten spielen.

Machbarkeitsstudie: Eine formale Untersuchung, die ermitteln soll, wie wahrscheinlich es ist, dass bestimmte Arbeiten erfolgreich erledigt oder bestimmte Ergebnisse erzielt werden.

Macht: Die Fähigkeit, das Verhalten anderer zu beeinflussen.
Marktbedarfsanalyse: Ein formaler Antrag auf Entwicklung oder Überarbeitung eines Produkts.

Matrixorganisation: Eine Organisationsform, bei der unterschiedliche Personen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen einen Teil ihrer Arbeitszeit in Ihrem Projekt mitarbeiten.

Meilenstein: Siehe auch Ereignis.

Mikromanagement: Jemand überträgt einem anderen eine Aufgabe und mischt sich dann in unangemessener Weise und völlig unnötig in die Durchführung dieser Aufgabe ein.

Netzplan: Ein Flussdiagramm, in dem die Reihenfolge dargestellt ist, in der Sie die einzelnen Vorgänge bearbeiten wollen.

Nicht-kritischer Pfad: Eine Folge von Aktivitäten in Ihrem Projekt, die sie in gewissem Rahmen verzögern können, ohne den frühestmöglichen Endtermin des Gesamtprojekts zu überschreiten.

Organisationsplan: Eine Beschreibung der organisatorischen Voraussetzungen, die für ein gefordertes Produkt, eine Dienstleistung oder ein System erforderlich sind.

Personalaufwand: Die tatsächliche Zeit, die jemand mit der Durchführung einer Projektaktivität verbringt. Siehe auch Arbeitsaufwand.

Personaleinsatzplan: Eine Tabelle, in der sämtliche Vorgänge, der voraussichtliche Aufwand und der tatsächliche Arbeitsaufwand aufgeführt sind.

PERT (Program Evaluation and Review Technique): Eine Netzplanmethode, bei der drei Zeiten angegeben werden (optimistische Zeit, wahrscheinliche Zeit und pessimistische Zeit), um darzustellen, wie groß die Zeitspanne für einen bestimmten Vorgang ist.

PERT-Diagramm: Ein Netzplan im Vorgangspfeil-Netzplanformat.
Primäre Informationsquelle: Ort, an dem sich die von Ihnen benötigte Information befindet.

Produktivität: Die Ergebnisse, die man pro Zeiteinheit, die für eine bestimmte Aktivität investiert wird, erzielt.

Programm: Andauernde Bemühungen, eine langfristige Mission zu erfüllen; besteht aus einer Reihe von Projekten.

Projekt: Ein Arbeitsauftrag mit bestimmten Ergebnissen, einem festgelegten Anfangs- und Endzeitpunkt und vorgegebenen Ressourcenbudgets.

Projekt-Chart: Ein Dokument, das von der obersten Unternehmensebene ausgestellt wird, und in dem dem Projektmanager die Autorität übertragen wird, zur Durchführung des Projekts Personal zu koordinieren.

Projektantrag: Ein schriftlicher Antrag einer Gruppe innerhalb eines Unternehmens zur Durchführung eines Projekts.

Projektauftrag: Eine schriftliche Bestätigung dessen, was Ihr Projekt hervorbringt und unter welchen Bedingungen die Projektaktivitäten durchgeführt werden.

Projektdirektor: Siehe Projektmanager.

Projektkontrolle: Methode zur Sicherstellung, dass die Projektarbeit planmäßig verläuft und dass die gewünschten Ergebnisse erzielt werden.

Projektleiter: Siehe Projektmanager.

Projektleitung: Prozess, in dem die Projektvision und -Strategie entwickelt und bekannt gemacht wird, wo die Beteiligten zu Zusagen über die Durchführung bestimmter Arbeiten aufgefordert werden und bei dem die Beteiligten ständig motiviert werden.

Projektmanagement: Prozess, in dem Sie Ihr Projekt vom Start über die Durchführungsphase bis zur Beendigung führen. Dazu gehören die Bereiche Planung, Organisation und Kontrolle.

Projektmanager: Die Person, die letzten Endes für die erfolgreiche Durchführung eines Projekts verantwortlich ist.

Projektplanung: Innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen wird ein Maßnahmenplan erstellt, der zeigt, wie die vorgegebenen Ziele innerhalb der bestehenden Beschränkungen erreicht werden können.

Projektprofil: Siehe Projektskizze.

Projektskizze: Gibt die wichtigsten Informationen über ein Projekt wieder. Wird auch Projektzusammenfassung oder Projektprofil genannt.

Projektstruktur: Siehe Work Breakclown Structure (WPS).

Projektumfang: Eine allgemeine Beschreibung der Arbeiten, die im Rahmen Ihres Projekts erledigt werden müssen (das Was Ihres Projekts).

Projektzusammenfassung: Siehe Projektskizze.

Prozess: Eine Reihe von Schritten, die routinemäßig ausgeführt werden, um eine bestimmte Punktion auszuführen.

Pufferzeit: Die Zeit, um die Sie einen Vorgang verzögern können, ohne den frühestmöglichen Endtermin des Gesamtprojekts zu überschreiten.

Qualifikationsplan: Eine Tabelle, in der die Fähigkeiten, Kenntnisse und Interessen der einzelnen Mitarbeiter aufgeführt sind.

Ressourcen-Histogramm: Siehe Arbeitslast-Diagramm.

Risiko: Die Möglichkeit, dass Sie zeitliche, ergebnisbezogene oder ressourcenbezogene Ziele nicht einhalten können, weil etwas Unvorhergesehenes geschieht oder etwas Geplantes nicht passiert.

Risikofaktor: Eine Situation, die dazu führt, dass ein oder mehrere Projektrisiken eintreten.
Risikomanagement: Der Prozess, in dessen Verlauf mögliche Risiken identifiziert, die möglichen Auswirkungen auf das Projekt erkannt und Pläne zur Eindämmung dieser negativen Auswirkungen erstellt werden.

Rückwärtsrechnung: Man beginnt am Ende des Projekts und bewegt sich auf jedem Pfad rückwärts zum Beginn des Projekts und berechnet für jeden Vorgang die spätesten Anfangs und Endtermine.

Schein-Gemeinkosten: Ausgaben für Ressourcen, die zur Durchführung der Projektaktivi- täten benötigt werden, die aber schwierig zu unterteilen und nicht direkt zuzuordnen sind.

Sekundäre Informationsquelle: Jemand anders berichtet von einer Information, die sich in einer primären Informationsquelle befindet.

Spätester Anfangszeitpunkt (SAZ): Der Spätestmögliche Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang begonnen werden kann, wobei das gesamte Projekt noch in der kürzestmöglichen Zeit beendet werden kann.

Spätester Endzeitpunkt (SEZ): Der spätestmögliche Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang beendet werden kann, wobei das gesamte Projekt noch in der kürzestmöglichen Zeit beendet werden kann.

Stakeholder: Eine Person oder Personengruppe, deren Unterstützung zur Durchführung Ihres Projekts benötigt wird oder die von Ihrem Projekt betroffen ist.

Strategie: Die generelle Herangehensweise an die Hauptarbeit Ihres Projekts; das Wie Ihres Projekts.

Supporter: Jemand, der Ihnen bei der Durchführung Ihres Projekts hilft.

Teilaufgabe: Dritte Detaillierungsebene in der Projektstruktur.

Unbekannte Unbekannte: Eine Information, die mit Ihrem Projekt in Zusammenhang steht, die Sie aber nicht haben, weil sie noch nicht existiert. Siehe auch Bekannte Unbekannte.

Verantwortlichkeit: Jemandem klarmachen, welche Folgen eine bestimmte Leistung hat.

Verantwortung: Übernahme der Verpflichtung, bestimmte Projektergebnisse zu erzielen.

Verbrauchte Zeit: Siehe Dauer.

Verfügbarkeit: Der Zeitanteil, in dem Sie für Arbeit zur Verfügung stehen, im Gegensatz zu freien Tagen etc.

Verteilerliste: Eine Liste mit Personen, die Kopien aller Schriftstücke erhalten.

Vollständiges, genehmigtes Projektbudget: Ein detailliertes Projektbudget, das von den entscheidenden Personen genehmigt wurde. Die Entscheider versprechen, dieses Budget zu unterstützen.

Vorgang: Die Arbeit, die erledigt werden muss, um in Ihrem Projekt von einem Ereignis zum nächsten zu gelangen (auch Aktivität genannt).

Vorgangs-Netzplan: Ein Netzplan im Vorgangsknotenformat.

Vorgangspfeil-Netzplan: Ein Netzplanformat, in dem die Knoten Ereignisse und die Pfeile Vorgänge darstellen.

Vorgangsknoten-Netzplan: Ein Netzplanformat, in dem die Knoten sowohl Ereignisse als auch Vorgänge darstellen.

Vorwärtsrechnung: Eine Rechenmethode, bei der man vom Projektanfang ausgehend die frühesten Anfangs- und Endzeitpunkte jedes einzelnen Vorgangs auf sämtlichen Pfaden bis zum Projektende berechnet.

Work-Breakdown-Structure (YVBS): Eine geordnete, hierarchische Darstellung sämtlicher in einem Projekt durchzuführender Tätigkeiten; wird auch Projektstruktur genannt.

Zeitspanne: Siehe Dauer.

Zeitspannenschätzung: Eine möglichst genaue Einschätzung, wie lange die Durchführung einer bestimmten Aktivität tatsächlich dauern wird.

Zentralisierte Organisationsstruktur: Eine Form der Projektarbeit, bei der einzelne Abteilungen eingerichtet werden, die sämtliche Projektaufgaben in einem bestimmten Fachbereich übernehmen.

Zielbeschreibung: Eine kurze Beschreibung dessen, was Ihr Projekt erreichen soll.

Zielvorgabe: Ein Ergebnis, das Ihr Projekt produzieren soll. Sie besteht aus einer Beschreibung, einem oder mehreren Leistungsindikatoren und der Festlegung der Leistungsziele.

Zweck: Eine kurze Aussage darüber, was Ihr Projekt enthält und warum es initiiert wurde. Diese Darstellung gibt meistens Aufschluss über den Hintergrund, den Umfang und die zu verfolgende Strategie.

Einsatz von Computerprogrammen und Software – Projektmanagement Strategien

Effektives Projektmanagement verlangt, dass man Systeme und Abläufe einrichtet, damit Menschen Zusammenarbeiten und gemeinsam Ziele erreichen können. Ein wichtiger Bestandteil des Projektmanagements sind Informationen: Sie müssen besorgt, aufbewahrt, analysiert und verbreitet werden. Der Schlüssel zum erfolgreichen Projektmanagement liegt darin, dass man Informationen dazu benutzt, die Leistung der Beteiligten in die richtigen Bahnen zu lenken und zu fördern. Der technische Fortschritt liefert uns immer preiswertere und bessere Möglichkeiten. Informationen zu verarbeiten. Mit Hilfe von Computerprogrammen kann man Informationen eingeben, aufbewahren und analysieren und die Ergebnisse professionell aufbereitet präsentieren.

E-Mails bieten die Möglichkeit, schriftlich mit Leuten weltweit zu jeder Tages- und Nachtzeit zu kommunizieren. Technologie alleine sorgt aber nicht für ein motiviertes und zielorientiertes Team und gute Leistungen. Verlässt man sich zu sehr auf die moderne Technologie, kann das sogar zur Folge haben, dass die Arbeitsmoral sinkt. Teammitglieder verwirrt und schlecht organisiert sind und die Leistung schlechter wird. Dieses Artikel zeigt Ihnen, wie Sie neue Technologien bei den Aufgaben einsetzen. bei denen sie sinnvoll sind. Für die Aufgaben, die für den Einsatz neuer Technologien nicht geeignet sind, erläutere ich Ihnen andere, angemessenere Methoden, um den Informationsbedarf bestimmter Personen zu decken. Die Programme, die heute auf dem Markt erhältlich sind und mit denen man Analysen durchführen und Ergebnisse toll aufbereitet präsentieren kann und die einem bei der Planung und Überwachung helfen, sehen so logisch aus. dass man annehmen könnte, dass schon der bloße Einsatz dieser Programme den Erfolg eines Projekts garantiert. Doch auch wenn die Software effektiv und effizient funktioniert, kann sie folgende wichtige Aufgaben nicht erledigen:

✓ Sicherstellen, dass die eingegebenen Informationen korrekt definiert sind, dass sie aktuell sind und dass sie genau sind. Meistens werden Informationen, die zur Projekt- Planung oder -Überwachung benötigt werden, von Menschen gesammelt und dann in einen Computer eingegeben. Sie können die Software so programmieren, dass sie prüft, ob das Format richtig ist oder ob die Informationen in sich schlüssig sind, aber sie kann nicht die Qualität und Integrität der Daten prüfen. Sie setzen ein Computerprogramm ein, um die Laborstunden zu erfassen, die Ihre Teammitglieder Ihrem Projekt belasten. Sie können den Computer so programmieren, dass er keine Stunden annimmt, die versehentlich einem ungültigen Projektcode zugeordnet werden. Aber Sie können ihn nicht so programmieren, dass er erkennt, wenn Stunden fälschlicherweise einem Projekt zugeordnet werden, das zufällig einen gültigen Code hat.

