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Geldanlageformen in Zusammenfassung

Bevor wir in die Darlegung einzelner Geldanlageformen eintreten, erscheint es sinnvoll, einen ordnenden Überblick über dieselben zu geben.

Ganz allgemein lassen sich Ersparnisse in Geldwerten und in Sachwerten anlegen.

Geldwertanlagen verschaffen dem Berechtigten Anspruch auf Auszahlung einer bestimmten Geldsumme zu einem frei wählbaren oder im Voraus festzulegenden Zeitpunkt beziehungsweise in einem bestimmten Fall. Geldwertanlagen sind unter anderen: Spareinlagen, Festgelder, Sparbriefe, Bausparen, Rentenpapiere wie auch Versicherungen.

Sachwertanlagen sind im wesentlichen Aktien, Immobilien, Gold.

Neben den reinen Geld- und Sachwertanlagen sind auch gemischte Anlagen, das heißt Anlagen, die sowohl Geldwerte als auch Sachwerte umfassen, möglich. Solche gemischte Anlagen sind insbesondere bei Investmentfonds anzutreffen.

Eine Geldanlage besonderer Art bilden die (Finanz-)Termingeschäfte/(Finanz-) Derivate. Welchen Geldanlagemöglichkeiten sich nun der Anleger im einzelnen zuwendet, hängt im wesentlichen von seinen mit der jeweiligen Anlage verbundenen individuellen Zielvorgaben (Geldanlagezielen) ab.

Geldanlageziele
Die mit der Anlage von Spargeldern verfolgten Ziele sind recht unterschiedlich. Diese Unterschiedlichkeit ist nicht nur ein Reflex der Individualität des Anlegers mit ihren unterschiedlichsten Präferenzen (Vorlieben), sie hängt in der Regel auch von dessen vermögensmäßiger Ausstattung (Wohlhabenheit) ab.

Im Allgemeinen sind es drei bis vier Ziele, die von den Anlegern in ihr Anlagekalkül einbezogen werden und – je nach deren Präferenzstruktur – vorrangige oder nach- geordnete Berücksichtigung erfahren. Es sind dies:

-Sicherheit der Anlage,
-Rentabilität der Anlage,
-Liquidität der Anlage und
-Steuerminderung durch die Anlage.

Neben den vorgenannten klassischen Geldanlagezielen wird in jüngster Zeit mit auch der Aspekt der ethischen Verantwortbarkeit von Anlagen herausgestellt. Hier werden nicht selten mit Technik- und Fortschrittsfeindlichkeit oder mit Öko-Parolen dubiose Anlagepolitik betrieben und fragwürdige Geschäfte angebahnt. Hier ist erhöhte Vorsicht geboten.

Sicherheit
Mit der Sicherheit der Anlage wird das Ausmaß der Erhaltung des Anlagebetrages und seiner nominalen Rückzahlung umschrieben. Diese Sicherheit steht in Abhängigkeit von einer Reihe von Risiken, die eine Geldanlage mehr oder weniger zwangsläufig begleiten. Es sind dies im einzelnen folgende Risiken:

-Verlustrisiko,
-Kursrisiko,
-Ertragsrisiko,
-Währungsrisiko,
-Inflationsrisiko.

Verlustrisiko
Das Verlustrisiko einer Geldanlage besteht in der Gefahr, dieselbe teilweise oder insgesamt zu verlieren. Dieser Verlust kann durch widrige Umstände (z. B. Insolvenz oder wirtschaftlicher Niedergang des Unternehmens, in das die Geldanlage erfolgte), aber auch durch kriminelle Handlungen skrupelloser Anlagevermittler oder -Verkäufer (außerhalb des Bankenbereiches)1 erfolgen. Dem letzteren Verlustrisiko lässt sich dadurch begegnen, dass man solche freien Anlagevermittler/ -Verkäufer (des grauen Kapitalmarktes) meidet und sich nur solchen Anbietern zuwendet, die ihre Einlagen durch Mitgliedschaft bei einem Einlagensicherungsfonds (einem sogenannten „Feuerwehrfonds“) absichern. Solche durch Zusammenschlüsse fast aller Banken gebildete Fonds garantieren die Rückzahlung der Einlagen im Falle ihres Verlustes. Es empfiehlt sich deshalb für einen Anleger, sich nach der Mitgliedschaft eines in Betracht gezogenen Anbieters (von Geldanlagen) bei einem solchen Einlagensicherungsfonds zu erkundigen. Die Anbieter sind verpflichtet, hierüber ihren Kunden unmißverständlich Auskunft zu geben.

