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Twin-Win-Zertifikate richtig verstehen – fast immer auf der Gewinner-Seite

Fine durchaus nette Erfindung soll die Reihe der vorgestellten Zertifikate beschließen. (Es gibt noch viel mehr, vielfach Abwandlungen von diesen, die aber schwer in allgemeine Kategorien zu fassen und vor allem längst nicht immer empfehlenswert sind.) Wenn Sie so gar keine Idee haben, wie sich der Markt entwickeln wird, und an allen Entwicklungen beteiligt sein wollen, dann könnten Sie sich für Twin-Win-Zertifikate interessieren. Sie gewinnen in gewissen Grenzen immer. Na klar, es kommen wieder ein paar Einschränkungen, denn sonst könnte man sich das Geld ja gleich bei einer Bank abholen, Twin-Win-Zertifikate können unterschiedlich gestrickt sein, so dass Sie wieder unbedingt den Verkaufsprospekt lesen sollten. Es gibt auch so genannte Term Sheets, die das Ganze zusammenfassen, aber nicht immer sehr erhellend sind.

Wichtig sind folgende Faktoren:
• die Laufzeit des Zertifikats – Da für die Konstruktion die Dividenden benötigt werden, ist die Laufzeit recht lang (damit steigen die Kursrisiken!).
• die Partizipationsrate bei Kurssteigerungen – Je nach Anbieter kann bei Kurssteigerungen ein Hebel eingebaut sein, wie bei einem Outperformance-Zertifikat. Dieser bleibt auch erhalten, falls die Absicherungsschwelle berührt wird.
• das Absicherungsniveau – Kursverluste des Basiswerts werden 1:1 in Kursgewinne des Zertifikats umgewandelt. Bedingung ist jedoch, dass das Absicherungsniveau nicht berührt oder unterschritten wird. Diesen Mechanismus kennen Sie vom Reverse Bonus-Zertifikat.

Auf den ersten Blick gewinnt der Anleger, solange der Puffer nach unten hält. Bevor Sie allerdings in Euphorie verfallen, sollten Sie bedenken, dass die Laufzeiten dieser Zertifikate recht lang sind. Bei vier, fünf und mehr Jahren ist die Wahrscheinlichkeit eines Kurseinbruchs sehr hoch, zudem kann sich die konjunkturelle Situation komplett wandeln. Der Risikopuffer muss daher recht üppig sein. Gerade bei Zertifikaten auf einzelne dividendenstarke Aktien muss der Kursverlust durch Dividendenabschläge beachtet werden. Werden vier Jahre lang jeweils vier Prozent Dividende gezahlt, dann machen sie bei stagnierenden Kursen schon fast 15 Prozent Verlust aus.

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