✓ Entscheidungen fällen. Programme können helfen, objektiv zu errechnen, was passieren würde,
wenn Sie eine Reihe unterschiedlicher Maßnahmen einleiten würden. Die Software kann aber nicht
alle objektiven und subjektiven Überlegungen abwägen, um dann zu entscheiden, welche
Maßnahmen eingeleitet werden sollten.

✓ Dynamische zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen und aufrechterhalten. Auch wenn
Chatrooms, E-Mails und andere computergestützte Kommunikationsformen eine große
Anziehungskraft auf die Leute ausüben, so fördern sie doch nicht die enge und vertrauensvolle
Beziehung zu anderen Menschen. Wenn überhaupt, dann erschwert die Technologie das
gegenseitige Kennenlernen sogar, weil man keine Möglichkeit hat, die Gesichtsausdrücke und
Körpersprache seiner Gesprächspartner zu sehen.

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Arten von erhältlicher Sollware, zeigen Ihnen, wie Software helfen kann, Ihr Projekt zu managen und wie Sie sie in Ihre Arbeitsumgehung integrieren.

Welche Software eignet sich für Projektmanagement
Wenn Ihr Projekt ausreichend komplex ist. können Sie für eine Reihe von Aufgaben Software einsetzen, zum Beispiel dazu, wichtige Informationen zu speichern und zu finden, die Informationen zu analysieren und aktualisieren, Präsentationen vorzubereiten und Berichte zu erstellen, die die Informationen und Ergebnisse der Analysen beschreiben. Die erhältliche Software unterteilt sich in zwei Kategorien. Jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Separate Spezialprogramme
Separate Spezialprogramme bestehen aus separaten Paketen, die ein oder zwei Aufgaben sehr
gut erledigen. Nachfolgend finden Sie einige dieser Spezialprogramme, die sie bei der Projektplanung und -Umsetzung unterstützen können.
✓ Textverarbeitung (zum Beispiel Microsoft Word): Sie ist nützlich bei der Vorbereitung von Projektplänen, bei der Erstellung des Projekt-Logbuchs für Statusberichte und zur Vorbereitung der schriftlichen Kommunikation.
✓ Grafik- und Präsentationsprogramme (zum Beispiel Microsoft PowerPoint): Sie sind sehr nützlich zur Erstellung von Folien und Diashows für Projektpräsentationen, Diagrammen und Grafiken für Berichte und Publikationen.
✓ Täbellenkalkulation (zum Beispiel Microsoft Excel): Sie ist nützlich für die Speicherung einer begrenzten Anzahl von Daten, für wiederkehrende Berechnungen und zur Präsentation der Daten in unterschiedlichen Formaten.
✓ Datenbanken (zum Beispiel Microsoft Access): Sie sind nützlich zum Speichern und Abrufen großer Datenmengen für weitere Analysen und Präsentationen.
✓ Buchhaltung (zum Beispiel Intuit QuickBooks): Sie ist nützlich, um die Einnahmen und Ausgaben des Projekts zu erfassen und verschiedene beschreibende und vergleichende Berichte zu erstellen.
✓ Tagesplanung und Terminkalender (zum Beispiel Microsoft Outlook): Sie sind nützlich, um einen Terminkalender zu führen, eine To-do-Liste zu erstellen, die Adressen zu verwalten und die E-Mails zu managen.

Viele Hersteller bieten Softwarepakete in den oben genannten Kategorien an. Ich schätze jedoch, dass ungefähr 80 Prozent der Unternehmen, für die ich gearbeitet habe, sich für die Produkte von Microsoft entschieden haben. Deshalb habe ich hier die Beispiele der Microsoft-Programme genannt, weil die Wahrscheinlichkeit groß ist. dass Sie diese Programme kennen und sie problemlos auf Ihrem Computer installieren können, falls Sie sie nicht schon auf Ihrem Computer installiert haben.
Ursprünglich waren diese Spezialprogramme so ausgelegt, dass sie eine oder zwei Funktionen sehr gut erfüllen konnten. Im Laufe der Zeit wurden sie jedoch weiterentwickelt und es wurden weitere Funktionen eingebaut, die die ursprünglichen unterstützen sollen: Textverarbeitungsprogramme enthalten heutzutage auch Tabellenkalkulationsfunktionen, Funktionen zur Erstellung von Grafiken und Datenbankfunktionen, und Datenbankprogramme enthalten Tabellenkalkulations- und Textverarbeitungsfunktionen.

Grundsätzlich haben Spezialpakete folgende Stärken:
✓ Sie bieten in ihrem Spezialbereich umfangreiche Funktionen. Ein Grafik- und Präsentationsprogramm macht es relativ einfach, sehr gute Präsentationen zu erstellen, mit denen man sehr gut Informationen vermitteln und Zuhörer begeistern kann.
✓ Wahrscheinlich sind einige der Pakete bereits auf Ihrem Computer installiert. Das heißt, dass Sie sie sofort und ohne zusätzliche Kosten einsetzen können.
✓ Es ist wahrscheinlich, dass Ihre Teammitglieder viele dieser bekannten Spezialprogramme bereits bedienen können. Das führt dazu, dass sie eher bereit sind, diese auch zu benutzen, und sie auch richtig bedienen.

Allerdings sollte man folgende Punkte bedenken:
✓ Diese Programme verleiten zu einer häppchenweisen Planungs- und Überwachungsmethode, was dazu führen kann, dass wichtige Schritte übersehen werden. Sie können ein Grafikprogramm benutzen, um mit den Daten, die Sie eingeben, ein Gantt-Diagramm zu erstellen. Ob ein Zeitplan realistisch ist oder nicht, erkennt man erst, wenn man die Abhängigkeiten zwischen den Vorgängen ermittelt, während man die Daten eingibt. In einem Grafikprogramm ist das nicht möglich.
✓ Sie lassen sich nicht sehr leicht integrieren. Sie können beispielsweise Ihren Zeitplan als Gantt-Diagramm in einem Grafikprogramm darstellen und die Arbeitsstunden während der Projektlaufzeit für jede Aufgabe in einem Tabellenkalkulationsprogramm erfassen. Wenn eines Ihrer Teammitglieder aber unerwartet für eine Woche ausfällt, müssen Sie in beiden Programmen Veränderungen vornehmen: die neue Verteilung der Personenstunden in dem Tabellenkalkulationsprogramm und die Veränderungen in dem Gantt-Diagramm in dem Grafikprogramm, damit die neuen Anfangs- und Endtermine für einen Vorgang dargestellt werden. Obwohl einige Programme direkt auf die Daten anderer Programme zugreifen können, ist dieser Prozess oftmals sehr mühsam.

Integrierte Projektmanagement-Software
In einer integrierten Projektmanagement-Software findet man Datenbanken. Tabellen. Grafiken und Textverarbeitungsfunktionen, mit denen man viele der Aufgaben erledigen kann, die normalerweise zur Planung und Durchführung eines Projekts gehören. Ein Beispiel für eine solche integrierte Software ist Microsoft Project, aber es werden heute mehr als 50 weitere Pakete unterschiedlichster Form und Größe auf dem Markt angeboten.

Mit einem normalen Projektmanagement-Programm können Sie Folgendes tun:
Sie können eine hierarchische Eiste der Projektvorgänge und ihrer Komponenten erstellen.
✓ Sie können wichtige Informationen über Ihr Projekt, die Vorgänge und Ressourcen definieren und speichern.
✓ Abhängigkeiten zwischen den Vorgängen können festgelegt werden. (In Artikel 5 finden Sie weitere Informationen über Abhängigkeiten.)
✓ Sie können Zeitpläne aufstellen, in denen die Vorgangsdauer, Abhängigkeiten und der Ressourcenaufwand und die Verfügbarkeit berücksichtigt werden. Stellen Sie Zeitpläne als Gantt-Diagramm und Tabellen dar .

✓ Bestimmte Aufgaben können bestimmten Personen zugeordnet werden, die mit einer bestimmten Intensität für einen bestimmten Zeitraum an diesen Aufgaben arbeiten.
✓ Sie können die anderen Ressourcen für bestimmte Vorgänge zeitlich planen.
✓ Das gesamte Projektbudget kann ermittelt werden.
✓ Sie können die Auswirkungen auf den Zeitplan und die Ressourcen ermitteln, falls der Projektplan geändert wird.
✓ Die Termine können überwacht werden, an denen Vorgänge beginnen oder enden oder wenn Meilensteine erreicht werden.
✓ Sie können die Personenstunden und Ressourcenkosten überwachen.
✓ Sie können Planungs- und Überwachungsdaten in vielen verschiedenen Formaten präsentieren

Auch wenn ein Softwarepaket eine große Bandbreite an Funktionen hat, ist das 1 noch keine Garantie dafür, dass sie auch richtig genutzt werden. Denken Sie an das alte Sprichwort: Wo man Müll hineinsteckt kommt auch nur Müll heraus. Selbst die beste Software kann Ihrem Projekt nicht helfen, wenn die Mitarbeiter nicht korrekte und rechtzeitige Informationen liefern. Integrierte Projektmanagement-Softwarepakete bieten also nicht nur Vor- sondern auch Nachteile.

Folgende Vorteile sind zu nennen:
✓ Die unterschiedlichen Funktionen sind verknüpft. Wenn man beispielsweise einen Personalanforderungsbogen ausgefüllt hat, wird dieser bei der Erstellung des Zeitplans und der Budgets, aber auch bei der Berichterstellung, berücksichtigt.
✓ Diese Pakete enthalten meistens viele verschiedene vorprogrammierte Berichtsformate. Solche vorgefertigten Berichtsformulare erlauben es Ihnen, Formate zu verwenden, die sich als effektiv erwiesen haben. Das spart Ihnen auch Zeit und Geld wenn Sie Ihre Berichte erstellen und verteilen.

Projekt-Portfoliomanagement-Software
Die meisten integrierten Projektmanagement-Programme helfen bei der Planung, Überwachung und dem Berichtswesen in einzelnen Projekten. Software für das Projekt-Portfoliomanagement ist allerdings aus folgenden Gründen etwas Besonderes:
✓ Sie ermöglicht es, Mitarbeiter für Tätigkeiten in mehr als einem Projekt einzuplanen und zu überwachen.
✓ Abhängigkeiten von Aufgaben in unterschiedlichen Projekten können bei der Zeitplanung berücksichtigt werden.
✓ Der Fortschritt und die Ergebnisse mehrerer Projekte können gleichzeitig erfasst und berichtet werden.
✓ Sie unterstützt die Kommunikation im gesamten Unternehmen bezüglich der Planung und der Leistung in den verschiedenen Projekten.

Wenn Ihr Unternehmen folgende Kriterien erfüllt, sollten Sie eine Software zum Projekt-Portfoliomanagement einsetzen:
✓ Es werden mehrere große, abteilungsübergreifende Projekte gleichzeitig umgesetzt.
✓ Die Mitarbeiter werden aus einem gemeinsamen Pool rekrutiert.
✓ Es gibt bereits gut funktionierende Projektmanagement- und Datenerfassungspraktiken und -abläufe.

Der Einsatz eines integrierten Projektmanagement-Pakets kann aber auch zu folgenden Problemen führen:
✓ Die Teammitglieder haben sie vielleicht nicht sofort verfügbar, was dazu führt, dass man Geld für die Anschaffung ausgeben und sie dann noch kaufen und installieren muss.
✓ Die meisten Beteiligten benötigen ein gewisses Maß an Schulung, um sich mit dem Paket vertraut zu machen. Schulungen kosten zusätzlich Zeit und Geld.

Wenn Sie sich für ein integriertes Projektmanagement-Paket entscheiden
Falls Sie sich dazu entschließen, ein integriertes Projektmanagement-Softwarepaket zu nutzen, sollten Sie bei der Auswahl folgende Faktoren beachten:
✓ Arten und Formate von häufig benötigten Berichten. Suchen Sie sich ein Paket heraus, das ohne große Anpassungen die Art von Berichten erstellt, die Sie benötigen.
✓ Die Fähigkeit der Beteiligten, mit Computern umzugehen. Werden sie sich die Zeit nehmen, das Programm zu erlernen? Entscheiden Sie sich für ein Paket, das die Leute auch wirklich benutzen. Es hilft Ihnen nichts, wenn Sie ein Softwarepaket mit modernsten Analyse- und Berichtsfunktionen haben, wenn sich niemand die Zeit nimmt, das Programm zu erlernen.
✓ Die Software, die in Ihrem Unternehmen bereits eingesetzt wird. In der Regel sollten Sie sich für ein Paket entscheiden, das bereits vorhanden ist, weil die meisten damit wahrscheinlich schon Erfahrungen haben.