Kursrisiko
Bei fest- und variabel verzinslichen Wertpapieren sind mehr oder minder große Abfälle des Verkaufspreises (Verkaufskurses) gegenüber dem ursprünglichen Einkaufspreis (Einkaufskurs) nicht auszuschließen, so dass der Anleger – falls er zu solch einem Zeitpunkt diese Papiere verkaufen wollte (oder müsste) – mehr oder minder große (Kurs-)Verluste gegenüber dem (ursprünglichen) Einkaufskurs und damit Vermögenseinbußen in Kauf nehmen müsste. Bei festverzinslichen Wertpapieren (Rentenpapieren) sind die Kursrisiken in der Regel verhältnismäßig eng begrenzt. Bei variabel verzinslichen Wertpapieren (so insbesondere Aktien) sind diese quasi unbegrenzt.

Ertragsrisiko
Mit Ertragsrisiko wird die Gefahr umschrieben, einen geringeren Ertrag aus Anlagen zu realisieren als ursprünglich ins Auge gefaßt. Erträge sind: Zinsen, Dividenden, Mieten, staatliche Zuwendungen (Prämien, Steuergutschriften) und andere mehr. Bei festverzinslichen Wertpapieren (Rentenpapieren) ist dieses Risiko nicht gegeben. Bei variabel verzinslichen Wertpapieren (so insbesondere Aktien) kann jedoch die Verzinsung (Dividende) bis auf Null absinken.

Zwischen Ertragsrisiko und Kursrisiko kann es bei variabel verzinslichen Wertpapieren leicht zu Koppelungseffekten kommen. Wenn nämlich bei diesen die Zinsen (Dividenden) fallen (z. B. auf Grund von Ertragseinbußen oder geschmälerten Gewinnerwartungen), führt dies (infolge von verstärkten Verkäufen dieser Papiere oder verminderter Nachfrage nach ihnen) häufig auch zu entsprechenden Kursverlusten.

Währungsrisiko
Werden Geldanlagen in einer fremden Währung vorgenommen, so ergibt sich damit für den Anleger ein Währungsrisiko. Fällt nämlich der Kurs der Fremdwährung, in der die Anlage getätigt wurde, gegenüber dem Euro, dann muss der Anleger beim Umtausch dieser Anlage in Euro zwangsläufig Wertverluste (gegenüber dem ursprünglichen Kaufpreis der Anlage) hinnehmen.

Inflationsrisiko
Im Gegensatz zu Sachwertanlagen unterliegen Geldwertanlagen (deren Rückzahlung in Geld erfolgt) dem Inflationsrisiko, das heißt der Gefahr der Wertminderung durch Kaufkraftverlust. Eine solche Wertminderung der Geldanlage kann gegebenenfalls durch eine entsprechende Verzinsung kompensiert bis überkompensiert werden.

Rentabilität
Die Rentabilität einer Anlage ergibt sich – je nach Art der Anlage – aus verschiedenen Teilgrößen:

-der Verzinsung,
-dem Kursgewinn/-verlust,
-den Kosten und Gebühren.

Verzinsung
Entsprechend der jeweiligen Geldanlage ist die Verzinsung fest (bei Spareinlagen, Rentenpapieren, Immobilien [Mietzins]) beziehungsweise variabel (bei Aktien, Investmentfonds). Bei einer festen Verzinsung richtet sich der vertraglich vereinbarte Zinssatz nach der Knappheit des Geldes am (Geld-)Anlagemarkt. Je knapper die Anlagegelder, desto höher die Zinssätze und umgekehrt.

Kursgewinne/Kursverluste
Soweit die Anlagen am Markt, insbesondere an der Börse, gehandelt werden, können sich neben den Zinserträgen Kursgewinne beziehungsweise Kursverluste ergeben. Auf solche Kursgewinne richtet sich in der Regel das Hauptinteresse der einschlägigen Anleger. Die Zinsen der Geldanlagen spielen daneben meist eine untergeordnete Rolle.