✓ Die in Ihrem Unternehmen bereits vorhandenen Systeme zur Erfassung von Arbeitsstunden und Projektkosten. Falls es in Ihrem Unternehmen ein solches System bereits gibt, suchen Sie sich ein Paket aus, das sich leicht mit diesem existierenden verbinden lässt. Falls das nicht möglich ist, sollten Sie sich vielleicht für eine Alternative entscheiden, die Ihnen die Möglichkeit gibt, die Informationen zu speichern, die Sie benötigen.
✓ Das organisatorische Umfeld für Ihr Projekt. Wie groß ist der Mitarbeiterpool, aus dem Sie schöpfen können? Wie ist die Anzahl und durchschnittliche Größe der Projekte, die in diesem Unternehmen durchgeführt werden und so weiter. Suchen Sie sich ein Paket heraus, das die notwendige Geschwindigkeit und Kapazität bietet.

Wie Sie Ihre Software unterstützen
Egal, für welches Projektmanagement-Programm Sie sich entscheiden, der Erfolg Ihres Projekts wird letztendlich davon abhängen, wie gut es Ihnen gelingt, die Planung und Überwachung zu koordinieren und durchzuführen. In Tabelle 17.1 sehen Sie unterschiedliche Tätigkeiten, die durch Computerprogramme vereinfacht werden können, und daneben steht, was Sie tun müssen, damit die Aufgabe korrekt erledigt wird.

Funktionen Die richtige Software Ihre Aufgaben
Projektziele doku­mentieren   W. IPMS Sicherstellen, dass es für alle Projektziele Maßstäbe und Leistungsziele gibt. Sicherstellen, dass die Ver­antwortlichen diese Ziele bestätigt haben.
Projektbeteiligte

erfassen

   W. IPMS Die Beteiligten erfassen.
Speichert und visualisiert die Projektstruk­tur    WP. S. G. DB. IPMS Identifiziert alle notwendigen Arbeiten.
Illustriert Teamrollen und -Verantwortlich­keiten     W. S. G. IPMS Die Beteiligten dazu bringen, sich zu ihrer Rolle und Verantwortlichkeit zu bekennen und sich für sie einzusetzen.
Mögliche Zeitpläne aufstellen   IPMS Sicherstellen, dass alle Zeitschälzungen korrekt sind; alle Abhängigkeiten ermitteln; Sicherstellen, dass Driver und Supporter hinter den Zeitplänen stehen.
Verschiedene Zeit­pläne    visualisieren

 

  W. S. G. IPMS Die tatsächlichen Termine aus den verschiedenen Möglichkeiten auswählen.
Den Personalbedarf und den notwendigen Arbeitsaufwand dar­stellen

 

   W. S. G. IPMS Feststellern welches Personal benötigt wird und wel­cher Arbeitsaufwand notwendig ist.
Die Aufteilung der Personal ressourcen im Projektverlauf dar­stellen    S. G. IPMS Festlegen, wann im Laufe des Projekts die einzelnen Mitarbeiter ihre Zeit für das Projekt investieren sol­len; entscheiden, wie man mit Ressourcenkonflikten umgeht.
Finanzielle und an­dere nicht-personelle Ressourcen darstellen

 

   S. G. IPMS Budgets festlegen; diese Budgets den Teammitglie­dern erklären.
Termine für Aktivi­täten und Meilenstei­ne dokumentieren   S. IPMS Abläufe einrichten, mit denen man die Daten zur Er­fassung der zeitlichen Leistung sammelt und erfasst ; sicherstellen, dass alle ihre Daten rechtzeitig zur Verfügung stellen.
Projektarbeitsstunden erfassen   S. IPMS Kontenbezeichnungen festlegen, Abläufe zur Erfas­sung von Arbeitsstunden festlegen; sicherstellen, dass die Arbeitsstunden dem richtigen Konto zuge­ordnet werden; sicherstellen, dass die Daten recht­zeitig geliefert und erfasst werden.
Budgeterfassung, Verpflichtungen und Kosten      S. D. A. IPMS Die Kontobezeichnungen festlegen; sicherstellen, dass Kosten den richtigen Konten zugeordnet wer­den: sicherstellen, dass die Daten rechtzeitig gelie­fert und erfasst werden.
Funktionen Die richtige Software Ihre Aufgaben
Berichte über Zeitplane                 W, A, S. IPMS Formate und Berichtsintervalle festlegen; entschei­den
und Ressourcen­einsatz wer Berichte erhalten soll; Berichte auswerten;
.sicherstellen, dass die Empfänger die Berichte auch
lesen: eventuell erforderliche Korrekturen vorneh­men.
Präsentationen zum                      W, S. G. IPMS Entscheiden, welche Informationen eingearbeitet
Projektfortschritt und werden sollen; festlegen, wer die Berichte bekommen­
den erreichten Zielen oder an den Präsentationen teilnehmen soll.
Vorbereiten

 

Folgende Abkürzungen der Softwarepakete wurden verwandt: WB: Textbearbeitung (Word Processing), Datenbank (Database/.
S: Tabellenkalkulation (Spreadsheet) .4: Buchhaltung (Accounting), RG: Grafik (Business graphics) IPMS: Integrierte Projekt-
management-Software.

Tabelle 17.1: Software, die Sie beim Projektmanagement unterstützt

Projektmanagement Software in Ihre Arbeit einbeziehen
Bevor Sie losrennen und irgendein Computerprogramm für Ihr Projektmanagement kaufen.
sollten Sie überlegen, wie Sie den größten Nutzen aus einem solchen Programm ziehen können und mögliche Stolperfallen meiden. Bei der Auswahl und Installation der Software, sollten Sie Folgendes beachten:
✓ Sie sollten zumindest eine grobe Vorstellung von den unterschiedlichen Projektplanungs und Kontrollmethoden haben, bevor Sie über den Einsatz eines Computerprogramms nachdenken.
✓ Prüfen Sie, welche Software andere in Ihrem Unternehmen einsetzen oder eingesetzt haben; finden Sie heraus, was ihnen daran gefiel, was nicht und warum.
✓ Fragen Sie, wenn möglich, jemanden, der dieses Programm bereits einsetzt, ob Sie es sich einmal ein paar Minuten ansehen dürfen.
✓ Nachdem Sie das Paket auf Ihrem Computer installiert haben, laden Sie ein einfaches Projekt oder einen kleinen Teil eines komplexeren Projekts in das Programm (das heißt. Vorgänge, Vorgangsdauern, Abhängigkeiten, benötigte Ressourcen etc. eingeben).
✓ Nutzen Sie zunächst nur einige der Funktionen (zum Beispiel ermitteln, welche Auswirkungen kleinere Änderungen auf den Zeitplan haben, ein paar einfache Berichte ausdrucken und so weiter). Je sicherer Sie sich mit dem Programm fühlen, desto mehr Funktionen sollten Sie ausprobieren.
✓ Wenn Sie sich mit den Grundlagen vertraut gemacht haben, könnten Sie an einer richtigen Schulung teilnehmen oder selbst ein Handbuch durcharbeiten, um die unterschiedlichen Möglichkeiten des Programms alle kennen zu lernen.

Wenn Sie diese Schritte befolgt haben, können Sie die Software effektiv bei Ihren Planungs und Kontrollmaßnahmen einsetzen. Achten Sie laufend darauf, dass Sie jeweils alle Updates und Software-Überarbeitungen installieren und überlegen Sie, ob Sie Upgrades erwerben sollen, wenn diese entscheidende Zusatzfunktionen bieten.

Earned Value Management und EVM-Formeln – detailliertere Information

Da Sie diesen Abschnitt lesen, gehe ich davon aus, dass Sie eine Möglichkeit suchen, wie Sie Ihren laufenden Projektfortschritt bewerten können. Die Earned Value Arbeitswert- Analyse ist eine Technik, mit der Sie feststellen können, ob Sie im Zeitplan hinterherhinken oder ihm voraus sind und ob Sie über oder unter dem Budget liegen – und das alles lediglich auf der Grundlage der Erfassung der Ressourcenaufwendungen. Diese Methode ist vor allem bei größeren Projekten nützlich, um solche Bereiche zu erkennen, in denen es zu Problemen kommt oder kommen kann. Um so gut wie möglich von diesem Artikel zu profitieren, sollten Sie im Projektmanagement bereits über gewisse Grundkenntnisse verfügen. Dieses Artikel hilft Ihnen, die Earned Value Analyse besser zu verstehen. Zunächst erkläre ich. was genau sich dahinter verbirgt, bevor ich erörtere, wie man Abweichungen ermittelt und interpretiert und diese Erkenntnisse im Projekt praktisch anwendet.

Earned Value Management (EVM) – Was ist das?
Um den Sachfortschritt Ihres Projekts zu überwachen, müssen Sie herausfinden, ob Sie im Zeitplan liegen, ob Sie dem Zeitplan voraus sind oder ihm hinterherhinken und ob Sie über, unter oder im Budget liegen. Normalerweise können Sie aber alleine dadurch, dass Sie die tatsächlichen Kosten mit den geplanten vergleichen, nicht feststellen, ob Sie über oder unter dem Budget liegen. Mit dem EVM können Sie den zeitlichen Fortschritt und die Kosten auf der Grundlage der bis zum heutigen Tag erfassten Ausgaben schätzen. In diesem Abschnitt erkläre ich noch viele weitere Ausdrücke, denen Sie möglicherweise bei der EVM-Analyse begegnen.

Die EVM-Formeln verstehen
Nehmen wir an. Ihr Projekt läuft seit drei Monaten und Sie haben 50.000 Euro dafür ausgegeben. Ihrem Plan zufolge sollten Sie erst am Ende des vierten Monats 50.000 Euro ausgegeben haben. Es scheint, als lägen Sie zum jetzigen Zeitpunkt über dem Budget, aber mit Sicherheit lässt sich das nicht sagen. Einer der beiden folgenden Gründe kann zu dieser Situation geführt haben:
✓ Möglicherweise haben Sie sämtliche geplanten Arbeiten durchgeführt, mussten aber mehr dafür ausgeben als geplant das würde bedeuten, dass Sie zwar im Zeitplan, aber über dem geplanten Budget liegen.
✓ Es ist aber auch möglich, dass Sie mehr Arbeit als geplant durchgeführt haben und dafür genauso viel ausgeben mussten, wie für diesen Teil der Arbeit geplant in diesem Fall lägen Sie innerhalb des Budgets, wären dem Zeitplan aber voraus. Natürlich kann es auch andere Gründe für diese Situation geben. Aber wenn Sie mit EVM arbeiten, erhalten Sie ein genaueres Bild dessen, was die wahren Gründe dafür sind.

Mit der Arbeitswertanalyse bestimmen Sie:
✓ Kostenabweichungen: Der Anteil an der Differenz zwischen geplanten Kosten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt und den tatsächlichen Kosten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, der ausschließlich auf Kosteneinsparungen oder Zusatzkosten basiert.
✓ Zeitplanabweichungen: Die Differenz zwischen dem bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geplanten Zeitaufwand und dem tatsächlichen Zeitaufwand, die daraus resultiert, dass man dem Zeitplan voraus ist oder hinterher hinkt.
✓ Geplante Ist-Kosten: Die geschätzten Gesamtkosten für die Durchführung einer bestimmten Tätigkeit, basierend auf der Annahme, dass sich die Ausgaben bis zur Vollendung der Tätigkeit weiter so entwickeln, wie sie es bis zum jetzigen Zeitpunkt getan haben.

In Abbildung 19.1 sind die wichtigsten Informationen, die in einer Arbeitswertanalyse benutzt und ermittelt werden, dargestellt. Wie Sie sehen, resultiert die Differenz zwischen den geplanten und den tatsächlichen Kosten bis zum Zeitpunkt des Berichts aus den kombinierten Effekten aus Zeitplanüberschreitung und Kosteneinsparungen. Kosten- und Zeitplanabweichungen und der Arbeitswert werden mit Hilfe folgender Informationen ermittelt:
✓ Plankosten (PK) sind die geplanten Kosten für ein bestimmtes Projektstrukturelement, auch als Budgeteil Cost of Work Scheduled (DCWS) bekannt, In Artikel 4 finden Sie weitere Informationen zur Projektstruktur.
✓ Ist-Kosten (IK) sind die tatsächlich angefallenen Kosten für die tatsächliche Arbeitsleistung in einer bestimmten Periode für ein bestimmtes Projektstrukturelement, auch als Actual Cost of Work Performed (ACWP) bekannt.
✓ Earned Value (Arbeitswert = EV) sind die Kosten für die tatsächliche Arbeitsleistung in einer bestimmten Periode für ein bestimmtes Projektstruktur-Element, auch als Budgeted Cost ofWork Performed (BCWP) bekannt.

Earned Value Management und EVM-Formeln31
Abbildung 19.1: Fortschrittsüberwachung mit Hilfe der Arbeitswertanalyse

Kosten- und Zeitplanabweichungen sind mathematisch folgendermaßen definiert:
Kostenabweichung (KA) = EV – IK
Zeitplanabweichung (ZA) = EV – PK

Die Kostenabweichung zu einem bestimmten Zeitpunkt entspricht der Differenz zwischen den Plankosten für eine Arbeitsleistung und den tatsächlichen Kosten für eine Arbeitsleistung. Die Zeitplanabweichung ist die Differenz zwischen dem geplanten Aufwand für eine geplante Leistung und dem geplanten Aufwand für eine tatsächlich erbrachte Leistung. Man kann die Kostenabweichung (KA) und Zeitplanabweichungen (ZA) auch in Prozentwerten darstellen, nämlich folgendermaßen:
KAP = KA 4- EV x 100
ZAP = ZA ⌯PK X 100

Tabelle 19.1 zeigt, dass eine positive Abweichung wünschenswert ist (das bedeutet, dass man entweder unter dem Budget oder unter dem Zeitplan liegt), während eine negative Abweichung einen nicht wünschenswerten Zustand darstellt (eine Überschreitung des Budgets oder eine Überschreitung des Zeitplans).

Abweichung Negativ Null Positiv
Kosten Über Budget Gleich Budget Unter Budget
Zeitplan Über Plan Gleich Plan Unter Plan

Tabelle 19.1: Interpretation der Werte von Kosten und Zeitplanabweichungen

Und schließlich müssen Sie die erwarteten Restkosten zum aktuellen Zeitpunkt ermitteln (Estimate at Completion, EAC), das sind diejenigen erwarteten Kosten, die zum Abschließen der gesamten verbleibenden Arbeit für ein bestimmtes Element der Projektstruktur benötigt werden:
EAC = 1K 4- EV x Gesamtbudget

Dies ist eine vereinfachte Schätzung, weil davon ausgegangen wird, dass sich die Kosten bis zum Projektende so verhalten, wie sie es bis zum jetzigen Zeitpunkt getan haben. Natürlich können bestimmte Umstände dazu führen, dass sich das Ausgabeverhalten ändert oder dass man beschließt, das Ausgabeverhalten zu ändern. um das Projekt zurück auf den ursprünglichen Kurs zu bringen.

Ein einfaches Beispiel
Diese Ausdrücke und Definitionen (siehe vorheriger Abschnitt) werden besser verständlich, wenn ich sie Ihnen anhand eines einfachen Beispiels erkläre. Angenommen, Sie sollen eine Reihe von Telefoninterviews durchführen. Der Gesprächsleitfaden wurde bereits entwickelt und jedes

Telefoninterview ist unabhängig von den anderen. In Ihrem Projektplan legen Sie Folgendes fest:
✓ Das Projekt soll 10 Monate dauern.
✓ Sie wollen monatlich 100 Interviews durchführen.
✓ Sie rechnen damit, dass die Durchführung jedes Interviews 300 Euro kostet.
✓ Das gesamte Projektbudget beträgt 300.000 Euro.

Im ersten Monat geschieht Folgendes:
✓ Sie führen 75 Interviews durch.
✓ Sie geben insgesamt 15.000 Euro aus.

Da Sie geplant hatten. 100 Interviews pro Monat durchzuführen, und Sie nur 75 durchgeführt haben, liegen Sie im Zeitplan zurück. Da Sie geplant hatten, 300 Euro pro Interview auszugeben und nur 200 Euro ausgegeben haben (15.000 e- 75 Interviews = 200 Euro), liegen Sie unterhalb des geplanten Budgets. Mit diesem Beispiel können Sie ganz einfach erkennen, wie man den Arbeitswert berechnet und was man daraus lernen kann.

1. Berechnen Sie die drei Werte, aus denen man die Zeitplan- und Kostenabweichung sowie den Arbeitswert ermittelt:
2. PK = Geplante Kosten für die geplanten 100 Interviews im ersten Monat = 100 Interviews x 300 Euro per Interview = 30.000 Euro 1K = Ist-Kosten im ersten Monat = 15.000 Euro
EV = Geplante Kosten für die im ersten Monat tatsächlich durchgeführten 75 Interviews – 75 Interviews x 300 Euro per Interview = 22.500 Euro

2. Den kosten- und zeitplanbezogenen Sachstand ermitteln Sie folgendermaßen:

Kostenabweichung (KA) = EV – IK
= 22.500 Euro – 15.000 Euro = 7.500 Euro Zeitplanabweichung (ZA) = EV – PK
= 22.500 Euro – 30.000 Euro = -7.500 Euro

3. Die prozentualen Kosten- und Zeitplanabweichungen werden folgendermaßen berechnet:

KAP = KA ⌯ EV x 100 = 7.500 Euro ⌯ 22.500 Euro x 100 – 33 %
ZAP = ZA ⌯PK X 100 = -7.500 Euro * 30.000 Euro x 100 = -25 %

Die prozentualen Kosten- und Zeitplanabweichungen ergeben dann einen Sinn, wenn Sie sich die tatsächlichen Zahlen für den ersten Monat einmal anschauen. Sie hatten ursprünglich geplant, 300 Euro pro Interview auszugeben, aber im ersten Monat haben Sie tatsächlich 200 Euro pro Interview ausgegeben (15.000 Euro tatsächliche Kosten -? 75 = 200 Euro pro Interview). Die Differenz zwischen geplanten Interviewkosten und tatsächlichen Interviewkosten beträgt 100 Euro, was 100 ⌯ 300 x 100 – 33 % weniger als geplant ist, was bedeutet, dass Sie 33 Prozent unterhalb des Budgets liegen. Sie hatten ursprünglich geplant, 100 Interviews pro Monat durchzuführen, haben aber nur 75 durchgeführt. Die Differenz zwischen geplanter Arbeitsleistung und tatsächlicher Arbeitsleistung beträgt 25 Interviews, was 25 ⌯ 100 x 100 = 25 % weniger als geplant sind, was wiederum bedeutet, dass Sie 25 Prozent hinter dem Zeitplan liegen.

Wenn die Arbeitsleistung während der restlichen Projektdauer gleich bleibt, ergeben sich am Ende des Projekts folgende Kosten:
EAC = IK -r EV x Gesamtbudget = 15.000 Euro ⌯ 22.500 Euro x 300.000 Euro = 200.000 Euro

Mit anderen Worten, wenn Sie weiterhin die Interviews für 200 Euro anstelle der geplanten 300 Euro durchführen, geben Sie % der geplanten Gesamtkosten für die Durchführung aller 100 Interviews aus. Natürlich macht es bei einem so einfachen Projekt wie diesem keinen Sinn, eine offizielle Earned Value Analyse zur Überwachung des Projektfortschritts durchzuführen. aber wenn das Projekt aus 50 bis 100 Vorgängen (oder sogar noch mehr) besteht, kann eine EV-Analyse helfen, allgemeine Trends festzustellen, und klären, ob das Projekt über dem geplanten Budget oder dem geplanten Zeitrahmen liegt. Je früher Sie solche Trends erkennen, desto besser können Sie Schritte einleiten, um diesen Trends entgegenzuwirken – oder sich darüber freuen.

Ursachen für festgestellte Abweichungen finden
Positive oder negative Kosten- und Zeitplanabweichungen lassen darauf schließen, dass ein Projekt nicht genau planmäßig verläuft. Nachdem Sie festgestellt haben, dass es Abweichungen gibt, müssen Sie die Ursachen für diese Abweichungen finden, damit Sie die notwendigen korrigierenden Maßnahmen einleiten können (wenn es sich um eine negative Abweichung handelt) oder auf jeden Fall so weitermachen wie bisher (wenn es sich um eine positive Abweichung handelt).
Mögliche Ursachen für Kostenabweichungen sind:
✓ Mehr oder weniger Arbeit als geplant ist notwendig, um eine Aufgabe zu erledigen.
✓ Die Personen, die die Arbeitsleistung erbringen, sind produktiver oder weniger produktiv als geplant.
✓ Die tatsächlichen Kosten für Rohstoffe und Personal sind höher oder niedriger als geplant.
✓ Die tatsächlichen internen Verrechnungssätze sind höher oder niedriger als ursprünglich geplant. (In Artikel 7 erläutere ich indirekte Verrechnungssätze und wie diese Ihre Projektkosten beeinflussen können.)

Mögliche Gründe für Zeitplanabweichungen sind:
✓ Die geplante Arbeitsleistung wird früher oder später als geplant erbracht.
✓ Mehr oder weniger Arbeit als ursprünglich geplant ist notwendig.
✓ Die Personen, die die Arbeitsleistung erbringen, sind produktiver oder weniger produktiv als geplant.

Verantwortungsvoll handeln, wenn Änderungen notwendig sind – Projektmanagement Phasen

Egal, wie sorgfältig Sie geplant haben, es wird immer etwas passieren, was Sie nicht vorhersehen konnten. Vielleicht erfordert eine Tätigkeit mehr Engagement als gedacht. Kundenwünsche und Anforderungen verändern sich oder es wird eine neue Methode entwickelt. Wenn solche Dinge passieren, müssen Sie Ihren Plan möglicherweise überarbeiten, um sich auf diese neuen Bedingungen einstellen zu können. Auch wenn Veränderungen notwendig und wünschenswert sind, so haben sie auch meistens Nachteile. Außerdem sind unterschiedliche Beteiligte möglicherweise unterschiedlicher Ansicht darüber, welche Veränderungen wichtig sind und wie man sie in die Pläneeinbezieht. Dieser Abschnitt soll Ihnen helfen. Änderungen in Ihrem Projekt richtig zu managen. Er zeigt Ihnen ein paar nützliche Tipps, die Sie befolgen können, wenn sich ein Bedarf für Änderungen abzeichnet und sie diesem nachkommen wollen. Der Abschnitt beschäftigt sich auch mit schleichender Ausdehnung und wie Sie sie vermeiden können.

Auf Änderungserfordernisse reagieren
Bei großen Projekten gibt es formelle Änderungskontrollsysteme, die festlegen, wie man reagiert, wenn sich die Notwendigkeit einer Änderung ergibt. Unabhängig davon, ob Sie auf Änderungserfordernisse formell oder informell reagieren, befolgen Sie immer folgende Schritte:
1. Wenn Sie einen Antrag auf Änderung eines Teils Ihres Projektplans bekommen, klären Sie genau, was man von Ihnen erwartet.
2. Bitten Sie, wenn möglich, darum, dass man diesen Antrag schriftlich formuliert, oder bestätigen Sie die Anfrage, indem Sie schriftlich zusammenfassen, was der Antragssteller Ihrer Meinung nach erwartet. In einem formalen Change Management System müssen alle Änderungen schriftlich in Form eines Änderungsantrags eingereicht werden.

3. Ermitteln Sie, welche Auswirkungen diese Änderungen auf das gesamte Projekt haben. Überlegen Sie auch, was passieren würde, wenn Sie dem Antrag nicht stattgeben.
4. Entscheiden Sie, ob Sie die Änderungen vornehmen wollen. Wenn diese Änderungen auch andere betreffen, beziehen Sie sie ebenfalls in den Entscheidungsprozess mit ein.
5. Wenn Sie beschließen, keine Änderung vorzunehmen, informieren Sie denjenigen, der um die Änderung gebeten hatte.
6. Wenn Sie sich dafür entscheiden, die Änderungen vorzunehmen, schreiben Sie auf, was notwendig ist, um die Änderungen durchzuführen. In einem formalen Change Management System werden sämtliche Aspekte einer Änderung in einem schriftlichen Änderungsauftrag festgehalten.
7. Aktualisieren Sie Ihren Plan, damit auch mögliche Veränderungen im Zeitplan, bei den angestrebten Ergebnissen oder Ressourcenbudgets eingebaut werden können.
8. Informieren Sie alle Teammitglieder und die wichtigsten Beteiligten über die Änderungen und welche Auswirkungen sie wahrscheinlich auf das Projekt haben.

Um sicherzustellen, dass die Veränderungen reibungslos durchgesetzt werden können, beachten Sie folgende Regeln:
✓ Benutzen Sie das Thema Veränderungen nicht als Ausrede für schlechte Planung. Seien Sie bei der Erstellung Ihres Projektplans so genau und detailliert wie möglich: das spart Ihnen in der Zukunft Zeit und Geld.
✓ Vergessen Sie nicht, dass Veränderungen immer auch etwas kosten. Ignorieren Sie die Kosten nicht, nur weil Sie der Meinung sind, dass die Änderungen unvermeidlich sind; ermitteln Sie die Kosten, damit Sie sich darauf einstellen können, und. wenn möglich, halten Sie sie so niedrig wie möglich.
✓ Schätzen Sie die Auswirkungen der Veränderungen auf das gesamte Projekt ab. Beleuchten Sie es von allen Seiten; eine Änderung zu einem sehr frühen Zeitpunkt kann ein Projekt von Anfang bis Ende beeinflussen.

Achtung! Schleichende Ausdehnung
Unter schleichender Ausdehnung versteht man die allmähliche Ausdehnung der Projektarbeit ohne vorherige offizielle Genehmigung der Änderungen und der mit ihnen verbundenen Kosten und Auswirkungen. Zu einer solchen schleichenden Ausdehnung der Projektarbeit kann es aus folgenden Gründen kommen:
✓ Die ursprüngliche Beschreibung des Projektumfangs, der Ziele und der anstehenden Arbeit war unklar.
✓ Eine Grundbereitschaft, geringfügige Änderungen ohne formale Überprüfung und Genehmigung einzuführen.
✓ Sie lassen es zu, dass andere Personen als die, die die Arbeit erledigen, die mit den Veränderungen im Zusammenhang steht, entscheiden, ob die Änderungen vorgenommen werden oder nicht.

✓ Das Gefühl, nie Nein zu einem Kunden oder Auftraggeber sagen zu dürfen.
✓ Persönlicher Stolz, der Ihnen das Gefühl vermittelt, alles schaffen zu können. Eine schleichende Ausdehnung der Projektarbeit verhindern Sie folgendermaßen:
✓ Benennen Sie sämtliche Projektziele in Ihrem Projektplan genau und beschreiben Sie sie ausführlich.
✓ Schätzen Sie immer die Auswirkungen einer beantragten Änderung auf Projektprodukte, Zeitpläne und Ressourcen ab.
✓ Sagen Sie ehrlich, ob Sie der Meinung sind, dass Sie die geforderten Änderungen durchsetzen können.
✓ Entwickeln Sie eine positive, vertrauensvolle Beziehung zu Ihren Kunden, sodass sie Ihre Bedenken bezüglich einer Änderung bereitwilliger anhören.

Wo beginnt Ihr Projekt und wo es endet – Projektmanagement Grundlagen

Vielleicht ist Ihr Projekt isoliert zu betrachten, aber wahrscheinlich ist es Teil unterschiedlicher Bemühungen, die alle ein gemeinsames Ziel haben. Natürlich möchten Sie die Arbeit, die in den anderen Projekten erledigt wird, nicht doppelt machen, und wo immer es möglich ist, sollten Sie versuchen, Ihre Arbeit mit den anderen Projekten zu koordinieren. Die Projektskizze sollte genaue Angaben darüber enthalten, wann das Projekt beginnt und wann es endet. Angenommen, Sie hätten die Aufgabe bekommen, ein neues Produkt für Ihr Unternehmen zu entwickeln. Der Umfang Ihres Projekts, der in dem Konzeptpapier festgelegt wird, könnte folgendermaßen beschrieben werden.
Im Rahmen dieses Projekts soll ein neues Produkt entworfen, entwickelt und getestet werden. Wenn Sie der Meinung sind, diese Aussage sei nicht eindeutig, dann können Sie den Projektumfang weiter konkretisieren, beispielsweise dadurch, dass Sie festlegen, was Sie nicht tun werden, nämlich so: Dieses Projekt enthält nicht die Schaffung der notwendigen Marktbedingungen oder die eigentliche Markteinführung.

Hier ein paar Tipps, die sicherstellen, dass die Beschreibung des Projektumfangs klar ist:
✓ Spüren Sie versteckte Beeinträchtigungen auf. Angenommen. Ihr Vorgesetzter hätte Sie damit beauftragt, ein bestimmtes Produkt zu entwickeln. Sie sollten sich noch einmal bei ihm vergewissern, dass von Ihnen nicht auch erwartet wird, die Marktforschung durchzuführen, um festzustellen, welche Eigenschaften das neue Produkt haben sollte.
✓ Beschreiben Sie die geplanten Maßnahmen klar und deutlich. Angenommen, Ihr Projekt bestünde darin, ein neues Informationssystem einzuführen. Sind Sie sicher, dass jeder der Beteiligten unter dem Begriff Einführung dasselbe versteht? Erwarten einige beispielsweise, dass zur Einführung auch die Installation der neuen Software gehört, die Schulung der Mitarbeiter in der Anwendung der neuen Software, die Bewertung der Leistungsfähigkeit der neuen Software, die Lösung von Problemen, die sich bei der neuen Software ergeben, oder erwarten sie vielleicht etwas ganz anderes?
✓ Lassen Sie sich Ihre Sichtweise vom Projektumfang durch Rücksprache mit Projektinitiatoren und Supportern bestätigen.

Eine Kollegin erzählte mir einmal, dass sie von ihrem Chef den Auftrag bekommen hatte, möglichst kostengünstig bestimmte Anlagen zu erwerben. Sie entwickelte einen Plan für ihr Projekt, das unter anderem die Auswahl des Lieferanten, die Auftragsvergabe, die Produktionsüberwachung und die Auslieferung der Anlage umfasste. Ihr Chef war ziemlich erstaunt, dass sie die Projektdauer mit sechs Monaten und die Kosten mit 500.000 Euro angab. Er hatte gedacht, das Ganze wäre in zwei Monaten und für weniger als 25.000 Euro zu schaffen. Nach einer kurzen Diskussion stellte meine Kollegin fest, dass man lediglich von ihr erwartet hatte, den möglichen Lieferanten auszuwählen, und nicht, den Auftrag für die Anlage zu vergeben und die Auslieferung zu überwachen. Obwohl das Miss-verständnis nun aus der Welt geräumt war, überlegte sie laut: Aber wenn wir gar keine Anlage kaufen wollen, warum sollten wir dann einen Lieferanten suchen? Natürlich war diese Frage völlig überflüssig. Es ging gar nicht darum, ob die Firma je vorhatte, die Anlage zu erwerben. (Natürlich hätte das ganze Projekt keinen Sinn, wenn nicht geplant wäre, die Anlage auch zu kaufen.) Die eigentliche Frage war, ob es zum Projektumfang gehörte, den eigentlichen Kauf der Anlage mit zu organisieren, oder oh das zum entsprechenden Zeitpunkt im Rahmen eines anderen Projekts organisiert werden würde.

Festlegen, wie Sie an das Projekt herangehen wollen
Ihre Projektstrategie beschreibt die grundsätzliche Herangehensweise, für die Sie sich bei der Durchführung der im Projektumfang festgelegten Aufgaben entschieden haben. Solch eine Projektstrategie kann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:
✓ Wir kaufen die benötigten Materialien von einem externen Produzenten.
✓ Wir führen unsere Schulungen im Rahmen eines Frontalunterrichts mit einem Dozenten durch.

Die Projektstrategie hilft Ihnen, festzustellen, ob Sie in der Lage sind, die Anforderungen und Erwartungen der Stakeholder zu erfüllen. Sie sollten bei der Planung Ihres Projekts so früh wie möglich feststellen, ob irgendein maßgeblicher Beteiligter bereits feste Vorstellungen davon hat. wie man an dieses Projekt herangehen sollte oder wie man auf keinen Fall herangehen sollte. Wenn Sie der Ansicht sind, dass die Herangehensweise Ihres Kunden funktioniert, dann sollten Sie sie auch übernehmen. Wenn Sie denken, sie funktioniert nicht, erklären Sie Ihrem Auftraggeber warum nicht und erläutern Sie ihm Ihre Strategie. Wenn Sie sich für eine Strategie entscheiden:
✓ Überlegen Sie, wie in Ihrem Unternehmen solche Projekte normalerweise angegangen werden. Das Fehlerrisiko ist niedriger, wenn die Projektmitarbeiter Abläufe befolgen, die Sie bereits früher befolgt haben.
✓ Entscheiden Sie sich so oft wie möglich für eine Strategie, die möglichst wenig Risiken, Unsicherheiten und Faktoren enthält, die Sie nicht kontrollieren können. Entscheiden Sie sich nicht für eine Strategie, die funktionieren könnte; Sie sollten sich für die entscheiden, die mit der größten Wahrscheinlichkeit funktionieren wird.
✓ Bei riskanteren Projekten sollten Sie überlegen, ob sich eine oder mehrere Ersatzstrategien entwickeln lassen, für den Fall, dass die erste Strategie nicht funktioniert. Vielleicht ist eine Alternativstrategie die Antwort auf scheinbar unmögliche Zielvorgaben.

Eine Strategie ist keine detaillierte Liste von Maßnahmen, die durchgeführt werden müssen. Diese Liste wird aus dem Strukturplan entwickelt, der in Artikel 4 beschrieben wird. Falls Sie sich bei der Vorbereitung des Projektauftrags noch für keine Strategie entschieden, wohl aber über Strategien nachgedacht haben, schreiben Sie in das Dokument noch zu erledigen (NZE), was bedeutet, dass die Strategie noch nicht festgelegt wurde. Diese Notiz erinnert Sie daran, dass Sie irgendwann in der Zukunft eine Strategie entwickeln müssen.

Hohe Erwartungen erfüllen
Wenn man eine Aufgabe lösen will, die man früher schon einmal erfolgreich bewältigt hat. benutzt man häufig die gleiche Strategie, die schon damals funktioniert hat. Die Strategie von damals funktioniert hervorragend, wenn sie geeignet ist, die Anforderungen und Erwartungen des aktuellen Projekts zu erfüllen. Wenn nicht, muss man allerdings andere Vorgehensweisen ausprobieren.

Wenn die Erwartungen an das Projekt hoch sind, achten Sie auf Folgendes:
✓ Passen Sie auf, dass Sie nicht nur deshalb einer bestimmten Strategie folgen, weil die auch in der Vergangenheit immer funktioniert hat. Ein Kunde von mir wurde einmal dafür kritisiert, dass er von einem Lieferanten ein Teil 20 Prozent teurer eingekauft hatte, als es bei anderen Lieferanten kostete. Als er gefragt wurde, warum er nicht auch bei anderen Lieferanten angefragt hätte, sagte er, sein Unternehmen würde bereits seit vielen Jahren bei diesem Lieferanten kaufen und niemand hätte sich je beschwert.
✓ Passen Sie auf, dass Sie nicht voreilig über die Bereitschaft anderer urteilen, neue Strategien auszuprobieren. Vor Jahren musste ich einmal einen Antrag bis zum Ende der Woche komplett fertig gestellt haben, und um diese Deadline zu schaffen, brauchte ich einen ganzen Tag lang die Unterstützung aus dem Sekretariat. Allerdings waren die Sekretärinnen im gesamten Unternehmen mit anderen Dingen beschäftigt. Ais ich meinem Vorgesetzten mitteilte, dass wir den Antrag nicht rechtzeitig fertig stellen würden, fragte er mich nach dem Grund. Ich erklärte, dass alle Sekretärinnen beschäftigt seien und dass Anträge auf Einbindung zusätzlicher externer Sekretärinnen in diesem Unternehmen bisher immer abgelehnt worden waren. Zu meinem Erstaunen teilte er mir mit, dass ich lieber eine Sekretärin von einer Zeitarbeitsfirma beschäftigen sollte, als die Deadline zu verpassen!

In Multi-Projektumfeld ein Projekt beginnen – Projektmanagement Methoden

Ihr Projekt bekommt in den Köpfen der Teammitglieder und Projektbeteiligten ein Eigenleben, sobald es offiziell beginnt. In diesem Abschnitt finden Sie Vorschläge, wie Sie den persönlichen Einsatz Ihrer Teammitglieder bestätigen und formalisieren, ein Teamgefühl erzeugen, alle auf ein Ziel einschwören und das Projekt im Unternehmen bekannt geben können.

Eine offizielle Ressourcen Verteilung
Wenn eine Person Mitglied in zwei oder mehr Projektteams ist, ist der Konkurrenzkampf um ihre Arbeitszeit besonders in der Anfangsphase eines Projekts, aber auch dann, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreffen, besonders groß. Wenn die Projekte von unterschiedlichen Führungskräften geführt werden, ist dieser Konkurrenzdruck möglicherweise noch stärker, weil jede Führungskraft natürlich in erster Linie ihr eigenes Projekt sieht. In solchen Situationen ist es erforderlich, dass Führungskräfte und Teammitglieder aus unterschiedlichen Projekten professionell und kooperativ Zusammenarbeiten und bei auftauchenden Ressourcenkonflikten die Anforderungen aller Projekte berücksichtigen, um Lösungen zu finden, die insgesamt für das Unternehmen den größten Nutzen bringen. Ein schriftlich vereinbarter Arbeitsauftrag für jedes Teammitglied kann den Umfang und den Zeitpunkt seines Einsatzes in den einzelnen Projekten verdeutlichen und bestehende Konflikte aufzeigen, (In Artikel 11 finden Sie weitere Informationen zur Erstellung von Arbeitsaufträgen.)

Damit die richtigen Personen diese Arbeitsaufträge lesen und befolgen, sollten sie folgende Unterschriften tragen:
✓ die Person, die ihre Zeit zur Verfügung stellt
✓ der direkte funktionale Vorgesetzte dieser Person
✓ der Projektmanager
✓ jeder, der sonst noch in Entscheidungen zur Personalverteilung eingebunden ist

Wenn Sie erwägen, den Arbeitseinsatz einer bestimmten Person in Ihrem Projekt X zu verändern, achten Sie darauf, dass Sie das mit den Führungskräften all der anderen Projekte abstimmen, in denen diese Person noch arbeitet. Wenn Sie diese Änderungen vornehmen, aktualisieren Sie den bestehenden Arbeitsauftrag und informieren Sie alle Beteiligten darüber.

Ein Projektteam zusammenstellen
In Artikel 11 steht, dass Sie folgende vier Bereiche berücksichtigen sollten, wenn Sie ein neues Projektteam zusammenstellen:
✓ Ziele
✓ Rollen
✓ Abläufe
✓ Beziehungen

Wenn einige der Teammitglieder schon früher zusammengearbeitet haben, finden sie einige dieser Bereiche möglicherweise überflüssig. Um aber effektiv arbeiten zu können, muss das Team jeden dieser Bereiche im aktuellen Kontext berücksichtigen.

Wenn Sie diese Themen bearbeiten, achten Sie besonders auf Folgendes:
✓ Identifizieren Sie klar und deutlich das Ziel jedes einzelnen Projekts, an dem die Beteiligten arbeiten. Wenn die Projekte Teil einer großen Gesamtmaßnahme sind, beschreiben Sie die besonderen und einzigartigen Aspekte der einzelnen Projekte und wie die gemeinsamen Anstrengungen dazu beitragen, das übergeordnete Ziel zu erreichen.
✓ Motivieren Sie die Teammitglieder dazu, zu überlegen, wie jedes einzelne Projekt dazu beitragen kann, ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Da sich die Projektbeteiligten und auch die Art der Arbeit in den einzelnen Projekten – zumindest teilweise – unterscheiden, bietet jedes Projekt andere Chancen.
✓ Machen Sie ganz deutlich, welche Rolle jeder Einzelne in den einzelnen Projekten spielt. Selbst, wenn einige der Aufgaben ähnlich sind, ist die Unterstützung der Beteiligten möglicherweise nicht in allen Projekten dieselbe.
✓ Entwickeln Sie Kommunikations-, Entscheidungs- und Konfliktlösungsprozesse, die eine Zusammenarbeit mit Personen aus anderen, verbundenen Projekten ermöglichen. Überzeugen Sie die Beteiligten der verschiedenen Projekte davon, dass eine gute Informationspolitik dazu beilragen kann, mögliche Unstimmigkeiten zu lösen, bevor sie auftreten und bessere und schnellere Problemlösungen erlauben.
✓ Richten Sie für jedes Projekt Notfallabläufe zur Konfliktlösung ein, für den Fall, dass die Teammitglieder sie nicht selbst lösen können. Wenn Sie feste Abläufe einrichten, für den Fall, dass Teammitglieder Konflikte nicht selbst lösen können, hilft das, schneller zu Lösungen zu kommen und persönliche. Animositäten zu vermeiden.

Das Projekt im restlichen Unternehmen vorstellen
Wenn mehrere Projekte mit sich überschneidenden Teammitgliedern gleichzeitig begonnen werden, ist es sowohl für die Teammitglieder als auch für die restlichen Kollegen häufig nicht leicht, diese auseinander zu halten. Um jedem einzelnen Projekt in einem Multi-Projektumfeld mit ähnlichen oder sich überschneidenden Komponenten ein eigenes Gesicht zu geben, machen Sie Folgendes:
✓ Stellen Sie jedes Projekt einzeln vor, entweder bei einem separaten Meeting oder in klar abgegrenzten, eigenständigen Teilen eines gemeinsamen Meetings oder durch unterschiedliche schriftliche Ankündigungen. Erläutern Sie zunächst sämtliche Aspekte des Projekts und dann gehen Sie auf die Verbindungen zu anderen Projekten ein.
✓ Kommunizieren Sie mit jedem, der an mehr als einem Projekt teilnimmt, einzeln und machen Sie klar, wie wichtig sein Beitrag für jedes einzelne Projekt ist. Ermitteln Sie die Bereiche, wo es Überschneidungen oder Abhängigkeiten zwischen Projekten gibt und erklären Sie. wie diese aufeinander abgestimmt werden. Betonen Sie auch, warum es wichtig ist, dass die Beteiligten die Projekte als eigenständige Einheiten und nicht als ein Gesamtprojekt verstehen.

Die Grenzen Ihres Projekts festlegen – Projektmanagement Grundlagen

Sie würden gerne in einer Welt arbeiten, in der alles möglich wäre – also einer Welt, in der Sie alles Erforderliche tun dürften, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Ihre Kunden und Ihre Firma andererseits hätten es gern, dass Sie alles erreichen, was man von Ihnen verlangt, und zwar zu minimalen Kosten, am liebsten kostenlos. Beide Fälle sind natürlich völlig unrealistisch. Wenn Sie die Beschränkungen für Ihre Arbeit definieren, bringt das den notwendigen Schuss Realismus ins Projekt und hilft, Erwartungen zu klären. Dabei sollten Sie in folgenden Begriffen denken:
✓ Beschränkungen: Beschränkungen sind Restriktionen, die Ihnen andere bezüglich der Resultate, die Sie erreichen sollen, auferlegen. Dazu gehören beispielsweise Termine, die Sie einhalten müssen. Ressourcen, die Sie einsetzen dürfen, und Methoden, die Sie verwenden dürfen.
✓ Bedürfnisse: Anforderungen, von denen Sie wissen, dass sie erfüllt werden müssen, damit das Projekt als erfolgreich bewertet wird.
Dieser Abschnitt hilft Ihnen, die Beschränkungen und Bedürfnisse Ihres Projekts zu erkennen.

Mit Einschränkungen arbeiten
Einschränkungen beeinflussen, wie Sie Ihr Projekt umsetzen und manchmal sogar, oh Sie überhaupt weitermachen können. Fragen Sie die Auftraggeber so früh wie möglich nach den Einschränkungen, sodass Sie diese in Ihren Plan integrieren können.

Die unterschiedlichen Arten von Beschränkungen verstehen
Es gibt ein paar unterschiedliche Arten von Einschränkungen. Wenn Sie diese unterschiedlichen Gruppen kennen, können Sie Ihre Untersuchungen präzisieren, und die Wahrscheinlichkeit. Einschränkungen zu finden, steigt. Projektbeteiligte haben häufig feste Erwartungen und Anforderungen hinsichtlich folgender Dinge:
✓ Resultate: Die Produkte und Auswirkungen Ihres Projekts. Beispielsweise darf der neue Artikel nicht mehr als 300 Euro in der Herstellung kosten oder das Buch muss kürzer als 384 Seiten sein.
✓ Zeitpläne: Bis wann bestimmte Resultate erzielt werden müssen. Ihr Projekt muss bis zum 30. Juni beendet sein. Sie wissen nicht, oh es möglich ist, bis zum 30. Juni fertig zu werden, Sie wissen nur. dass jemand anderes dieses von Ihnen erwartet.

✓ Ressourcen: Die Art der Ressourcen, die Menge und wann sie verfügbar oder nicht verfügbar sind. Ressourcen sind alles, was Sie brauchen, um die Projektarbeit zu erledigen, zum Beispiel Personal. Geld, Anlagen, Rohstoffe. Produktionsmittel und Informationen. Ein Beispiel: Sie haben ein Budget von 100.000 Euro. Sie können dafür zwei Menschen drei Monate lang beschäftigen. Ein anderes Beispiel: Sie können das Testlabor Anfang Juni für eine Woche belegen.
✓ Aufgabenplanung: Die Strategien und Methoden zur Durchführung der einzelnen Aufgaben. Sie haben die Aufgabe, die Druckabteilung Ihres Unternehmens so zu organisieren, dass die Bedienungsanleitung für ein neues System, das gerade entwickelt wird, gedruckt werden kann. Sie wissen noch nicht, wie die Bedienungsanleitung aussieht, wie lang sie ist. wie hoch die Auflage sein soll oder wann sie benötigt wird. Sie können deshalb auch nicht wissen, ob die Druckabteilung in der Lage ist, die Bedienungsanleitungen wunschgemäß zu drucken. Aber Sie wissen, dass zum jetzigen Zeitpunkt jemand in Ihrem Unternehmen erwartet, dass die Druckabteilung diesen Auftrag erledigen kann, und dass Sie dafür sorgen sollen, dass sie ihn erledigt.

Vorsicht mit vagen Einschränkungen. Nicht nur, dass eine ungenaue Einschränkung ein schlechter Anhaltspunkt dafür ist, wie Sie vorgehen sollen, um diese Einschränkung einzuhalten, sondern sie kann für alle Beteiligten sehr demotivierend wirken. Hier ein paar Beispiele:
✓ Zeitliche Beschränkungen:
• Vage: Führen Sie dieses Projekt so schnell wie möglich durch. Jede Arbeit muss so schnell wie möglich erledigt werden, diese Aussage sagt Ihnen also nichts Neues. Sie haben bei dieser Form der Einschränkung die Befürchtung, dass jemand ohne Vorwarnung plötzlich verlangen könnte, dass das Projekt nun beendet sein müsste.
• Konkret: Führen Sie dieses Projekt bis zum 30. Juni. 17 Uhr, durch.
✓ Mittelbeschränkungen:
• Vage: Im Mai können Sie einen Teilzeit-Controller einsetzen. In welchem Umfang können Sie auf
diesen Controller zählen? Und der Controller weiß nicht, wie er die Aufgaben bewältigen soll, die ihm
in dieser Zeit übertragen werden, wenn er nicht weiß, wie viel Zeit jede einzelne in Anspruch nimmt.
Wenn jemand, der Ihnen eine Einschränkung vorgibt, diese nicht konkret definieren kann, können Sie nicht genau wissen, ob Sie diese Forderung erfüllen können. Je länger man damit wartet, konkrete Angaben zu machen. desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich an diese Einschränkung halten und das Projekt trotzdem noch erfolgreich durchführen können.
• Konkret: Sie können in den ersten beiden Maiwochen für jeweils vier Stunden täglich die
Controllerin einsetzen.

Feststellen, welche Beschränkungen für Ihr Projekt gelten
Um festzustellen, welche Beschränkungen für ein bestimmtes Projekt gelten, muss man sich auf die Suche nach Fakten machen. Ihre Aufgabe besteht also darin, alle möglichen Informationsquellen ausfindig zu machen und zu prüfen. Sie dürfen nichts übersehen und Sie müssen widersprüchliche Informationen klären. Wenn Sie erst einmal wissen, was man erwartet, können Sie für sich feststellen, wie (oder oh) Sie diese Erwartungen erfüllen können. Probieren Sie folgende Vorgehensweisen:
✓ Befragen Sie die Beteiligten. Sprechen Sie mit den Drivern über Einschränkungen-hin- sichtlich der gewünschten Resultate; sprechen Sie mit den Supportern über Einschränkungen hinsichtlich der Arbeitsweise und Ressourcen.
✓ Lesen Sie noch einmal alle relevanten Unterlagen. Dazu gehören beispielsweise langfristige Strategiepläne, Jahresbudgets, Kapitalbedarfsermittlungen, Kosten-Nutzen-Analysen, Machbarkeitsstudien, Berichte über verbundene Projekte. Sitzungsprotokolle und die Zielvereinbarungen einzelner Beteiligter.
✓ Wenn Sie eine Beschränkung finden, merken Sie sich auch, wer sie formuliert hat. Wenn Sie sich eine Beschränkung von unterschiedlichen Leuten bestätigen lassen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie zutrifft. Gegensätzliche Auffassungen bezüglich Beschränkungen sollten Sie so schnell wie möglich klären.

Beschränkungen in Ihren Plan einarbeiten
Führen Sie sämtliche Projektbeschränkungen in Ihrem Arbeitsplan auf. Wenn Sie später nach Möglichkeiten suchen, ihren Plan zu überarbeiten, kann diese Liste Ihnen bei der Suche nach solchen Alternativen helfen, die Sie in Ihre Betrachtungen einbeziehen können. Beschränkungen kann man auf unterschiedliche Weise einarbeiten. Man kann sie direkt in den Projektplan aufnehmen. Wenn ein wichtiger Driver sagt, dass Sie mit Ihrem Projekt bis zum 30. September fertig sein müssen, dann können Sie den 30. September als Enddatum für Ihr Projekt festlegen. Da der 30. September der letztmögliche Termin ist, können Sie das Enddatum natürlich auch auf den 31. August festlegen. In diesem Fall beeinflusst diese Einschränkung zwar die Zielvorgabe, aber sie stellt nicht die eigentliche Zielvorgabe dar. Die zweite Möglichkeit besteht darin, mögliche Risiken, die Ihr Projekt aufgrund einer bestimmten Einschränkung bedrohen, zu ermitteln. Wenn Sie der Meinung sind, dass der gesetzte Abgabetermin zu knapp ist. ist das Risiko, diesen Termin zu überschreiten, sehr groß. Sie sollten dann Pläne entwickeln, die dieses Risiko während der gesamten Projektdauer minimieren und kontrollieren. In Artikel 8 erfahren Sie. wie man Risiken und Unsicherheiten abschätzt und einplant.

Voraussetzungen ermitteln
Beginnen Sie so früh wie möglich damit, zu überlegen, welche Situationen oder Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Sie Ihr Projekt erfolgreich zu Ende bringen können. Die meisten Voraussetzungen beziehen sich auf benötigte Ressourcen. Hier ein paar Beispiele:
✓ Personal: Ich brauche im August für 40 Stunden einen technischen Redakteur.
✓ Budget: Für Computerzubehör brauche ich ein Budget von 10.000 Euro.
✓ Andere Ressourcen: Im Juni muss das Testlabor für mich frei sein.
Seien Sie so konkret wie möglich. Je konkreter Sie sind, desto leichter ist es für andere. Ihre Forderungen zu verstehen, und desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man diese Voraussetzungen erfüllt. Manchmal kann man solche Voraussetzungen schon sehr früh festlegen. Meistens werden sie aber erst dann erkennbar, wenn man versucht, einen Plan aufzustellen, der die Forderungen der Driver erfüllt. Ihre Liste mit Voraussetzungen wird während der Planungsphase immer länger werden.

Der Umgang mit Unsicherheiten während der Planungsphase
Während der Planungsphase gibt es Situationen und Unsicherheiten, die den Erfolg Ihres Projekts beeinflussen können. Leider genügt es nicht, diese Problemstellen zu identifizieren, um sie zu beseitigen. Bei jedem Problem, das Sie erkennen, legen Sie fest, von welchen Voraussetzungen Sie jeweils ausgehen wollen, und dann nehmen Sie diese Annahme in den Plan auf. Planen Sie Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die gemachten Annahmen Realität werden. Denken Sie doch einmal über folgende Möglichkeiten nach:
✓ Frage: Wie viel Geld bekommen Sie für die Durchführung Ihres Projekts zur Verfügung gestellt?
Vorgehensweise: Gehen Sie von 50.000 Euro für Ihr Projekt aus. Planen Sie Ihr Projekt so, dass Sie nicht mehr als 50.000 Euro ausgeben. Formulieren Sie detailliert, warum es so wichtig ist, dass Sie ein Projektbudget von 50.000 Euro zugeteilt bekommen, und geben Sie diese Information an die wichtigsten Entscheide weiter.
✓ Frage: Wann bekommen Sie die Erlaubnis, mit dem Projekt zu beginnen?
Vorgehensweise: Gehen Sie davon aus, dass Sie die Freigabe am 1. August bekommen. Planen Sie Ihre Projektarbeit so. dass keine Maßnahmen vor dem 1.August durchgeführt werden. Erklären Sie den wichtigsten Entscheidern, warum es so wichtig ist. dass Ihr Projekt am 1. August beginnt, und arbeiten Sie mit ihnen daran, bis zu diesem Termin die Freigabe zu bekommen. Wenn Sie den Projektrisikoplan ausarbeiten, sollten Sie all diese Annahmen einbeziehen. In Artikel 8 wird erklärt, wie man Risiken und Unsicherheiten einschätzt und managt.

Projektstruktur erstellen und veröffentlichen Teil II – hilfreiche Information

Projektstruktur erstellen und veröffentlichen Teil I

Unterschiedliche Darstellungsformen der Projektstruktur ( Work-Breakdown-Structure )
Um die Projektstruktur darzustellen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. In diesem Abschnitt stelle ich Ihnen die drei bekanntesten vor.

Das Organigramm
In Abbildung 4.5 sehen Sie, wie Sie Ihre Projektstruktur in einem Organigramm darstellen können. Diese Darstellungsform bietet einen Überblick über Ihr Projekt und die hierarchischen Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Aufgaben (und eventuelle Tätigkeiten) auf den obersten Ebenen. Da diese Darstellungsform sehr viel Platz in Anspruch nimmt, ist sie für die Darstellung einer großen Anzahl von Tätigkeiten weniger gut geeignet.

Projektstruktur erstellen und veröffentlichen Teil7
Abbildung 4.5: Stellen Sie Ihre Projektstruktur in einem Organigramm dar.

Die eingerückte Gliederung
Eine andere Möglichkeit, Ihre Projektstruktur darzustellen, ist in Abbildung 4.6 dargestellt: die so genannte eingerückte Gliederung. Eine komplexe Projektstruktur mit vielen Einzeltätigkeiten ist leichter zu lesen und zu verstehen, wenn sie in dieser Form dargestellt wird. Bei kleinen Projekten können Sie beide Darstellungsformen wählen. Bei besonders großen Projekten können Sie auch eine Kombination aus Projektstrukturplan und abgestufter Gliederung verwenden. Die Aufgaben und möglicherweise die Tätigkeiten können Sie in einem Strukturplan festlegen und die Unterteilung der einzelnen Tätigkeiten in einer abgestuften Gliederung.

Bericht vorbereiten
1.0 Berichtsentwurf vorbereiten
2.0 Entwurf überarbeiten
3.0 Endgültigen Bericht vorbereiten
3 1 Endgültigen Bericht schreiben 32 Endgültigen Bericht ausdrucken

Abbildung 4.6: Die Darstellung der Projektstruktur in einer abgestuften Gliederung

Cluster-Darstellung
Die in Abbildung 4.7 gezeigte Cluster-Darstellung eignet sich besonders gut zur Unterstützung von Brainstorming-Prozessen. Man liest so eine Cluster-Darstellung folgendermaßen:
✓ Der Kreis in der Mitte symbolisiert das gesamte Projekt.
✓ Die Linien führen vom mittleren Kreis zu den einzelnen Aufgaben.
✓ Die Linien von den Aufgaben führen zu den Tätigkeiten, die für diese Aufgaben notwendig sind.

Projektstruktur erstellen und veröffentlichen Teil8
Abbildung 4.7: Die Projektstruktur im Rahmen einer Cluster-Darstellung

Diese freie Cluster-Darstellung erlaubt es, Ideen, die im Rahmen eines Brainstormings gesammelt werden, gut einzuarbeiten. Man kann die einzelnen Aktivitäten auch zu einem späteren Zeitpunkt umsortieren.

Die Qualität Ihrer Projektstruktur verbessern
Sie können die Wahrscheinlichkeit eines Projekterfolgs erhöhen, wenn die Projektstruktur genau und vollständig ist und wenn die Menschen, die die Aufgaben erledigen sollen, sie verstehen und mit ihr einverstanden sind. Die nachfolgenden Tipps zeigen Ihnen Möglichkeiten auf. wie sie die Genauigkeit und Akzeptanz Ihrer Projektstruktur verbessern können.
✓ Beziehen Sie die Personen, die später die eigentliche Arbeit erledigen sollen, in die Entwicklung der Projektstruktur mit ein. Beziehen Sie sie, wenn möglich, schon bei den allerersten groben Planungen mit ein. Wenn diese Personen erst zu dem Projekt stoßen, nachdem die Pläne fertig sind, bitten Sie sie, sich die Projektstruktur anzusehen, gegebenenfalls zu überarbeiten und Kommentare abzugeben, bevor sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Das Cluster-Diagramm ist nicht dazu geeignet, Ihre Projektstruktur Außenstehenden vorzustellen, die das Projekt nicht kennen. Setzen Sie die Cluster-Darstellung ein. um die Work-Breakdown-Structure Ihres Projekts zu entwickeln, aber dann sollten Sie sie in einen herkömmlichen Projektstrukturplan oder eine abgestufte Gliederung übertragen, wenn Sie sie anderen vorstellen wollen.
✓ Holen Sie sich Informationen aus anderen Projektstrukturen von ähnlichen Projekten und integrieren Sie sie so weit wie möglich. Schauen Sie sich Pläne an, reden Sie mit Leuten, die in ähnlichen Projekten wie dem Ihren gearbeitet haben. Beziehen Sie die so gewonnenen Informationen in die Projektstruktur mit ein.
✓ Aktualisieren Sie Ihre Projektstruktur regelmäßig. Wenn Sie im Verlauf des Projekts Tätigkeiten hinzufügen, streichen oder ändern, vergessen Sie nicht, dieses auch in Ihrem Projektstrukturplan zu tun. (Lesen Sie hierzu auch den Abschnitt Festlegen, welche Informationen Sie über Ihre Tätigkeiten benötigen weiter hinten in diesem Artikel.)
✓ Bei unsicheren Tätigkeiten legen Sie Annahmen fest. Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine bestimmte Tätigkeit durchgeführt werden muss, machen Sie eine Annahme und entwerfen Sie Ihre Projektstruktur auf der Grundlage dieser Annahme. Vergessen Sie nicht, zu vermerken, dass es sich hierbei um eine Annahme handelt. Wenn sich Ihre Annahme im Verlauf des Projekts als falsch erweist, ändern Sie den Plan, sodass er die tatsächlichen Gegebenheiten widerspiegelt

Denken Sie immer daran, dass Ihre Projektstruktur lediglich die Teiltätigkeiten einer Aufgabe darstellt; sie erlaubt keine Aussage darüber, in welcher Reihenfolge Tätigkeiten durchgeführt werden müssen. Natürlich können Sie Tätigkeiten je nach der wahrscheinlichen Reihenfolge von links nach rechts oder von oben nach unten aufschreiben. Bei umfangreichen Projekten ist es jedoch oftmals schwierig, die einzelnen Abhängigkeiten zwischen Tätigkeiten in der Projektstruktur darzustellen. Der Sinn der Work-Breakdown-Structure ist in erster Linie, sicherzustellen, dass alle notwendigen Tätigkeiten erfasst werden. Wie man den Projektzeitplan entwickelt und die Tätigkeiten in eine bestimmte Reihenfolge bringt, erfahren Sie in Artikel 5.

Mit Vorlagen arbeiten
Fine Work-Breakdown-Structure-Vorlage (WBS-Vorlage) ist ein vorgefertigter Projektstrukturplan, der die Tätigkeiten enthält, die in solchen Projekten wie dem Ihren erledigt werden müssen. Diese Vorlagen enthalten die kumulierten Erfahrungen der Beteiligten, die schon in vielen ähnlichen Projekten gearbeitet haben. Je mehr Projekterfahrung die Beteiligten haben, desto mehr Aufgaben können sie in die Vorlagen einbringen. die vorher übersehen wurden, und desto mehr Aufgaben können gestrichen werden, die nicht notwendig waren. Mit Vorlagen kann man Zeit sparen und die Genauigkeit der Pläne verbessern. Auch wenn Vorlagen Zeit sparen und die Genauigkeit verbessern können, behindern Sie nicht die aktive Beteiligung der Projektmitarbeiter an der Entwicklung der Projektstruktur, indem Sie eine Vorlage verwenden, die schon zu endgültig daherkommt. Mangelnde Beteiligung kann dazu führen, dass Aufgaben übersehen werden und sich die Mitarbeiter nicht genug für das Projekt einsetzen. In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie man eine Projektstruktur-Vorlage entwickelt und ihre Genauigkeit und Vollständigkeit ständig optimiert.

Auf Erfahrungen aufbauen
Sie sollen jedes Vierteljahr das Budget für Ihre Abteilung festlegen. Nachdem Sie schon viele solcher Budgets festgelegt haben, kennen Sie fast alle Tätigkeiten, die notwendig sind, um die notwendigen Informationen zu bekommen, den Budgetplan zu entwerfen, die notwendigen Genehmigungen einzuholen und die Endversion auszudrucken. Jedes Mal, wenn Sie wieder ein Budget erstellt haben, überarbeiten Sie Ihre WBS-Vorlage, fügen neu gewonnene Informationen hinzu und entfernen solche, die nur für diesen Budgetentwurf galten. Beim nächsten Mal, wenn Sie die Erstellung des vierteljährlichen Budgetplans vorbereiten, beginnen Sie Ihre Work-Breakdown-Structure mit einer WBS-Vorlage, die Sie aus den letzten Projekten entwickelt haben. Dann fügen Sie solche Tätigkeiten, die nur für dieses Budget notwendig sind, hinzu und löschen die, die hier nicht notwendig sind. Wenn man auf früheren Erfahrungen aufbaut, kann man die Projektstruktur schneller entwickeln und sicherer sein, dass man wirklich alle wichtigen Aufgaben berücksichtigt hat.

Wie man WBS-Vorlagen modifiziert
Je genauer und vollständiger Ihre Vorlagen sind, desto mehr Zeit können Sie bei zukünftigen Projekten sparen. In diesem Abschnitt mache ich mehrere Vorschläge, wie man die Qualität der Vorlagen immer weiter verbessern kann. Wenn Sie mit WBS-Vorlagen arbeiten, bedenken Sie Folgendes:
✓ Erstellen Sie Vorlagen sowohl für regelmäßig wiederkehrende Tätigkeiten als auch für komplette Projekte. Fine wertvolle Hilfe können Vorlagen zum Beispiel bei der Planung der jährlichen Mitarbeiterblutspende oder bei der Beantragung der Freigabe eines neuen Medikaments bei den entsprechenden Behörden sein. Aber auch Vorlagen für einzelne Tätigkeiten, die Bestandteil dieser Projekte sind, beispielsweise die Verleihung einer Anerkennungsmedaille oder das Ausdrucken eines bestimmten Formulars, können sehr hilfreich sein. Vorlagen für einzelne Tätigkeiten können in die jeweilige Projektstruktur des Gesamtprojekts eingearbeitet werden.
✓ Entwickeln und modifizieren Sie Ihre WBS-Vorlagen auf der Grundlage von Projekten, die auch in die Praxis umgesetzt wurden, nicht auf der Grundlage hübscher Pläne. Es kommt häufig vor, dass man am Anfang eines Projekts eine detaillierte Work-Breakdown-Structure erarbeitet, sie aber im Verlauf des Projekts nicht um die Tätigkeiten ergänzt, die man am Anfang übersehen hatte. Wenn Sie Ihre WBS-Vorlage auf der Grundlage dieses ursprünglichen Plans überarbeiten, sind darin nicht die Informationen enthalten, die Sie bei der eigentlichen Projektdurchführung gesammelt haben.

✓ Benutzen Sie Vorlagen als Ausgangs- nicht als Endpunkt. Erklären Sie sowohl Ihren Teammitgliedern als auch Außenstehenden, dass die WBS-Vorlage nur der Ausgangspunkt für die Struktur (Work-Breakdown-Structure) Ihres Projekts ist. nicht die Endversion. Jedes Projekt unterscheidet sich in bestimmten Punkten von vorherigen, ähnlichen Projekten. Wenn eine Vorlage nicht sorgfältig überprüft wird, kann es passieren, dass man Tätigkeiten vergisst, die in vorangegangenen Projekten nicht notwendig waren, für dieses Projekt aber erforderlich sind.
✓ Vorlagen müssen ständig aktualisiert werden, damit sie wirklich die Erfahrungen widerspiegeln, die Sie in den unterschiedlichen Projekten gesammelt haben. Die Abschlussbewertung ist eine hervorragende Möglichkeit. Ihre ursprüngliche Work-Breakdown-Structure zu überprüfen und zu kritisieren. In Artikel 15 finden Sie Informationen darüber, wie man eine Abschlussbewertung durchführt. Am Ende jedes Projekts sollten Sie sich die Zeit nehmen, Ihre WBS-Vorlage zu überarbeiten, um die gemachten Erfahrungen festzuhalten.

Was versuchen Sie mit Ihrem Projekt zu erreichen – Projektmanagement Grundlagen

Ziele sind Resultate, die durch die in Ihrem Projekt erbrachten Leistungen produziert werden. Ziele können zum Beispiel die Entwicklung eines neuen Produkts oder einer Dienstleistung sein oder die Auswirkungen, die die Anwendung dieses Produkts oder dieser Dienstleistung hat. Je klarer Sie die Ziele Ihres Projekts definieren können, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Projekt erfolgreich ist.

Um Ihre Ziele klar und konkret zu verdeutlichen, nutzen Sie folgende Elemente:
✓ Zielvereinbarung: eine kurze, ausformulierte Beschreibung dessen, was Sie erreichen möchten
✓ Maßstäbe: ein oder mehrere Indikatoren, die zur Bewertung dessen, was erreicht wurde, herangezogen werden
✓ Leistungsziele: der Wert, den ein Bewertungskriterium haben muss, damit es als erfüllt gilt Ihnen wird das Projekt übertragen, die Struktur eines existierenden monatlichen Umsatzberichtes zu verändern. Ihre Ziele könnten Sie dann so wie in Tabelle 2.1 dargestellt festlegen.

Was versuchen Sie mit Ihrem Projekt zu erreichen2
Tabelle 2.1: Darstellung eines Projektzieles

Manche versuchen, das Festlegen von konkreten Leistungszielen für einen bestimmten Maßstab dadurch zu umgehen, dass sie Bandbreiten festlegen, in denen das Ergebnis liegen darf. Damit weicht man dem eigentlichen Problem aber nur aus. Angenommen, Sie wären Außendienstmitarbeiter und Ihr Vorgesetzter würde Ihnen sagen. Sie wären dann erfolgreich, wenn Sie zwischen 20 und 25 Millionen Euro pro Jahr Umsatz machen würden. In Ihren Augen sind Sie bereits dann erfolgreich, wenn Sie die 20 Millionen Euro erreicht haben. Für Ihren Vorgesetzten sind Sie aber erst dann erfolgreich, wenn Sie die 25 Millionen Euro erreichen. Es schien zwar so. als hätten Sie und Ihr Vorgesetzter sich auf ein Ziel geeinigt, aber das war nicht der Fall.

Klare und konkrete Zielvorgaben
Wenn Sie die Ziele Ihres Projekts formulieren, müssen Sie dies klar und deutlich tun. Je klarer und konkreter Ihre Projektziele sind, desto großer die Wahrscheinlichkeit. dass Sie sie auch erreichen. Hier ein paar Tipps, wie Sie klare Zielvorgaben entwickeln können:
✓ Weniger ist mehr. Bei der Beschreibung einer Zielvorgabe sollten Sie sich kurz fassen. Wenn Sie eine ganze Seite brauchen, um ein einziges Ziel zu beschreiben. werden die meisten es nicht einmal lesen. Und selbst wenn sie es tun, ist

Ihre Zielvorgabe wahrscheinlich nicht klar definiert, sondern lässt Interpretationsspiel raum offen.
✓ Benutzen Sie keine Fachausdrücke oder Abkürzungen. Heutzutage findet man am Arbeitsplatz endlos viele Fachbegriffe und Abkürzungen. Jede Branche (zum Beispiel Telekommunikation. Finanzen, Pharmaindustrie und Versicherungswesen) hat ihr eigenes Vokabular und jedes Unternehmen innerhalb dieser Branchen ebenfalls. Innerhalb der Unternehmen haben die unterschiedlichen Abteilungen (zum Beispiel Buchhaltung, Rechtsabteilung und lT-Abtei- lung) wiederum ihren Jargon. Es kommt sogar vor. dass in ein und derselben Firma eine Abkürzung mehrere Bedeutungen hat!

✓ Formulieren Sie Ihre Zielvorgaben SMART, nämlich so:
• Spezifisch: Definieren Sie Ihr Ziel klar und detailliert, sodass Fehlinterpretationen ausgeschlossen werden.
• Messbar: Legen Sie konkret fest, mit welchen Maßstäben und Indikatoren festgestellt wird, ob Sie Ihre Zielvorgabe erreicht haben.
• Aggressiv: Setzen Sie Ziele, die eine Herausforderung darstellen und die die Beteiligten dazu ermuntern, sich über das bequeme Maß hinaus anzustrengen.
• Realistisch: Setzen Sie Ziele, die dem Projektteam realistisch erscheinen.
• Timing: Sensibilisieren Sie das Zeitgefühl Ihrer Teammitglieder. Setzen Sie einen Termin fest, bis zu dem die Zielvorgabe erreicht werden soll.

✓ Machen Sie Ihre Zielvorgaben kontrollierbar. Sie müssen dafür sorgen, dass alle Beteiligten überzeugt davon sind, Einfluss darauf zu haben, ob sie ein Ziel erreichen oder nicht. Wenn man der Meinung ist, dass man keinen Einfluss darauf hat. ob ein Ziel erreicht wird, strengt man sich nicht genug an und würde wahrscheinlich nicht einmal den Versuch unternehmen, die Zielvorgabe zu erreichen. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine Zielvorgabe, sondern um eine Wunschvorstellung.
✓ Alle Zielvorgaben ermitteln. Zeit und Ressourcen sind immer knapp und wenn Sie ein Ziel nicht festlegen, werden (und sollten) Sie auch nichts dazu tun, es zu erreichen.
✓ Achten Sie darauf, dass sowohl Driver als auch Supporter die von Ihnen gesetzten Ziele akzeptieren. Wenn Driver sich für Ihre Ziele einsetzen. können Sie zuversichtlich sein, dass Ihr Projekt wirklich als erfolgreich angesehen wird, wenn Sie diese Vorgaben erreichen. Wenn Supporter sich für Ihre Ziele einsetzen, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass die Beteiligten sich alle Mühe geben, diese Ziele zu erreichen.

Wenn ein Driver mit Ihren Zielen nicht übereinstimmt, überarbeiten Sie das Projekt so lange, bis er mit Ihnen übereinstimmt. Schließlich sind die Bedürfnisse des Drivers der Grund für Ihr Projekt! Wenn Supporter mit Ihren Zielen nicht übereinstimmen, stellen Sie fest, was ihre Bedenken sind und dann entwickeln Sie Vorgehensweisen, von denen auch die Supporter glauben, dass sie funktionieren könnten.

Unterschiedliche Arten Von Zielen
Wenn Sie ein neues Projekt beginnen, sagt Ihnen der Initiator meistens, welches die wichtigsten Ergebnisse sind, die er erreichen möchte. Es kann allerdings sein, dass er möchte, dass das Projekt auch andere Probleme löst, die er vergessen hat zu erwähnen. Und andere (noch nicht identifizierte) Personen haben vielleicht ihrerseits bestimmte Vorstellungen von den Ergebnissen Ihres Projekts.
Sie müssen so früh wie möglich alle Projektziele ermitteln, damit Sie diese einplanen und ausreichend Zeit und Ressourcen dafür vorsehen können. Wenn Sie versuchen, alle Projektziele zu ermitteln, bedenken Sie, dass es in Projekten drei verschiedene Arten von Zielen gibt:
✓ ein Produkt oder eine Dienstleistung
✓ die Auswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung
✓ einen allgemeinen unternehmerischen Nutzen, der ursprünglich nicht der Grund für das Projekt war
Ihre IT-Abteilung ist dabei, ein neues Softwarepaket zu kaufen und zu installieren, das dazu dienen soll, die Ersatzteile-Datenbank des Unternehmens zu durchsuchen und zu analysieren.

Folgende Ziele kann das Projekt in den drei Kategorien haben:
✓ Produkt oder Dienstleistung: Das neue Softwarepaket soll vollständig installiert und in die Ersatzteile-Datenbank integriert werden.
✓ Die Auswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung: Mit Hilfe der neuen Software werden die Lagerkosten aufgrund von zeitnaher Bestellung reduziert.
✓ Ein allgemeiner unternehmerischer Nutzen: Die neue Software kann auch für andere Datenbanken des Unternehmens genutzt werden.

Ein Ziel ist etwas anderes als ein Nebeneffekt, der zufällig entsteht. Stellen Sie sich vor. einer der Initiatoren ist erst dann ganz zufrieden, wenn die Software für die Ersatzeile-Verwaltung auch für die Produktverwaltung installiert und in das vorhandene System integriert wurde, ln diesem Fall muss die Installation der Software in der Produktverwaltung ein Ziel sein, deshalb müssen Sie dafür Zeit und Ressourcen einplanen. Wenn Ihre Auftraggeber allerdings zufrieden sind, egal, ob die Software auch in der zweiten Datenbank installiert ist, dann wäre es ein Nebeneffekt, diese Software in dieser Datenbank zu installieren und deshalb sollten Sie dafür keine Zeit oder Ressourcen einsetzen.
Um alle Projektziele zu ermitteln, müssen Sie sämtliche Driver identifizieren, die Erwartungen an Ihr Projekt stellen könnten. In Artikel 3 finden Sie Informationen über die verschiedenen Arten von Zielgruppen und darüber, wie man sie alle ermittelt.

Mit Widerständen gegen klar definierte Zielvorgaben rechnen
Nicht jeder springt vor Freude an die Decke, wenn er sich dazu verpflichten muss, konkrete Zielvorgaben einzuhalten. Leider ist es ohne klare Ziele schwieriger herauszufinden, ob man die wahren Erwartungen der Driver kennt und ob man sie erfüllt. Mit anderen Worten, ohne klare Ziele steigt das Risiko, dass das Projekt erfolglos bleibt. Hier ein paar Ausreden, um Zielvorgaben nicht zu konkret formulieren zu müssen, und ein paar Vorschläge, wie Sie auf diese Ausreden reagieren können.
✓ Ausrede 1: Übermäßige Konkretisierung beeinträchtigt die Kreativität.
Antwort: Kreativität muss gefördert werden; die Frage ist, wo und wann. Sie brauchen Leute, die kreativ daran arbeiten. Zielvorgaben einzuhalten, und nicht solche, die kreativ versuchen. Zielvorgaben zu formulieren. Sie möchten mit Bestimmtheit wissen, was andere von Ihrem Projekt erwarten, und nicht, was sie möglicherweise erwarten. Je klarer und deutlicher Sie deren tatsächliche Wünsche formulieren können, desto leichter ist es, festzustellen, ob und wie Sie diese Wünsche erfüllen können.
✓ Ausrede 2: Ihr Projekt umfasst auch Forschung und neue Entwicklungen, und man kann heute
noch gar nicht sagen, was man in der Zukunft erreichen kann. Antwort: Ziele sind Vorgaben, keine
Garantien. Natürlich sind einige Projekte unsicherer als andere. Wenn man noch nie vorher etwas
Ähnliches gemacht hat. kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob etwas möglich ist oder, falls es
möglich ist. wie lange es dauern wird und was es kosten wird. Trotzdem ist es ganz wichtig, von
Beginn an festzulegen, was man gerne erreichen würde und was man für möglich hält, auch wenn
man diese Zielvorgaben im Verlauf des Projekts ändern muss.

✓ Ausrede 3: Was ist, wenn sich Interessen oder Bedürfnisse ändern. Antwort: Ziele sind Vorgaben, die auf dem basieren, was man heute weiß und erwartet. Wenn sich in der Zukunft etwas ändert, muss man sich das eine oder andere Ziel noch einmal ansehen und prüfen, ob es immer noch relevant und erreichbar ist oder ob es angepasst werden muss.
✓ Ausrede 4: Der Auftraggeber weiß nicht genau, was er mit seinem Projekt erreichen will. Antwort: Er soll wiederkommen, wenn er es weiß. Wenn Sie jetzt mit dem Projekt beginnen. ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie Zeit und Ressourcen auf Projektziele verwenden, die ihn später vielleicht gar nicht mehr interessieren.
✓Ausrede 5: Konkrete Zielvorgaben helfen zwar, zu erkennen, wann man erfolgreich war, aber sie
zeigen auch, wann nicht. Antwort: Hmm, stimmt genau!